Wie soll man sich verhalten, wenn in der Schule falsche Inhalte vermittelt werden?

12 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo Markus,

Meine Schwägerin hat im Biologieunterricht das Thema Evolution.

Hilf mir mal, die Situation besser zu verstehen: Ist Deine Schwägerin noch Schülerin? Wenn ja, welche Klasse?

Ich würde meine Reaktion darauf nämlich schon der Situation Deiner Schwägerin anpassen. Ist sie in einer Klassenstufe, die hinterher wichtig ist? (Abitur etc...) dann würde ich persönlich zwar versuchen mit dem Lehrer zu sprechen, ich wäre aber ungleich vorsichtiger als wenn es sich z.B. um die 8. Klasse handelt, also eine Jahrgangsstufe, bei der man eine einzelne schlechte Note dann auch einfach nur als "Schule des Lebens" abhaken kann.

Auf keinen Fall sollte das Problem von der Schülerin allein getragen werden. Das kann nur über die Eltern laufen. Und zunächst - das gebietet die Höflichkeit - nur bilateral, also nur mit dem Lehrer. Klappt das nicht und hat die Schülerin danach echt Schwierigkeiten, dann muss der Weg zum Direktor gehen.

In beiden Gesprächen muss man schwarz auf weiß nachweisen, warum man die Aussagen des Lehrers für falsch hält. Du schreibst z.B. nicht, ob in der Klassenstufe ein Biologiebuch Arbeitsgrundlage ist. Und wenn ja, ob auch das Bio-Buch derart veraltet ist. In diesem Falle wäre der Lehrer ja fast entschuldigt. Und umgekehrt in einer schlechten Position, wenn es im Buch korrekt steht.

Schwieriger wird es, wenn kein Buch im Unterricht verwendet wird. In diesem Falle würde ich den Eltern der Schülerin raten, mit einem aktuellen Universitätslehrbuch beim Lehrer zu erscheinen und - höflich - darauf hinweisen, warum man eigentlich an einigen Stellen anderer Ansicht ist.

Das beste Buch für diesen Zweck ist mMn die aktuelle Ausgabe des "Kutschera". Leider nicht ganz billig (35.-), aber kompakt, von einem der führenden deutschen Evolutionsbiologen geschrieben, Ausgabe 2015 ist aktuell überarbeitet. Da hat man etwas in der Hand, auf das der Lehrer erst mal antworten muss.

ttps://www.amazon.de/Evolutionsbiologie-Ulrich-Kutschera/dp/3825286231/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1475275173&sr=8-1&keywords=evolutionsbiologie+kutschera

Also vor dem Gespräch ein paar (müssen ja nicht alle Punkte sein) der strittigen Punkte im Buch heraussuchen, dass man einfach nur aufzuschlagen braucht.

Man sollte im Gespräch auch so vorgehen, dass sich der Lehrer nicht in die Enge getrieben fühlt, sondern eher andeuten, dass man versucht, mit ihm zusammen das Problem widersprüchlicher Aussagen zu klären.

Wenn alles nicht hilft, dann ist das der Punkt, an dem Deine Schwägerin vielleicht zum ersten Mal im Leben lernt, dass Recht haben und REcht kriegen zwei verschiedene Dinge sind. Wenn man ihr da richtig zur Seite steht (moralisch und fachlich mit dem Lehrbuch), dann lernt sie dabei unter Umständen mehr als bei einem besseren Biologielehrer...

Grüße, Daumendrück

Normal kenne ich dich als eine, die eine klare Stellung bezieht, weil sie es sich erlauben kann. Und darf. Und soll. Und muss.

Oder anders ausgedrückt, weil es keinen gibt, der es dir verböte.
Und nicht mal deswegen, weil es keiner besser wüsste, sondern weil du dich zu Themen äußerst, die du kennst.

Es gibt auch Themen, wo ich Fachmann bin, und du eher Nebenfachlerin, und trotzdem über alle Zweifel erhaben.

So bin ich stolz darauf, von dir ein "Danke" erhalten zu haben, oder sogar mehrere, und ich weiß, dass ich es mir verdient habe.

Für die, die nicht so lange hier aktiv sind, ein Lob von Ute aus München ist sowas wie ein Anruf aus Stockholm in klein.

Hier warne ich dich allerdings davor, Stellung zu beziehen.
Keiner von uns weiß wirlich was, was die "Frage" angeht.

@MarkusKapunkt
Selbst wenn der Fragesteller (=du) nicht wirklich in schlechter Erinnerung ist. Experten sind nun mal Nerds, neudeutsch. Das ist eine Warnung, allerdings natürlich nur gegen dich.
Siehst du ja, wie man Formalien austauschen kann. Oder Formen tauschen. Ergibt keinen Sinn

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@ThomasJNewton

@ ThomasJNewton: Ich verstehe deinen Kommentar nicht. Worauf nimmst du gerade Bezug?

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@ThomasJNewton

Hallo Thomas,

erst einmal danke für Dein Lob.

Dann zu Deinem Einwand: Eigentlich denke ich, dass alle Beteiligten doch eher erleichtert wären, wenn sich das ganze Szenario als ein Missverständnis herausstellen würde.

Nur: Wo wäre dann der gegebene Rat falsch?

