Wie unterscheiden sich Montessori-Schulen von normalen Schulen?

3 Antworten

Ich möchte mich der Antwort von Larmid voll und ganz anschließen. Ich bin sogar der Meinung, dass die Kinder auf einer staatlichen Schule noch selbstständiger an sich arbeiten müßen, als es Kinder von einer Waldorf oder Montessorischulen tun müßen. Genau meine ich damit, das die Grundgedanken der beiden Pädagogischen Strukturen nicht schlecht ist, aber ist es nicht eine große Leistung und auch Herausfoderung, wenn die Kinder der "normalen" (so nenne ich sie jetzt mal) Schulen jeden Tag durch das Leben kämpfen müßen. Sprich jeden Tag schon mit der Gesellschaft konfrontiert werder in der sie auch später, wenn Sie Erwachsen sind und im Berufsleben stehen, leben müßen. Ich finde dadurch werden Sie stark und selbstbewußt. Immer wohlbehütete Kinder die immer nur Friede, Freude und Eierkuchenlächeln vorgelebt bekommen erhalten meiner Meinung nach, ein verzerrtes Weltbild. Die Tatsachen sehen teilweise ganz anders aus. Und wenn man gelernt hat sich durch schwierige Situationen zu schlagen, aber trotzdem fair, nett und selbstbewusst zu bleibt ist es eine wertvolle Erkenntnis für die Zukunft.

Hallo herrrossi (oder Herr Rossi? ;-)), inhaltlich haben meine Vorschreiber das Montessori-Prinzip ja schon gut erklärt. Da ich vermute, dass Sie sich für dieses Thema interessieren, weil der Schulwechsel eines Kindes angedacht ist, erlauben Sie mir noch einige kritische Anmerkungen. Grau ist alle Theorie! Die Überlegungen der Frau Montessori lesen sich sehr gut und waren sicherlich auch nur im Interesse der Kinder gedacht, leider scheitert es heutzutage nur allzu oft an der Umsetzung. Ich habe sehr viele Eltern kennengelernt, die einen Wechsel auf Montessori-Schulen bereut haben und auch versuchten, ihre Kinder wieder ins staatliche Schulsystem zu integrieren. Die große Gefahr bei fehlerhafter oder unzureichender Umsetzung der Grundsätze führt dazu, dass die Kinder in einer Art Elfenbeinturm heranwachsen, in dem durchaus auf deren Persönlichkeit etc. eingegangen werden mag. Das Dumme ist nur, dass sie diesen Turm eines Tages verlassen müssen und sich dann in einer leistungsorientierten und in weiten Teilen unfairen Gesellschaft wiederfinden, in der sie sich bewähren sollen, obwohl sie zuvor jahrelang davor bewahrt wurden. Mir kommt hierbei immer der Begriff "Kulturschock" in den Sinn, wenngleich der natürlich im eigentlichen Sinne anders gemeint ist. Grundsätzlich lässt sich das Prinzip Montessori nicht allgemein verurteilen, aber es steht und fällt mit den Pädagogen, die es vor Ort umsetzen sollen. Da es also große Qualitätsunterschiede zwischen einzelnen Montessori-Schulen gibt, hilft nur eines: Schule besuchen und sich einen Eindruck von den Lehrern verschaffen! Mit freundlichen Grüßen Larmid

Und wie immer bin ich auch hier für das gesunde Mittelmaß. Meine Nichten sind auf ein staatliches Gymnasium gegangen, deren Schulpolitik sich auf beide Faktoren stützt. Auch das ist möglich. Neben dem "normalen" Unterricht gab es eben Projektstunden, in denen sich die Kinder ein Thema aussuchen mussten, zu dem sie dann sich das Wissen selbst aneignen sollten. Hier war dann die Lehrpersonen wirklich nur die Begleitung, die Empfehlungen gab und nur eingriff, wenn um Hilfe gebeten wurde.

Meine beiden Nichten sind sehr verantwortungsbewusste junge Damen geworden (16 und 19), denen die Welt offen steht aufgrund ihrer guten Schulleistungen und dem System, das ihnen beides zeigte: Mit der leistungsorientierten Beurteilung umgehen, sich den Stoff "vorsetzen" zu lassen, aber auch, und das fehlt heutzutage in den meisten staatlichen Schulen: Wie erarbeite ich mir selbst Wissen?!!!

Heute werden die Kinder in den "normalen" Schulen nach einem Chrashkurs "Lernen lernen" mit dieser ganzen Materie allein gelassen.

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