Wie stehen diese Philosophen zum thema Tötung?

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1 Antwort

Albert Schweitzer hatte Ehrfurcht vor dem Leben. Allerdings war er nicht strikt gegen jede Tötung eines Tieres. So aß er in Lambarene Affenfleisch. Er selbst konnte keine Kreatur töten. Nach Schweitzer muss der Einzelne jeweils entscheiden, ob er unter dem Zwang der Notwendigkeit einem Tier Schaden zufügen und dann die Verantwortung dafür übernehmen will. Er soll sich seiner Schuld bewusst sein und als Ausgleich Gutes tun, indem er möglichst viele Mitgeschöpfe rettet: dem alten Pferd das Gnadenbrot geben, den Wurm vom Weg ins Gras setzen, keine Blumen brechen ohne vernünftigen Grund. Dennoch bleibt der Konflikt bestehen zwischen Zerstörenmüssen und Erhaltenwollen, und der Mensch muss ihn aushalten. Nur dann, so Schweitzer, sei er "wirklich fromm" (aus Google). Kant war für die Todesstrafe („Wenn morgen die Welt unterginge, müsste heute noch ein verurteilter Mörder hingerichtet werden!“ – sagte er, dem Sinne nach). Hinsichtlich der Tötung von Tieren vertrat er wie Descartes die Auffassung, dass es keine ethischen Pflichten gegenüber der Tierwelt geben könne (aus Google). Bei „Singer“ bin ich leider überfragt. Eine persönliche Anmerkung: bei der Todesstrafe kann man m.E. nicht von „Ermordung eines Menschen“ sprechen, es sei denn, das Mordmerkmal der Grausamkeit ist gegeben. Manche Hinrichtungen grenzen allerdings an Grausamkeit, aber bei einem Täter, der selbst grausam gemordet hat, kann man eine solche „Härte“ in Kauf nehmen. Filme wie z.B. „Endstation Schafott“ können einen in seiner Auffassung schwankend machen; allerdings war die Hinrichtung des Delinquenten dort nach heutiger Auffassung ungerecht, da der Täter im Affekt gehandelt hatte.

Haldor 04.04.2012, 12:50

Noch eine Ergänzung zu meinem Kommentar: Die Einstellung Kants, insbesondere Descartes zu den Tieren lehne ich scharf ab (vor allem die Descartes', der in den Tieren so etwas wie Automaten sah). Ich halt es mit Albert Schweitzer und Schopenhauer, die Mitleid mit den Tieren forderten; wenngleich der von Schweitzer genannte Konflikt ausgehalten werden muss. Schließlich können nicht alle Menschen Veganer oder Vegetarier werden, wir hätten sonst ein riesiges Ernährungsproblem.

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BlackRainbow666 27.08.2012, 00:29
@Haldor

Mit pflanzlicher Nahrung können mehr Menschen ernährt werden, und soweit ich weiß ist sie auch gesünder. Wo wäre das Problem?

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