Wie sollte man auf die ausgesprochenen Suizid-Gedanken anderer Menschen reagieren?

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10 Antworten

Man kann das natürlich diskutieren, sollte es aber mit Gelassenheit tun. Es zu verhindern, ist vielleicht gar nicht möglich. Zudem sollte man sich Fragen ob man diese Verantwortung übernimmt. Angenommen Du verhinderst, dass sich jemand Zuhause etwas antut. Zwei Wochen später versucht er es erneut, diesmal aber mit einem Auto und fährt vorher ein Dutzend Menschen/Kinder tot. Wie geht man damit als Beteiligter dann um?!

mopani 21.04.2009, 09:11

Ein interessanter Standpunkt. Wie würde wohl ein Psychologe solche Bedenken bewerten? Sicherlich würde man diese Art Verantwortung mit was auch immer zu kaschieren versuchen.

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mentecaptum 21.04.2009, 09:17
@mopani

Der Standpunkt ist diskutierbar, aber man kann sich auch so aus der Verantwortung stehlen, da hast du recht.

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Ich denke es ist wichtig, darauf zu reagieren und mit dem Menschen zu sprechen. Wenn jemand darüber nachdenkt, sich das Leben zu nehmen, dann fühlt er sich hoffnunglos, alleine gelassen, sieht keinen Ausweg. Wenn Du ihm dann zeigst, daß Du Dich für ihn interessierst, daß Du ihn ernst nimmst, dann wird ihm das in jedem Fall irgendwie helfen. Du musst ihm dabei keine Lösung für seine Probleme anbieten, es geht in erster Linie um Verständnis. Er ist nicht alleine und es gibt Menschen, denen es nicht egal ist, wenn er sich etwas antut. Wenn Du das Gefühl hast, er könnte Hilfe annehmen, dann biete ihm an, ihn zu einem Arzt oder einem Menschen seines Vertrauens (wenn er so jemanden hat) zu begleiten.

Ich halte es für sehr gefährlich, Selbstmord-Ankündigungen aufzuteilen in "ernst gemeint" und "nicht ernst gemeint". Wirklich wissen kann man das erst hinterher und dann ist es in einem Fall zu spät. Ich denke auch, selbst wenn derjenige nicht wirklich vorhat, den Selbstmord in die Tat umzusetzen, so ist es ein Hilferuf, der besondere Beachtung verdient.

Wichtig ist auch, achte dabei auf Dich selbst. Nicht jeder kann so ein Gespräch einfach duchsetehen. Im Zweifelfall suche Dir dann selbst Unterstützung.

mopani 21.04.2009, 09:37

In diesem Fall liegt das entwas anders. Diese Person impliziert das nur und sagt es nicht definitiv aus. Die Person hat weder berufliche, noch finanzielle oder familiäre Probleme. Vielmehr scheint es ein ethisches Dilemma zu sein. Die Person meint am Ende aller menschlichen Möglichkeiten angekommen zu sein und glaubt sich nicht in der Lage weiterentwickeln zu können. Sie, die Person, denkt dauernd über den Sinn und Zweck allen Seins nach und kommt zum Schluss, dass ein 'rationales, selbstgewähltes Ende' ein vernünftiger Schritt aus dieser Situation sei. Die Person ist in keiner Weise religiös geprägt oder ausgerichtet.

Ich kenne diese Person sehr lange Zeit. Ich weiß darum um die Ernsthaftigkeit bestimmter Schlussfolgerungen. Wenn dieser Person der Suizid wie ein rationaler Akt vorkommt, also absolut davon überzeugt ist, wird die Person ohne große weitere Überlegungen diesen Weg gehen. Da bin ich mir fast sicher. Und das irritiert mich, denn das ist auch für mich eine neue Situation.

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heikemari 20.04.2010, 12:11
@mopani

bist Du sicher das diese Person an Selbstmord denkt- so wie du das beschreibst solltest Du dich intensiv mit Person beschäftigen- da du das offensichtlich nicht kannst, denke ich Du sollst fachliche Hilfe in Anspruch nehmen und dich nur im Realen Bereich mit der Person unterhalten, nur wirklich klar ausgesprochenes bewerten lieber einmal Nachfragen, denn warum sollte sich eine Person umbringen die doch offensichtlich über alles vwerfügt und zdem noch einen soo guten Freund hat.

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Hm ... wenn das wirklich so ist (was keiner von uns sicher wissen kann denke ich), dann kannst Du diesen Menschen vielleicht gar nicht vom Suizid abhalten wenn er sich bewusst und mit wohl überlegten Gründen dafür entscheidet. Dann ist es aber auch seine Entscheidung und das richtige für ihn, auch wenn wir es nicht nachvollziehen können.

