Wie verhaltet ihr euch, wenn das Pferd in einer Situation, wo man keinen anderen 'Ausweg' hat, nicht möchte?

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6 Antworten

Runterprügeln ist mit Sicherheit keine Lösung, dem Problem aus dem Weg gehen, aber andererseits auch nicht wirklich. 

Wenn ich mir deinen Text so anschaue, dann fällt mir auf, dass du die Weigerung des Pferdes darauf zurückführst, dass "nicht genug Vertrauen vorhanden ist". Ich glaube, dass hier der Hund begraben liegt. Wenn man sich gute Pferdemenschen anschaut, die man dafür bewundert, dass sie mit jedem Pferd/Tier gut können, merkt man doch, dass diese in der Regel nicht erst das Vertrauen des Pferdes "erworben" haben (müssen), sondern dass ihnen die Pferde oft allein aufgrund der Ausstrahlung folgen. Nachdem unser aller Wunsch ja sein dürfte, ein ebenso guter Pferdemensch zu werden, sollten wir vielleicht alle mal an unserer Einstellung uns selber gegenüber arbeiten. Wenn wir schon an uns selber Zweifeln (Das Pferd hat noch nicht genug Vertrauen in uns), wie soll uns dann tatsächlich ein Pferd sein Vertrauen schenken. Es merkt ja unsere Zweifel (oft sogar, bevor wir uns unsere Zweifel eingestehen).

An deiner Stelle würde ich mich bemühen, diesen Weg (wenn er nicht zu gefährlich ist) öfter zu nehmen, damit das Pferd einfach merkt, dass da nichts schlimmes ist. Daheim zu üben bringt meiner Meinung nur bedingt etwas, weil das Pferd ja meiner Meinung nach durchaus trennen kann, dass da eine "gute" Treppe und eine "böse" Treppe ist. Also mach die "böse" Treppe zur "guten" Treppe, indem du sie selbstverständlich und ohne Zweifel an irgendwelchen fehlenden Vertrauensgeschichten nimmt. Natürlich folgt dir das Pferd. Warum auch nicht ? Du darfst nur selber keine Zweifel haben. Selbstzweifel sind meiner Meinung nach Gift für den Wunsch, das Vertrauen eines Tieres zu bekommen. 

Das Vertrauen eines Pferdes gewinnt man meiner Meinung nach eben dadurch, dass man sich in jeder Situation, der man gemeinsam mit dem Pferd gegenübersteht, als "Sicher" für das Pferd erweist. Sicher heißt, dass man ohne Zögern und Zweifel das tut, was in dem Moment gerade richtig und gefordert ist. Selbst wenn es vielleicht nicht 100% korrekt sein mag und man es besser machen könnte, aber in dem Moment wo das Pferd merkt, dass du dir WIRKLICH sicher bist, kann es auch vertrauen in dich haben. Es weiß ja schließlich nicht, dass es irgendeine "Meinung" oder Anleitung oder was weiß ich, gibt, nach der man diese Situation so oder so hätte angehen müssen. 

Wir Menschen wollen da oft zu perfekt sein....

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Kommentar von GreysCT
14.02.2016, 12:45

Stimmt, ich denke in solchen Situationen zwar nicht ganz 'was mach ich denn hier?!' aber so ganz sicher bin ich mir auch nicht, und Selbstzweifel sind mir von mir sehr gut bekannt.

Jetzt weiß ich worauf ich achten sollte und kann es versuchen zu verbessern, danke für den Hinweis!

