wie stellt ein theologe eine these auf bzw nach welchem schema geht er vor?

... komplette Frage anzeigen

13 Antworten

Man kann nicht alles experimentell beweisen, wo es geht dann ist der Naturwissenschaftler froh. Wenn es nicht geht, dann gelten die Regeln der Logik.

So auch im transzendenten Bereich. Hier stellt sich eine ganz grundsätzliche Frage. Beruht das ganze Gebäude des Weltall auf Gesetzmässigkeiten, wo alles ein Sinn bekommt oder doch nur auf Zufall. Selbst Albert Einstein glaubte nicht an den Zufall.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
wie begründet ein theologe seine these/ansicht er kann nicht wie ein natuwissenschaftler experimente durchführen?

Kommt darauf an, was für Thesen du meinst. Ein Kirchengeschichtler wird beispielsweise seine kirchengeschichtlichen Thesen historisch begründen. Es gibt ja Bereiche der Theologie, wo wissenschaftlich geforscht wird.

Wenn du so was wie Glaubenssätze meinst: die werden aus den Grundlagen der Religion abgeleitet. Also bei Christen aus der Bibel bzw. den Dogmen der jeweiligen Kirche.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Lässt sich pauschal nicht beantworten. Jeder Mensch wird auch von seiner Umwelt beeinflusst. Und von den Erkenntnissen seiner Umwelt, den Sitten und Gebräuchen. Der Zölibat z.B. war eine rein machtpolitische Angelegenheit denn es gab eine lange Zeit in der auch Päpste Frauen hatten. Gerne Mehrzahl als Einzelperson.

Heute bemüht sich eine gute Mischung unterschiedlichster Fachmenschen darum uns die Urschrift zugänglich zu machen bezüglich der Bibel. Du kannst ihre Erkenntnisse in der "Bibel in gerechter Sprache" nachlesen. Auch online. Aus diesen neuen Erkenntnissen welche dort veröffentlicht werden lassen sich dann neue Schlüsse ziehen.

Papst Benedikt hat ja das Archiv des Vatikan geöffnet für die Wissenschaft. Daraus werden sich auch manche neuen Thesen entwickeln lassen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ein Theologe ist bei der Aufstellung seiner Thesen ähnlich wie alle anderen Geisteswissenschaftler auf allgemeine Logik, Empirie, vergleichende Forschungen und unterstützende Untersuchungen der anderen Wissenschaften angewiesen. Am ehesten gleicht seine Arbeit, der eines Historikers und eines Philosophen - je nach Schwerpunkt seiner Thesen, vielleicht noch der eines Politikwissenschaftlers.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Du hättest etwas länger nachdenken müssen. Die Theologie wird als geisteswissenschaftliche Disziplin betracht.

Naturgemäß arbeiten man in der Geisteswissenschaft mit anderen Methoden als in der Naturwissenschaft.

Die Geisteswissenschaft arbeitet mit der Erfahrung, mit Vergleichen und der Abstrahierung im Allgemeinen sowie hermeneutischen Methoden.. Das Problem ist die Übertragung des Allgemein-Abstrakten auf das Einzelne-Konkrete.Ein Theologie bezieht sich bei seiner Arbeit immer auf eine Person oder auf Texte als Quellen.

Ein Theologe stellt keine These im Sime der Naturwissenschaft auf, weil von vornherein klar ist, dass das, was ein Theologe apodiktisch formuliert, nie beweisen kann im Sinne der Naturwissenschaft . In dieser Hinsicht ist auch die Philosphie eine Schwester der Theologie.Es geht eher um die Voraussetzungen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Kann man vergleichen, wie ein Philosoph (Marx, Hegel, Aristoteles, Platon ...) eine These oder eine Ansicht aufstellt. Der kann auch keine naturwissenschaftlichen Experimente durchführen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Hängt von der Art der Theologie ab. In der historisch-kritischen Exegese wird durchaus über prüft, nämlich, ob die angenommene Bibelinterpretation vor dem historischen Kontext plausibel ist.

In den anderen theologischen Fächern findet keine kritische Überprüfung der Hypothesen statt. Diese sind also Pseudowissenschaften.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Angenommen ein Theologe würde die Hypothese überprüfen, das Markus-Evangelium wäre ursprünglich in aramäisch geschrieben und erst später ins griechische übersetzt worden. Dann geht der Theologe schlicht wie jeder Historiker und Altphilologe vor. Bei seiner Forschung würde der Theologe auch ganz normal von seiner (universitären) Fakultät unterstützt.