Ich würde aber immer die Möglichkeit in Betracht ziehen, daß noch etwas anderes dahinter steckt.

Aber wie auch immer, das Angebot, über das Thema zu sprechen ist meiner Ansicht nach immer hilfreich. In diesem Fall wird es vielleicht eher eine philosophische Diskussion, aber auch die kann ja dazu führen, das Standpunkt überdacht werden oder gar eine Veränderung stattfindet.

am besten wäre wenn du deine hilfe anbietest und sei es denn als zuhörer,laß denjenigen über seine probleme sprechen und wenn du die erste zeit einfach nur zuhörst und nichts dazu sagst.manchmal hilft es einem wenn ein anderer einfach nur zuhört,du kannst demjenigen dann nach und nach aus seinem "loch" heraus holen und lösungen für die probleme mit ihm/ihr zusammen finden,wenn es wirklich nicht geht dann konsultiere mit demjenigen einen arzt

mopani 21.04.2009, 09:08

Sicherlich kein schlechter Rat. Aber will man das wirklich hören? Wir alle haben unsere Schwierigkeiten. Sich mit denen der anderen auch noch zu belasten, kann zu heftigen Depressionen führen.

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fatu29 21.04.2009, 09:11
@mopani

so wie du schreibst scheint diese person schon eine wichtige rolle in deinem leben zu spielen,sonst würdest du nicht fragen.ich würde das an allererster stelle tun,einfach nur zuhören.auch wenn du dich selbst nicht damit belasten willst,aber es ist sicher für diese person mal gut das ihm/ihr mal zugehört wird warum sie/er sich mit diesen gedanken beschäftigt

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Bei aktueller Selbstmordgefahr muss man denjenigen in die Klinik bringen. Dort schützt man ihn vor sich selber. Ich habe auch reaktive Depressionen und habe mich selber meiner Familie gegenüber und dem Arzt gegenüber verpflichtet, sofort freiwillig in die Klinik zu gehen. Also ist bei mir im Gehirn gekoppelt: "Wenn mein Hirn mir vorgaukelt, ich muss mich umbringen, bringe ich meinen Körper in Obhut von Leuten, die mir helfen können. Ich muss mich vor meinem Gehirn, dem bestimmte Botenstoffe fehlen, selber schützen!"

Auf keinen Fall mit 'Das wird schon wieder' oder 'ist ja alles nicht so schlimm'. Wenn derjenige darüber reden will, Empathie zeigen und evtl versuchen zu überzeugen zum Arzt zu gehen.

mopani 21.04.2009, 09:27

Ich halte es für falsch zu raten jeden gleich zum Arzt zu schicken, wenn der nicht synchron schwingt. Natürlich höre ich zu. Ich habe sogar die Befähigung das mit Gelassenheit zu sehen und entsprechend darauf zu reagieren. Nur meine ich, dass man immer auch das Falsche sagen kann. Egal ob man Psychologe oder Normalo ist. Psychologen mögen einen anderen Einblick in die Materie an sich haben, stehen aber immer dem Problem gegenüber die Person nicht zu kennen, derer sie begegnen. Sie können nur raten und von einem auf den anderen schließen. Mag ja sein, dass viele Menschen gleich sind, das ist aber nicht immer so. Warum die Gefahr besteht als Arzt letztendlich die treibende Kraft zu sein. Auch wenn die das gar nicht wahrhaben wollen.

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teppichhai 21.04.2009, 09:35
@mopani

Ich halte es für falsch zu raten jeden gleich zum Arzt zu schicken, wenn der nicht synchron schwingt.
Genau meine Meinung.
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Ein Arzt kennt die Person vielleicht nicht so wie du sie kennst, aber kennst du die Probleme, die diese Person hat, die sie veranlassen mit Suizid zu 'drohen'?. Ein Arzt wird versuchen die Person kennen zulernen, und einem Arzt öffnet man sich vielleicht eher als einem Freund/Freundin. Evtl. empfielt der Arzt eine Psychotherapie, und glaub mir, ein guter Psychotherapeut wird die Person hinsichtlich der Probleme viiiel besser kennenlernen als irgendjemand sonst.
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Aber du hast recht, nicht sofort zum Arzt schicken, kommt auf die Person und ihre Geschichte und den Ernst der Lage an.

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artemis47u 21.04.2009, 22:57

.. und ihm anbieten, mitzugehen. die schwellenangst überwinden..

