Wie steht ihr zu unserem jetzigen Wirtschaftssystem und warum steht ihr so dazu?

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8 Antworten

Es ist in Schulen, Podiumsdiskussionen, Foren, Medien üblich, solche Dinge hierzulande abstrakt, also ganz allgemein anzugehen, so als wenn das thema Kapitalismus eine reine Kopfsache sei, mit der man ansonsten nix zu tun hätte.

Dabei ist es doch so, dass eine Einstellung zu diesem System maßgeblich davon abhängt, welche sozioökomische Postion man selbst einnimmt. Beispiel: ein reicher Mensch findet natürlich den Kapitalismus Spitze, während ein armer Wicht eine Abneigung dagegen hat, sofern er nicht völlig verblödet oder psychisch derangiert ist.

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Kommentar von Rudolfo007
26.01.2016, 15:35

Naja, aber das Problem ist 

1. Sind 1 Mrd. Menschen denen es mehr oder weniger gut geht (es geht jetzt um Oberschicht und die obere/ mittlere Mittelschicht) mehr wert als die restlichen 6 Mrd. Menschen, denen es dreckig geht? Also gut, die Zahlen hab ich jetzt "erfunden", aber die Relationen stimmen so in etwa. 

2. Ich selbst bin relativ wohlhabend. Trotzdem bin ich dagegen. Man muss nicht nur arm sein um ihn zu hassen. Anderes Beispiel: In den USA glauben viele an den materiellen American Dream. Sie entwickeln daher keine Abneigung gegen das System - zumindest nicht bis sie kurz vor Schluss merken, dass es doch nich so gut war, wies immer hieß. Und damit mögen sogar Arme den Kapitalismus. 

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Ich finde es schlimm und einen fatalen Fehler im System, dass Politik und Wirtschaft verschmolzen sind.. es also immer menschen gibt die davon profitieren uns rechte weg zunehmen und Gesetze in die für sie richtige Richtung und gegen Ottos Richtung zu verändern.. die menschenwelt macht mich traurig, jedes mal wenn ich darüber nachdenke. Wir sind der schlimmste Fehler der Weltgeschichte. Dass was Mit den dinosauriern passiert ist sollte uns auch treffen...

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Kommentar von Rudolfo007
26.01.2016, 15:29

Ganz so denke ich zwar nicht, aber ich verstehe warum du das denkst (also mit den Menschen). Das Problem ist aber, dass es niemals eine Wirtschaft geben kann, die von der Politik abgekoppelt ist. Also zumindest ist bisher niemand auf eine derartige Idee gekommen (wenn wir jetzt mal von Subsistenzwirtschaft und Anarchie absehen). Oder zumindest keine funktionierende. Selbst Alternative Systeme wie Sozialismus/Kommunismus, Gemeinwohl-Ökonomie, etc. sind da nicht anders. Wo ich dir aber recht geben muss, ist das Politik (und meiner Meinung nach alle Medien) und Wirtschaft nicht miteinander arbeiten sollten. Also der Politik darf es erlaubt sein der Wirtschaft etwas vorzuschreiben, aber andersrum nicht. Und die Medien sollten am besten ganz außen vor bleiben, damit sie nicht gesteuert werden können von Interessen aus den beiden anderen Sektoren.

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Kommentar von Georg63
26.01.2016, 17:28

Wir sind der schlimmste Fehler der Weltgeschichte.

Ohne uns gäbe es keine Weltgeschichte, sondern nur die Natur ohne Bewußtsein.

Dass was Mit den dinosauriern passiert ist sollte uns auch treffen

Das kriegen wir schon hin.

Oder um es mit den Worten der mächtigsten Frau zu sagen: Wir schaffen das!

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Es ist nicht besonders klug, das System in dem man lebt abzulehnen. Vom Kasinokapitalismus einmal abgesehen, erkenne ich grundsätzlich nur 3 Möglichkeiten des Wirtschaftens:

1. Den Staat.

2. Das Individuum

3. Genossenschaften oder ähnliche Zusammenschlüsse.

Die aktuelle Verfassung ermöglicht alle drei Formen, die auch friedlich nebeneinander existieren. Was daran jetzt abzulehnen ist, erkenne ich nicht.


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Kommentar von Rudolfo007
26.01.2016, 16:32

Also, wenn du in einem Pott siedendem Wasser sitzt, dann ist es nicht klug ihn abzulehnen, auch wenn du weißt, dass es dich früher oder später töten wird?

Du hast beim Wirtschaften auch die Unternehmen vergessen...

Es geht nicht darum ob unsere Verfassung diese Arten zu Wirtschaften ermöglicht oder nicht, sondern darum, dass unser System weder ein richtiges Wirtschaftssystem ist, noch gut funktioniert.

Warum der Kapitalismus kein richtiges Wirtschaftssystem ist:

1. Wirtschaft ist nur deswegen notwendig, weil wir auf einem Planeten mit BEGRENZTEN Ressourcen leben. Darüber setzt sich der Kapitalismus hinweg - Er fordert durch Zinsen und Geldschöpfungen Unendliches Wachstum. Problem: Begrenzt ist weit von unendlich weg. Ganz weit.

