Wie steht Jesus zu Gott, laut der christlichen Lehrmeinung, ist er sein Sohn, Gott selbst oder etwas anderes?

29 Antworten

Hallo Golem999

Christen gibt es „einige“ und es gibt „andere“, das hast Du gut erkannt  -  und eben deshalb wird Dir die pauschale „christliche Sicht“  bei der Wahrheitsfindung nicht weiterhelfen  -  sondern nur ein gründlicher Blick in die Bibel.

Deshalb von vorn:

Für einige Christen  -  und zwar für die Minderheit  -  sind Vater und Sohn
ganz selbstverständlich zwei Persönlichkeiten,  genauso wie es bei uns Menschen auch der Fall ist,  denn schließlich wurden wir in ihrem Bild   erschaffen (1. Mose 1:26)  

Der Name des Vaters ist JHWH bzw. Jahwe bzw. Jehova,  je nach Übersetzung und Sprache (Jesaja 42:8).  

Der Name des Sohnes ist bekanntlich Jesus  und die Bibel nennt ihn auch „ . . .den Anfang der Schöpfung Gottes“  (Offenbarung 3:14) oder  in Sprüche 8:22-31  „Jehova [der Vater] selbst brachte mich als den Anfang  seines Weges hervor, als das früheste seiner Werke vor alters.“ (NWÜ)   oder „als erste Schöpfung noch vor allen anderen“ (Neues Leben. DiBi)  und Vers 30:  „ . . . da war ich  [der Sohn]  Werkmeister bei ihm [dem Vater], war Tag für Tag seine Wonne und freute mich vor seinem Angesicht allezeit“  (Schlachter Bibel).  Diese erste Schöpfung des Vaters wird an manchen Stellen auch mit den Begriffen   „Einziggezeugter  oder „Erstgezeugter“ umschrieben.  -   Und was die Bibel sonst noch dazu berichtet, findest Du hier:  

https://www.gutefrage.net/frage/interesantes-thema#answer-22894501

Für andere Christen  -  und zwar für die große Mehrheit  -  ist diese
Unterscheidung nicht so eindeutig, denn teilweise halten sie Vater und
Sohn für ein und dieselbe Persönlichkeit (so wie Du es in Deiner Frage
anklingen lässt), da ist also der Vater gleichzeitig auch der Sohn  -  und noch andere wieder   halten Vater und Sohn für Teile einer Dreieinigkeit,  in der als Dritter noch der heilige Geist  dazukommt.

Nun sind allerdings Mehrheiten nirgendwo  -  auch nicht  in der Bibel  -   der Gradmesser für Wahrheit.  Ganz im Gegenteil:  Eine Minderheit war es
bspw., die Gottes Anerkennung fand, als er durch die Sintflut die Gottlosigkeit
der damaligen Welt beendete.  Ebenso sagt die Bibel voraus,  dass es eine Minderheit sein wird,  die den „Weg des Lebens“ geht.  Wörtlich heißt es nämlich:  „ Geht ein durch das enge Tor; denn breit und geräumig ist der Weg, der in die Vernichtung führt, und viele sind es, die auf ihm hineingehen;  doch eng ist das Tor und eingeengt der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind es, die ihn finden.“  (Matthäus 7:13, 14)

Deshalb gilt es zu unterscheiden zwischen einigen Christen (wenn es auch nur wenige sind) und der großen Menge  anderer Christen   -  eine
Unterscheidung,  auf die  Gottes Wort mehrfach hinweist – wie bspw.
auch hier:  „ . . .  denn  nicht jeder, der zu mir [Christus] sagt: ‚Herr,  Herr‘, wird in das Königreich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist.“ (Matthäus 7:21)

Daraus er sieht man,  dass schon Jesus Christus vorausschauend einen Unterschied machte  zwischen  einigen Christen und anderen Christen!   Und  außerdem unterscheiden sich beide Gruppen, weil die einen  zwar  sagen   „Herr“ -  die anderen aber tun, was der Willen dessen ist  (und
nun bitte genau lesen):  den der Sohn  „meinen Vater im  Himmel“  nennt.   Bemerkenswert- nicht wahr?

