Wie stellt ihr euch das Paradies und die Vollkommenheit vor?

11 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo DerFr4ger,

das Paradies wird oft mit einer recht natürlich anmutenden Welt in den verschiedensten Religionen beschrieben. Dabei qualifizieren nur bestimmte Menschen mit bestimmten Eigenschaften oder in der Folge von Glauben und bestimmten Handlungen für das Paradies.

Es entsteht der Eindruck, dass diese Dinge die Menschen eint, und damit im Paradies eine Situation entsteht, die vorteilhafter als "auf Erden" erscheint.

Vielleicht sind diese Glaubensinhalte in gewisser Weise eine Näherung, was sich frei jeglicher Religion darstellen lässt. Lass uns davon ausgehen, dass es "jenseits" unserer natürlichen Welt (genauer: Raumzeit) etwas geben kann, was selbst raumzeitlos ist. Und mit der Raumlosigkeit lässt sich bereits diese Einheit darstellen.

Wenn wir die Einheit wieder in unsere natürliche Welt abbilden, wären die Menschen miteinander eins. Der sicherlich größte Ausdruck dieser Einheit mag große Nähe bis zur Sexualität (größte Nähe) sein. Übertragen wir dies wieder als Näherung in die Raumzeitlosigkeit, lässt sich diese Einheit mit einer unendlich großen und langen Party, auf der es mehr als heiß her geht, vergleichen.

Die Zeitlosigkeit bewirkt, dass von allen nur etwas ausgeht und etwas alle wieder erreichen darf. Damit ist es ausgeschlossen, dass jemand etwas erwartet oder haben will. Dafür entsteht mit dem, was von allen ausgeht, immer Fülle, an der alle teilhaben können.

Vergleichen wir dies wieder mit der bildlichen Darstellung mit Eva und Adam, in der das Paradies ein Ort der Fülle war.

Die Qualifizierung, von der ich eingangs gesprochen habe, lässt sich mit einer Attitude von Menschen gegenüber der Einheit sowie des nur von einem Ausgehen und einen Erreichen vergleichen. Diese Attitude nenne ich gern Göttlich.

Wir können mit diesem "Jenseits" - schon wegen der Raumlosigkeit - keinen Ort verbinden. Wir können uns auch nicht vorstellen, wie alles unter Zeit- und damit Prozesslosigkeit sein mag. Wir wissen auch nicht, ob es tatsächlich so sein wird, da wir nur ein Modell, was dies beschreibt, zur Hand haben.

Mit vielen lieben Grüßen
EarthCitizen

Woher ich das weiß:Hobby

Wow, danke für die Ausführlichkeit deiner Worte. Hat mich zum Nachdenken angeregt!

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@DerFr4ger

Ich darf noch ergänzen, dass dieses "Jenseits" über die Frage nach unserer eigenen Identität plausibel erscheint. Wir können unsere Identität nicht mehr mit natürlichen raumzeitlichen Mitteln erklären - und vermuten damit einen Anteil in diesem "Jenseits". Das dürfen wir mit unserer Seele verbinden.

Möglicherweise haben viele Menschen, von denen letztlich eine Religion ausgegangen ist, dies vermutet oder geahnt. Insbesondere sehe ich Jesus als eine solche Person. Er kam dieser Modellbildung mit der Liebe, von der er immer gesprochen hatte, wie mit der Einheit mit Gott, sehr nahe.

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@EarthCitizen20

Apropo, was hältst du denn von der Hölle? Glaubst du ein liebender Gott und die Hölle können Hand in Hand gehen?

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@DerFr4ger

Betrachten wir dazu das Gegenteil von Göttlichkeit: das würde sich in Abwesenheit von Einheit sowie Fülle (und auch Freiheitsgrad) zu Gunsten einer Person oder Gruppe sowie ggf. zu Ungunsten anderer ausdrücken. In dem Moment geht von einer Seele nichts aus - und es erreicht auch die Seele nichts, da alles genommen oder erzwungen wäre.

Das wäre eine Seele, die in Raumzeitlosigkeit mit nichts irgendeine Verbindung hätte. Vergleichen wir das mit jemand, der oder die auf einer Party ist, das ggf. weiß, aber weder die Musik hört, noch das Licht sieht, noch die anderen Seelen "fühlt", in sich zeitlos alleine bleibt.

