Wie verbreitete sich die Demokratie auf der Welt?

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4 Antworten



Wie verbreitete sich die Demokratie auf der Welt?

Wir beschäftigen uns in Sozialwissenschaften gerade mit den Herrschaftsformen. Nun frage ich mich, wie die Demokratie eigentlich verbreitet wurde. Ich weiß, dass die Demokratie ihren Ursprung in Griechenland hat - Athen - aber wie hat sich denn diese Herrschaftsform verbreitet?

Über die Frage müsste man mindestens einen längeren Aufsatz schreiben. Daher hier nur zwei Bemerkungen:

1. Demokratie wurde nicht nur in Athen praktiziert, sondern auch in anderen griechischen Städten, in griechischen Städtebünden (gewissermaßen Staatenbünde bzw. Bundesstaaten), in der römischen Republik. Aus der Antike wurde der Gedanke der Demokratie immer weiter durch das Mittelalter, die Frühe Neuzeit, die Neuzeit bis zu uns heute weitergetragen und soweit modifiziert, dass sich in der Bundesrepublik heute die Form der repräsentativen Demokratie etablieren konnte.

2. Die Idee der Demokratie wurde nicht nur aus der Antike überliefert und gerade seit der Renaissance zunehmend von gebildeten und gelehrten Menschen (mündlich oder schriftlich) diskutiert und weiterentwickelt, sondern auch in den unterschiedlichsten (Vor-)Formen und Spielarten praktiziert. In Deutschland z. B. waren die mittelalterlichen Kaiser von der Zustimmung der Reichsfürsten in ihren Handlungen und Entscheidungen abhängig. In späterer Zeit hatte das Heilige Römische Reich und fast jedes deutsche Territorium eine Ständeversammlung, eine Vorform unseres heutigen Parlaments. Der Kaiser und alle Fürsten waren von diesen Ständeversammlungen abhängig, die politische Zugeständnisse durchsetzten, wenn der Landesherr Geld brauchte. Aus dieser Tradition entwickelte sich bruchlos in Deutschland und anderen europäischen Ländern die Tradition, dass die Bewilligung von Steuergeldern für die Regierung das wichtigste Recht des Parlamentes sei. Selbst in kleinen Herrschaften waren die Adligen auf Kooperation mit ihren bäuerlichen, gemeindlich organisierten Untertanen angewiesen. Im 19. Jahrhundert drängten die wirtschaftlich erstarkenden, gebildeten Bürger überall auf Beteiligung an der Herrschaft. Weil nicht alle Bürger politisch tätig werden wollten bzw. konnten, wurde eine weitere Tradition aus der Zeit des Heiligen Römischen Reiches aufgegriffen: Damals wurden von großen Ständeversammlungen einige Mitglieder in kleinere Ausschüsse abgeordnet, die damit beauftragt wurden, bestimmte Aufgaben zu erledigen. Im 19. Jahrhundert setzte sich die Wahl von Abgeordneten des Volkes allgemein durch, zumeist nach einem Klassenwahlrecht, das die wohlhabenden Klassen wie Adel und Besitzbürgertum bevorzugte, die als kleinste Gesellschaftsgruppen dennoch die meisten Abgeordneten stellten. Erst gegen Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts setzte sich das allgemeine Wahlrecht in Europa durch, weil auch die durch die Industrialisierung zu einem gewissen Wohlstand gelangte Mehrheit des Volkes (Arbeiterklasse) von politischen Entscheidungen nicht mehr ausgeschlossen bleiben wollten. Parteien hatten sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ausgebildet, die bestimmte politische Interessen verfolgten und die politische Willensbildung in den Parlamenten mitbestimmten. Das Wahlrecht in Deutschland zum Zollvereinsparlament und dann zum deutschen Reichstag war das fortschrittlichste in Europa, weil schon damals die gesamte männliche Bevölkerung ab 25 Jahren das allgemeine Wahlrecht besaßen, während es in den meisten Ländern des Deutschen Reiches bis 1918 beim Klassenwahlrecht blieb. Frauen waren in Deutschland erst seit der Weimarer Republik wahlberechtigt - in vielen europäischen Ländern erst später. Mit der Weimarer Republik beginnt in Deutschland die Form der repräsentativen parlamentarischen Demokratie, die uns heute geläufig ist, mit allgemeinem und gleichem Wahlrecht und politischer Interessenorganisation in Parteien; mit den Rechten aller Bürger, selbst Parteien zu gründen, Abgeordnete zu wählen oder sich selbst wählen zu lassen.