Wieso  aber gibt es zwischen einigen Christen und anderen  Christen  solche trennenden Unterschiede in der Lehre?  Die Bibel nennt als  Ursache:   „Vergeblich bringen sie [einige] mir [dem Vater] fortwährend Anbetung dar, weil sie als Lehren Menschengebote lehren.. . .“   (Jesaja 29:13  und Matthäus 15:8, 9)

Menschengebote sind es also, die eine an sich klare Lehre über den Vater und den Sohn so unverständlich gemacht haben,  dass  Du völlig zu Recht nachfragen musst welches denn nun die wahre christliche Lehrmeinung ist.

Wie Du vielen Antworten sicherlich schon entnehmen konntest,  scheint
es viele Möglichkeiten  zu geben,  die eine oder die andere Auffassung mit der Bibel zu begründen  -  das ist allerdings nur scheinbar so, macht aber die Sache besonders für  einen Außenstehenden nicht einfacher.   Außerdem ändert es nichts daran,  dass es nur eine Wahrheit geben kann.  Um dieser Wahrheit auf die Spur  zu kommen,  nenne ich Dir zwei Überlegungen grundsätzlicher Natur, die man nicht außer Acht lassen darf:

Die Zeitliche Abfolge

46

Die Zeitliche Abfolge, in der die verschieden Lehren entstanden sind - ist deshalb wichtig zu wissen,  weil man nämlich dann
erfährt,  dass es die Bibel schon längst  gab,  bevor abweichende Lehren „hinzugedichtet“ wurden.  Erst  dann kann man deren Wahrheitsgehalt besser bewerten.

Wann also war die Bibel fertig?

Die Bibel wurde im ersten Jahrhundert nach Christi vollendet.  Sie schließt auf ihrer letzten Seite mit der Warnung,  diesem Buch nichts mehr hinzuzufügen oder gar etwas daraus zu entfernen. (Offenbarung 22:18, 19)  

Wann kamen trotzdem abweichende Lehren auf?

Gut zweihundert Jahre später wurde trotzdem etwas  hinzugefügt,   u.a.  die Lehre von einem dreieinigen Gott.  Sie wurde in einem „Glaubensbekenntnis“ festgehalten: „So ist der Vater Gott, der Sohn Gott, der Heilige Geist Gott,  und doch sind es nicht drei Götter, sondern es ist nur Ein Gott.“  Das allerdings ist nicht  Gottes,   sondern Menschenwort.

Was sagen denn nun aber die beiden,  um die es geht  - Vater und Sohn    -    zu  Deiner Frage?  

Das zu wissen ist besonders wichtig,  denn keiner weiß  es besser als die beiden  -  und deshalb  hat das mehr Gewicht als alles andere  -  Richtig?

  • Der  Vater sagt über den Sohn  in Matthäus 3:16, 17 „. . .Als Jesus getauft war, kam er sogleich aus dem Wasser herauf; und siehe, die Himmel wurden geöffnet, und er sah Gottes Geist wie eine Taube herabfahren und auf ihn kommen. Siehe! Da kam auch eine Stimme aus den Himmeln, welche sprach: „Dieser ist mein Sohn, der geliebte, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.“
  • Und etwa drei Jahre später laut  Lukas 9:35 „ . . Und eine Stimme kam aus der Wolke [vom Vater] und sprach: „Dieser ist mein Sohn, der auserwählte. Hört auf ihn!“

Und   -  umgekehrt -  was sagt der Sohn über den Vater?

  • Johannes 14:28 „. . der Vater ist größer als ich.“
  • Johannes 5:30 „. . .Ich kann gar nichts aus mir selbst tun; so, wie ich höre, richte ich; und mein Gericht ist gerecht, denn ich suche nicht meinen eigenen Willen, sondern den Willen dessen[zu tun],der mich gesandt hat.“

Und was kann man daraus schlussfolgern?

Unverkennbar sind es zwei Personen  -  und unverkennbar ist,   dass beide,  sowohl der Vater als auch der Sohn einander sehr achten und sehr gut zusammenarbeiten.  Und es ist der  Sohn,   der  uns (Dich und mich)  dazu einlädt,  ihn selbst und seinen Vater besser kennen zu lernen.  Er sagt:

„. . . Dies bedeutet ewiges Leben, dass sie [wir seine Nachfolger]
fortgesetzt Erkenntnis [Verständnis] in sich aufnehmen über dich, den allein wahren Gott, und über den, den du ausgesandt hast, [den Sohn] Jesus Christus“ (Johannes 17:3).

