Wie stehen sich Natürliche Geburt und Kaiserschnitt gegenüber?

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Hallo snowlana!

Bei der normalen Geburt werden im kindlichen Körper viele Hormone ausgeschüttet (insbesondere Cortisol), dadurch wird das Kind auf die Geburt und das Leben außerhalb der Gebährmutter vorbereitet. (Kaiserschnittkinder haben häufiger als normal geborene sogenannte Anpassungsstörungen - Atemprobleme, Koliken, Schreiatacken).

Die Lunge wird stark zusammengepresst und dabei von Fruchtwasser entleert. (Kaiserschnittkinder haben häufiger Atemprobleme und müssen häufiger beatmet werden oder noch in den Inkubator oder zur Überwachung).

Beim Durchtritt schluckt das Kind etwas Vaginalflüssigkeit mit den darin enthaltenen guten Keimen, die zum Aufbau der Vaginalflora beitragen. (Kaiserschnittkinder leiden häufiger und stärker unter Blähungen und Dreimonatskoliken und haben eine höhere Wahrscheinlichkeit für Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten und ein schwächeres Immunsystem mit häufigeren Infekten wie z.B. Erkältungen, Mittelohrentzündungen).

Nach der Geburt werden Glückshormone und Bindungshormone ausgeschüttet, die die Bindung zwischen Mutter und Kind stärken und Wochenbettdepressionen vorbeugen (bei Kaiserschnitten gibt es häufiger Wochenbettdepressionen und gestörte Bindung). Bei gestörter Bindung fällt der Mutter schwerer zu erkennen, was das Kind braucht. Sie kann es nicht so gut trösten, fühlt sich schnell überfordert und es gibt Schwierigkeiten beim Stillen.

Bei der normalen Geburt gibt es die Möglichkeit spät abnabeln zu lassen (das bedeutet einige Minuten zu warten, bis die Nabelschnur nicht mehr pulsiert und das Blut aus dem Mutterkuchen in das Kind geflossen ist). Kinder die spät abgenabelt wurden haben ca. 6Monate lang höhere Eisenwerte und ein kleineres Risiko Eisenmangel zu haben.

Falls Du mehr wissenschaftliche Fakten wissen willst empfehle ich Dir das Buch: "Gebähren ohne Furcht und Aberglaube"

LG, Hourriyah

PS: Natürlich gibt es Notsituationen, in denen ein Kaiserschnitt unvermeidbar ist. Dann muss man leider die Negativfolgen in Kauf nehmen. Man kann auch einiges tun um einen "schonenden Kaiserschnitt" zu haben, bzw. die negativ Folgen abzumildern (z.B. Wehentätigkeit abwarten, moderne Operationstechnik in guter Klinik, Tropfen zum Aufbau der Darmflora (z.B. Bigaja), Spinalanästhesie, Baby möglichst schnell zur Mutter nackt auf die Brust, in den ersten Tagen häufig nackt auf Brust oder Bauch legen, Stillen, Tragen im Tragetuch).

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das weiss man nicht, man vermutet unterschiede die aber nicht ausreichend belegt sind, ich hab beides durch die erste mit kaiserschnitt, die zweite normale geburt, sind beide prachtvoll und verhalten sich gleich - kann keine unterschiede feststellen, generell sagt man aber, dass eine normale geburt eben normal ist und nach möglichkeit auch "in anspruch" genommen wird, kaiserschnitt ist halt ne op und op bürgt immer gefahren.

Viele behaupten ja, bei einem Kaiserschnitt fehlt Mutter und Kind das Geburtserlebnis, sodass die emotionale Bindung nicht so stark werden kann, wie bei einer normalen Geburt. Das halte ich für Quatsch, schließelich war das Kind 9 Monate lang im Mutterleib. Trotzdem befürworte ich Kaiserschnitt nur, wenn es nicht anders geht.

Gleichgestellt sicher nicht. Ich glaube, jedes Kind kennt seinen Zeitpunkt um auf die Welt zu drängen, mit Kraft, schier Gewalt. Bei einem Kaiserschnitt nimmst du dem Menschen diese Erfahrung, er wird geholt und kann nicht in seinem Tempo kommen. Allerdings befinden sich Mutter und Kind in einer äusserst gefährlichen Gesamtsituation: EIne Geburt ist für beide nicht wirklich einfach! Da wäre der Kaiserschnitt im Vorteil. Philosophisch könnte man diese Sache auch angehen, aber die Gedanken kann sich ja jeder selbst machen:-)

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