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hm...

vielleicht sehe ich das etwas "eigen".

aber sowas wäre für mich ein grund, eine rb fristlos zu kündigen. also nach dem heimkommen dem besitzer zu sagen, dass man nicht mehr kommt.

es hat nämlich keinen sinn, mit so jemandem zu diskutieren. über kurz oder lang wirst du dort vieles im umgang mit dem pferd tun müssen, was dir nicht passt.

es ist ein junges pferd. das anheben des hufs beweist schon viel vertrauen. vor allem, nachdem sie an der stelle schon eine schlechte erfahrung gemacht hat. UND: die vorsicht des pferdes war begründet. bei einer solchen stufe kann das pferd aus dem gleichgewicht geraten - und dann kann es sich nur noch mit einem sprung "retten". gewöhnlich reisst es dabei die führende person um oder überläuft sie. vor allem, wenn es sich um eine engstelle handelt. das pferd befand sich in einem konflikt.

und:

ein reithallentor hat NICHT zugeparkt zu sein. schon gar nicht, wenn es sonst keine möglichkeit gibt, die halle gefahrlos zu verlassen.

schon das würde ich nicht einfach so hinnehmen. sollen die netten autofahrer doch woanders parken und ein paar meter zu fuss gehen. die halle hat keinen für pferde benutzbaren notausgang (was liebe ich die alten hallen, die hinte noch ein grosses schiebetor haben und die normale bandentür auf der gegenüberliegenden seite.)

du hast absolut richtig gehnadelt. und - nein - die situation war nicht ausweglos.

übrigens gibts einen recht sicheren weg, so ein pferdchen über eine solche stufe aus der halle zu kriegen. sattel und trense runter, halfter drauf.

und dann das andere pferd rausbringen und das pferdchen in der halle lassen. tür auf und draussen mit einem möhrchen parat, aber nicht im weg stehen. bevor das pferdchen da drin allein bleibt, kommt es lieber von selber raus. der drang, nicht allein sein zu müssen, kann beim pferd ziemlich vieles möglich machen. wenn man es dazu noch lockt und nicht im weg steht...

wenns draussen ist, "einsammeln", möhrchen geben und richtig ausgiebig loben.

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ausweglos ist für mich was anderes. und wenns wirklich ausweglos ist... dann hilfts bloss noch dem pferd zu vertrauen und auch mal die "verantwortung" abzugeben. ans pferd, nicht an den besitzer.

in der situation warst DU in ernsthafter gefahr. das verhalten des besitzers war verantwortungslos. entweder drüber reden oder die rb kündigen.

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Kommentar von GreysCT
14.02.2016, 13:35

Hm, über das Thema kündigen oder nicht mache ich mir oft Gedanken. Meine Eltern und ich haben schon oft ernsthaft überlegt, sie zu kaufen, aber finanziell ist das gerade nicht möglich und ich weiß nicht ob das so eine prickelnde Idee ist, ein junges, rohes Pferd und ich noch nicht mal in Reichweite vom Abi.
Da der Besitzer sich nicht richtig 'schert', was mit seinem Pferd passiert und ich mich aus seinen Angelegenheiten raushalte und meinen Weg gehe gibt es nur wenige solche Aktionen, wo dann diskutiert wird, er auf seine Meinung fixiert bleibt und nicht auf die Ansicht anderer wenigstens eingeht und drüber nachdenkt. Ich habe damit kein Problem, ich möchte dieses Pferd was mir ans Herz gewachsen ist nicht so behandeln, und werde es auch nicht.

Vor dem Hallentor parken die Mamas mit Stöckelschuhen und Smartphones, die ihren Kindern beim Abteilungsreiten im zweistelligen Bereich zuschaun. Find ich auch nicht okay, ich war aber zu aufgewühlt um da auf den Gedanken zu kommen das zu ändern, genauso wie mit den Halfter. Muss ich einen kühleren Kopf bewahren...

Das mit dem Zweitpferd haben wir probiert, es ist auch die gewünschte Reaktion gekommen (wiehern, Ohren nach vorn) aber drüber wollte sie nicht.

Drüber geredet wird auf jeden Fall.
Vielen Dank für deine Hinweise und Ansicht!

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RIchtig hinpacken und das Pferd mit Gewalt irgendwo drüberbringen würde ich nur, wenn es um Leben oder Tod geht (bspw Pferd in den Hänger weils ne Kolik hat und operiert werden muss). Ansonsten macht man es nur schlimmer. 

Treppe -> gruselig -> möchte nicht drübergehen -> Ziehen im Maul, gefuchtel und gezerre => Treppe muss schrecklich sein! 

