Wie steht die Kirche zur parlamentarischen Abstimmung und Befürwortung der Homo-Ehe mit dem Ziel der Gleichstellung wie bei Mann und Frau?

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6 Antworten

Hi,

1. Bibel

Zur Homosexualität steht ja einiges in der Bibel. Allerdings muss man alles, was in der Bibel steht, im historischen Kontext von damals sehen. Eine Ehe zwischen Homosexuellen wird nicht erwähnt, ebenso wenig  wie eine liebevolle, gleichberechtigte Partnerschaft. Bei den Stellen geht es ausschließlich um homosexuellen Geschlechtsverkehr:

  • Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau; es ist ein Gräuel. (3. Mose 18,22)
  • Wenn jemand bei einem Manne schläft wie bei einer Frau, so haben sie beide getan, was ein Gräuel ist, und sollen des Todes sterben; ihre Blutschuld komme über sie. (3. Mose 20,13)
  • Darum hat sie Gott dahingegeben in schändliche Leidenschaften; denn bei ihnen haben Frauen den natürlichen Verkehr vertauscht mit dem widernatürlichen; desgleichen haben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau verlassen und sind in Begierde zueinander entbranntund haben Männer mit Männern Schande über sich gebracht und den Lohn für ihre Verirrung, wie es ja sein musste, an sich selbst empfangen. (Römer 1,26f.)
2. Kirche heute

Von der Kirche gibt es keine einheitliche Meinung...

In 16 von 20 deutschen evangelischen Landeskirchen werden homosexuelle Paare gesegnet. Das sind keine "normalen" Traugottesdienste, sondern eben Segnungen. Aber immerhin.

In drei der evangelischen Landeskirchen können auch Homosexuelle kirchlich heiraten (die Gottesdienste sind denen der Trauungen für Heteros  gleichgestellt): Hessen-Nassau, Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und Rheinland. Wenn man auf dem Standesamt eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingegangen und dort in der Kirche ist, dann kann man in einer evangelischen Kirche heiraten.

In der katholischen Kirche können homosexuelle Paare nicht heiraten. Da ich nur die evangelischen Positionen genauer kenn, kann ich nicht wirklich viel dazu sagen. Aber Papst Franziskus hat Schwule und Lesben gegen  Diskriminierung verteidigt. Über einen Homosexuellen, der Gott suche undein Mensch guten Willens sei, könne er nicht den Stab brechen: „Wer bin ich, ihn zu verurteilen“. Der Berline Ezbischof Koch hat in der letzten Woche zu dem Thema viele Interviews gegeben und sich dort ganz klar gegen die "Ehe für alle" ausgespochen.

In der EKBO (Evangelische Kirche Berlin Brandenburg Schlesische  Oberlausitz) wurde im Juli 2016 die Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren mit dem Traugottesdienst gleichgestellt und theologisch begründet. Diese Begründung findest du hier: http://www.ekbo.de/fileadmin/ekbo/mandant/ekbo.de/files_ekbo.de/1._WIR/04._Landessynode/07._2016_Fr%C3%BChjahr/DS09_-_Anlage_3_-_Synodendrucksache_Gleichstellung_60308.pdf

Ein paar grundlegende Punkte sind:

  • Die Schöpfungserzählungen und entsprechende Verweise auf die Schöpfungserzählungen bieten den Spielraum, in ihnen nicht allein eine exklusive Begründung der Partnerschaft zwischen Mann und Frau zu lesen.
  • Die Intention der Schöpfungserzählungen und der mit ihnen verbundenen  Passagen kann nicht allein darin gesehen werden, die Geschlechterdichotomie darzustellen
  • Die Bibel (insbes. Paulus) kannte keine gleichberechtigte  homosexuelle Beziehung in Verbindlichkeit, Treue und  Partnerschaftlichkeit, aber sie kannte im Umfeld eine zum Teil in der Kulturpraxis zum Teil im gesellschaftlichen Establishment verankerte sexuelle Freizügigkeit, gegen die sie sich abgrenzte
  • Die Bibel stellt die Liebe in den Mittelpunkt

Mehr Infos findest du auch auf www.huk.org, das ist die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche e.V., die haben sehr viele Texte und Veröffentlichungen zu dem Thema.

