Wie sollte sich der traurige Wissenschaftler entscheiden?

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9 Antworten

Nur nebenbei: selbst Hawking hat inzwischen eingesehen, dass es eine TOE aus prinzipiellen Gründen gar nicht geben kann.

Aber zwei wahre Geschichten, nur kurz angedeutet.

Ludwig Boltzmann leitete den 2. Hauptsatz der Thermodynamik her. Zunächst behauptete er, dieser 2. Hauptsatz hätte naturgesetzlichen Charakter und die logische Folge daraus wäre, dass der Zeitbegriff der damals vorherrschenden reduktionistischen Physik (incl. Einstein) falsch sei. Nach seiner Erkenntnis könne Zeit wegen der auftretenden Irreversibilitäten niemals rückwärts laufen sondern immer nur Richtung Zukunft. Zeitreisen wären somit prinzipiell unmöglich.

Diese Behauptung löste unter den etablierten Physikern einen Surm der Entrüstung aus und Boltzmann wurde als Spinner und Verräter an der reinen Physik übelst gemobbt. Als sogar der komplette Ausschluss aus dem Wissenschaftsbetrieb drohte, ließ er sich auf einen Formelkompromiss mit den Reduktionisten ein, der sinngemäß lautete, dass der 2.HS keinen naturgesetzlichen Charakter habe sondern nur ein Erfahrungssatz sei und dass Irreversibilitäten nur dadurch entstehen würden, dass man mit Näherungslöungen arbeiten würde, die der Grobkörnigkeit des Universums geschuldet seien.
Boltzmann litt ein Leben lang darunter, dass er sich wider besseren Wissens selbst verleugnen musste, denn er wusste es ja besser. Als dann noch gesundheitliche Probleme dazu kamen, nahm er sich deprimiert das Leben.

Erst in der 2. Hälfte des letzten Jahrhunderts zeigte dann Ilya Prigogine mit seiner Theorie Dissiaptiver Strukturen, für die er 1977 den Nobelpreis erhielt, dass Boltzmann völlig recht hatte und er sozusagen rehabilitiert werden muss. Mit dieser Theorie wird auch klar, dass Boltzmann letztlich doch zu den ganz großen Physikern des letzten Jahrhunderts gezählt werden muss.

Die zweite Geschichte.

Rudolf Diesel hat es unter Einsatz seiner ganzen Kraft und seines Vermögens geschafft zu beweisen, dass seine Idee eines selbstzündenden Motors funktioniert. Das war schon ein großer Erfolg, weil die Fachwelt der Meinung war, das würde nie funktionieren.
Diesel verkündete dann offiziell, dass er möchte, dass sein Patent ausschließlich zu friedlichen Zwecken und nur zum Wohle der gesamten Menschheit eingesetzt werden dürfe. Daher weigerte er sich auch, Dieselmotoren ans Militär zu verkaufen.
Nun hatte aber die Kaiserliche Marine erkannt, dass der Dieselmotor genau das ist, was man für Uboote benötigt und wollte unbedingt welche kaufen, was Diesel verweigerte. Er wurde dann aber so unter Druck gesetzt, dass er nicht mehr anders konnte.
Da beschloss er, wenn er schon nicht verhindern könne, dass der Motor militärisch eingesetzt wird, dass ihn dann alle einsetzen sollten, um einen Ausgleich zu schaffen.
Daher machte er 1913 eine Reise nach England, um dort Lizenzen und Pläne zu verkaufen. Er bestieg die Fähre, aber als diese in England ankam, war Diesel spurlos verschwunden. Die offiziellen deutschen Stellen verkündeten, Diesel habe auf der Überfahrt Selbstmord begangen und sich is Meer gestürtzt.
Vor einiger Zeit hat sich aber ein Kriminaler die Mühe gemacht, diesen Fall nochmal komplett neu aufzurollen. Sein Ergebnis war, dass sowohl ein Selbstmord als auch ein Unfall praktisch ausgeschlossen werden kann und als realistische Möglichkeit nur noch übrigbleibt, dass ihn jemand über Bord geworfen hat, dass es sich also um glatten Mord handelte.



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Kommentar von Neutralis
29.07.2016, 12:35

Danke für die 2 Geschichten, und ja das mit der ToE weiß ich. Es geht mir in der Geschichte mehr um die Ethik, als um die Wissenschaft. :)

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Nun da eines der absoluten Grundprinzipien der Ethik die Goldene Regel ist, also der Leitspruch: 'Ich behandle andere so, wie ich gerne von ihnen behandelt werden möchte', muss Toe sich nur eines fragen:

Hätte jemand anders die Theorie entwickelt, würde er wollen, dass ihm dieser davon erzählt?