Das ist eine ganz böse Assoziation. In dem Falle hast du klüger gehandelt als der Besitzer. Wenn man muss und es nicht um Leben und Tod geht, dann nimmt man sich die Zeit, die man braucht. Wir haben mal 5 Stunden lang ein Pferd verladen bzw versucht dieses auf den Hänger zu bringen. Nach den 5 Stunden stand es dann oben. Aber es hat halt wirklich gedauert.

Übe das mit ihr. Das Verhalten der Besitzerin finde ich unmöglich. Mit Gewalt und Zwang kann man kein Pferd dazu bringen frei und ohne Druck etwas zu tun. Ich finde deine Herangehensweise (ruhig, immer wieder neu und mit viel Zeit und Geduld) sehr gut, so sollte es sein. Wenn du das regelmäßig übst sollte das dann bald klappen

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Kommentar von GreysCT
14.02.2016, 13:13

Okay, danke für deine Einschätzung!

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Vertrauen ist da definitiv das A und O. Klar hat man diese Situationen auch wenn das Vertrauen noch nicht da ist und muss dann einen Weg finden. Ich weis, dass ich für diese Aussage evtl ganz schön gehasst werde aber zu nett ist auch nicht gut. Definitiv bin ich ein Gegener von Reitern die ihr Pferd dauerhaft schlagen oder anders Schmerzen zufügen aber es ist oftmals Sinnvoll Druck aufzubauen und den sofort wegzunehmen sobald eine passende Reaktion kommt und sei es nur ein anheben des Hufes in deinem Fall. Dafür ist es sinnvoll mit einer Longe oder einem Stick erst durch leichtes Schwenken eine Reaktion zu erbitten (als Beispiel: auf Höhe der Hinterhand für ein Vorwärts oder an der Schulter für ein Weichen). Kommt auf leichtes Schwenken keine Reaktion gibt es Aufschwünge von Oben. Das ist für das Pfers durch den Fluchtinstinkt ein höherer Druck und wenn dann noch immer nichts kommt beginnt man eben dabei das Pfers zu berühren und dann das zu steigern. Und ja da kann es dann auch mal kommen, dass diese Kontakte recht stark werden aber sobald die Reaktion kommt hört man auf und beginnt falls nötig wieder gaaanz sanft und steigert ggf. Sobald dein Pferd das verstanden hat, wird meist maximal das Aufschwenken nötig sein. Ja , das heißt mein Pferd bekommt auch mal eine Klare und wenn nötig auch spürbare Ansage aber dann isr auch gut und alles ist wieder lieb und nett.
Zu deinem Verhalten muss ich sagen, dass du dir definitiv ein dickeres Fell zulegen musst. Es gibt diese tolle, schöne und liebe Ponywelt nicht. Im Reitsport tickt es generell anders. Man kann in Harmonie mit seinem Pferd leben. Das tu ich auch, werde in vollem Gallopp mit Wiehern begrüßt und wenns es nötig ist knallt es kurz aber danach kuscheln wir wieder. Aber es gibt dieses mein Pferd folgt mir und liebt mich usw nicht ohne Klare regelungen untereinander. Also müsstest du da definitv erstmal mehr als deutlich umdenken.

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Kommentar von GreysCT
14.02.2016, 13:03

Das arbeiten mit dem Druck geben und wegnehmen (Parelli, oder?) find ich gut und sinnvoll.
Allerdings weiß ich nicht ob das etwas gebracht hätte, da ja auch der Besitzer mit einer gewaltsamen Art von Druck gehandelt hat, und sie panisch reagiert hat. Wenn du anderer Meinung bist erklär es mir bitte.

