wie steht ihr zum thema organspende?

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10 Antworten

Hallo..

es gibt hier:

http://www.gutefrage.net/frage/fragen-zum-organspendeausweis#answer90017420

schon eine umfangreiche und z.T. recht emotional geführte Diskussion um das Für und Wider der Organspende und desa Hirntodkonzeptes, bei der ich auch ausführlich aus meiner eigenen klinischen Erfahrung über die üblichen Abläufe berichtet habe.

Gruß docfm, Facharzt für Anästhesie und Intensivmedizin

Nick160995 29.06.2013, 12:37

Ich hab selbst geantwortet, aber dass ist die beste Antwort! Lies es dir mal durch. Ich bin aber trotzdem dagegen.

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Meine Meinung dazu geht auch etwas in verschiedene Richtungen: im Falle eines Todes bin ich gerne dazu bereit meine Organe an jemanden weiterzugeben, der damit ein zweites Leben geschenkt bekommt. Was mich immer wieder zweifeln lässt, sind erstens die Geschichten bezüglich Organhandel und veränderten bzw. manipulierten Wartelisten etc. und zweitens das Thema mit der Angst bezüglich richtiger Einschätzung des Hirntodes...

Ich persönlich empfinde folgende Alternative momentan als beste Lösung: ich fülle keinen offiziellen Organspendeausweis aus. Ich informiere aber stattdessen einen nachstehenden Verwandten/Bekannten über meine Wünsche. Im Falle eines Falles weiß dieser dann, dass ich bezüglich einer Organspende einverstanden bin und kann aber gleichzeitig als "neutraler Aussenstehender" entscheiden, ob mit mir im Krankenhaus gerade richtig umgegangen wird, ob alles richtig erscheint, etc. etc.

Schlussendlich muss man einfach eine Vorgehensweise finden, mit der man sich wohl fühlt und mit der man sich identifizieren kann. Die oben erwähnte "schützt" Freunde und Verwandte auch vor der unangenehmen Situation über eine eventuelle Organspende zu entscheiden, wenn sich der potentielle Spender nie dazu geäussert hat und man nur über dessen Einstellungen mutmaßen kann...

Also es ist schon mies was momentan überall in den medien mit organhamdel und so gezeigt wird. Trotzdem habe ich einen organspendeaisweis weil ich finde das schlecht wenn ein mensch der wirklich hilfe braucht nir deswegen kein organ bekommt weil ich oder andere kein organspendeausweis haben und das nur wegen dem mist was die da alle abziehen

Ich würde es nicht tun. Sobald du einen hast, könnte es passieren dass sich die Ärzte keine mühe mehr machen dich aus dem Koma zu holen, da Sie dann dein Herz oder so weiter verwenden können.

LuckyFairy 29.06.2013, 12:21

es würde sich nur darum drehen, dass ich nach dem tod spende, also ist koma ausgeschlossen

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Nick160995 29.06.2013, 12:26

Siehe meine Antwort...endlich jemand der mich versteht!!!

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docfm 29.06.2013, 12:26

Das ist mit Verlaub UNSINN, aber leider eine Vorstellung, die bei Unkundigen nicht auszurotten ist.

Sie können hier:

http://www.gutefrage.net/frage/fragen-zum-organspendeausweis#answer90017420

einiges zu dem Thema nachlesen. Ich habe da auch ausführlich aus meiner langjährigen klinischen Praxis über die Abläufe bei der Hirntodfeststellung und dem Ablauf der Organspende berichtet

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Nach dem Tod brauche ich meine Organe so oder so nicht mehr.

Und ob sie jemandem das Leben retten oder sein Leben nur verbessern, ist mir auch egal. Besser meine Organe werden irgendwie bei irgendwem eingesetzt, als in der Erde zu vergammeln. Es ist zwar schade, wenn sie nicht der bekommt, der sie am allernötigsten braucht, aber es ist immer noch besser als nichts, wenn sie überhaupt jemand bekommt, der ein neues Organ braucht. Und wie gesagt: ich brauche meine Organe nach dem Tod nicht mehr. Alle anderen Toten übrigens auch nicht.

