Wie spricht man im Lateinischen das ´C´ aus?

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5 Antworten

Das weiß niemand, weil es keine Tonaufzeichnungen gibt. Man kann aber aus der Schreibung von "Caesar" als "Kaisar" in griechischen Schriften schließen, dass das C wie ein K gesprochen wurde.

Auch der aus der "cellarius" abgeleitete Keller spricht dafür. Im Mittelalter wurde es aber vor hellen Vokalen wie ein Z gesprochen, wie die Zelle zeigt.

Daraus folgt: klassisch wohl wie K, im Mittelalter dann irgendwann wie K, außer vor hellen Vokalen, wo es als Z gesprochen wurde.

Wenn das so einfach zu beantworten wäre … 

Latein ist eine Sprache, die jahrhundertelang gesprochen wurde. In dieser Zeit hat es sich natürlich auch verändert, so wie alle Sprachen es tun. Es gibt keine eindeutige Antwort auf diese Frage.

Niemand weiß eindeutig, wie Latein geklungen hat, weil wir - logischerweise - keine Tonbänder oder ähnliches haben. 

Man nimmt an, dass das c in der Antike mehrheitlich als k ausgesprochen wurde. Im Laufe der Zeit, vor allem im Übergang zum Mittelalter, setzte sich vor hellen Vokalen (wie e und i) dann die Aussprache von c als z durch. Es gab da aber sicher auch immer wieder Unterschiede und Abweichungen, weil Latein von sehr vielen Menschen unterschiedlicher Abstammung gesprochen wurde! 

Daneben darf man nicht vergessen, dass sich aus dem Latein auch die romanischen Sprachen herausgebildet haben, welche über eigene Ausspracheregeln für das c verfügen. Im Italienischen wird das c vor hellen Vokalen z.B. als "tsch" gesprochen. 

Heute ist die Aussprache des Cs vor allem eine Frage der persönlichen Präferenz. In der Schule wird meist gelehrt, dass man c als k ausspricht, aber es gibt auch nach wie vor Leute, welche z bei hellen Vokalen bevorzugen. Im Prinzip ist es auch egal, da, wie gesagt, niemand weiß, wie Latein geklungen hat und Latein nicht mehr als Muttersprache gelernt wird. 

koopatroopa 08.11.2015, 18:04

Dafür, dass du sagst, dass man keine Ahnung hat, hast du ganz schön viel Ahnung :-P ;)

Ich will damit sagen, dass man die (u.a. von dir genannten aber auch z.B. von Christianwarweg) Belege für die sich wandelnde Aussprache nicht runter spielen soll.

Im Gründe ist es wirklich eine Sache der persönlichen Präferenz, aber ich finde, dass man zumindest Konsequent aus einer Epoche auswählen sollte und nicht zusammenwürfeln

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Clarissant 08.11.2015, 19:09
@koopatroopa

:D

Da hast du natürlich recht. Sicherlich ist die lateinische Aussprache kein Buch mit sieben Siegeln, auch wenn man nicht alles genau weiß. :) 

So sehe ich das auch. Allerdings würfelt das typische Schullatein ja auch zusammen. Aber das heißt ja nicht, dass man sich nicht trotzdem auf eine Aussprachemöglichkeit festlegen kann. 

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Das ist ganz unterschiedlich und muss wohl von Wort zu Wort gelernt werden. Caesar z.B. spricht man wie Zäsar, das Wort "cor" (= Herz) wie "kor". Vermutlich gibt es da auch irgendwelche Regeln, aber mein Lateinunterricht liegt viel zu lange zurück. Mit einem folgenden oder nicht folgenden Vokal hat es nichts zu tun, siehe Beispiele oben.


Clarissant 08.11.2015, 17:30

Man nimmt an, dass der Name "Caesar" zu Zeiten Caesars ungefähr "Kaisar" ausgesprochen wurde. :) 

Z vor hellen Vokalen kam wahrscheinlich erst später, genauso auch der Zusammenfall des Diphthongs "ae" als "ä". 

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Das weiß keiner. Du kannst es wie k aussprechen, dann aber klingt Cicero wie Kikero. Blöd. Kikeriki. Oder wie C vor hellen Konsonanten, also Zizero, aber kum bei cum. Oder italienisch Tschitschero.

Man spricht es wie das C im deutschen, also in Wörtern als "K".


Clarissant 08.11.2015, 17:42

Na ja … viele deutsche Wörter mit C sind Fremdwörter. Und da gibt es auch andere Beispiele: 

Cello, Cent, Cicero, Cedille, Ciabatta, City etc. 

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