Wie verhält es sich Ihrer Meinung nach mit der "Schwierigkeit" des Komponierens im Vergleich zur Malerei und Bildhauerei?

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8 Antworten

Verehrter Herr Johannes Eduard Eisenhammer,

zunächst einmal muss ich beklagen, dass Sie Kunstbereiche wie Lyrik oder Romanliteratur ganz außer Acht gelassen haben. Theater und Film sind in der Betrachtung auch nicht aufgetaucht. Und wozu zählen die Philosophen, die in Gedanken tanzen und wozu die Tänzer, Choreografen? Wie dem auch sei: Ich werde Ihnen beiden Recht geben.

Denn bis auf wenige Ausnahmen suchen sich die unterschiedlichen Kunstschaffenden das Medium, in dem sie sich am besten ausdrücken können, in dem sie denken und fühlen und das nur so aus ihnen herausbricht. Immer wieder liest man, dass ein Literat den Drang hat, zu schreiben, dass ein Musiker in Tönen denkt und sich so mitteilen will und ein Maler denkt in Licht- und Farbnuancen wie in Formen und Konstrasten, ebenso ein Bildhauer. Ein Theaterautor denkt in Szenen, ein Lyriker in rhythmischer Sprache und ein Filmemacher in Szenenfolgen und Schnitten, in Musik und Dramaturgie.

Die Schwierigkeit aller großen Künstler ist nicht, die Medien ihrer Kunst zu beherrschen, sondern ihren Idealen und Ansprüchen an das Werk gerecht zu werden, das sie sich im Geiste vorstellen.

Mit erbietigen Grüßen an die Frau Gemahlin

Berkersheim

Lieber Herr Eisenhammer,

eine interessante Frage auf eine ganz besondere Art haben Sie da gestellt, da musste ich doch sehr schmunzeln.

Um aber direkt und ohne Umschweife auf Ihre Frage einzugehen:

Ich neige stark dazu, Ihrer verehrten Frau Gemahlin zuzustimmen. Mögen Ihre Erwägungen bezüglich des Lichts und des Trägermaterials auch zutreffend sein, so scheint mir doch - einzig auf Grund dieses Aspektes behauptet - die These, dies würde nun begründen, warum bildende Künste schwieriger seien als die Musik, sehr mutig zu sein.

Ich maße mir nicht an, eine irgendwie tragfähige Gewichtung vornehmen zu können. Das ist alles auf eine ganz spezielle Art schwierig - vor allem, wenn man es zu Meisterwerken bringen möchte.

In Musik hast du zusaetzlich die Dimension der Zeit, was Komponieren um ein vielfaches schwieriger macht als Bild und Skulptur.

Sehr geehrte/r Frau/Herr Steffile!

Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie dankbar ich Ihnen bin. Wie konnte ich diesen Aspekt nur vergessen.

Mit freundlichen Grüßen

Johannes Eduard Eisenhammer

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Ein Musikstück  kann auch nicht in Abwesenheit eines Trägermediums gehört werden. Es geht auch nicht wenn das Übertragungsmedium fehlt (die gewöhnliche Luft zB). In beiden Künsten muss die Übertragung einbezogen werden, nicht umsonst ist eine Oper anders aufgebaut als eine Bühne für Rockkonzerte, als einfach Bsp. Musikstücke können extrem an Ausdruck verlieren wenn sie auf der tollen HiFi-Anlagen mit falschen Einstellungen abgespielt werden oder gar als MP3 komprimiert werden (analog müsste man ein Bild unter ungünstigen Lichtverhältnissen kopiert betrachten). Insofern sehe ich nicht, wie man daraus einen unterschiedlichen Schwierigkeitsgrad für den Künstler ableiten will.


Sehr geehrter Herr Eisenhammer,

Ihrer Argumentation hinsichtlich des Trägermediums "Schallwelle" muss ich aufs heftigste widersprechen. Mit Ihrer werten Frau Gemahlin gehe ich insoweit konform, "daß Sie das so nicht sehen dürfent".

Meines Erachtens nach ist ausschlaggebend für den Genuss eines Musikstückes die Wahl des "richtigen" Instrumentes und die Berücksichtigung der mannigfaltigen Variationen derselben.

Wie vorherrschende Lichtverhältnisse, so beeinflusst auch das Instrument die Wahrnehmung des Publikums maßgeblich.

mit nachdenklichen Grüßen, Ihr

Robert McGee

Hinreissend, sehr geehrter Herr Eisenhammer, Ihre sicherlich auch durch die verehrte Frau Gemahlin beeinflusste Frage. Dennoch möchte ich - im Gegensatz zu den wohlformulierten Antworten meiner Mitleser,- sehr prosaisch fragen; warum vergleichen Sie Äpfel mit Birnen, fügen dem noch die Frage nach Trauben oder Südfrüchten hinzu? Freuen wir uns an der Vielzahl des /(hier symbolisch gewählten )Obstes und der Kunst, in allen Variationen,- ohne auf ein leider allzu üblich gewordenes Mehr- besser-schöner- größer usw. zurückgreifen zu wollen. Ihre LiloB

Hi,

Also erstmal kommt es drauf an in welcher Musikrichtung du zugange bist.

Im Punk, in dem ich mich bewege, is das Komponieren recht einfach ;))

Komplexer wirds bei Metal, oder ganz anderen Musikrichtungen wie Orchesterarrangements.

Ich kann mich Steffile nur anschließen, die Zeit spielt auch noch eine Rolle

Cheers

Ich mußte da gleich an folgendes Lied denken:

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