Wie unterstütze ich den Kapitalismus im Alltag so wenig wie möglich?

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22 Antworten

Hallo Wolke,

danke für die schöne Debatte hier. :-) Meine Tipps:

1) Politisches Engagement im Alltag! (Klicktivismus a la Campact reicht nicht, Amnesty halt auch nicht. Da geht's ja nicht um Kapitalismus. :-) Muss schon was wirtschaftspoltisch-irgendwie-linkes sein, was sich mit den Grundproblemen dieses Systems (Wachstumszwang, Konkurrenzprinzip, ungleiche Einkommensverteilung, fehlende Demokratie) auseinandersetzt.

Bei Konzernkritik und Steuerhinterziehung ist Attac eigentlich eine sehr kompetente Adresse: www.attac.de - Die Kampagne gegen das TTIP (attac.de/ttip) und gegen die Steuertricks von Konzernen (attac.de/steuertricks) dürften Dir gefallen. :-)

2) Wählen gehen - und zwar was kapitalismuskritisches! - Zwar ist der Parlamentarismus nicht der Demokratie letzter Schluss, aber wir - also unsere Vorfahren - haben ihn uns erkämpft, jetzt müssen wir ihn auch nutzen.

3) Bank und Versicherungen wechseln! - Hin zur GLS, Ehtikbank, Triodos, Umweltbank. (Nix ist alberner, als FairTrade-Kaffee zu kaufen, aber sein Konto noch bei Deutscher Bank zu haben.)

4) Stromanbieter wechseln! - Ökostrom von Genossenschaftsanbieter (Greenpeace Energy, Stadtwerke Schönaus (EWS), Naturstrom.

5) Ökologischen Fußabdruck beachten! (footprint-deutschland.de)

6) Bio und Fair-Trade einkaufen

7) Wenig (neues) einkaufen (Qualität vor Quantität, Flohmarkt...)

Da bist Du dann schon mal gut dabei.

Beste Grüße

Wolkendenkerin 13.09.2014, 17:10

Danke, deine Tipps sind wirklich sehr hilfreich! Ich wohne in der Schweiz, das heisst ich kann mich zusätzlich zu den Wahlen auch mit Volksabstimmungen politisch engagieren, sobald ich achtzehn bin, und das werde ich selbstverständlich auch tun :) ... und auch deine anderen Vorschläge werde ich so gut wie möglich versuchen umzusetzen.

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Hallo, Dein Anliegen ist verständlich, auch wenn man als älterer Mensch (ich bin 66) die Erfahrung gemacht hat, wie sehr unsere Meinungen von Medien und idealistischen Weltauffassungen indoktriniert werden. DER KAPITALISMUS nimmt ja inzwischen die Rolle des Teufels im Mittelalter ein. Auf ihn werden all unsere menschlichen Schwächen projiziert. Gier z.B. ist keine Erfindung des Kapitalismus. Die lag schon vor, als Kain den Abel zu Adam und Evas Zeiten totgeschlagen hat. Die Erde geplündert haben schon die Portugiesen und Spanier zur Zeit des feudalen Imperialismus ab dem 16. JH.. Und obwohl die Liebe das höchste des Christentums ist, hat man ab dem 17. JH Wege gefunden, Menschen aus Südamerika und Afrika zu versklaven.

Auch wenn die Welt alles andere als „ideal“ ist, so wenig Unterdrückung und so viel Respekt vor Individuen wie heute gab es noch nie. Bei alledem bleiben wir aber Menschen und unseren Schwächen verhaftet. Ich halte Versprechen, dass es je zu einem „Himmel auf Erden“ kommt, für absichtliche Irreführung und Maske, um dahinter eigene Interessen durchzusetzen. Sie zielen auf den Missbrauch moralisch guter Absichten und überblenden die Realität mit idealistisch aufgestylten Wunschbildern. Allerdings ist dies auch möglich, weil viele von den Sachzusammenhängen wenig Kenntnis haben.