Das entspricht nicht von dem landläufigen Begriff der Hölle, bei dem ich vermute, dass er so abweisend gestaltet ist, um Menschen für das Paradies "zu werben". Hintergrund kann der Wunsch gewesen sein, mehr Göttlichkeit in ihrer Wirkung um sich zu haben.

Mit Göttlichkeit dürfen wir sofort Liebe in einer universalen Begriffsbildung assoziieren. Zusammen mit der Fülle ergibt sich auch für alle gleichermaßen größtmöglicher Freiheitsgrad: Raum, den Menschen gemeinsam einnehmen können. Dieser Freiheitsgrad erlaubt, auch nicht-Göttlich zu sein. Somit können wir verstehen, wenn ein liebender Gott beides gleicherweise nebeneinander stellt.

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Hallo DerFr4ger,

hab vielen herzlichen Dank für den Stern. Ich freue mich sehr, wenn ich Dir habe helfen können.

Mit vielen lieben Grüßen
EarthCitizen

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Das Paradies ist die Vollkommenheit. Wir leben hier eigentlich schon im Paradies. Das Leben ist die Vollkommenheit Gottes. Wir wachsen hier auf der Erde zu Gott heran und wenn wir weit genug gewachsen sind, können wir das göttliche Spiel in der Dualität geniessen. Unser Ego spielt dann keine besondere Rolle mehr, denn das Ego und die Seele sind miteinander verbunden und genau das ist diese Vollkommenheit.

Sowohl dieses als auch das nichtphysische Leben im Jenseits sind eine tolle Erfahrung. Die Erfahrung im Jenseits errinnert uns nur daran, wer wir wirklich sind, um Mut für das nächste Abenteuer zu fassen wenn wir wiedergeboren werden und vergessen, was vor der Wiedergeburt geschehen ist.

So wie es die Bibel beschreibt:

Gott mitten unter den Menschen sein

Er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein.

Er wird ihnen alle Tränen abwischen.

Es wird keinen Tod mehr geben, kein Leid, keine Klage und keine Schmerzen; denn was einmal war, ist für immer vorbei.

(Wobei das nur für die Menschen gilt, die zu ihren Lebzeiten Jesus Christus als Retter und Erlöser angenommen haben)

Das Paradies scheinen sich Leute vorzustellen, die Angst vor dem Tod haben (oder die Angst von ihrer jeweiligen Religion eingetrichtert bekommen haben). In jedem Fall scheint sich jede*r individuell vorzustellen, wie das aussehen soll. Vermutlich sollen im Paradies alle friedlich miteinander leben, ohne Konflikte und dass wir alle happy sind. Im Endeffekt wie auf Drogen. Es ist eine Art Fantasievorstellung, dass alles besser wird. Ich kann aber auch verstehen, dass so eine Vorstellung einigen Menschen ein gutes Gefühl und Sicherheit gibt. Schließlich gibt es viele unschöne Momente auf der Welt.

Viel wichtiger fände ich aber, dass wir Menschen hier auf der Erde dafür sorgen sollten unser eigenes Paradies zu erschaffen. Wir haben die Möglichkeit dazu eine bessere Welt zu gestalten. Das geht allerdings nur mit Dipolmatie und gegenseitigem Verständnis.

Es gibt nur das Paradies welches sich der Mensch auf der Erde selber bereitet.

Wer einen Schub aus Nirwana erwartet , alles was die Religionen ihren Glaubensbruedern vermitteln, das ist nicht fassbar und somit vergleichbar mit einer Fata Morgana.

Das kleine Glueck auf der Erde, das ist erreichbar, was darueber versprochen wird, grenzt an Betrug.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

D.h du hältst das Paradies nach dem tot für Unsinn? Wie kommst du dazu? Ich meine, es ist eh nicht fassbar für uns, deswegen glaubt man da auch dran und weiß es nicht. Ergo hast du dich gegen das Glauben entschlossen, richtig?

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@DerFr4ger

Jeder nach seiner Fasson ist meine Meinung und die habe ich geaeussert, nicht mehr und nicht weniger.

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