Dazu hier weiter Details:

https://www.gutefrage.net/frage/was-ist-die-unheilige-dreifaltigkeit-#answer-137724861

Und noch einmal kurz zu Deinem Stichwort  „Lehrmeinung“

Was ich oben erläutert habe ist einmal die „christliche Lehrmeinung“  oder sogenannte christliche Lehrmeinung  und daneben die „biblische Lehrmeinung“.

Da Gottes Wort in dieser Frage die Autorität ist, könnte es eigentlich
keine zwei oder noch mehr Meinungen geben, welche Lehrmeinung die wahre ist. 

Aber es ist eine Tatsache,  dass es unendliche viele Ansichten darüber  gibt. 

Wieso?

Um das herauszufinden muss man wissen, dass das Verdrehen des Wortes Gottes eine lange Tradition hat.  Schon zur Zeit Jesu fielen die etablierten Geistlichen dadurch auf,  dass ihre Lehren entstellt und nicht mehr authentisch waren.  Jesus hielt ihnen damals entgegen:

 „Wie kommt es, dass ihr nicht versteht, was ich rede? Weil ihr nicht auf mein Wort hören könnt. Ihr seid aus eurem Vater, dem Teufel, und nach den Begierden eures Vaters wünscht ihr zu tun. Jener war ein Totschläger, als er begann, und er stand in der Wahrheit nicht fest, weil die Wahrheit nicht in ihm ist. Wenn er die Lüge redet, so redet er gemäß seiner eigenen Neigung, denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge.“  (Johannes 8:43, 44)

Und weil das so ist, kennzeichnet  die Bibel diesen Haupt-Verursacher in Ihrem letzten Buch  (in Offenbarung 12:9) als denjenigen,  „der die ganze bewohnte Erde irreführt“  oder  (nach
der Hoffnung für alle)  „ . . . der [wie eine] listige Schlange schon immer die ganze Welt zum Bösen verführt hat“.

Und dabei ist er sehr erfolgreich  -  wie es die religiösen Irrungen weltweit  belegen.

Lernen  -  und zwar sorgfältiges Lernen direkt aus dem Worte Gottes ist die einzige Möglichkeit, um die Wahrheit der biblischen
Botschaft von der Scheinwahrheit unterscheiden zu können.  

Viel Erfolg dabei und alles Gute

------------------------------------------------------------------------------------
------------------------------------------------------------------------------------

5
31
@Philipp59

Um das herauszufinden muss man wissen, dass das Verdrehen des Wortes Gottes eine lange Tradition hat.
Schon zur Zeit Jesu fielen die etablierten Geistlichen dadurch auf,
 dass ihre Lehren entstellt und nicht mehr authentisch waren.

Und dabei ist er sehr erfolgreich  -  wie es die religiösen Irrungen weltweit  belegen.

und zwar sorgfältiges Lernen direkt aus dem Worte Gottes ist die einzige Möglichkeit, um die Wahrheit der biblischen
Botschaft von der Scheinwahrheit unterscheiden zu können.  

´Sind wahrscheinlich die Zeugen Jehovas gemeint ?

Alle 5 von der Führung der Zeugen Jehovas in den USA anhand der Bibel errechneten Armagedin Termin Voraussagen sind allesamt nicht eingetroffen

1

Hallo Golem999,

leider gibt es innerhalb der Kirchen und Glaubensgemeinschaften der Christenheit unterschiedliche Auffassungen. Der Standpunkt der Bibel in dieser Frage ist jedoch eindeutig:s gibt nur einen einzigen Gott, den Schöpfer, der alle Dinge gemacht hat. Dieser hat einen Sohn, der jedoch nicht Teil dieses Gottes ist, auch wenn er an einigen Stellen in der Bibel als ein Gott (im Sinne von "Mächtiger") bezeichnet wird. Doch niemals ist von ihm als von Gott, dem Allmächtigen die Rede. Der Heilige Geist ist keine Person, sondern die unsichtbare Kraft, die von Gott ausgeht und somit ebenfalls kein Teil einer dreieinigen Gottheit.

In der New Encyclopædia Britannica heißt es: „Das trinitarische Glaubensbekenntnis der Christenheit .  .  . unterscheidet diese von den beiden anderen klassischen monotheistischen Religionen [Judentum und Islam].“ Die Kirche entwickelte die Trinität, obwohl „die Bibel der Christen keine ausdrücklich trinitarischen Erklärungen über Gott enthält“.