Es gibt „TRENDS“, denen viele nachlaufen, deren Auswirkungen außer dem persönlichen Vorteil ausgeblendet bleiben. Der Trend zum Billigen. Seit der Einführung des EURO fühlten sich die Menschen in Deutschland durch falsche Umrechnung teils betrogen. Es wäre besser gewesen, eine doppelte Preisauszeichnung zu machen, denn die wenigsten rechnen wirklich nach. Sie haben so ein Gefühl. Auf dieses Gefühl haben sich die „Billigheimer“ aufgesattelt und mit dem Spruch „Lass Dich nicht verarschen“ wurde die kleine Gier nach immer billiger und mehr befeuert. Vor dem Jahr 2000 fand man Werbung mit „billig“ nur selten, Leistung sollte ihren Preis wert sein. Jetzt ist die Leistung egal, Hauptsache billig, auch wenn dafür in Bangladesch Menschen ausgebeutet und in China Kinderarbeit eingesetzt wird. Dass dieser Trend den Wert unserer eigenen Leistung nach unten zieht, bedenkt niemand, denn auch unsere Arbeit muss jetzt mehr und mehr „billig“ sein.

Was die EZB (europäische Zentralbank) mit ihren fast „Null-Zinsen“ anrichtet, wird erst noch offenbar werden – wenn es die Menschen überhaupt begreifen. Zunächst einmal ist die Zukunftsvorsorge unserer Jugendlichen im Eimer. Wenn Schuldenmacher günstiger gestellt werden als Leistungsträger, dann verdirbt das die Moral und am Ende kommt dann der Kampf, wer wem die Begleichung der Schulden aufs Auge drückt. In Griechenland kann man das schon studieren. Die „Armen“ mit den kleinen Vorteilen zahlen jetzt die Zeche, die Politiker, Banken und Großkopferten leiten deutsche Steuergelder auf ihre Vermögenskonten – und die sich „links“ geben z.B., die so gegen Höhnes gewettert haben, finden das tolerabel, Hauptsache Europa. Wofür ist Europa eine idealisierte Maske, hinter der sich die Steuerverschieber verstecken? Ich kenne keinen Aufruf aus dem Bundestag, dass Interpol tätig werden soll, um griechische Megasteuerhinterzieher zur Kasse zu bitten.

Kapitalismus ist nur eine relativ neutrale Form der Leistungserstellung und –Verteilung, die es ermöglicht, persönlichen Einsatz zu belohnen und möglichst „gerecht“ zu verteilen, wenn nicht die Politik Wege und Umleitungen in besonders begünstigte Taschen findet. Das wird dann mit vielen wohl klingenden, idealistischen Phrasen und moralischem Tamtam überdeckt. Diese Fehlleitungen der Politik dem Kapitalismus anzulasten, ist auch eine Maske, um die eigene politische Verantwortlichkeit zu verstecken. Vorsicht, wenn hinter den Ideen nur Systeme stecken, in denen einzelnen Menschen und Gruppen mehr direkte Macht über andere gegeben wird, die Bürokratie zu wuchern beginnt und alle Initiative erstickt.

Was passiert, wenn wir aus Bequemlichkeit immer mehr den mühsameren Weg des direkten Realitätskontakte verlieren und alles mehr und mehr virtuell erledigen, wird sich noch zeigen. Wenn wir Ware nicht mehr direkt kaufen sondern nur noch über (geschönte) Bildchen und blumige Versprechungen im Internet, wenn wir nicht mehr direkt bezahlen sondern nur noch virtuell per Karte oder Handy (was dem Staat und den Konzernen immer mehr Informationen über unser Verhalten liefert!) und so den direkten materiellen Kontakt zu Wertguthaben verlieren, das wird in den Wirkungen vielfach unterschätzt. Dass man Menschen per SMS leichter in die Wüste schickt, als wenn man ihnen in die Augen sieht, muss ich nicht erläutern.

Immofachwirt 12.09.2014, 12:16

DH! Sehr, sehr guter Beitrag.

