Wie sollte man mit Unglück umgehen?

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5 Antworten

Wenn ich dich recht verstehe: Weil du Angst vor einem ungewissen Unglück hast, willst du dir das, was dir lieb und wertvoll ist, selbst zerstören? Also: Lieber Unglück auf Dauer als Glück, das nicht von Dauer ist? Das erinnert mich an jemanden, der aus Angst vor dem Tod lieber gleich Selbstmord begeht.

Da kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Denn gerade die Erinnerungen an glückliche Zeiten helfen durch unglückliche Zeiten hindurch: Es bleibt nicht ewig Nacht, die Sonne geht auch wieder auf.

Glück ist auch eine Einstellungsfrage. Manch einer ist glücklich, wenn er einen Abschluss in der Tasche hat, den Traumjob bekommt, die Traumfrau heiratet, das Traumhaus baut - bis ihn das eines Tages alles langweilt. Und die Traumfrau sich als recht eigenwilliges Wesen entpuppt, das er nicht versteht. Da braucht gar kein großes Unglück zu geschehen - die Glücksmomente sind flüchtig, danach folgt die Routine.

Und manch anderer, der keine großen Erfolge im Leben vorweisen, aber aus allem das Beste machen kann, sich an jeder Blume und an jedem Schmetterling erfreut, der ist im landläufigen Sinne wohl ein armer Schlucker, aber vielleicht im Leben glücklicher als der oben erwähnte Erfolgsmensch.

Ich denke schon, dass jeder Mensch ein Recht auf ein Glück hat, und ein Unglück einem allenfalls vor Augen führt, dass Glück nichts Selbstverständliches ist. Und solange noch kein Unglück eingetreten ist, solltest du die Gegenwart genießen und dir nicht den Kopf darüber zerbrechen, dass eines Tages alles vorbei ist.

Und dann noch eine Frage an dich: Jeder Mensch stirbt eines Tages. Zerbrichst du dir auch den Kopf darüber, wozu überhaupt noch Kinder geboren werden, wenn sie irgendwann doch sterben?

Glück und Unglück, Tag und Nacht, Schwarz und Weiß habe ich aus meinem Weltbild gestrichen. Nun gut. Ich habe viel Schichtdienst auch an den Wochenenden gearbeitet.

Mein Vater starb als ich noch keine 13 war. Von der Stunde an hatte ich nur noch die Wahl zwischen Sklavin für die Familie sein oder Kinder-Konzentrationslager. Ich hätte jammern können, mich in Selbstmitleid wälzen. Wäre ich schon tot. Fände ich denn doch schade. Leben ist nämlich durchaus schön, interessant, vielfältig, spannend, lehrreich, der Pfad des inneren Dschihad..... . Da ich verstehen wollte warum meine verbliebende Familie ist wie sie ist blieb ich da. Das war aus vielen verschiedenen Gründen durchaus sehr gut für mich und nicht nur für mich.

Ich habe also die Lebensaufgabe angenommen. Und für mich und nicht nur für mich das Beste daraus gemacht. Darauf kann ich zufrieden zurück blicken.

Der Tot meines Vaters? Seine Lebensuhr war abgelaufen. Wie komme ich dazu egoman sein zu wollen? Er hat 15 Jahre länger gelebt als die Uni-Klinik Köln für möglich hielt. Dass ihm durch den Tod viel Leid erspart wurde habe ich später beruflich gelernt.

Leben ist Veränderung, Stillstand ist Tot.

In vielen asiatischen Ländern gibt es fünf Minuten Selbstmitleid und dann wird die Lebensaufgabe angenommen. Als Chance. Wozu sie auch immer dienen mag. Wir kleinen Menschen können oft genug nicht in der Situation erkennen um welche Chance es sich handelt. Im Rückblick aber, Bereitschaft vorausgesetzt, erkennen wir durchaus manches großes Lebensgeschenk welches nur durch für uns "Zivilisierte" oft als Unglück wahrgenommene Situationen möglich wurde.

"Man"? Kenne ich nicht. Hat sich mir noch nicht vorgestellt. Gerüchten zufolge soll es sich um den Widerspruch in sich handeln:

Das neutrale persönliche Fürwort.

Mehr Irrsinn ist mir noch nicht begegnet. Mir hat mal ein lieber Schweizer zu diesem seltsamen Wort erklärt es Ausdruck von fehlendem Respekt und fehlender Achtung sich selbst gegenüber. Wäre mal wert drüber nachzudenken warum nicht von Ich geschrieben wird wenn Ich gemeint ist. Ich habe keine Angst vor mir, keinen Grund mich zu verleugnen. Also muss ich auch kein Du fürchten oder verleugnen. Also kann ich Zeit mit mir oder Dir ganz wahrnehmen, genießen, zulassen. Also habe ich morgen eine volle Erinnerung die mir kein Mensch nehmen kann. Also verhindere ich Komplettverlust.

Das was Du liebst soll nicht sterben, weil es aus sich selbst einen Wert darstellt. Außerdem würde Dein Unglück dadurch noch vergrößert.

Der Mensch ist in der Lage mit Unglück fertig zu werden, aber es ist auch sehr wichtig, dass der Mensch das Unglück empfindet, denn nur so entwickelt er die Fähigkeit auch mit dem Mitmenschen mitzuleiden und sich auch um Glück und Unglück des Anderen zu kümmern.

Im Grunde fragst Du nach dem Sinn des Lebens. Dieser ist eng mit dem Sinn von Leid verknüpft. Das Leben stellt uns auf die Probe und es ist beglückend, diese Probe zu bestehen. Darum ist sogar Hiob nachdem er seine ganze Familie verloren hat wieder glücklich, denn er fühlt, dass er die schwerste aller Proben bestanden hat und dadurch mit Gott, der die Ursache all seiner früheren Freuden war verbunden bleibt.

Selbst ohne einen Glauben an Gott hilft es, jedes Unglück als eine Herausforderung anzunehmen.

So habe ich früher auch immer gedacht: Auf Glück folgt Unglück, und auf Unglück folgt Glück. Aber das ist nicht so. Wir sehen oftmals gar nicht unser tatsächliches Glück. Jedes Mal wenn du in einem Apfel beißt, ist das Glück. Wenn du sauberes Wasser trinken kannst, ist das Glück. Wenn du deine Miete zahlen kannst, ist das Glück. Denn eine Menge Menschen auf dieser Welt können das nicht.

Von daher haben wir eigentlich viel mehr Glück wie Unglück.

nein es mus die beiden seiten geben sonst würdest du das glück nicht schätzen und als selbstverständlich hinnehmen

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