Wie stellt man Maschinen für die Autoindustrie her?

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2 Antworten

Da ich eine Lehre zum Werkzeugmechaniker mache, kann ich da etwas aushelfen.

Zuerst mal sind das keine Maschinen, sondern Werkzeuge. Von selbst machen diese nichts, sondern eine Presse verrichtet die Arbeit in Form von einem Hub.

Um es mal einfach zu halten nenne ich mal drei gängige Werkzeugarten:

Form:

In Formen entstehen durch das zusammenpressen und abkühlen eines flüssigen Materials unterschiedlichste Teile. Knöpfe, Hebel, Amaturen und viele andere Teile werden so hergestellt.

Um es zu vereinfachen, stell dir einfach eine Backform für einen Kuchen vor. Der Teig wird eingefüllt und muss abkühlen und besitzt hinterher die gleiche Kontur wie die Form selbst.

Stanzerkzeug:

Hier werden durch gezieltes abtrennen und ausstanzen Teile, in erster Linie aus Metallen, gefertigt z.B: Türen oder Karosserieteile

Zu Vereinfachung stell dir als Material wieder Teig vor und als Stanzwerkzeug Schablonen zum Plätzchenausstechen.

Biegewerkzeuge:

Hier werden Stanzteile in ihre gewollte Form gebogen. Eine Autotür ist ja selten kerzengerade-

Stell dir einfach vor du biegst ein ausgestochenes Plätzen um 90 Grad.


Werkzeuge können in Größe und Art variieren und es gibt noch ein paar Arten, die ich aber für einen Laien als zu komliziert empfinde. Stanz- und Biegewerkzeuge sind oftmals auch zuammen verbaut.

Heißt:

Bei einem Hub (Presse fährt runter und wieder hoch) wird aus dem Metall etwas herrausgestanzt und gleichzeitig gebogen. In der Fachsprache nennt man das Folge-Verbund-Werkzeug.


Zu Herstellung solcher Werkzeuge gibt es verschiedene Verfahren:

Bohren - Materialabtrag durch die Rotation eines Bohrwerkzeuges

Fräsen - Abtrag von Material durch die Rotation eines Fräswerkzeuges

Drehen - Abtrag von Material durch die Rotaion des Werkstückes mit Hilfe eines Drehwerkzeuges

Schleifen - Materialabtrag durch die Roation einer Schleifscheibe

Erodieren - Materialabrag durch das "einbrennen" von Löchern und Konturen mit anderen Metallen.

Die ganzen Fertigungsverfahren unterscheiden sich in ihrem Einsatzgebiet, der Oberflächenbeshaffenheit und der Höhe der Materialabnahme bzw. der Abnahmezeit. In der Genauigkeit unterscheiden sich hochwertige Maschinen kaum und können zum Teil in Bereichen von tausendsteln (0,001mm) arbeiten.

Die Auswahl des Fertigungsverfahrens ist an bestimmte Dinge geknüpft:

- zu verarbeitendes Material

- vorgegebene Oberfläche und Genauigkeit der Bearbeitung

- sind meine Maschinen und Werkzeuge dafür geeignet?

Wichtig ist noch, das zum Materialabtrag bei allen Verfahren noch der Vorschub benötigt wird (vorwärts, rückwärts, seitwärts, diagonal, hoch und runter).

Es gibt keine feste Regel zu Werkzeugherstellung. Jeder Betrieb macht es etwas anders. Wichtig ist am Ende ohnehin die einwandfreie Funktion, die vom Auftraggeber vorgegeben wird.

bestimmt nicht mit eine CNC Maschine weil diese hinterlässt keine klare oberfläche. 

Kommt, wie oben beschrieben, auf die Angaben an. Mit richtigen Daten (Umdrehungsfrequenz, Zustellung und Vorschub) und einem guten Fräser lassen sich spiegelklare Oberflächen und genaue Konturen fertigen.

Ich hoffe ich konnte dir das ganze Thema etwas näher bringen und halbwegs verständlich erklären.

peoplelife 13.08.2017, 23:42

Und ich glaube ich hätte mir das sparen können. Habe den Sinn der Frage wohl etwas verchekt :D Naja, wenigstens habe ich in den letzten 40 Minuten mein Wissen nochmal gefestigt^^

Aber ich denke das verhält sich ähnlich.

Durch die verschiedenen Fertigungsverfahren werden auch Pressen hergestellt. Die Pressen die ich alle kenne bestehen aus einzelnen Gusskörpern dir durch verschiedene Fertigungsverfahren wie Fräsen und Schleifen nachträglich bearbeitet wurden.

z.B:

Die Auflageflächen für die Werkzeuge sollten möglichst parallel, damit die Kraft gleichmäßg verteil wird und das Werkzeug nicht auf einer Seite mehr belastet wird, als auf der anderen. Die Säulen sind entweder gedreht oder geschliffen und einzelne Bauteile wie Zylinder etc... sind meistens einfache Normteile.

Wirklich wichtig bei einer Presse sind wirklich die Parallelität der Auflageflächen für Werkzeuge unten und oben und die Laufgenauigkeit bei Hüben in Form von Verfahrweg und Hubkraft.

Dort muss genau gearbeitet werden. Wenn es jetzt um die äußere Form oder andere Flächen einer Presse geht, dann reicht auch eine grobere Fräsoberfläche aus z.B: in den T-Nuten.

Da ich keine Pressen herstelle, kann ich dazu natrülich keine wirklich verlässlichen Angaben machen, aber ich kann mir kaum vorstellen das es da großartig andere Wege gibt.

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