Ich denke nur, das man die EU nutzen sollte, um Regeleungen zu treffen, das derzeitige System, welches du hervorragend beschrieben hast, zu ändern und dies auch dann durchzusetzen. Denn als Einzelstaat wird das in einer losen europäischen Wirtschaftsgemeinschaft meines Erachtens immer unmöglicher werden. Darum ist die Forderung nach den Vereinigten Staaten von Europa im Raum und nicht aus idealisierten Vorstellungen heraus, die es zwar gibt, jedoch bereits im Ansatz weder durchdacht, noch praktikabel sind.

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berkersheim 12.09.2014, 14:27
@Immofachwirt

Aha - ich war anfangs zwar skeptisch, was die EURO-Einführung angeht, aber habe ähnlich wie Du gedacht und gehofft, dass die notwendigen wirtschaftlichen Strukturangleichungen von den Politikern wie versprochen umgesetzt werden. Mehr und mehr hat sich herausgestellt, dass fast alle Südstaaten gelogen haben, dass sich die Balken bogen, Griechenland kann man sogar des offenen Betrugs anklagen. Die günstigen Euro-Bedinungen haben diese Länder nur genutzt, um mehr Schulden günstiger zu finanzieren. Der Euro war für diese Gift, weil er nicht das Zusammengehen differenter Wirtschaftsstrukturen befördert hat sondern das egoistisch motivierte Auseinanderdriften. Das Argument mit der Größe gibt nur den größeren Dirigenten mehr Macht und entmündigt - wie jetzt in Europa - immer mehr die einzelnen Bürger. Darin sehe ich die größte Gefahr.

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  • Gebrauchte statt neue Dinge kaufen (Sozialkaufhaus, Flohmarkt, Kleinanzeigen, Tauschparty, "Give Box")
  • Gebrauchte Dinge verschenken oder verkaufen, statt alles wegwerfen
  • Kaputte Dinge reparieren. Was du nicht selbst reparieren kannst, nimm mit ins nächste "Repair Cafe".
  • Irreparables nachnutzen. Mindestens die Kabel und Schrauben kann man aufheben. Aus hoffnungslos kaputten Elektrogeräten und Energiesparlampen kann man noch die Bauteile auslöten und z.B. einem Hackerspace oder Bastelverein schenken. (Manche Nerds stibitzen sogar die weggeworfenen Energiesparlampen aus Rückgabekästen im Baumarkt, löten die Kondensatoren aus und verkaufen sie auf eBay.)
  • Gemüse selbst anbauen. In jeder größeren Stadt gibt es "Urban Gardening"-Gruppen. Falls es bei euch keine gibt, überrede deine Eltern einen Schrebergarten zu pachten.
  • Leute finden, eigene Projekte aufbauen. Schon mit drei, vier Kumpels könnt ihr eine "Give Box" pflegen, eine Tauschparty veranstalten oder ein "Repair Cafe" gründen.
Samusaranish 11.09.2014, 10:45

Beste Antwort :D Ne Idee wäjre noch auf recycling Communities zu gucken, dort gibt es auch viele schöne Ideen :9

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Wolkendenkerin 11.09.2014, 22:56

Danke dir!! Genau solche Anregungen habe ich mir gewünscht :)

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Du wirst zwar in der Tat nicht die Welt verändern können, aber ein Anfang wäre bewußt zu konsumieren, d.h. vor Kauf abzuchecken inwieweit du mit den Geschäftspaktiken des Anbieters einverstanden bist. Also z.B. wurde das Produkt mit Kinderarbeit hergestellt, wurden den Arbeitern faire Löhne gezahlt usw. Ich weiß es ist nicht einfach und wird auch nicht immer klappen, aber wenn genug Leute das so machen werden sich die Anbieter irgendwann nicht mehr dagegen wehren können und ihre Methoden anpassen müssen. BTW: nicht alle Konzerne oder großen Unternehmen sind böse (per se sowieso nicht), mir fällt das insbesondere dm ein, die mir bislang positiv aufgefallen sind. Oder Trigema, die in D Sportbekleidung zum Preis der üblichen Marken herstellen und und und

In dem du den Begriff richtig verwendest.

Das Anhäufen von Gütern hat sich der Mensch als Überlebensstrategie angeeignet, seitdem er sesshaft geworden ist. Daran ist nichts verwerflich.