Zum Thema Verhalten gegenüber dem Pferd hab ich vor ein paar Tagen eine Frage gestellt, weil ich eher so die 'Wenn sie nicht mag dann gibts halt eine', also nicht die volle Brutalo- aber in die Richtung Einstellung hatte und wegen der Seite Wege-zum-Pferd zum Nachdenken gekommen bin. Da haben viele geschrieben dass sie Vorlieben/Wünsche des Pferdes akzeptieren und respektieren, aber trotzdem die führende Person sind, und der Blickwinkel zum Pferd sagt mir sehr zu und deswegen versuche ich meine 'Handschrift' in diese Richtung gehen zu lassen. Nur kommt man (bzw ich) angesichts dieser Situation ins grübeln und fragt nach der Meinung anderer, wie sie das ganze einschätzen, um sich selber eine eigene Ansicht zu bilden. Vom rosa Ponyhofgedanken bin ich meiner Meinung nach weg. :)

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Hallo,

wenn eine Situation wirklich auswegslos ist (Kolik - Pferd muss unbedingt in den Anhänger, Brand und Pferd will nicht aus der Box, Sturmflut und das Pferd kommt nicht von der Überschwemmungsweide, usw. usf.). Wäre mir persönlich jedes Mittel Recht um das Pferd in der Situation da hin zu bekommen wo ich hin will, egal wie und egal was ich da hinterher für Arbeit wieder mit habe. Aber nur weil ich nicht durchs Hallentor komme, würde ich nicht so einen Film fahren. Wahrscheinlich war der Besitzer in dem Moment auch überfordert - das passiert ja auch Erwachsenen ;-) Da könnten andere Leute auf die idee kommen, dass man mit dem eigenen Pferd nicht klar kommt, Termindruck, Zeitdruck, "schlecht dastehen" vor der Reitbeteiligung alles Faktoren die dazu beitragen, dass so eine Situation eskaliert.

Im Normalfall reicht ja vorrausschauendes Planen, z.B. Material zur Bodenarbeit mitbringen und dem Pferd vorher beibringen durch Engpässe zu Laufen, rechtzeitig mit Hängertraining anfangen oder sich sofort Hilfe zu holen. Manchmal reicht es schon aus, wenn ein Mensch vorweg geht, und der andere von Hinten eimal leicht treibt. Erfahrenes Führpferd vorweg kann auch helfen

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Kommentar von GreysCT
14.02.2016, 13:11

Vielen Dank für deine Antwort!

Das nächste Mal wird auf jeden Fall an passende Ausrüstung für solche Aktionen gedacht!

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Ich würde erst mal da Anfangen wo es wirklich hapert... Bei der Bodenarbeit. Ein Pferd das angst hat oder unsicher ist, zu irgend etwas mit Gewalt zu zwingen ist ein absolutes No Go. Gerade bei so einem jungen....Damit kann man genau zwei Dinge erreichen. Das erste, dass Pferd rast beim nächsten mal völligst unkontrolliert da durch. Das zweite, es verweigert sich beim nächsten mal total. Ganz ehrlich wenn ich so etwas lese werden ich echt sauer... Weil solche Situationen garnicht erst entstehen, wenn man von Anfang an, vernünftig mit dem Pferd am Boden arbeitet. Ein Pferd das alles in Ruhe kennen lernt und vertrauen zum Mensch hat, geht mit einem über all durch, drüber und dran vorbei. Man muss dem Pferd nur klar machen, das wenn etwas komisch ist das es sich auf den Menschen verlassen kann.ich verstehe nicht warum Menschen das nicht kapieren... Das sind dann die Leute die im Gelände nicht an einer Bank vorbei kommen und erst mal mit Gerte und Sporen ihr Pferd bearbeiten müssen. Pferde sind Fluchttiere und denken anders als wir. Es liegt am Menschen das zu erkennen....

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Kommentar von GreysCT
14.02.2016, 13:42

Das Vertrauen aufbauen wird gerade gemacht, vor allem das ich Vertrauen zum Pferd habe. Ich kenne einen Haufen Dinge an mir die das erschweren (Unkonsequenz, Selbstzweifel..) aber wenn ich die weiß kann ich daran arbeiten sie zu verbessern.
Ich bin da deiner Ansicht was das angeht, nur geht der Prozess ja nicht von heute auf morgen, und die Situation kam ungeplant ungünstig.

Also wollte ich gerne Meinungen wissen, was man in dieser Situation alternativ tun könnte, und was es zu beachten gibt.

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