Wie stellt der Arzt eigentlich fest,ob jemand Autismus hat?

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4 Antworten

Es gibt einen Diagnose-Katalog, der in vier Gruppen unterteilt ist:

A: In welchen Bereichen ist der Patient total normal?

B: Hat er/sie zwei von vier möglichen sozialen Schwächen?

C: Hat er/sie eine von vier möglichen Ticks, Marotten, Spezialinteressen?

D: Wurde ausgeschlossen, dass B und C durch eine Krankheit oder eine andere Behinderung erworben wurden?

Um die Checkliste abzuhaken, gibt es einen Fragebogen über die frühe Kindheit für die Eltern, einen über die Gegenwart für den Patienten, sowie alte Schulzeugnisse uns diverse Computer-Tests.

In einem ca. einstündigen persönlichen Gespräch prüft der Arzt die Mimik, das Blickverhalten und die Reaktion auf bestimmte Fragen. Eventuell muss auch eine medizinische Untersuchung gemacht werden, um andere Ursachen auszuschließen.

Aus Checkliste, Untersuchungsergebnissen und persönlichem Eindruck aus dem Gespräch werden dann die Diagnosekriterien und andere Ursachen geprüft und am Ende die Diagnose gestellt.

Ja, es hängt stark vom Arzt ab, ob er jemanden als Autist einstuft oder nicht. Manche Leute bekommen sogar bei jedem Arzt eine andere Diagnose.

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Feststellen tun das Fachärzte und Gutachter (kann auch ein klinischer Psychologe sein) dazu wird ein neuropsychiatrisches oder neuropsychologisches Gutachten erstellt. Es gibt mehrere Testverfahren wie ADOS und Faux-pas-Test, zusätzlich wird das Verhalten beobachtet und daraus ergibt sich für den Diagnostiker ein Gesamtbild das er auswertet.

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Also was muss dieser erkennen oder ausschließen um Autismus diagnostizieren zu dürfen ?

Alles. Da sich Autismus wegen seines breiten Spektrums schlecht eingrenzen lässt, müssen im Diagnoseverfahren alle anderen möglichen Krankheitsbilder ausgeschlossen werden, die nicht zusammen mit Autismus auftreten (z.B. schizoide Persönlichkeitsstörung).

Danach werden je nach Alter des Patienten verschiedene Tests gemacht, die je nach Ergebnis auf Autismus hinweisen können oder eben nicht. Zusätzlich wird ein Screening gemacht und die Eltern des Patienten nach bestimmten Verhaltensweisen in der frühen Kindheit des Patienten befragt, die auf Autismus hinweisen könnten. Manchmal auch die Lehrer und andere Personen im direkten Umfeld.

Konnte Autismus bis dahin nicht ausgeschlossen werden und kein anderes Krankheitsbild kommt infrage, wird die Diagnose Autismus-Spektrum-Störung ausgestellt. Man geht hier also vor allem nach dem Ausschluss-Prinzip vor.

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Es gibt bestimmt eine Checkliste für so etwas. 

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Kommentar von Dienstag1810
18.10.2016, 19:29

Wie stellt man dann, so eine Diagnose fest ?

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