Das Angebot und Nachfrage existieren ist naturgegeben und ebensowenig verwerflich.

Das Nachfrage durch Angebot oder umgekehrt befriedigt werden, indem man direkt oder über den Umweg des Geldes tauscht, ist ebenfalls nichts, was man für prinzipiell verwerflich halten kann.

Was du unter Kapitalismus, oder andersgesinnte unter Kommunismus verstehen, sind die Auswüchse menschlicher Rücksichtslosigkeit, die mit dem jeweiligen System verknüpft werden, die jedoch an sich nichts damit zu tun haben.

Was viel wichtiger wäre ist die Frage, ob du wirklich dein Bedürfnis befriedigst, wenn Dinge nutzt oder kaufst. Oder ob du nur glaubst, dass es deine Bedürfnisse befriedigt. Denn eines haben auch schon ganz reiche Menschen festgestellt: Geld kann man nicht essen und es macht nicht zwangsläufig glücklich. Andererseits wissen arme Menschen auch, dass man mit Geld durchaus Essen kaufen kann und das kann einen durchaus glücklich machen. Je nachdem eben, welche Bedürfnisse wer hat.

Darum gibt es die Gemeinschaft = Staat. Wir haben alle zusammen dafür Sorge zu tragen, dass Wettbewerb um die besten Ideen und Produkte stattfindet und keiner über die "Gesellschaftliche" Stränge dabei haut, also nicht auf Kosten der Schwächeren agiert wird. Leider ist das Interesse daran meißt immer dann ganz besonders klein, wenn man selbst etwas von seinem Standart aufgeben müsste.

Wolkendenkerin 11.09.2014, 23:25

Hm, vermutlich hast du Recht damit, dass ich den Begriff des Kapitalismus' in meiner Frage ziemlich plakativ verwendet habe; meine eigene Definition dessen aufzustellen, was mich an der Verteilung unserer Güter stört, hätte den Rahmen des Ganzen aber meiner Meinung nach gesprengt, auch wenn ich mir durchaus darüber Gedanken mache. Ich stimme dir in vielen Teilen deiner Antwort zu, allerdings denke ich, dass es eine einseitige Anschauung ist, das System an sich von jeder Kritik zu befreien, da sich diese immer auf die kriegerischen und rücksichtslosen Seiten des menschlichen Daseins übertragen lässt. Selbstverständlich wird es aufgrund der Natur des Menschen nie ein System geben, in dem Ausbeutung, Krieg und Ungleichheiten völlig fehlen, allerdings kann man meiner Meinung nach durch die Gestaltung des Systems durchaus Einfluss auf die Ausprägung dieser Auswüchse nehmen. Fakt ist: Wären die Steuern um einiges progressiver, müssten die Reichen insgesamt mehr Geld an öffentliche Einrichtungen abgeben, was die sozialen Unterschiede massgeblich verkleinern könnte; gäbe es in den meisten Teilen der Welt klar festgesetzte Mindestlöhne, würde es für die grossen Konzerne schwieriger, ihre Arbeiterinnen und Arbeiter so schamlos auszubeuten; wären unsere Zinsregelungen so festgelegt, dass Geld ab einem gewissen Punkt nicht mehr für sich selbst arbeitet und so das Anlegen von und der Handel mit grossen Summen ebendiese nicht noch grösser macht, hätten wir damit einen entscheidenden Schritt gemacht in Richtung Schliessung der Schere. Ich stimme mit dir überein, dass der Kapitalismus als Grundidee nicht gänzlich zu verurteilen ist, aber Fakt ist, dass der Kapitalismus, wie wir ihn heute haben, die grausamen Seiten des Menschen fördert, statt sie in gesunde Bahnen zu lenken. Da kann man seinen so überaus natürlichen und reinen Ursprung noch so predigen.

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Immofachwirt 12.09.2014, 12:01
@Wolkendenkerin
Fakt ist: Wären die Steuern um einiges progressiver, müssten die Reichen insgesamt mehr Geld an öffentliche Einrichtungen abgeben...