2. Wirtschaft hat zum Ziel, dass es ALLE möglich ist ein Leben in Würde (= Grundversorgung und Rechte) zu führen. Möglich wäre dies momentan schon, aber erklär mal den Superreichen, dass sie auf Teile ihres Geldes verzichten müssen, die sie nicht benutzen werden - niemals benutzen können trifft es eher. 

3. Geld soll in einer Wirtschaft als Tauschwert dienen. Der Mensch soll also nicht nach Geld streben, sondern nach Nutzwerten. Heutzutage ist Geld der Mittelpunkt. Wir beurteilen Staaten, Unternehmen, ja selbst Einzelpersonen nach ihrem Vermögen und Gewinn. Monetäre Indikatoren sind eigentlich absolut das Gegenteil einer Wirtschaft. Wer denkt, das sei nicht so schlimm, der irrt. Viele Reiche wollen nicht etwa ihr Auto oder Haus nicht hergeben, sondern ihr Geld. Und ich rede nicht von totaler monetärer Enteignung, sondern von einer Menge, mit der sie weitere Luxusgüter kaufen können, aber weniger Leute hungern müssen. Das Geld hat aber keinen Zweck an sich. Geld wärmt einen nicht, es ernährt keinen und umarmt auch niemanden. Es führt nicht zur Gesundheit Geld zu besitzen, etc.

Warum der Kapitalismus gegen unser Recht verstößt:

Ich könnte jetzt hier die Argumentation zur Freiheit und der Beschneidung dieser durch Großbesitzer und Superreiche anführen, aber das ist mir Zuviel Schreibarbeit im Moment. Wenn du die hören willst, dann verlange danach.

Teil dieser Argumentation ist jedoch auch die Demokratie, die durch unser Wirtschaftssystem systematisch abgeschafft wird. 

Und natürlich will ich nicht vergessen hinzuzufügen, dass sich der Kapitalismus oder dessen Vertreter gerne selber widersprechen. Auch Beispiele dafür kannst du anfordern.

Zuletzt muss man hinzufügen, dass sich schön zeigt, dass der Kapitalismus Menschenrechte mit Füßen tritt. Das steht entgegen unserer Verfassungen. Auch dafür kannst du Beispiele anfordern.

Sieh es nicht als böse Kritik an dir an, es soll dir nur meinen Standpunkt darlegen und vielleicht merkst du, dass du unbewusst Opfer der Presse geworden bist. Das ist überhaupt nicht schlimm, da mal abgesehen von sehr wenigen, sehr kleinen Zeitungen und Sendern kaum jemand unabhängige Berichterstattung leistet. Eigentlich gehören alle großen Medienkonzerne und Zeitungen wenigen Reichen Personen. Dass die ihre Interessen wiedergeben, ist ja eigentlich selbsterklärend. Ich wäre natürlich daran interessiert, wenn du dich dazu äußerst, da ich wie gesagt gerne ein paar Argumente hören möchte um meine Meinung zu differenzieren.😄

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Eine gerechtes System für die Welt wollen wir alle nicht (westliche Welt).

Ein lokales gerechtes System wäre möglich, wird aber von den Besitzenden nicht gewollt und wirksam verhindert.

Das aktuelle System funktioniert nur mit stetigem Wachstum. Das geht aber nicht ewig, da die Ressourcen der Welt begrenzt sind und so langsam auch "die anderen" ihren Teil davon abhaben wollen.

Ich hoffe, dass unser Luxus noch ein paar Jahrzehnte hält und ich den Untergang nicht mehr erlebe.

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Kommentar von Rudolfo007
26.01.2016, 15:39

Der hält nicht mehr lange. Da bin ich mir sicher.

 Wie Volker Pispers schon sagte: Wir müssten eine Mauer um Europa bauen um die Armen davon abzuhalten zu uns zu kommen. 

Eine Alternative würde ja außerdem nicht bedeuten, dass du deinen Luxus nicht mehr haben würdest. Oder bekommen könntest. Beispiel: Gemeinwohlökonomie - Es gibt Obergrenzen für Besitz und Einkommen, aber die sind 1. vom Souverän - dem Volk - bestimmbar und 2. Genug für Luxus, zu wenig für Macht.

Also nur so als Beispiel, Alternative Systeme gibt's genug. Nicht alle basieren auf Enteignung.

