Wie verhält sich das mit dem Erbe trotz Testament?

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5 Antworten

Nun meine Frage: Steht das Testament über eventuellen Erbfolgen?

Das Testament bestimmt gerade die Erbfolge und genießt Vorrang vor der gesetzlichen Erbfolge. Die drei Kinder sind somit enterbt, sollten sie ansonsten nach der gesetzlichen Erbfolge Miterben gewesen sein. Da sie nicht Erben geworden sind, müssen sie sich auch nicht an Kosten in Verbindung mit dem Erbfall beteiligen.

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Steht das Testament über eventuellen Erbfolgen?

Ja, deswegen würde es ja errichtet, um die gesetzl. Erbfolge nicht eintreten zu lassen.

Nun stehen aber von einer bereits verstorbenen Schwester drei Kinder zur Debatte

Nein, weder die Schwester der Erblasserin noch eure hätte ein gesetzl. Erbrecht, mithin scheidet sie aus dem Kreis der Pflichtteisberechtigten aus, § 2303 BGB, das somit bei Vorversterben auch nicht auf deren Kinder überginge.

müssen sich (die drei anderen Kinder) dann auch an den Kosten für Grabpflege usw. beteiligen?

Nein, solange die angemessenen Bestattung und Grabplege aus dem Vermögen der Erblasserin bezahlt werden könnte. Als Erben müsst ihr euch das teilen, was danach übrigbliebe.

G imager761

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Ist diese Tante kinderlos gestorben? Dann könnte es sein, dass diese Kinder der bereits verstorbenen Schwester Anspruch auf einen Pflichtteil haben. Bedeutet das Testament welches beim Nachlaßgericht einzureichen ist, musst erfüllt werden und diese Kinder könnten (vielleicht) ihren Pflichtteil bei den Erben einfordern. Sie sind insoweit an den Beerdigungskosten beteiligt, da sich der Pflichtteil aus dem bereinigten Nachlaßvermögen rechnet. Sprich noch offen stehende Rechnungen der Tante sind erst zu begleichen. 

Grabpflege denke ich aber nicht, ich denke das fällt unter eure Wünsche. Soweit mal meine Theorie als Laie. 

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Kommentar von Ronox
26.02.2017, 22:12

Seit wann haben Geschwister oder deren Abkömmlinge ein Pflichtteilsrecht?

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Nun meine Frage: Steht das Testament über eventuellen Erbfolgen?

Natürlich, das ist ja der Sinn und Zweck eines Testaments. Würde die gesetzliche Erbfolge weiter gelten, wären Testamente ja schlicht sinnlos.

Nun stehen aber von einer bereits verstorbenen Schwester drei Kinder zur Debatte, die aber im Testament nicht erwähnt sind.

Hier kommt es zunächsmal darauf an, ob die verstorbene Schwester als Erbe eingesetzt ist. Falls nein, ist es sehr einfach, die Kinder wären außen vor. 

Einzig in Bezug auf einen unstreitigen Erbschein spielen sie als gesetzliche Erben eine Rolle. Stimmen die Kinder der Erteilung des Erbscheins nicht zu, wird dieser streitig erteilt. 

Wenn die Schwester als Erbe eingesetzt war wird es etwas komplizierter. Hier wäre dann der mutmaßliche Wille der Erblasserin zu erkunden. Im Zweilfel greift die Anwachsung des Erbteils.

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Es gibt für bestimmte Familienbeziehungen sogenannte  gesetzliche  ,,Pflichtteile" welche in einem Testament nicht unterschritten werden dürfen. Banken und Sparkassen haben oft kleine Broschüren, wo das Erbrecht und die Pflichtteile genau erklärt werden.

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