Fakt ist, dass alle europäischen Staaten (EU) insgesamt mit 12,8 Billionen Euro verschuldet sind (Stand: 31.12.2012 - Quelle: EUROSTAT).

Fakt ist auch, dass in diesen eurpäischen Staaten jährlich 1 Billionen Euro an Steuern hinterzogen wird (Stand: Dezember 2012 - Quelle: Europäische Kommission).

Hätten unsere lieben Großkonzerne/Superreichen einfach nur brav ihre Steuern in den letzten 20 Jahren bezahlt, wäre die EU so gut wie Schuldenfrei.

Das ist aber keine Frage des Systems (Demokratie), sondern einfach nur eine Frage der Politik und der Bürger, die diese Politik (aus-)wählen. Der Kapitalismus kann ebensowenig wie der Kommunismus oder das Christentum oder der Islam dafür, dass er von korrupten Menschen mißbraucht wird.

Dennoch ist dein Ansatz und deine Überlegungen richtig und ich stimme völlig mit dir überein, dass man sich eimischen muss, um die jetztige Praxis zu ändern.

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Hallo, ich kann deine Empfinden gegenüber dem Kapitalismus wie er jetzt ist, sehr gut verstehen. Mir geht es ganz ähnlich. Völlig entziehen kannst du dich dem Kapitalismus natürlich nicht. Was du aber tun kannst, ist dein Geld nicht für Dinge ausgeben, die die definitiv nicht brauchst. Ein I-Phone zum Beispiel braucht keiner. Es ist viel zu teuer und wird unter menschenunwürdigen Bedingungen produziert.
Im Grunde ist der Kapitalimus nicht schlecht. Nur hat ist er mittlerweile völlig entfesselt. Alle wollen so billig wie möglich einkaufen und totaler Wettbewerb und Privatisierung sind ganz toll. Ich würde dazu raten, Geld in deinem Leben nicht zu viel Wert beizumessen. Klar, etwas brauchst du, aber wenn du dich vom unsinnigen Konsum verabschiedest, dann brauchst du viel weniger. Außerdem ist unser Geld nichts wert. Früher war z.B. der Dollar durch Gold gedeckt. Heute ist das nicht mehr so. Geld ist nur ein Stück Papier und kann schon morgen völlig wertlos sein.

Wenn du wiederum irgendwelche billigsachen kaufst, musst du wd darüber nachdenken, wie du das siehst das Entwicklungsländer von den Industrie Ländern ausgebeutet werden etc. :D(was ja auch mit Kapitalismus, Globalisierung etc. Zu tun hat) Also eigtl finde ich, es bringt mehr Reden zu halten und sich zu angagieren...

Die IS, eine Hilfsgemeinschaft im Irak, sucht gerade Unterstützung für genau diese Themen. :D Nee spaß was willst du Ändern? Der Kapitalismus ermöglicht doch erst unser Leben wie wir es leben und macht unseren Westen zur 1. World. Klar haben wir unsere Probleme aber willst du ein Kommunistische System wie in anderen Staaten? Ich glaube nicht.

Was deine Frage betrifft: Was meinst du mit Positiv verändert? Für uns oder für die anderen? Uns geht es doch gut, wenn du die anderen, weit entfernten Länder meinst, gibt es nur eine Lösung. Wir müssen auf einen Großteil unseres Luxus verzichten aber wer will das schon.

Klar kannst du für den Regenwald Spenden aber am Ende hilft es nichts denn jeder kümmert sich um sich selbst und somit helfen zu wenige. Das ist natürlich traurig aber wir müssten vieles Aufgeben um es zu ändern.

Schlecht oder Schlechter? Du hast die Wahl...

Wolkendenkerin 10.09.2014, 22:30

Dass der Kommunismus keine Lösung ist, ist mir klar, aber ich finde, es muss einen Mittelweg geben. Und, ja, wenn ich sage, "zum Positiven verändern", dann denke ich an die, denen es schlecht geht, und das sind ganz bestimmt nicht wir. Mir ist bewusst, dass ich von unserer Stellung als First World täglich profitiere, damit aber eine Geisteshaltung zu rechtfertigen, die die Rechte von Menschen in ärmeren Ländern mit Füssen tritt, finde ich reichlich ignorant.