Die europäischen Völker haben ihre Idee von Demokratie aufgrund ihrer wirtschaftlich-politischen Bedeutung in der ganzen Welt verbreitet.

MfG

Arnold





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Kommentar von arabellaa
29.08.2015, 18:34

arigatou

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Nach den Griechen kamen die Roemer, die zwar keine Demokraten waren, aber in ihren Werken die Griechische Geschichte bewahrten. 

Im Mittelalter wurde die demokratische Tradition zwar nicht in Staatsfuehrung, aber europaweit in Gilden benutzt, z.B. in der Hanseatischen Liga und der Schweizer Landsgemeinde.

Im 17ten jahrhundert wurde mit der Bill of Rights 1689 die Macht des Koenigs eingeschraenkt, als Reaktion auf die absoluten Herrscher im Rest von Europa.

Im 18ten und 19ten Jahrhundert dann die Franzoesische Revolution und die Amerikanische Konstitution, und im 20ten Jahrhundert der Fall der Mauer und der Fall des Eisernen Vorhangs, die neue Wellen der Demokratisierung ausloesten.

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Kommentar von arabellaa
29.08.2015, 10:30

Kannst du mir das etwas detaillierter erklären? Also was ich verstanden habe ist, dass nach die Römer nicht in einer Demokratie gelebt haben aber das sie die Griechische Geschichte bewahrten. Danach wurde die Demokratie in Gruppen genutzt aber nicht als eine Staatsführung. Danach wurde die macht des Königs eingeschränkt und folglich verbreitete sich die Demokratie nach dem 18 und 19jh mit dem fall der Mauer im 20 jh, richtig?

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Die bürgerliche Demokratie verbreitete sich oftmals durch Revolutionen, siehe Frankreich , GB, USA, partiell Deutschland, Vereinigungskrieg Italien usw. Auch wenn bei diesen Revolutionen, Umstürzen, Kriegen usw. das gesamte Volk involviert war, die Macht erhielt stets die Bourgeoisie, also das Großbürgertum.

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Kommentar von arabellaa
29.08.2015, 10:47

Ah vielen dank

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Kommentar von landstreicher21
29.08.2015, 10:50

Wie sagt man so schön? In der Kürze liegt die Würze.

Danke für die informative Antwort, wenn ich Fragen lese und auch die Antworten davon, frische ich mein Wissen auf. Geschichte ist bei mir schon einige Jahre her...^^

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Die Demokratie ist primitiv, führt durch den ganzen Ehrgeiz nur zu Krieg und Klassenkampf.

Es ist eine philosophische Wahrheit das alles zur Einheit strebt womit man zwangsläufig ein Oberhaupt braucht der seine Macht nicht missbrauchen sollte.

Wie Demokratie sich verbreitet hat kannst du in Google selber suchen.

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Kommentar von arabellaa
29.08.2015, 10:24

Der Grund, warum ich hier die Frage gestellt habe ist ja gerade, dass ich nichts in Google finden konnte außer die Nachrichten das irgendwas mit unserer Demokratie nicht stimmt. Aber das beantwortet nicht meine Frage. Nicht mal meine Lehrerin konnte mir meine Frage beantworten. Guck mal, anstatt mir einfach meine Frage zu beantworten schreibst du mir, dass ich Googeln soll.

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