Interessant ist auch, was die New Catholic Encyclopedia dazu sagt: „Die Formulierung ,ein Gott in drei Personen‘ setzte sich erst gegen Ende des 4.  Jahrhunderts richtig durch und war bis dahin noch nicht völlig in das christliche Leben und das christliche Glaubensbekenntnis aufgenommen worden. Aber erst diese Formulierung kann eigentlich Anspruch auf die Bezeichnung Dreieinigkeitsdogma erheben. Den apostolischen Vätern war eine solche Auffassung oder Vorstellung völlig fremd.“

Die Encyclopedia Americana drückt sich ähnlich aus: „Die Dreieinigkeitslehre des 4.  Jahrhunderts war keineswegs ein Spiegelbild der frühchristlichen Lehre von der Natur Gottes; sie war eher eine Abweichung davon.“

Hier sind nur einige wenige Texte aus der Bibel, die deutlich machen, dass Jesus auf keinen Fall, wie das ja die Dreieinigkeitslehre besagt, Gott gleich oder ein Teil von ihm ist:

Matthäus 26:39:  Und er ging ein wenig weiter, fiel auf sein Angesicht, betete und sprach: „Mein Vater, wenn es möglich ist, so gehe dieser Becher an mir vorüber. Doch nicht wie ich will, sondern wie du willst.“

Johannes 14:28: Ihr habt gehört, daß ich zu euch sagte: Ich gehe weg, und ich komme zu euch [zurück]. Wenn ihr mich liebtet, würdet ihr euch freuen, daß ich zum Vater hingehe, denn der Vater ist größer als ich.

1. Korinther 15:27,28: Denn [Gott] „hat alle Dinge seinen Füßen unterworfen“. Wenn er aber sagt, daß ‘alle Dinge unterworfen worden sind’, ist offenkundig der ausgenommen, der ihm alle Dinge unterworfen hat.    Wenn ihm aber alle Dinge unterworfen sein werden, dann wird sich auch der Sohn selbst dem unterwerfen, der ihm alle Dinge unterworfen hat, so daß Gott allen alles sei.
Kolosser 1:15:   Er ist das Bild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene aller Schöpfung".
Es gibt zahllose weitere Texte in der Bibel, aus denen hervorgeht, dass Gott und Jesus nicht Teil einer dreieinigen Gottheit sind .

LG Philipp

46

"Der Standpunkt der Bibel in dieser Frage ist eindeutig . . ."  -  wie Recht Du hast Philipp -  denn es es gibt nur einen einzigen Gott, den Schöpfer, der alle Dinge gemacht hat. 

ABER,  "aber die Menschen haben die Finsternis mehr geliebt als das Licht, denn ihre Werke [und ihre Irrlehren] waren böse“  (Johannes 3:16-19)

------------------------------------------------------------------------------------
------------------------------------------------------------------------------------

1
31
@Abundumzu

denn ihre Werke [und ihre Irrlehren] waren böse“  (Johannes 3:16-19)

...die fünf von der US Führung der Zeugen Jehovas vorausgesagten und anhand der Bibel berechneten Armagedon Termine gehören zu den Irrlehren ja unbestritten dazu ?

0
20

Und schon wieder die Zeugen-Jehova-Irrlehre ohne einen speziellen Hinweis. Die Bibel wurde von der Wachtturmgesellschaft gefälscht und damit ihnen die Leute nicht weglaufen, ist Fragenstellen diesbezüglich verboten und auch das Lesen der Bibel OHNE Wachtturm ist NICHT erwünscht. Diese Gesellschaft ist eine große Geldmaschinerie, die NICHT zum Ziel hat, Menschen an der Wahrheit zu beteiligen und sich von Gott durch seinen Heiligen Geist korrigieren zu lassen.

Lt. Bibel ist Jesus eindeutig als Sohn Gottes von Gott gesandt (und nicht als Engel, was viele immer wieder behaupten), Mensch geworden ohne seine Göttlichkeit abzulegen und sitzt jetzt zur Rechten Gottes. Von dort wird er kommen um die Toten und die Lebenden zu richten. Leben wird, wer ihm sein Leben anvertraut hat und glaubt, dass er ein für alle mal für seine Schuld am Kreuz gestorben ist und bezahlt hat und wer glaubt, dass er nicht durch seine eigenen Werke sich erlösen kann. Wer glaubt, dass er die Vergebung durch Jesus nicht bekommt oder nur zum Teil und dieses Geschenk Gottes für sich nicht in Anspruch nehmen will, wird auch die Ewigkeit ohne ihn verbringen, was die Bibel Hölle nennt und nicht so lustig ist, wie viele sich das vorstellen.