Naja ich würde es eigentlich machen, aber dieser eine einzige Gedanke hält mich davon ab. Und zwar stell ich mir immer vor, was ist wenn ich mal einen Unfall, eine OP etc. haben sollte und die Ärzte sehen dass ich Organspender bin und sagen sich: "Hey, wir könnten ja so tun als wenn er nich durchkommt und jemand anderem das Herz geben" (vielleicht der kranken Tochter eines Arztes), oder die mir einfach eine Niere abnehmen O.o Und irgendwann wars das dann mit mir. Deswegen: Nein, wirklich nicht!!!

Ich weiß, klingt ziemlich paranoid, aber worüber man sich heut so Gedanken macht. Und im Ausland ist es auch jemandem passiert, dem wurden einfach die Organe herausgenommen, war aber glaube kein Organspender, aber trotzdem O.o

Hoffe du verstehst mich und ich konnte dir einigermaßen helfen.

LG Nick^^

docfm 29.06.2013, 12:36

Das ist in der Tat paranoid. Jeder Arzt ist zunächst mal eher daran interessiert, seinen eigenen Patienten zu retten, als Organe zu bekommen, die irgendeinem anderen Patienten in einer anderen Klinik vieleicht sogar in einem anderen europäischen Land implantiert werden. Und da die Vergabe IMMER über Eurotransplant läuft, wo die Organe nach optimaler Gewebekompatibilität einerseits und Dringlichkeit andererseits vergeben werden, hat KEIN Arzt irgendeinen Einfluß darauf, wer die Organe bekommt (er erfährt auch später nicht, an welchen Patienten die Organe gegangen sind), geschweige denn daß er einfach mal die Organe einem Angehörigen, Freund ect. geben könnte. Im Übrigen findet in der Mehrzahl der Fälle bei der Hirntodfeststellung KEINE Organentnahme statt, einerseits weil z.T. die Einwilligung des Patienten oder Angehörigen fehlt, oder weil medizinische Gründe die Organentnahme verhindern (z.B. Tumorleiden, hohes Alter, ansteckende Infektionen...), oft aber auch weil die behandelnden Ärzte den Patienten nicht an die DSO (Deutsche Stiftung Organspende) melden, die die Organentnahme koordiniert, weil die Organentnahme für die Klinik des Patienten nicht unerhebliche Kosten und organisatorische Probleme verursacht (die Krankenkase zahlt nur bis zur Feststellung des Hirntodes, wenn keine Organentnahme geplant ist, MUSS dann die Intensivbehandlung beendet werden, d.h. auch die Beatmung wird beendet, so daß kurze Zeit später das Herz stehen bleibt. Findet eine Organentnahme statt, bezahlt die DSO für die Kosten eine Pauschale, die aber die tatsächlichen Kosten in der Regel nicht deckt. Außerdem blockiert die Organentnahme einen OP für mehrere Stunden, was die OP-Pläne durcheinanderbringt und dadurch zusätzliche Kosten verursacht).

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Ich würde es machen.Immerhin kannst du Leuten das leben retten ;)

Ich habe einen Menschen den ich sehr sehr liebe, ihr wurde durch eine Organspende das Leben gerettet.

Ich möchte genauso spenden, es ist besser dammit noch jemanden zu retten als lebensrettende Organe im Boden verotten zu lassen, dammit hilft man niemanden...

Das ist aber nur meine Auffassung, du hast alle Zeit der Welt um nachzudenken ;-)

HEY ,

hab mir auch schon Gedanken darüber gemacht und mich dafür entschieden. Was wertvolleres als ein Leben gibt es nicht und wenn wir es verloren haben, warum es dann nicht versuchen, es anderen schenken können??

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