Wie treibe ich schneller als das Pferd im Trab läuft?

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6 Antworten

Ich sage das ungern, aber ich fürchte, deine Reitlehrerin hat nicht die verständlichste Art, was zu erklären...  :-/

Einen " einfachen Trick" gibt es da nicht. Da hilft nur lernen und üben.

So mit ein paar Sätzen von weitem ist es allerdings noch schwieriger. Vielleicht brauchst du ergänzend zum Unterricht ein gutes Lehrbuch oder/ und Dvd.

Ich versuch es mal in aller Unvollkommenheit:

Klopfen stumpft das Pferd ab. Da macht es innerhalb von 5 Minuten dicht,  und reagiert gar nicht mehr. Das richtige Treiben kommt aus der Hüfte heraus, was man aber von hier aus kaum erklären kann. Mit dem Bein, was du lieber etwas mehr zurücknimmst, drückst du immer gegen den Pferdebauch  nach vorne, so, als wolltest du das pferd mit der Wade streicheln, bzw, etwas fester, also eher massieren.  Und zwar immer dann, wenn das Pferd dich sozusagen nach vorne schaukelt. Dieses " nach vorne Schaukeln" unterstützt du auch, indem du dann auch deinen Hintern so richtig in den Sattel " kuschelst". Ich sage kuschelst, damit du nicht etwas die Pobacken oder gar die Oberschenkel zusammenziehst - denn mit einer lebenden, riesigen Wäscheklammer auf dem Rücken will auch kein Pferd laufen 😉

Was die Gerte angeht, bocken die Pferde, wenn man sie falsch einsetzt. Wenn du auf den Po vom Pferd haust, wirfst es den Po eben auch hoch.

Die Gerte  gehört unterstützend direkt hinter der Wade eingesetzt, und das schwierige dabei ist, nicht zugleich versehentlich am Zügel zu ziehen. Sonst gibst du ja Gas und bremst zugleich, was die Pferde nervt. Und: der richtige Zeitpunkt. Wenn du gelernt hast, im richtigen Moment zu treiben, kommt die Gerte auch in diesem Moment. Das verstehst du, wenn du dir mal in einem Buch ansiehst, wie das Pferd die Beine setzt. Du kannst immer nur das Bein antreiben, welches im Moment nach vorne schwingt.

Mit schneller treiben meint die Reitlehrerin daher wahrscheinlich, dass du immer mit deinem Bein zu spät kommst. Wenn das Hinterbein des Pferdes  schon am Boden ankommt, kann es ja nicht mehr weiter vor greifen, und dein Schenkeldruck ist wirkungslos. Mit klopfendem Schenkel kommst du übrigens immer zu spät, weil dein Bein im entscheidenden Moment noch gar nicht am Pferd angekommen ist. Dein Bein muss am Pferd liegen bleiben, damit es " zur Stelle ist, wenn es gilt".

Klingt jetzt ziemlich kompliziert? Mit der Zeit kriegst du das schon hin.☺️

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Kommentar von Urlewas
26.08.2016, 17:55

Danke für den Stern - ich hoffe, es klappt dann auch gut bei Dir ✨☺️

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Warum sollst du schneller traben? Ist das Pferd so faul und phlegmatisch, dass es nicht aus dem Quark kommt? Dann nimm mal ruhig zur Unterstützung die lange Gerte. Nein, das ist kein Prügeln, aber ein auffordernder Klaps ist allemal besser als ständiges Treiben, was das Pferd nur abstumpft.

Aber wie gesagt, warum sollst du schneller traben? Viele Pferde, die ich so in den Reithallen sehe, traben über Tempo. Sie werden "geschrubbt", wie man so schön sagt. Und das ist immer sch***, denn auf die Art kommt ein Pferd weder in den Takt noch in die Losgelassenheit.

Meine RL bekommt immer ein Hörnchen, wenn ich zu flott mit meinem Pferd trabe. "Du bist nicht auf dem Feldweg", ruft sie dann genervt. "langsamer! Das Pferd soll tragen, nicht schieben."

Viele Reiter verwechseln den Satz: "Richte dein Pferd gerade und reite es vorwärts" immer mit schnell. Dabei heißt "vorwärts" nichts anderes, als dass es mit der Hinterhand vorwärts unter den Schwerpunkt treten soll. Sogar in der Piaffe wird also ein Pferd vorwärts geritten. (sollte es jedenfalls. Gerade die meisten Spitzenreiter reiten ihr Pferd "rückwärts", was man in der Piaffe gut sehen kann. )

Wie gesagt, ist das Pferd gesund (!), aber faul, dann hilf mit der Gerte nach. Wenn das nichts nützt, dann muss ein Tierarzt oder Osteopath ran.

Ich habe eine Freundin, die sich auf ihrem Pferd immer einen Wolf treibt. Klopf, Klopf, Klopf. Sie reitet natürlich ohne Gerte, denn sie ist ja tierfreundlich. Da krieg ich jedesmal Anfälle, wenn ich das sehe, denn das Pferd wird stumpfer und stumpfer und stumpfer.