Der Heilige Geist ist der Tröster, der in alle Wahrheit führt. Durch ihn ist es überhaupt möglich an Gott/Jesus zu glauben und er bestätigt die Kindschaft Gottes und ermöglicht es Gott unseren "Vater" zu nennen. Bei der Bekehrung verbindet sich unser Geist mit seinem Geist und er hilft uns den Kampf gegen die Sünde zu führen und schenkt uns Gaben und Fähigkeiten, mit denen wir einander dienen sollen und durch die, die Gemeinde wächst und reift.

1

Grüß Dich Golem999!

Diese Trinität, in der Jesus enthalten ist, ist schon eine abenteuerliche Gedankenkonstruktion.

Ich versuche das mal ganz einfach zu erklären, was schwer ist.

Gott (als Schöpfer der Welt und des Universums), Jesus als mensch,- bzw- fleischgewordener Gott und der Heilige Geist sind alle drei zusammen Gott. Gott sind drei Teile, also die Trinität.

Wenn Gott der Schöpfer der Welt ist und nach christlicher Lehre allwissend, allgütig und allmächtig ist, dann kann Jesus nicht Gott sein, denn er ist Mensch. Wenn er aber Gott sein soll, müsste er zusätzlich diese behaupteten Eigenschaften Gottes haben.

Wie soll das aber nach dieser Argumentation gehen? Mensch und Gott zugleich? Ein Mensch kann nicht allwissend, allgütig und allmächtig sein. Gott kann das übrigends auch nicht sein, aber das ist eine andere Diskussion.

Der Heilige Geist ist die wirkmächtige Gegenwart Gottes im Leben der Menschen im Sinne eines Lebenshauches oder als schöpferische Kraft.

Der aber würde dann in jedem Menschen sein, in den Tieren und in der Materie schlechthin. Dann wären alle lebenden Wesen "Söhne und Töchter" Gottes. Dann aber bräuchten wir wiederum Jesus nicht, der wäre dann nichts besonderes.

Im Hinduismus gibt es diesen Spruch:

Gott schläft im Stein

atmet in der Pflanze,

träumt im Tier

und wird sich selbst im Menschen bewusst.

Aber auch da ist Gott keine Person, sondern ein ES, die schöpferische Kraft im Sein.

Gott wird im Christentum als Person gesehen, als Du. Nur - Gott ist eine Erklärung des Menschen für das Geheimnis des Seins, das aber unaufklärbar bleibt. Wir können nur sagen, es ist etwas und es gibt einen Grund dafür. Mehr nicht! Die Behauptung einer Person verbietet sich dann.

Diesen Lebenshauch (Heiliger Geist) als schöpferische Kraft können wir in allem erleben, auch in uns und durch uns. Nur ist es dann keine Person (Du) sondern ein ES. ES wirkt in uns als schöpferische Kraft in der Natur im Sinne von Werden, Wandel, Sichentwickeln und Vergehen und durch uns, denn wir selbst können ja auch schöpferisch wirksam werden, z.B. durch alle Arten der Kunst und in der Liebe.

Dann aber brauchen wir wiederum keinen Gott als Du (persönlich gedacht), einen Jesus als Gottes Sohn sowieso nicht, denn wir haben direkten Kontakt mit dem göttlichen als schöpferische Kraft und ist auch nicht vom Menschen getrennt und schon gar nicht exklusiv in Jesus vorhanden.

Das ist das Dilemma des Monotheismus (Eingottgläubigkeit) in dem nur exklusive Führer angeblichgen Zugang zu Gott (als Person) haben und eine Vermittlerrolle spielen zu ihm spielen.

Da aber der Zugang zum göttlichen, wie bereits geschildert, jeder Mensch direkt und ohne Vermittler haben kann, bedeutet das einen Machtverlust dieser religiösen Führer über die Seelen der Gläubigen. Und deshalb musste man diese abenteuerliche Konstruktion der Trinität erfinden, die aber unhaltbar ist.

Zu Jesus Zeiten kannte man die Trinität jedoch nicht, aber auch nicht die moderne Auffassung eines göttlichen, die das nachfolgende Erklärungsmuster einer Trinität aufhebt und ad absurdum führt.