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LtLTSmash 10.09.2014, 23:10

Auch hier bitte nochmal die Wortbedeutung von Kapitalismus nachschlagen und auch darüber nachdenken ob man Kapitalismus und Marktwirtschaft gleichsetzen kann.

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Ich finde es gut das du in deinem Alter schon solche Gedanken machst und etwas ändern möchtest!! :)

Meine Vorschläge um den Kapitalismus in Deutschland so wenig wie möglich zu unterstützen:

  • Keine Markenprodukte mehr kaufen! Egal ob Kleidung, Essen, Trinken, Wertgegenstände, Ausstattungsgegenstände, Accessoires, etc. (Somit verhinderst du zumindest das von deinem Geld die "Reichen" noch reicher werden.)
  • Lokale Kleinbauer u. Händler unterstützen (Kaufe dein saisonales Gemüse u. Obst beim Bauern aus deiner Umgebung und die anderen für dich erfoderlichen Lebensmittel aus dem "Tante Emma Laden" um die Ecke. So verdienen namhafte Lebensmittel- und Großgeschäfte nicht an dir!)
  • Unterstütze zertifizierte Organisationen wie die WWF oder WHO mit Spenden oder Patenschaften! (Damit fließt ein Teil von deinem Geld an bedürftigte Menschen oder lebensbedrohte Tiere die es nötig haben)

Ansonsten fällt mir jetzt auf die Schnelle nichts weiter ein.

Beschäftige dich mit Alternativen zum heutigen System, sinnlos ist es nur wenn man grosse reden schwingt und nicht weiss wie mans besser machen könnte.

http://www.wissensmanufaktur.net/plan-b ist ein Beispiel, wie mans anders machen könnte

borriquito 13.09.2014, 12:10

Naaa super, der Plan B - eine Wiederauflage des Gemurxes von der Zinsknechtschaft, das den Aspekt der Kapitalakkumulation jenseits des Zinses nahezu komplett vernachlässigt. Sorry... Das ist keine ausreichende Alternative!

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YDerKellerY 14.09.2014, 13:16
@borriquito

Oh bitte vergib mir meine Unwissenheit aber was meinst du mit dem "Aspekt der Kapitalakkumulation jenseits des Zinses"

Vielleicht ist dir das nicht bewusst warum ich dich nicht verstehe aber "Kapitalakkumulation" bedeutet das sich Geld irgendwie vermehrt wenn das "jenseits des Zinses" passieren soll fehlt noch die Information was, wie welches Geld vermehrt damit sich ein Normalsterblicher etwas darunter vorstellen kann.

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Ziehe dich zurück in den nahen Wald und ernähre dich von Beeren und Blättern. Mal sehen wie lange du es ohne Kapitalismus aushältst.

Samusaranish 11.09.2014, 10:39

Auch wenns Ironie ist, ist fehl am Platz

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Wolkendenkerin 11.09.2014, 22:52
@Samusaranish

Mir bewusst, dass ich den Kapitalismus mit meinem jetzigen Lebensstil so oder so unterstütze, und zwar nicht zu knapp. Deshalb habe ich auch explizit nach Strategien gefragt, diese Unterstützung einfach ein wenig zu verringern und damit ein möglichst bewusstes und nachhaltiges Leben zu führen (auch mit dem Wissen, dass ich damit wenig bis nichts an der Gesamtsituation ändere) - dass dies ein verblendetes Ziel, so wie es deine zynische Antwort nahelegt, denke ich bei allem Respekt nicht.

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Du kannst Dich umbenennen in Don Quichote, denn es ist ein Kampf gegen Windmühlen. Kaufst Du keine Markenartikel, sondern z.B. bei Aldi, dann ist der Artikel dennoch meistens von den großen Konzernen. Und das gilt für viele Dinge des täglichen Lebens. Da hilft nur auswandern und ein Leben in Askese führen. Allerdings ist man dann immer noch keinen Schritt weiter, weil es Millionen andere nicht tun.

