Wie stark sind Zugbremsen wirklich?


19.04.2021, 22:32

Also bei trockenen und perfekten Wetterbedingungen. Wenn es Nass oder Glatt ist, dann ist es was anderes.

5 Antworten

Sicher können die blockieren. Das geht sogar recht schnell, da die Reibung zwischen Rad und Schiene nicht sehr hoch ist. Durch Sandstreuanlagen wird deshalb bei Notbremsungen Sand auf die Gleise gestreut, damit die Räder mehr Bremswirkungen haben.

Die Räder können bei solchen Manövern Flachstellen bekommen:

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Flachstelle#:~:text=Gem%C3%A4%C3%9F%20AVV%20%28alt%20RIV%29%20sind%20Wagen%20mit%20Flachstellen,ist%20nur%20eine%20L%C3%A4nge%20von%2030%20mm%20zul%C3%A4ssig.

Die Bremsanlage von Zügen muss stark genug sein Züge aus ihrer technischen Höchstgeschwindigkeit zum stehen zu bringen, wenn ein Zug zu stark abgebremst wird kann es zu Flachstellen, Aufschweißungen und zum Gleiten kommen, was bedeutet das das Rad zwar stillsteht, das Fahrzeug jedoch bewegt sich weiter!

Moderne Loks haben einen elektronischen Gleitschutz, der die Bremse automatisch stückweise auslöst wenn der Gleitschutzrechner anspricht.

Theoretisch kann ein Zug auch bei 100 kmh ins Gleiten kommen, jedoch muss da schon sehr viel schieflaufen.

Das kommt durchaus vor. Das Ergebnis sind dann sogenannte Flachstellen, die bei rollenden Fahrzeugen auch deutlich zu hören sind, das ist ein ganz charakteristischer Ton.

Es gibt da technische Möglichkeiten, sowas zu verhindern, nennt sich Gleitschutz. Hat aber bei weitem nicht jedes Fahrzeug.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – ÖPNV-Nutzer und viel mit dem Thema beschäftigt

Mal eine Frage zur Gefahrenbremsung. Falls der Lokführer sieht, dass irgendwas auf der Strecke ist nach einem Sturm, muss er dann wirklich nur einen Hebel ganz zurückziehen oder noch was anderes machen?

Bei Straßenbahnen hab ich das zumindest so gesehen, aber zu großen Zügen hab ich nichts gefunden.

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@fromthetop

Naja, Schnellbremsung einleiten und gegebenenfalls Fahrdienstleiter kontaktieren

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@fromthetop

im modernen Führerstand gibt es tatsächlich nur einen "Hebel", der zum Beschleunigen und Bremsen benutzt wird. Je weiter nach vorne er gedrückt wird, desto mehr Leistung ruft der Zug ab und entsprechend ist das Tempo. Gleiches natürlich wenn der Hebel zum Lokführer hin gezogen wird, nur eben mit bremsender Wirkung.

Bei einer Gefahrenbremsung zieht der Lokführer den Hebel ganz zu sich hin, woraufhin je nach Zug die Hauptluftleitung verstärkt und damit besonders schnell entleert wird und der Zug kommt am schnellsten zum stehen. Gleichzeitig wird gesandet, das bedeutet es wird Sand vor die Räder gestreut, um den Reibwert der Räder auf der Schiene zu erhöhen und den Zug noch schneller zum stehen bekommen

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natürlich haben moderne Wagen und Loks Gleitschutz. Das ist Zwingend seit dem Ablösen der Guss-Bremssohlen durch Kunststoffsohlen oder Scheibenbremsen.

20160403 Vortrag.v.1.2 (schienenfahrzeugtagung.at)

Das war schon in den 60er und früher Stand der Technik.

Das passiert durchaus. Dadurch entstehen dann sogenannte Flachstellen oder Aufschweißungen

Unglaublich und das obwohl so viele Tonnen pro Rad sind?

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@fromthetop

Ja klar. Soll natürlich nicht passieren, ist auch bei Reisezugwagen sehr viel unwahrscheinlicher als bei Güterzügen

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@Paejexa

Mein erster Bahnbetriebsunfall: der Triebwagenführer hatte beim Güterzug die Bremsanlage nicht angekoppelt, bei einer Bremsung musste der Triebwagen alleine weit über 1000 to abbremsen. Er ist mit blockierenden Rädern, eine Sandspur hinterlassend, durch den Prellbock in das Erdreich gedrückt worden.

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@furbo

oha das ist krass 😅 hat er wohl die Bremsprobe nicht gemacht.. sowas ist mir zum Glück bisher erspart geblieben

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@Paejexa

Das war auch krass. Der Triebwagen wurde von den Wagen vor sich hergeschoben und tief in das Erdreich gedrückt. Da traten gewaltige Kräfte auf. Ich habe damals als Erinnerung eine 30mm-Schraube mitgenommen. Die war einfach durchgerissen.

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@furbo

Glaub ich sofort. Hier bei mir (ist aber schon länger her) ist mal der 5000 Tonnen-Erzzug entgleist. Ursache weiß keiner. Der hat den halben Bahnhof umgegraben, ist glücklicherweise hinter dem Bahnsteig passiert. Da war wochenlang komplett gesperrt, bis alles wieder hergerichtet war

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