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Ich finde es nicht gut. Es kann nicht sein, dass einige wenige profitieren (global gesehen), dieser Profit aber auf den Schultern anderer ausgetragen wird und sich einige dann verdammt nochmal beschweren, dass diese Menschen hierherkommen um auch von unserem Wirtschaftssystem zu profitieren ( das abwertende Wort "Wirtschaftsflüchtling")

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Kommentar von enderboyHD
26.01.2016, 01:53

wohl eher vom sozialsystem

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Kommentar von Nargisfan
26.01.2016, 08:17

Auch Wirtschaftssystem. Europa hat Afrika in ein Freihandelsabkommen gezwungen, das nur Vorteile für Europa und Nachteile für Afrika beinhaltet

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Kommentar von Nargisfan
26.01.2016, 16:22

👍 es gibt wohl doch noch Leute hier in Deutschland die das kapieren

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Kommentar von Nargisfan
26.01.2016, 16:55

Oh ja. Mir erschließen sich die Vorteile der Abkommen für uns nicht. Für die USA/Kanada ist ja klar aber für uns? Hab mal ein Interview mit einem Politiker gesehen (weiß nicht mehr welcher, glaube ein Belgier) der darauf angesprochen wurde, dass die Abkommen nur ein kaum merkliches Wirtschaftswachstum bringen (0,2% vielleicht) worauf er entgenete, man dürfe da nicht mit Zahlen argumentieren. Fand ich sehr amüsant (wenn man den Ernst der Lage mal außen vor lässt)

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Kommentar von Nargisfan
26.01.2016, 17:06

Das gefällt mir gerade richtig gut über das Thema zu reden ohne gegen eine Wand von Leuten anzureden die von nichts eine Ahnung haben☺

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Kommentar von Nargisfan
26.01.2016, 17:30

Wieso merkt eigentlich kein Politiker, dass die USA vorhaben uns fertigzumachen. Das machen die doch immer wieder mit Ländern, die nicht tun was sie wollen, z.B. Iran. Habe einen Vortrag eines renommierten Islamwissenschaftlers (und wieder ist mir der Name entfallen) gesehen und was der so gesagt hat, da fällt man vom Glauben ab😨 und mit denen soll Europa ei Freihandelsabkommen eingehen...

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für den europäischen kulturkreis ist alles im grünen bereich

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Kommentar von Rudolfo007
28.01.2016, 19:42

Naja, warum bist du dieser Meinung. Da es doch offensichtliche Probleme in unserer Gesellschaft gibt, kann man doch nicht vom grünen Bereich reden. Vielleicht hast du aber auch Argumente für deine Position. 

Nur: Dann nenne sie auch bitte😄

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sry ich hab mir deinen text nicht durchgelesen... welches wirtschaftssystem wäre denn besser als das heutige, wenn man es losgelöst von der politik betrachtet? 

welches system wenn man wirtschaft- und politik als homogenes system betrachtet? 

ich hoffe das ist kein spambeitrag in deinen augen

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Kommentar von cJ0815
26.01.2016, 01:10

da du darwin erwähnst... ist der darwinismus die letzte stufe(ein in stein gemeißeltes gesetz das auf ewig überdauern wird)? Mutation und Selektion... klingt logisch, ist logisch... wir bekommen es nicht anders gelernt

es ist aber quasi unmöglich aufgrund von darwin eine aussage über den kapitalismus zu treffen... es sei denn ich seh irgendetwas entscheidendes nicht....

das stärkste system setzt sich durch... aufgrund der tatsache, dass es alle anderen überdauert... und soetwas wie moral, gibt es im Darwinismus nicht(oder seh ich das falsch), das system gewinnt, weil es überlegen ist.

wenn du also nach dem wirtschaftssystem fragst, aus heutiger sicht, dann wird das system, den weltweiten schuldenschnitt überdauern. das großkapital wird weiterhin das großkapital sein. also die kapitalisten von heute sind auch die kapitalisten von morgen

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Kommentar von Rudolfo007
26.01.2016, 16:00

Es ist nicht möglich ein Wirtschaftsystem zu machen, dass von der Politik losgelöst ist, wenn man mal von Subsistenzwirtschaft und Anarchie absieht (Anarchie ist aber nicht nur ein Wirtschaftssystem). Es geht ja nichtmal darum, dass man direkt ne Alternative hat - obwohl es echt genügend gibt - sondern erstmal darum, dass man sich damit auseinander setzt, was JETZT falsch läuft und was an unserem jetzigen System absolut schädlich ist, vielleicht aber auch, was jetzt gut ist und so beibehalten werden sollte. Und ob das nicht auch anders als wie heute erreicht werden sollte. Kritik üben kann man auch ohne Lösungsvorschlag. Und letzteren zu finden wird um vieles einfacher, wenn man in der Gesellschaft die Debatte anstößt. Denn was sind schon wenige Menschen, die denken, gegenüber von Vielen?

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Planwirtschaft, Diktatur, Sozialismus, Kapitalismus, Überwachungsstaat a la 1984 ist alles blöd. Ja, soziale Marktwirtschaft und Demokratie so wie es bei uns, ist ist toll.   

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Kommentar von Rudolfo007
26.01.2016, 15:42

Soziale Marktwirtschaft ist auch Kapitalismus. Und das was wir hier haben kann man eigentlich nicht mehr Demokratie nennen. Warum erkläre ich dir gerne auf Rückfrage, weil das etwas mehr Zeit beansprucht die Ausführung zu schreiben. 

Ach ja zum Überwachungsstaat: NSA, Vorratsdatenspeicherung, BND, Fluggastspeicherung und löchrige Datenschutzregeln - Wenn das kein Überwachungsstaat ist, dann weiß ich auch nicht...😂

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