Mit großer Wahrscheinlichkeit: Ja.

Rache ist unethisch. Auch die Überzeugung, jeder Mensch sei schlecht ist und hätte daher die Wahrheit nicht verdient, ist unethisch und genaugenommen narzisstisch.

Toe trägst doch auch das Potential zum Bösen in sich, was macht ihn also berechtigter für die Wahrheit als andere? Tatsächlich: Nichts. Er ist im Wesen kein besserer Mensch als seine Mobber.

Einzige Ausnahme: Die Theorie kann praktisch großen Schaden anrichten (vgl Atombombe). Dann wäre es ethisch, durch Verschweigen Leben zu schützen.

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ToE wird seinen Verstand nutzen und sich in alle möglichen Varianten hineinversetzen.

1. Er schweigt. Die Menschheit wird um diesen unglaublichen Nutzen gebracht, aber niemals wird es jemand erfahren. ToE hat die Befriedigung des Wissen, welchen Nachteil die Menschheit durch ihre eigenen Fehler erleiden muss. Doch er erfährt durch nichts und niemanden Bestätigung. ToE wird diese Variante nicht wählen.

2. ToE nutzt sein Wissen gegen die Menschheit. Er erteilt allen eine Lektion, er schadet der Menschheit, nutzt seine Macht und erfährt eine große Befriedigung durch die Tatsache, dass er all jenen schaden kann, die ihm böses getan haben und dass sie es auch wissen. Wenn ToE so sehr verbittert ist, dass er sich vom Guten und der Moral abgewendet hat, dann wird er diesen Weg gehen.

3. ToE nutzt sein Wissen für die Menschheit. Er erhält Anerkennung für sein tun und wird gefeiert. Geschmälert wird es nur dadurch, dass er auch denjenigen geholfen hat, die im Leid zugefügt haben. Insgesamt überwiegt aber sein Glaube in das Gute und seine eigenen moralischen Vorstellungen. Wenn ToE die Fähigkeit der Empathie besitzt, so wird er diese Variante wählen.

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Als Vorbild ran. Also meine Meinung ist dass viele Menschen dumm sind und ohne Denken handeln. Statt zornig in die Vergangenheit zu schauen, sollte man über dem Ganzen stehen und voll nach seiner Persönlichkeit handeln.
Ist er ein guter Mensch wird er wissen wie er sich zu entscheiden hat.

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er sollte es mir alleine sagen und darauf vertrauen, dass ich allen menschen ihre bösen taten heimzahlen werde

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Die würd ich auch nicht ins Paradies schicken :) jedes Lebewesen hätte es mehr verdient als der Mensch

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Kommentar von Astroknoedel2
11.08.2016, 01:31

Ach, jetzt komm schon... All diese radikalen Anti-Anthropisten.

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Er sollte das tun, von dem er glaubt es sei das Richtige. Ich würde Toe so einschätzen, dass er die Welt nicht zu einem Utopia machen wird, zumal er erkennt, dass die Menschheit dieses Utopia niemals wertschätzen könnten, da der Mensch selbst destruktiv ist und niemals Perfektion akzeptieren kann.

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Kann die Menschheit etwas von Toe erwarten, wenn sie ihm nichts gegeben hat ?

und als Toe forschte, da lebte er unter einer brücke und hat sich von den früchten den umherstehenden bäume ernährt, und hat auch nie nur einen fuß in eine öffentlich finanzierte einrichtung wie eine universität gesetzt?

oder hat Toe familien- und studienbeihilfe bezogen, gratis an den besten universitäten studiert, forschungsmittel und experimente finanziert bekommen, und und und...?

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Kommentar von Neutralis
29.07.2016, 17:40

Er hat Bücher von Wussenschaftlern gelesen, die schon lange tot sind.

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 "Theorys of Everything" bzw. vereinheitlichungen von Gravitation und QFT gibt es schon. Außerdem sehe ich auch nicht, wie man damit Menschen "helfen" könnte.

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Kommentar von Neutralis
11.08.2016, 01:08

Es gibt noch keine ToE. Man weiß nicht mal, wie diese Aussehen wird sondern stellt nur Vermutungen an. Außerdem sollte die Story auch nicht auf wissenschaftlichen Fakten beruhen.

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