Die evangelische Kirche Deutschland hat sich in der letzten Woche auch mehrfach positiv zum Beschluss geäußert.

LG

Ich vermute man muss da unterscheiden, zwischen der Ehe, die vor dem Staat geschlossen wird und einer kirchlichen Ehe.

Es wird sich zeigen, welche Kirchen dazu bereit sein werden, auch gleichgeschlechtliche Paare zu trauen.

Im Grunde ist es jedoch für Kirchen nicht machbar, sofern sie sich an die religiösen Ge-und Verbote halten.

Aber die kirchliche Ehe hat ja ohnehin keine staatsrechtliche Relevanz.

Ich vermute weiterhin, den "Gleichgeschlechtlichen" geht es auch eher um die staatliche Anerkennung ihrer Ehe, als dass sie das bei einer Kirche durchboxen wollen.

die Ehe ist ein heiliges Sakrament und hat daher durchaus eine verbindliche Relevanz für die, die nach christlichen Werten leben und ihre Kinder erziehen

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@bachforelle49

Ja, ok... die können es ja so machen.

Eine Ehe vor dem Staat wird aber vom Staat nicht als heiliges Sakrament angesehen.

Daher, wie erwähnt, muss man eben unterscheiden zwischen standesamtlicher Ehe und kirchlicher Ehe

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Die evangelischen Kirchen - besser: die meisten evangelischen Kirchen - segnen schon geraume Zeit gleichgeschlechtliche Paare ein.

Die katholische Kirche hat dagegen noch deutliche Vorbehalte. Ob und wann sie die weltlich-rechtliche Entwicklung akzeptiert, ist nicht absehbar.

MfG

Arnold

Evangelische Kirche - hat nichts dagegen

Katholische Kirche - hat was dagegen

Aber im Endeffekt egal, weil die Ehe ein staatliches Konstrukt ist und kein religiöses. 

Wie die Kirche dazu steht ist doch allgemin bekannt. Zum Glück braucht man die Kirche nicht zum heiraten. 

Am Fundament der Ehe wird gar nicht gezweifelt. Das ist nämlich der Wille zu einer lebenslangen Partnerschaft in gegenseitger Verantwortung. Das kiegen auch Homosexuelle hin, meinst du nicht?

im Prinzip ja, obwohl jegliche Freiheiten auch zu Mißbrauch verleiten - aber da die Vaterrolle ohnehin in unserer Gesellschaft nichts mehr gilt (sollen die Kinder doch ohne Vater groß werden..lt. Aussage von Jugendämtern, wenns um Trennung geht), frage ich mich, was die Regierung für das wachsende Heer und Meer der sogenannten Alleinerziehenden zu tun gedenkt, in einer Gesellschaft, die außer übermäßigem Smartphonegebrauch die Werte zunehmend über Bord schmeißt -

die kriegen ja noch nicht einmal das gerechte Splitting auf die Reihe

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@bachforelle49

??? Freiheiten? Mißbrauch? Wovon redest du?

Dein Kommi klingt in sich zusammenhanglos und hat gar keinen Zusammenhang mit der Frage oder meiner Antwort.

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Wenn.. die Kirche sich an die Bibel hält, dann würde sie dies nicht absegnen.

In der Bibel findet man folgende Texte zu diesem Thema:


1. Mose 1:27, 28

27  Und Gott ging daran, den Menschen in seinem Bilde zu erschaffen, im Bilde Gottes erschuf er ihn männlich und weiblich erschuf er sie. 28  Auch segnete Gott sie, und Gott sprach zu ihnen: „Seid fruchtbar, und werdet viele, und füllt die Erde, und unterwerft sie [euch] [...]"


3. Mose 18:22

22  Und du sollst nicht bei einer männlichen Person ebenso liegen, wie du bei einer Frau liegst. Es ist eine Abscheulichkeit.

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Ps. Auch steht in der Bibel, dass der Mensch nicht zur Waffe greifen soll, um Krieg zu frühen.

Trotzdem haben sie es gemacht.



Man sollte das was in der Bibel steht im historischen Kontext sehen

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