Wie übe ich Klavierspielen aus dem Gehör?

...komplette Frage anzeigen

5 Antworten

Also erstmal muss ich den anderen ein wenig widersprechen - das hat nicht viel mit Talent zu tun, sondern eher mit Übung! Das Gehör kann man trainieren, ja selbst das so genannte "absolute Gehör" kann man sich anlernen.

Aus der musikpädagogischen Praxis:

  • Fange erstmal mit ganz einfachen Liedern an. Kinderlieder machen sich da am besten. Oder auch einfache Popsongs. Spiele ausschließlich die Melodie.
  • Als erstes brauchst Du ein Bezugssystem. Das ist im Normalfall die erste Note der Melodie. Da Du vermutlich kein absolutes Gehör hast, musst Du einfach herumprobieren, bis Du den Anfangston hast.
  • Danach geht es an's Eingemachte: Klingt der nächste Ton höher oder tiefer? Ist es ein Tonschritt oder Tonsprung? Dann spiele auf der Klaviatur auch einen höheren oder tieferen Ton.
  • Hier hilft uns im übrigen die Technik weiter: Vergleiche mit einer Aufnahme. Mit einem Computer und einem entsprechenden Programm (z.B. Audacity) kannst Du die Aufnahme auch in gleicher Höhe langsamer abspielen lassen.
  • Nach ein wenig Übung solltest Du nicht mehr die Töne einzeln denken, sondern "Muster" erkennen. Verfolge die musikalische Linie - sind die nächsten Töne eher eine Tonleiter oder eine Dreiklangsbrechung?
  • Für Mehrstimmigkeit und Akkordbegleitung brauchst Du dann eine ganze Menge Musiktheorie. Als Beispiel: In welcher Tonart könnte das Stück sein? Welche Akkorde passen zu dieser Tonart? Welche Dreiklänge können überhaupt auf den vorangegangenen folgen?

Musiktheorie (und viele weitere Tipps) kannst Du z.B. hier nachlesen:

http://www.musiker-knowhow.de/instrumente/musiktheorie/

Als letztes sei Dir natürlich gesagt, dass dies jahrelange Übung erfordert. Damit Du nicht daran verzweifelst, solltest Du Dir viele kleine Teilziele einbauen ;)

Viel Spaß beim Üben!

FragenAdler 12.05.2013, 13:16

Dankeschön :)! Melodien einzeln mit der rechten Hand nachspielen kann ich zum Glück. Auch in Musiktheorie gerade in Tonarten und wichtigen Akkorden weiß ich recht viel, ich muss wohl vorallem daran üben, das auch anwenden zu können. (Ich kann Stücke analysieren, aber eben nicht andersrum) Danke für den Motivationsschub. Dann kann ich das mit viel Arbeit schaffen!

Schönen Sonntag!

0

Ja, du musst beide Seiten trainieren, das Gehör und die Fingerfertigkeit.

Ein Gehörtraining bietet fast jede Musikschule an. Im Vergleich mit deiner Singstimme kannst du die Höhe der Musiknoten sowie Halbton- und Ganztonschritte erkennen. Daraus kannst du die Tonart und Dur- oder moll bestimmen.

Hast du die Tonart eines Musikstückes, ist es eher leicht, die Grundmelodie auf der spezifischen Tonleiter nachzuspielen. Als Basis der Begleitung nimmst du nun je einen Grundton von Tonika, Subdominante und Dominante. Einer von diesen drei Tönen passt praktisch bei jedem Takt.... und mit diesem Grundton kannst du jeden beliebigen Akkord auswählen, von einfach bis schwierig, von Pop- bis Jazzsound......

Damit das aber funktioniert, müssen deine Finger auf alle wichtigen Akkordgriffe kontinioniert werden. Das heisst du denkst z. B. G-Dur und deine Finger greifen wie automatisch zu den Akkorden und Umkehrungen, finden auch sofort C6, D7 oder G4 in der passenden Oktave... und die speziellen Übergängeund Kadenzen in Halbtonschritten.

Nur dann kann man scheinbar mühelos aus dem Gehör spielen. Ich kenne nur sehr wenige erfahrene Musiker, die das wirklich draufhaben. Die meisten Pianisten haben ihre Stücke vorher nach Noten geübt, sie können und kennen die Melodie und die Begleit-Akkorde und spielen diese halt einfach auswendig.

Viele Liedernotenblätter haben diese Angaben auch oberhalb der Noten als Grossbuchstaben angegeben, für Klavier oder Gitarrebegleitungen.

Damit du also "einfach drauf losspielen" kannst, braucht es also viel Übung und jahrelange Routine.

Beispiel: http://www.barpiano-musik.de/html/online_workshops.html

Viel Spass mary

FragenAdler 13.05.2013, 16:54

Wenn ich mir das so durchlese stelle ich fest, dass ich das nötige Know-How eigentlich schon habe (dass man mit Tonika,Subdominant und Dominant im normalfall immer begleiten kann.) Vorallem dankbar bin ich aber für den Vorschlag, mir alle Akkorde mitsamt Umkehrungen einzuprägen. Und vermutlich stimmt es auch, dass einige Pianisten nur so wirken, als ob sie aus dem Gehör spielen würden (wobei auswendig spielen natürlich was ganz anderes ist ;) ).

Also Danke für die Tipps und Links!

FragenAdler

0

Du musst ein Gefühl für die Musiknoten finden und sehr lange rumprobieren. Wenn du die Note bla mit der anderen verbindest hört es sich gut an und das musst du dann auswendig wissen. So kannst du aus dem eigenen Kopf Lieder komponieren ohne es angehört zu haben. Das erfüllt zwar jahrelanges Training, aber da es eh deine Leidenschaft ist glaube ich schon dass du dich dafür einsetzten würdest und alles tust um es zu schaffen.

Mfg nairi09

Ich denke, dass ist einfach eine Frage von Talent, entweder man hats drauf oder nicht. Ich kanns auch nicht.

autsch31 12.05.2013, 18:47

Das hat weniger mit Talent zu tun, vielmehr mit jahrelangem konsequentem Training ...kannst du auch. Fang jetzt an und in 5 Jahren "hast du das drauf..."

http://www.barpiano-musik.de/html/musik_tipps.html

Viel Erfolg

mary

0
ILoveCars 12.05.2013, 21:36
@autsch31

Das glaube ich eher weniger, dass weniger Talent als Übung dazugehört, manche können nicht mal mit Noten gut spielen, weil ihnen dazu das Talent fehlt...

0

Entweder man kann's oder nicht. Du in diesem fall nicht, also Versuch es auch nicht

autsch31 12.05.2013, 18:42

@ ...banane Da bist du aber sehr auf dem Holzweg. Wieso müssen dann grosse begabte und kleinere gute Künstler jahrelang und täglich mehrere Stunden üben?

0

Was möchtest Du wissen?