Wie sollte man mit Menschen umgehen mit denen man selber nicht gut kann?

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5 Antworten

Mit wem kommt man "klar"? Hier bewegt man sich im Spannungsfeld zwischen Wahrnehmung, Informationsverarbeitung und Analogieschlüssen. Extrovertierte Menschen sehe ihre Art, sich Dingen zu nähern, über Dinge zu sprechen, als ganz normal an, deshalb wird es ihnen eher ungewohnt vorkommen, wenn andere sich nicht so wie sie verhalten. Ein anderes Verhalten "bricht" die eigenen Vorstellung und erforderte bei sauberer Verarbeitung eine Relativierung der eigenen Position, um darauf eingehen zu können. Kann man dies nicht, häufig ein Zeichen für kompensierte Minderwertigkeitskomplexe, auch z.B. im Gewand einer narzißtischen Persönlichkeitsstörung, so wird es kaum einen Weg geben, mit Menschen umgehen zu können, die merklich "anders" als man selber sind.

Gerade aber extrovertierte Menschen sind eher emotional gesteuert und damit eher gefährdet, zu einem Schubladendenken (Analogieschlüsse über Gruppenbildung und -zuordnung) zu neigen (dabei Männer tendenziell stärker als Frauen), welches aber die sozio-kulturelle Durchlässigkeit eher behindert, denn Analogieschlüsse setzen gerade implizit eine sozio-kulturelle Gleichheit implizit voraus.

Weit interessanter aber ist die Frage, warum Du in deiner Kommunikation gehemmt zu sein scheinst. Die eigentliche Frage verschiebt sich dadurch für mich, denn das zeigt eine deutliche Hemmung, die z.B. durch Neurosen hervorgerufen werden können. Könntest es sein, daß Du deine introvertierte Art als weniger sozial kompatibel und deshalb "minderwertig" erachtest, also schon präjudizierend (unbewußt) von einer Ablehnung ausgehst , weil Du dich unterlegen fühlst und diese Einstellung den anderen als gehalten (unbewußt) unterstellst?

Das wäre dann wirklich zuviel nachgedacht. Sicher, Introvertierten kommt es bei der Konstellation zu, dem anderen ein "Leckerli" anzubieten, um sie auf Dich aufmerksam zu machen, sie dazu zu veranlassen zu erkennen, daß Du zwar anders bist, gerade aber das spannend und fruchtbar sein kann. Es ist an Dir, Dich interessant zu machen, denn der "Standard-Extrovertierte" denkt nicht soweit über seine Umwelt nach, er nimmt es, wie es kommt. Reduzierte Informationen können echt befreiend wirken, beschleunigen Entscheidungsfindungen, aber erhöhen gleichzeitig die Gefahr, mehrfach dem gleichen Fehler zu erliegen, weil eine aktive Hinterfragung im Denken nicht angelegt ist. Hier ist der Introvertierte eher der "Rufer in der Wüste".

Das eigentliche Problem bei Dir sehe ich aber darin, daß Du eigentlich jemand sein möchtest, der Du nicht bist. Vielleicht ist sogar ein wenig Neid dabei. Um nach außen frei auftreten zu können, mußt Du m.E. erst zu einer positiveren Einstellung zu Dir selber finden, denn wie soll man jemanden mögen, der sich selber nicht mag? Introvertiertheit hat auch deutliche Vorzüge, allerdings nicht den, viele flüchtige Bekanntschaften zu haben, dafür aber wenige bis keine echten Freunde, "Freunde" jetzt im hanseatischen Sinne gebraucht. Introvertierte werden deutlich weniger von anderen Menschen enttäuscht, da sie gleich zu Beginn den Menschen wahrnehmen, über ihn nachdenken. Extrovertierte dafür bleiben oft bei Klischees stehen und sind nicht selten dann enttäuscht, wenn sie feststellen, daß ein Mensch ein Individuum ist und Individuen selten einem Klischee entsprechen. Damit aber ist es nur logisch, daß Introvertierte Menschen meist deutlich weniger Sozialkontakte pflegen, als extrovertierte, diese dafür umso intensiver, was auch immer mit mehr Aufwand verbunden ist.

