Wie unterscheidet sich die glaubenspraxis?

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4 Antworten

Sie fragen nach den Unterschieden in der Glaubenspraxis. Das ist schon mal eine kleine Eingrenzung. Trotzdem denke ich, dass man über Ihre Frage Buchbände füllen kann und muss, möchte man den tiefen theologischen Sitz der Gemeinsamkeiten und Unterschiede begreifen. Ein fundierter Überblick würde gewiss den Rahmen sprengen, denn m.E. ist mit dem einfachen Aufzählen von in der Glaubenspraxis wahrnehmbaren Unterschieden nur ein äußerst geringer Erkenntnisgewinn verbunden.

Schon die in Deutschland üblichen Konfessionsbegriffe "katholisch" und "evangelisch", die in der Fragestellung als jeweils einheitliche Größen gedacht und entsprechend in praktischen Dingen gegenübergestellt werden sollen, lassen tief in einen begrifflichen Indifferentismus blicken, der erstmal ausgeräumt werden müsste. Wie der Katholizismus hat auch der Protestantismus "verschiedene Gesichter". 

Wenn wir in Deutschland von "katholischer Kirche" sprechen, dann meinen wir gemeinhin die lateinische (römische) Kirche (Westkirche) mit ihrer Struktur, ihrem Recht, ihrer Theologie, ihrem Ritus und ihren Traditionen. Sie ist die größte und weitverbreitetste Teilkirche der gesamten Katholischen Kirche. Diese Westkirche war die Bühne der Reformation, d.h. im Hintergrund der mitteleuropäischen Konfessionalisierung stehen ihre Theologie und Tradition. Wir vergessen darüber hinaus leicht, dass es sowohl innerhalb als auch außerhalb der Katholischen Kirche solche Ostkirchen mit eigenen Theologien, Traditionen und Riten gibt. Es gibt also auch im Katholizismus deutliche Unterschiede bzw. Nuancen bezüglich der Glaubenspraxis.

Die "Evangelische Kirche Deutschlands" (EKD), die wir gemeinhin mit "evangelischer Kirche" meinen, birgt eine Union von Landeskirchen mit verschiedenen Bekenntnissen. Auch das zeigt, dass es nicht den einen evangelischen Glauben bzw. die eine evangelische Glaubenspraxis gibt.

Fragt man nach den Unterschieden, so muss man m.E. für ein fundiertes Verständnis die Gemeinsamkeiten immer mit in den Blick nehmen. Das gilt besonders für die Themenbereiche, in denen es mehr oder weniger starke Differenzen gibt.

Wo sollte man da beginnen? Bei der Soteriologie und bei der Gnaden- resp. Rechtfertigungslehre? Bei der Schrifthermeneutik, dem unterschiedlichen Traditionsverständnis? Bei den Unterschieden in der Ekklesiologie, aus denen sich ein unterschiedliches Amtsverständnis und (somit auch) die Unterschiede im allgemeinen und speziellen Sakramentenverständnis erklären lassen? Was ist mit den mariologischen, also sekundär christologischen Nuancen und Meinungsverschiedenheiten?

Diese Punkte betreffen doch die Glaubenspraxis, oder? Ich denke es zeigt sich an dieser Stelle, dass eine umfängliche Antwort nicht mal eben aus dem Ärmel zu schütteln ist. Die Liste der Themenbereiche muss an dieser Stelle genügen, den Rest muss eigene Lektüre, entsprechende theologische Grundlagen im "eigenen Garten" vorausgesetzt, leisten. 

Hauptsächlich durch Papst, Eucharistie und Ablassbriefe, auch wenn letztere m.E. inzwischen nicht mehr existieren. In der katholischen Kirche werden Heilige stärker verehrt und manche selig gesprochen.

Die katholische Kirche hat meines Wissens dein Eigenanspruch, die einzige wahre christliche Kirche zu sein. (Papst als Paulus-Nachfolger.)

Die Katholiken haben den Rosenkranz, den Papst und den Beichtstuhl, die Prostestanten brauchen das nicht! :)))

Die katholischen Kirchen werden fast nie abgesperrt. Die Katholiken sind nicht so lehrmeisterlich ernst.

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