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Kommentar von Keks37
25.08.2016, 13:18

Die Schulpferde, die ich reite, mögen die Gerte nicht. Meine RL sagt immer, ich solle sie nicht oft einsetzen, da die Pferde sonst bocken oder ähnliches. Schätze, dass die schlechte Erfahrungen gesammelt haben. Klar, wenn das Pferd faul ist und nicht auf meine Hilfen reagiert, bekommt es auch schon einmal einen Klapps mit der Gerte.

Du meinst also, ich solle ganz normal Treiben und das ständige Klopfen (das ich eh nicht hinbekomme) gar nicht erst versuchen? 

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Ich verstehe die Frage nicht wirklich.. erstens soll man nicht bei jedem Schritt treiben, zweitens kommst du dadurch nur aus dem Takt.

Man sollte richtig treiben, aber nicht öfter wie nötig. Das macht ja keinen Sinn.

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wenn du schneller treibst kommst du vor die bewegung. unangenehmfürs pferd, unangenehm für dich. nicht sinnvoll. was genau will deine rl mit der übung erreichen?

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Kommentar von Keks37
25.08.2016, 11:16

Sie will damit erreichen, dass das Pferd ordentlich vorwärts geht  (Arbeitstempo). Mit "normalem" Treiben bekomme ich das auch hin (nur manchmal wird das Pferd langsamer beim "normalen" Treiben). Um das zu vermeiden, meinte sie, dass ich aus dem Fußgelenk heraus schneller treiben soll. Das schnelle Treiben sieht man auch bei den Profidressurreitern bei ihren Küren. Allerdings sitzen die aus...

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Kommentar von Viowow
25.08.2016, 13:51

das stimmt, wenn man mir im sekundenabstand die sporen in den bauch rammen würde, würde ich auch schneller laufen. hat deine rl die "profireiter" als beispiel genannt? dann such dir schnell eine, die wirklich was vom reiten versteht. sie erklärt es dir nämlich genau falsch . durch das schnelle treiben blockierst du das pferd in seiner bewegung und bremst es. das ist der typische teufelskreis, den ich täglich bei uns auf dem reitplatz sehe(bei den leuten, die keinen unterricht bei mir haben) reiter treibt wie bescheuert, pferd wird immer langsamer, weils blockiert wird, reiter treibt noch mehr, pferd wird noch langsamer usw... mal abgesehen davon hat das fußgelenk da gar nichts zu suchen. was du wirklich machen musst, um ein fleissiges pferd zu haben, ist zum einen sinnvolles treiben und zum anderen im richtigen moment aufhören zu treiben. weist du überhaupt, was du mit dem treiben erreichen willst? einfach nur blöd am pferd rumbolzen bringt keinen weiter. man treibt die hinterbeine. das heist, jedes treiben erfolg beim abfußen des jeweiligen hinterbeins. damit es aktiv von hinten nach vorne geht. danach frag deine rl mal. wenn sie dich verständnislos anguckt-> reitschule wechseln..

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Kommentar von Viowow
26.08.2016, 23:29

richtig. und wenn deine rl nicht in der lage ist es dir beizubringen, würde ich mal hin und wieder unterricht bei nem anderen trainer nehmen. vielleicht kann sie es auch einfach nur nicht so gut erklären meint aber das gleiche wie wir.

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Schneller aufstehen und hinsetzen als der Takt des Pferdes vorgibt, dazu mit den Schenkeln treiben und gegebenenfalls den gewünschten Takt durch Schnalzen vorgeben.

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Man muss nicht schneller treiben, sondern korrekt.

Ich verstehe nicht, welchen Sinn es hat, schneller zu treiben (zumal man sowieso nicht jeden Schritt und Tritt treiben soll) als der Takt im Trab.

Man muss einfach nur korrekt treiben und zum Verstärken idealerweise nur die Hand etwas öffnen und die seitliche Rückenbewegung des Pferdes über das entsprechende mitführen der Hüfte vergrößern (NICHT Schieben!).

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Kommentar von Viowow
25.08.2016, 13:52

gibts n party emoji? kurz und knackig auf dem punkt. danke

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Kommentar von Urlewas
25.08.2016, 15:26

Korekt - nur, ob die FS das so verstehen und umsetzen kann...?

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Kommentar von Keks37
26.08.2016, 16:03

Danke euch allen erst einmal für die hilfreichen Antworten. @Urlewas: Ja, ich kann das umsetzen was hier steht, machen Sie sich da keine Sorgen. Ich nehme jeden Kommentar auf und freue mich, dass viele es genauso sehen wie ich. Bei Schulpferden ist das, denke ich, nochmal was anderes, die sind schon abgestumpft und da ich Schulis reite, wird es nicht besser werden, wenn ich die ganze Zeit treibe. Ich werde treiben wie bisher (also nicht das schnelle Treiben, was ich oben in der Frage angesprochen hatte), sondern immer dann, wenn das jeweilige Hinterbein nach vorne schwingt.

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