Herzlichen Gruß

Rüdiger

31

Nachtrag:

Zu Jesus Zeiten kannte man die Trinität jedoch nicht, aber auch nicht die moderne Auffassung eines göttlichen, die das nachfolgende Erklärungsmuster einer Trinität aufhebt und ad absurdum führt.

Und natürlich auch den Monotheismus aufhebt, der als eine mittelalterliche Vorstufe zur modernen Religiosität aufgefasst werden kann.

Herzlichen Gruß

Rüdiger

0
17

"Zu Jesus Zeiten kannte man die Trinität jedoch nicht, aber auch nicht die moderne Auffassung eines göttlichen, die das nachfolgende Erklärungsmuster einer Trinität aufhebt und ad absurdum führt."

Das ist so nicht richtig. Vielleicht hat man es nicht so genannt, aber Hinweise auf "trinitarisches" Gedankengut gibt es durchaus in der Bibel. Beispiel:Epheser 2,18; 22:

"Durch ihn (Jesus Christus) haben wir beide (Juden und Heiden) in dem einen Geist Zugang zum Vater... Durch ihn (jesus) werdet auch ihr im Geist zu einer Wohnung Gottes erbaut."


2
31
@RobinsonCruesoe

Jesus kannte die Trinität nicht!

Dem Urchristentum waren trinitarische Vorstellungen völlig fremd. Woher sollten sie diese auch kennen? Jesus selbst lehrte keine Trinität (der war übrigens auch Jude), auch Paulus machte völlig gegenteilige Aussagen. Die ersten Christen kannten nur einen Gott, den Vater, dem Sein Sohn untergeordnet war; der Heilige Geist war der Geist Gottes und nicht von ihm zu trennen und somit keine eigene "Person". Die Idee einer christlichen Version bekannter heidnischer trinitarischer Konzepte kam erst später auf.

Wikipedia:

Die christliche Trinitätslehre wurde zwischen 325 (Erstes Konzil von Nicäa) und 675 (Synode von Toledo) durch mehrere Konzile und Synoden entwickelt.

Da lebte Jesus schon lange nicht mehr!

2
17
@vonGizycki

Jesus kennen wir nur durch die Menschen, die an ihn glauben. Die frühesten Zeugen und deren Zeugnisse finden wir im NT. Es ist völlig abwegig, aus der Bibel Jesu eigene Worte gegen andere Zeugnisse auszuspielen. Beides: Evangelien und Briefe, sind ein und dasselbe, nämlich Ausdruck des Glaubens an Jesus

0
17
@vonGizycki

Mein Freund, warum bist Du nur so trotzig? Siehst Du nicht, dass Du unrecht hast? Erst sagst Du, die Trinität sei eine Erfindung aus dem 4. Jh. Dann halte ich Dir eine, zwei Bibelstellen vor, die trinitarisch zu lesen sind. Darauf versuchst Du, eine Art Vor-Neustamentlichen Jesus ins Spiel zu bringen. Ich sage Dir, dass so etwas nicht geht, weil wir eben nur die Bibel haben. Und dann kommst Du fast trotzig zurück und pochst auf Fakten, die ich gerade interpretiert hatte.

0
34
@RobinsonCruesoe

@RobinsonCruesoe: "Durch ihn (Jesus Christus) haben wir beide in dem einen Geist Zugang zum Vater"

Und inwiefern ist das ein Hinweis auf die Trinität?

Wenn ich sage "mein Kollege und ich arbeiten in einem Geist zusammen" heisst das nicht dass wir zu dritt sind! Der Geist ist in diesem Fall unsere gemeinsame Sicht der Dinge und Zielsetzung, keine "Person"!

Und "zum Vater" bezieht sich nicht auf Jesus, sondern auf seinen Vater und/oder dem der Juden und Heiden. Alles eindeutig eine von Jesus und den anderen Menschen zu differenzierende "Person".

0
52

Wer die Gottheit des Herrn Jesus leugnet kann kein Christ sein. Wir wissen aber, daß der Sohn Gottes gekommen ist und uns ein Verständnis gegeben hat, auf daß wir den Wahrhaftigen kennen; und wir sind in dem Wahrhaftigen, in seinem Sohne Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben. 1. Johannes 5:20

0

Was möchtest Du wissen?