Wolkendenkerin 10.09.2014, 22:23

Danke für deine Antwort! Es ist mir klar, dass ich allein nichts bewegen werde, und ebenso klar ist es, dass ich es bei diesem Lebensstil nie völlig vermeiden kann, zu unterstützen, was ich kritisiere. Aber trotzdem fühle ich mich irgendwie verantwortlich dafür, ein möglichst nachhaltiges Leben zu führen, selbst wenn es der Welt im Endeffekt wenig bis nichts bringt.

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fungolfer 10.09.2014, 22:25
@Wolkendenkerin

Das kannst Du ja auch, sogar ohne Probleme. In der heutigen vernetzten Welt findet man alle Infos, die man benötigt. Aber wie gesagt, es gibt Dinge, da kann man nicht anders. Beispiel Benzin, Heizung etc. Da haben die großen immer die Finger im Spiel.

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Wolkendenkerin 10.09.2014, 22:37
@fungolfer

Da hast du natürlich völlig Recht. Ich wollte hier nur mal eine kleine Sammelseite für Anregungen und Strategien öffnen, leider überwiegen bisher Kommentare à la "Geh doch nach Nordkorea". Aber danke dir :)

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Niemand kann als Einzelperson etwas wesentlich ändern. Jeder kann in seinem Umfeld was dazu beitragen, dass Traurigkeit, Leid, Armut und Neid etwas reduziert werden, jeder kann auch seinen Lebensstil in gewisser Weise bestimmen sowie benachteiligte Menschen unterstützen. Aber grosse Weltveränderungen bleiben Illusion, man macht sich ständig ein schlechtes Gewissen, wovon niemand Nutzen hat. Protestmärsche und Internetpetitionen für notorisch Unzufriedene sind zwar auch eine Art, Freizeit zu verbringen, aber völlig sinnlos, wenn man nicht selber wirklich aktiv sich irgendwo engagiert.

Wolkendenkerin 10.09.2014, 22:26

Danke :) Ich bin weitgehend deiner Meinung. (Was die Demonstrationen angeht, denke ich, dass es durchaus wichtig ist, dass Menschen sich immer wieder treffen, um gemeinsam für etwas einzustehen, solange es gewaltfrei geschieht.)

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In dem du deine Eltern und Freunde nicht kopierst und deine eigenen Kinder später dahingehend erziehst! Von Heute auf Morgen ist der Schlamassel und all die gemachten Fehler dieser Generation nicht zu korrigieren

Am Kapitalismus kommt man kaum vorbei. Boykott ist eine stumpfe Waffe. Bestrebungen nach Änderung sollten in einen sozialistisch geprägten Kapitalismus gehen.

Kapitalismus beschreibt eigentlich nur das Anhäufen von Geld um des Geldes Willen, nicht um sich etwas davon zu kaufen.

Das, was du meinst, ist eher freie Marktwirtschaft.

Und der entgeht man am besten, indem man autark lebt, also als Selbstversorger. Im Garten Obst und Gemüse pflanzen, eigene Milch und Eier produzieren und alles andere, was man nicht selbst herstellen kann, möglichst nachhaltig kaufen.

Campact, Greenpeace, Urgewaldt....dort gibt es viele Anregungen !

Wolkendenkerin 10.09.2014, 22:18

Danke, ich schau mich mal auf den Websites um. Ich bin bereits in einer Jugendgruppe von Amnesty International, also bleibt wohl keine Zeit mehr für ein anderes freiwilliges Engagement, aber gute Tipps haben die sicher auf Lager :)

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Indem Du auf sämtliche werbetragenden Medien verzichtest. Dummerweise hättest Du dann auch kein Internet...

Ich bin fünfzehn Jahre alt........

Das erklärt die Frage und die dahinterstehende naive Weltanschauung.....

15 ist das typische Alter in dem man anfängt, das z.T. merkwürdige Verhalten unserer Spezies in Form von größeren sozialen Gemeinschaften bewußt warzunehmen.

