Wie speicher das Gehirn die ganzen Daten ab?

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4 Antworten

Man weiß es leider nicht. Es wird angenommen, dass Synapsen ihre Übertragungseigenschaften verändern – dies schlägt sich in ihrer Struktur nieder. Synapsen verändern ihre Größe. Weiterhin führt Lernen zu einer höherer Dichte im Kortex (Großhirnrinde) in den eingebundenen Arealen(nachgewiesen für motorisches und einige Arten von kognitivem Lernen), wobei keinen neuen Neuronen entstehen (nur der Hippokampus ist dabei eine Ausnahme). So nimmt man an, dass die Anzahl der Synapsen und Dendriten wächst und auch die Anzahl der Verbindungen untereinander. So scheint zunächst das Wissen/Können in den Synapsenstärken zu sitzen. Man geht davon aus, dass Erfahrungen/Lerninhalte als neuronales Aktivitätsmuster zunächst insbesondere im Hippokampus (HC) landen – wenn gleichzeitig im Hippokampus Dopamin ausgeschüttet wird. Dort werden die „Erinnerungen“ kurzzeitig „zwischengespeichert“, indem sich die Stärken der Synapsen (mit denen die Neuronen untereinander kommunizieren) verändern. Dann werden die Erinnerungen in den Kortex „überschrieben“. Hierzu wird u.a. vermutet, dass der HC den Kortex mit Aktivierungsmustern so lange bombardiert (v.a. im Schlaf), bis sich auch im Kortex die Synapsenstärken verändern (dort geht die synaptsichen Veränderungen viel langsamer). Erfahrungen, die nicht von Dopaminauschüttungen begleitet wurden, fliegen wieder aus dem Gehirn. So stecken Deine gesamten Erinnerungen eigentlich in den kortikalen Synapsenstärken (ein kortikales Neuron besitzt viele tausende Synapsen). „Rufst“ Du eine Erinnerung „durch Nachdenken“ ab, dann wird vermutlich ein Neuronenensemble (viele Neuronen, die durch günstige synaptische Verbindungen miteinender eng in Kontakt stehen) synchron aktiviert (die Neurone feuern in gemeinsamen Frequenzmuster und weisen sich dadurch als kohärente Erinnerung aus). So kann ein Neuron in die Repräsentation von vielen unterschiedlichen Dingen und damit auch Gedanken eingebunden sein. Wobei die Synchronisationsmodelle zur Zeit als Epiphänomen diskutiert werden. Allerdings ist man von der Wahrheit damit sicherlich noch weit entfernt.. Beste Literatur hierzu: M. Spitzer: "Lernen" oder F. Beck: "Sport macht schlau."


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Erinnerungen werden in Form von Proteinsträngen abgespeichert, denke ich. Ich habe aber keine Ahnung, habe ich nur mal gehört, dass Krankheiten wie Alzheimer oder so diese Proteine eben abbauen und das Opfer sein Gedächtnis verliert, deswegen.

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Kommentar von Franzmann0815
13.05.2016, 16:42

aber wie genau können die "daten" auf den proteinsträngen hinterlegt werden? und wie bleiben sie dort abrufbar?

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Das Gehirn ist ein großes Netzwerk von Neuronen. Menschen haben verschiedene Bereiche im Gehirn, die aus einer Menge an Neuronen bestehen, sogennante Cluster. Jedes Cluster ist für verschiedene kognitive Fähigkeiten zuständig. Das Abspeichern erfolgt nun durch Assoziation. Wir haben durch Geburt eine Mindestanzahl an Clustern, die für bestimmte Grunddinge, wie Essen, Sex, usw. vorprogrammiert sind, die sich aber im Laufe der Jahre erst herausbilden. Aus dieser Grundmenge entstehen durch Lernen neue Assoziationen. Assoziationen sind nichts anderes als starke Verknüpfungen zwischen Neuronen (sog. Wege). Neue komplexe Gedanken, manifestieren sich durch diese Wege, wodurch wieder neue Cluster entstehen.

Wie genau, das kann aber keiner Sagen, da ist die Forschung noch nicht so weit. Das ist erst die Vogelperspektive des Abspeicherns.

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Kommentar von SchickMirNePM
13.05.2016, 16:44

Hey, das ist also aber noch wesentlich, wesentlich komplexer. Das ist jetzt einfach mal für den Laien so hingeschrieben.

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Genauso wie es der PC macht.

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