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Ich würde intervenieren, ansonsten machst du dich sogar noch strafbar wg. unterlassener Hilfeleistung.
Die Grenzen zwischen wirklichen Suizidgedanken und "Geschwafel" können nur Neurologen/Psychiatern fachlich beurteilen.

miramanee 21.04.2009, 09:01

So viel Unfug in nur zwei Sätzen!

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mentecaptum 21.04.2009, 09:03
@miramanee

Danke, ich betreue leider berufsbedingt suizidale Menschen und die Linie zw. Aufmerksamkeit erregen und Ernst sind manchmal schwer erkennbar!
Unqualifizierter Kommentar deinerseits!

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Ilsebil 21.04.2009, 09:09
@miramanee

@miramanee..solche Kommentare sind kontraproduktiv und solltest Du unterlassen

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ferdl 24.04.2009, 02:45
@mentecaptum

Ein Psychiater kann gar nichts beurteilen, völlig gesunde wurden jahrelang zwangsbehandelt und gefoltert
(http://www.die-bpe.de/vera_stein.htm),
völlig kranke Sexualmörder dagegen freigelassen. Wenn Du Kundschaft suchst, dann sieh Dich mal bei Kollegen um. Schliesslich haben Psychologen selber mit Abstand die höchste Selbstmordrate. Scheint nicht weit her zu sein mit euren "Heilmethoden".

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mopani 21.04.2009, 09:18

Ich gestehe zu, dass ich ebenfalls dazu neige das als Unfug anzusehen. Ich glaube auch nicht, dass Du selbstmordgefährdete Menschen betreust. Klingt mehr wie eine Retourkutsche, weil jemand Deinen Rat nicht ernst nehmen wollte. Ich kenne Psychologen. Die reagieren anders. Sie peitschen einen nicht gleich mit dem Strafgesetzbuch. Und Psychologen sind auch keine Wundertäter. Die könnten solche Gedanken sogar noch erhärten, denn nicht alle Menschen, die am Ende sind, sind Vollidioten.

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mentecaptum 21.04.2009, 09:24
@mopani

Ach weißt du, Menschen, die wie du alles besser wissen, sind halt unbelehrbar...
Außerdem schrieb ich Psychiater und nicht Psychologe

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Ilsebil 21.04.2009, 10:06
@mentecaptum

Mir sind 2 Menschen bekannt, die mit Suizid gedroht bzw. einen Suizidversuch unternommen haben, in erpresserischer Absicht. Es wird wohl jedem klar sein, dass die Psyche solcher Menschen in Unordnung geraten ist und ihnen nur professionell geholfen werden kann. Und in der Tat gilt es als „unterlassene Hilfeleistung“ wenn man sich nicht kümmert. Ich habe mir damals Informationen aus dem Internet heruntergeladen Kann allerdings nicht mehr genau die Quelle zitieren). Ich werde dieses Thema im Forum zur Diskussion stellen.

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wenn du meinst das es nicht nur geschwätz ist, dann rede mit der person in ruhe, versuche zu einer Therapie zu überzeugen, wenn er/sie sich dann nämlich wirklich was antut, was ich nicht wünsche, dann hättest du alles versucht.

ignorieren. solche leute haben ein ausgesprochenes aufmerksamkeitsdefizit. geht man darauf ein, dann verstärken sie noch ihre aktivitäten in dieser richtung.

mopani 21.04.2009, 09:10

Das ist leicht gesagt. Ich glaube nicht, dass diese Person Aufmerksamkeit sucht, denn die hat das nicht direkt ausgesprochen, sondern vielmehr impliziert. Ich bin mir da gar nicht sicher, was ich davon halten soll.

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pruloe 21.04.2009, 09:14

Ich denke "solche Leute" gibt es nicht. Hinter jeder Suizid-Ankündigung steht ein Mensch und eine Geschichte und jede ist anders. Im Zweifelfall ist es immer besser, so eine Aussage zu ernst zu nehmen als umgekehrt.

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daydream77 21.04.2009, 09:34
@pruloe

als ich mich von meinem nun ex getrennt habe, lag der mir permanent mit suizidankündigungen in den ohren.

ein primitiver veruch, mich unter druck zu setzen. oder mich zu manipulieren.

er lebt übrigens noch immer !!

ich bin der meinung, wer einen suizid begehen möchte, aus welchen gründen auch immer, der machts. ohne vorankündigungen !

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efa67 21.05.2009, 23:50

woher kannst du das wissen? du kennst diese person nicht. deine antwort finde ich nicht gut. ich wünsche dir, nie in gleicher position zu sein, und auf sojemanden wie dich zu treffen.

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Kommt drauf an wer es zu mir sagt

Ich würde etwas unternehmen

Viel reden...viel Zeit mit demjendigen dann verbringen

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