Angenommen ein Theologe würde die Hypothese überprüfen, die wichtigste Wurzel des Glaubens an den einen Gott wäre die Verehrung der Israeliten für die technologisch überlegenen Griechen gewesen. Dann würde er in der Bibel (AT, Thora) nach Hinweisen suchen. Z.B. Bei Abraham und Lot sahen die "Engel" wie ganz normale Menschen aus. Zur Zerstörung von Sodom und Gomorra wurden anscheinend frühe Wurfmaschinen und sogenanntes "griechisches Feuer" verwendet. Verbot sich umzudrehen, um die Technologie geheimzuhalten. Jakob macht einen Ringkampf offensichtlich mit einem Menschen, meint aber, er hätte mit (einem) Gott gekämpft. u.s.w. Die Texte würden sprachlich analysiert und zeitlich eingeordnet. Außerdem würde man nach Hinweisen außerhalb der Bibel suchen. Bei seiner Forschung würde der Theologe aber vermutlich nicht von (s)einer (universitären) Fakultät unterstützt. Da dies in Deutschland eine unerwünschte Forschung wäre, müsste er auf eigene Kosten arbeiten. Würde sein Forschungsvorhaben bekannt, würde man ihm auch den Zugang zu den Archiven verweigern.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Klaus02
03.12.2013, 13:20

Wenn wir uns das Matthäusevangelium, oder besser die Überlieferungen dazu ansehen, dann stellen wir fest das man früher davon ausging das der Text ursprünglich auf Hebräisch verfasst wurde und später ins griechische übersetzt wurde. Die Moderne Textkritik geht aber davon aus das das Matthäusevangelium bereits im Original auf Griechisch verfasst wurde. Es dürfte schwer werden eine Fakultät zu finden die damit ein Problem hat.

Ich vermute jetzt einfach einmal das du in deiner ersten Hypothese das Matthäusevangelium und das Markusevangelium verwechselt hast.

Deine zweite Hypothese hört sich für mich etwas abenteuerlich an, aber warum sollte man nicht in diese Richtung forschen können? Warum sollte der Zugang zu den Archifen verweigert werden? Ich kann deinem Gedanken nicht ganz folgen.

1

Per Zirkelschluss. Er geht von einer geoffenbarten Glaubenswahrheit aus, die dann auch das Ergebnis ist bzw. sein muss. Dazwischen liegen Denkschritte, die eben im Kreis zum Anfang zurückführen.
Ein stark verkürzter Vergleich: Ich setze mir eine Brille mit lila Gläsern auf, schaue mich um und sage dann: Aha, alles ist lila. Wusste ich ja. Aber jetzt ist es bewiesen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Nadelwald75
03.12.2013, 14:28

Hallo, languagewizard,

diesmal eine Unterstützung! Beispiel:

"Franz ist immer ehrlich!" - "Woher weißt du das?" - "Er hat es mir neulich selbst gesagt!"

auf die Bibel bezogen: "Die Bibel sagt die Wahrheit." - Woher wissen wir das?" - "Lies sie, es steht darin."

Ein Schluss, der vielfach gezogen wird - aber mit Sicherheit nicht katholisch.

2
Kommentar von helmutwk
05.12.2013, 23:14

Per Zirkelschluss. Er geht von einer geoffenbarten Glaubenswahrheit aus, die dann auch das Ergebnis ist bzw. sein muss. Dazwischen liegen Denkschritte, die eben im Kreis zum Anfang zurückführen.

Nö, in der Regel wird nicht im Kreis argumentiert. Du musst nicht von Atheisten auf Theologen schließen ;)

0

Das unterscheidet sich bei den Religionen.

In den Offenbarungsreligionen gibt es etwas, das als Mitteilung Gottes verstanden wird. Das kann ein Buch sein, wie im Judentum oder im Islam, aber auch ein Mensch wie im Christentum. In anderen Religionen sind es Erfahrungen die vom Religionsstifter (z.B. Buddha´s Meditationen) oder anderen Menschen Gemacht wurden. Häufig beruft man sich auch auf Überlieferungen und Praktiken die man von den Vorfahren übernommen hat. (z.B. Animismus oder Ahnenkult)

LG Klaus.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Nadelwald75
02.12.2013, 23:39

objektiv!

1

Ein Theologe behauptet nur etwas oder zitiert Textstellen aus Märchenbüchern aber begründet nicht.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von kamilenteewurst
02.12.2013, 21:02

nur dass, das nicht meine frage beantwortet

1

Theologen stellen keine Thesen auf! Sie sind lediglich die Verwalter alter Geschichten: wenn sie anfangen, die Geschichten in Frage zu stellen, und Thesen aufzustellen, sind sie keine Theologen mehr, sondern Religionswissenschaftler.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?