Wie steht ein Christ zur medizinischen Verwendung von Cannabis?

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3 Antworten

Christen werden im Neuen Testament zu einem maßvollen Umgang mit Alkohol und zur Nüchternheit aufgerufen.

Der Leib ist der Tempel des Heiligen Geistes und soll dementsprechend gut behandelt und nicht geschädigt werden.

Ganz interessant dazu ist Sprüche 31,6: "Gebt starkes Getränk dem, der zugrunde geht, und Wein den betrübten Seelen."

Dazu mal drei Auslegungen:

  • MacArthur-Studienbibel: "Gebt berauschendes Getränk. Solch extreme Situationen, die sich möglicherweise auf einen Verbrecher im Todestrakt beziehen oder auf jemanden, der aufgrund einer unheilbaren Krankheit oder tragischer Umstände schreckliche Qualen erleidet, stehen im krassen Gegensatz zum Leben des Königs (vgl. Ps 104,15)."
  • Walvoord-Bibelkommentar: "Bier ("starkes Getränk") und Wein wurden vielleicht als Betäubungsmittel oder Medikamente akzeptiert, um körperliche Schmerzen oder tiefe Bitterkeit (und die Schmerzen Sterbender) zu lindern. Oder die Verse 6-7bedeuten, daß, obwohl andere das Getränk als eine Flucht gebraucht haben, der König das nicht tun durfte."
  • Ryrie-Studienbibel: "Diese Verse befürworten nicht etwa ein Sich-Berauschen, sondern zeigen den medizinischen Gebrauch von Alkohol in der Antike auf."

Vielleicht sind das ein paar Hinweise auf den Umgang mit Cannabis. Wenn Cannabis eingenommen wird, um der Realität zu entfliehen und sich zu berauschen und körperliche Schädigungen in Kauf zu nehmen, sollte Cannabis nicht eingenommen werden.

Wenn Cannabis und andere Rauschmittel medizinisch sinnvoll eingesetzt werden (um Schmerzen zu lindern usw.), dürfte dies in Ordnung sein. Ich bin aber weder Experte für Drogen noch ein Arzt. Trotzdem würde ich diese Gedanken als richtig oder zumindest möglich - auch bzw. gerade in Bezug auf die momentane Debatte über die Legalisierung von Cannabis - betrachten.

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MarkusGenervt 03.10.2017, 01:26

MacArthur-Studienbibel: "Gebt berauschendes Getränk. Solch extreme Situationen, die sich möglicherweise auf einen Verbrecher im Todestrakt beziehen […]

WOW! Also das der Todestrakt – so selbstverständlich – als Bibel-Auslegung herhalten muss, ist mal ein echter Hammer! Bei so viel Absurdität möchte ich als denkender Mensch und Schüler Jesus einfach mal eine Runde k0tzen.

Entschuldigung, aber das ist wirklich grotesk!

Kein Angriff gegen Dich, denn der Rest ist wirklich vernünftig. Ist nur mein Kommentar zu diesem MacArthur.

Eine kleine Anmerkung noch mit Hinblick auf Schmerzen:

Schmerzen können auch seelischer Natur sein und das Leben und die Lebensqualität extrem einschränken. Viele Menschen greifen daher auch instinktiv zu Rauschmitteln. Das ist dann in der Selbstmedikation nicht die beste Wahl, aber es ist verständlich und Dein Zitat aus den Sprüchen deckt diesen Schmerz und diese Behandlung ebenfalls mit ab.

Die Grenzen zwischen Heilung/Therapie und Lust/Abschuss sind fließend und daher ist eine objektive und fachliche Begleitung des Konsums erforderlich. Somit bleiben letztlich die Erkenntnisse zu Rausch und Heilung auch weiterhin eine Frage der Wissenschaft und nicht des Glaubens.

Die Bibel ist auch nicht aus dem Nichts entstanden, sondern basiert auch auf Erkenntnissen, zu welchen auch die Heilkunde zählt.

Seit damals haben wir zwar viel dazu gelernt, aber auch viel verloren. Ein Teil des Verlorenen ist nun die Antwort auf diese Frage hier.

Danke für Deinen Beitrag :)

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chrisbyrd 10.10.2017, 19:19

Vielen Dank für den "Stern", liebe Grüße und Gottes Segen!

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Zunächst einmal sollte man als Christ auch immer zuerst zu Gott beten und um Heilung bitten, darüber hinaus sollte man falls unklarheiten bestehen Gott um Weisung erbitten, sofern die frage nicht eindeutig im Wort Gottes geklärt wird.

Dann sollte einem klar sein, dass man als Christ den Gesetzen des jeweiligen Landes unterworfen ist und sofern diese nicht gegen christliche Werte verstoßen man sich auch daran halten muss.

Jetzt spricht aus meiner Sicht nichts gegen Konsum von Cannabis zu Therapiezwecken. Es ist natürlich wichtig als Christ sich nicht weltlichen Gelüsten hinzugeben und sich sinnlos zuzudröhnen, jedoch wenn man erkrankt ist und Cannabis als Therapieform in Betracht kommt, würde ich sagen ok, warum nicht?

Allerdings sollte die Therapie immer ärztlich beaufsichtig sein und nicht selbst mediziert. Zudem sollte man auch sein eigenes Verhalten überwachen, denn es kann bei einer solchen Therapieform auch öfters vorkommen, dass man unabsichtlich zugedröhnt ist.


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telemann2000 01.10.2017, 10:01

das hört sich gut und ausgewogen an...

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Ehm ich verstehe nicht ganz was das mit dem Glauben zutun hat? Ich meine der glaube gibt dir ja nicht vor wie du zu solchen Themen zu denken hast? Außerdem ist das eher eine Frage des Alters und der persönlichen Einstellung.

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telemann2000 01.10.2017, 08:36

Je nachdem in welchem christlichen Umfeld ein Gläubiger aufwuchs kann es unter Umständen sehr wohl damit etwas zu tun haben. Schließlich gibt es sogar Gläubige, die auf Alkohol verzichten....

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BiggerMama 01.10.2017, 08:49
@telemann2000

Ich glaube, dass Du Moslem bist oder in einem muslimischen Umfeld aufgewachsen bist.

Du erwartest, dass sich in der Bibel zu nahezu jeder Lebenssituation Verhaltensvorschriften für die Gläubigen befinden.

Ein Christ kann mit Deiner Frage aber recht wenig anfangen, weil sich die Bibel nicht zu solchen Themen "äußert".

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MarkusGenervt 01.10.2017, 08:57
@BiggerMama

Doch, tut sie.

Das Leben ist heilig. & Du sollst nicht töten. & Liebe Deinen nächsten wie Dich selbst.

Ich weiß, so für sich genommen ist das wenig aussagekräftig. Aber darum haben wir unseren Verstand, um das auch mal genauer zu durchdenken und auch die Konsequenzen zu ergründen.

Nicht einfach nur alles hinnehmen – wie es der Priester diktiert –, sondern selbst mal nachdenken!

Wofür hat Luther eigentlich sein Leben riskiert und die Bibel übersetzt, wenn sie doch keiner selbst liest und sich die Menschen immer noch ein "X" für ein "U" vormachen lassen?

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