Fange an, Facetten zu sehen, auch an Dir, fange an, Menschen gerade wegen dieser Facetten zu lieben, auch in ihren Fehlleistungen, fange an Fehlleistungen anderer als Teil ihres Wesens zu begreifen, etwas, was sie ausmacht, etwas, was man hinnimmt, weil man sie mag, wie sie sind, etwas, was man später dann sogar mit einem Lächeln vorhersehen kann. So wirst Du einen Weg finden, mit anderen umgehen zu können. Aber, ganz wichtig, fange an, Dich selber zu lieben und zu akzeptieren, wie Du bist, denn daran scheint es bei Dir zu mangeln und ohne diese positive Zuwendung zu Dir selbst wirst Du im Außen auch eher wenig positive Zuwendung erfahren (und wenn Du sie erfährst, ggf. diese hinsichtlich ihrer Glaubwürdigkeit anzweifeln).

Ehrlich gesagt sehe ich hier weniger das Problem bei den anderen als bei Dir, aber ich kann mich auch gewaltig irren.

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Hallo Problemkind28,

erstmal ein herzliches Dankeschön - Du weißt schon :-)  Tatsache ist: Wir haben uns nicht alle gleich 'lieb', damit meine ich, manche Menschen sind uns sympathisch, andere eben nicht, und mit diesen Menschen fällt uns der Umgang naturgemäß schwerer - wir 'schwingen' einfach nicht miteinander.

Sei es weil man nicht auf einer Wellenlinie ist, weil der/die andere schöner, besser, kluger ist,  oder weil er/sie einen unangenehmen Geruch ausdünstet - man kann sich im wahrsten Sinne des Wortes einfach nicht riechen ;-)  Soweit alles normal. Das war die Antwort auf Deine Frage, woran das liegt bzw. ein paar Beispiele, woran es liegen könnte.

Es ist überhaupt nicht schlimm, introvertiert zu sein. Es hat sogar eine Menge Vorteile (das sage ich natürlich nur, weil ich es selbst bin ,-D ). Jeder Mensch ist einzigartig und gut so, wie er ist. Auch DU! Du bist DU und Du bist gut, genauso wie DU bist :-)

Zum Umgang mit diesen Menschen: bleibe Du selbst, lasse Dich nicht verunsichern und begegne (möglichst) allen Menschen gleich freundlich, respektvoll und achtsam. Ist nicht immer leicht, ich weiß!

Denn ganz gleich wie wir sind, wie wir aussehen etc., im Grunde möchte jeder Mensch Anerkennung und Liebe. So einfach :-)

Zu dem Problem, mit Deinem Bruder zu sprechen, kann ich Dir leider gar nichts sagen, weil mir dazu weitere Details fehlen. Wenn Du magst, teile sie mir mit.

LG

Buddhishi

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Kommentar von problemkind28
25.06.2016, 08:32

im Grunde möchte jeder Mensch Anerkennung und Liebe. So einfach :-)

Manche können das aber nur schwer zeigen, genauso wie mein Bruder. Wenn ich dann versuche behutsam und liebenswürdig zu sein steckt man mich immer gleich in die Weichei-Ecke. Genauso ist das auch mit meinem Bruder. Ich hab keine Idee wie ich da mit ihm umgehen soll. Ich vermte er schottet sich mir gegenüber ab.

Auch DU! Du bist DU und Du bist gut, genauso wie DU bist :-)

https://www.youtube.com/watch?v=Jg5R9ZDL_3k

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Du machst dir zu viele Gedanken über sowas. Das ist genau das Problem, sei du selbst und gib dich natürlich, dann hast du auch keine Schwierigkeiten.

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Kommentar von Ontario
09.05.2017, 15:59

Ich werde von einigen meiner Verwandten auch als extrovertiert angesehen. Habe damit auch kein Problem, weil ich vermute, dass  sich dahinter ein Neidpotential  versteckt. Die sind alle in besten beruflichen Positionen angesiedelt, haben sehr gute Einkommen.

Ich habe kein Studium wie die Anderen, habe aber weit mehr an Einkommen und Vermögen als meine Neider. Ich zeige nicht was ich habe, bin eher sparsam und nicht abgehoben oder gar überheblich.

 Wenn es allerdings sein muss, weil man mich herausforderd, dann lasse  ich schon durchblicken wie weit ich es geschafft habe, gegenüber meinen Neidern.

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das ist menschlich. versuche mit jedem klar zu kommen und halte dir alle auf die gleiche distanz. so komme ich mit menschen seit jahrhunderten klar.

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Kommentar von problemkind28
01.08.2016, 18:09

Darf ich mal Fragen wie alt du bist?

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