Solange man aber die Gesetzmäßigkeiten und Mechanismen die solche Gemeinschaften seit Jahrtausenden zum funktionieren bringen größtenteils nicht kennt oder versteht neigt man dazu für komplexe Probleme sehr einfache Lösungen zu favoritisieren.

Die Frage hier ist allerdings.... wo ist das konkrete Problem...?

Der " Kapitalismus " hat seine Sache in den letzten Jahrzehnten trotz der durchaus vorhandenen Nachteile dieses Systems eigentlich gar nicht so schlecht gemacht, finde ich. Wenn es denn angeblich ein wesentlich besseres System gibt, wieso hat es kein Volk der Menschheit in den letzten Jahrtausenden geschaft auf der Basis eine dauerhaft funktionierende Gesellschaft aufzubauen....? Allein schon von der Zufallswarscheinlichkeit her müßte das irgendwann schon mal passiert sein.

Und wenn ich mir große Teile der Welt so anschaue, dann bin ich froh und dankbar, hier im ach so verachtenswerten Kapitalismus leben zu dürfen.

LtLTSmash 10.09.2014, 23:19
Und wenn ich mir große Teile der Welt so anschaue, dann bin ich froh und dankbar, hier im ach so verachtenswerten Kapitalismus leben zu dürfen

Was evtl daran liegt, das wir in D vom richtigen Kapitalismus und neoliberaler Marktwirtschaft (noch) nicht so betroffen sind, da es noch Sicherungssysteme gibt die zumindest die Existenz absichern. Sobald die erst mal wegfallen (da wird ja kräftig dran gearbeitet) und du nicht zu den oberen 20% gehörst könnte sich deine Meinung schnell ändern.

BTW: definiere "besser". Was heißt das? Besser ist ja immer ein subjektiver Begriff, der auch stark vom eigenen Standpunkt abhängt. Deswegen mal die Frage, kann es ein System geben, das für alle besser ist?

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Wolkendenkerin 10.09.2014, 23:37

"Und wenn ich mir grosse Teile der Welt so anschaue, dann bin ich froh und dankbar, hier im ach so verachtenswerten Kapitalismus leben zu dürfen." Du stellst es so dar, als würde der westliche Kapitalismus als ein in sich geschlossenes System funktionieren und den Menschen Wohlstand bringen - und in den Ländern, die sich dagegen entscheiden, läuft es eben weniger gut. Dabei ist doch das entscheidende Merkmal des Kapitalismus, wie wir ihn heute haben, die Globalisierung; unser ausbeuterisches Wirtschaftssystem funktioniert nur dank seiner weltweiten Vernetzung. Die Profite, die uns unseren hohen Lebensstandard ermöglichen, werden auf Kosten der Fabrikarbeiterinnen und Arbeiter in Asien, Afrika und auch innerhalb von Europa gemacht. Vielleicht ist meine Weltanschauung naiv, aber deine ist es ebenso. Ich habe an keiner Stelle behauptet, das Gefühl zu haben, alleine die Welt verändern zu können, ich weiss, dass ich von unserem Wirtschaftssystem profitiere und mir ist bewusst, wie schwer es sein würde, dieses umzukrempeln und durch ein besseres zu ersetzen. Das einzige, was ich mit meiner Frage bezweckt habe, ist, vielleicht ein oder zwei Hinweise zu bekommen, was es noch für Ideen gäbe, mein Leben möglichst nachhaltig zu führen. Dass das ein verblendetes Ziel ist, werde ich mir nicht einreden lassen. Und ausserdem weisst du wohl selbst, dass schon Leute den Kapitalismus kritisiert haben, die viel älter und viel klüger sind als ich.

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Samusaranish 11.09.2014, 10:48
@Wolkendenkerin

Warum soll deine Weltanschaung naiv sein?

Das stimmt doch genau so. unsere ganze moderne Gesselschaft basiert darauf dass leute in den armen Ländern für uns arbeiten (bluten). Das einzige was sich im Gegensatz du damals verändert hat dass es zusätzlich zu den 1% noch der Mittelstand kam.

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Nicht mehr konsumieren und später nicht arbeiten, sondern auf Selbstversorgung umsteigen.

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