Auch bei einem Missverständnis wäre mMn hier ein Besuch der Eltern in der Elternsprechstunde zielführend. Eine Verstimmung ist ja nun bestimmt da, sonst wäre Markus nichts erzählt worden. Sich dann fachlich - mit einem Evolutionsbuch - auf das Gespräch vorzubereiten ist sicher nicht verkehrt, allein schon, um den eigenen Punkt klar zu machen.

Sicher sollte man so ein Gespräch - allein aus diplomatischen Gründen - dann nicht mit Vorwürfen beginnen, sondern mit einem Dankeschön, dass das klärende Gespräch zustande kommen kann. Dann ein Hinweis auf die nun einmal vorliegende Verwirrung des Mädchens - das sich so für das Thema interessiert. Dann sieht man schon die Reaktion.

Natürlich kann ich hier auf gf einen Rat nur entsprechend geben, wie die Situation geschildert wird. Das Nicht-Dran-Nehmen kann z.B durchaus auf beiden Seiten unbewusst stattfinden. Aber wo eine Verstimmung ist zwischen 2 Seiten, die - gerade in der Abschlussklasse - miteinander müssen, da muss man reden. Miteinander reden - also ein Besuch beim Lehrer, höflich, aber gut vorbereitet, die eigene Position zu begründen - scheint mir eben hier der beste Weg.

Grüße

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Eine gute Antwort! Danke vielmals! Den Rat werde ich beherzigen.

Und für deine Fragen: Meine Schwägerin ist in der 10. Klasse Realschule, also die Abschlussklasse. Deshalb habe ich die Frage auch gestellt - es geht immerhin um die Abschlussnote. Der Lehrer verwendet überwiegend selbst beschaffte Arbeitsblätter. Ich brauchte nur 2 Min googeln, da hatte ich das eine Arbeitsblatt selbst gefunden, die anderen falschen Inhalte (mit den Dinosauriern, denen es nachts zu kalt war) wurden im Unterricht bloß besprochen ohne Medium. Zu diesem Zeitpunkt wurden wie Wortmeldungen meiner Schwägerin (und seit gestern auch die ihrer Freundinnen, die neben ihr Sitzen), bereits ignoriert.

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Bei solchen Details finde ich es schwer, etwas dagegen zu unternehmen. Es könnte sein, dass ein nicht mehr aktuelles Lehrbuch verwendet wurde, es könnte aber auch sein, dass sich deine Schwägerin falsch informiert hat. Nicht nur Lehrbücher können falsch sein, sondern auch Sachbücher und Dokumentationen für Laien.

Wenn deine Schwägerin sich schon mit dem Lehrer anlegen will, dann also bitte mit Quelle und indem sie sich die Möglichkeit offen lässt, dass sie falsch liegt, nicht der Lehrer! Und dann gibt es immer noch die Frage, ob der Lehrer den Lehrstoff einfach ändern dürfte.

Wie ich schon andernorts erwähnt habe, habe ich den Text deiner Frage falsch gelesen. Meinen Rat kann man wohl trotzdem verwenden. Ich versuchte, möglichst neutral zu schreiben, ohne zu Urteilen, wer Recht hat. Im schlimmsten Fall muss man wohl verlangen, dass das Lehrbuch geändert wird. Und dass wird nicht von heute auf morgen passieren.

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Und was kann man gegen die unfaire Behauptung wegen der mündlichen Beteiligung unternehmen?

Nichts. Willkommen in der Realität des deutschen Schulsystems. Da kann man nichts machen. Zwar gibt es in diversen Internetportalen -zig Schlauberger, die von "mit Direktor reden" bis zu "Innenministerium informieren" alles nur Denkbare als "Rat" schreiben, aber die Realität sieht nun mal so aus, dass Schüler auch miese Lehrer haben.

Ich hatte mir in meiner Schulzeit irgendwann angewöhnt, einfach nur noch das zu sagen, was der jeweilige Lehrer hören wollte.

Was hier im konkreten Fall eventuell helfen könnte, wäre, sich in die Parallelklasse versetzen zu lassen, falls dort ein anderer Biologielehrer unterrichtet.

Wer bringt mich weiter?

Hallo!

Ich möchte jetzt damit nicht angeben!
Leider bin ich Hochbegabt. Nun möchte ich mich selbst herausfordern.
Ich habe schon vieles ausprobiert um mich weiter zu entwickeln.
Ich habe damals in der 6 Klasse Mathematik verweigert und habe Nachhilfeunterricht genommen. Das Problem war nur, dass ich alles im Unterricht verstanden habe und meinen Nachhilfelehrer angelogen und schon Mathematik aus anderen Schuljahren gemacht.
Momentan (9.Klasse) sterbe ich vor Langeweile im Unterricht (Mathe). Ich bin mal im Unterricht auffällig geworden, weil ich den Lehrer unwissend bezeichnet habe. Mit ihm habe ich über die Langeweile gesprochen. Er hat mir Aufgaben aus der 10 Klasse gebracht, die ich ohne Probleme gelöst habe. Im Unterricht werde ich _innerlich_ wütend, aber verstecke dies immer. Ich habe aufgegeben mich zu melden, da die Aufgaben zu Niveaulos sind. Bin ich als erster fertig, muss ich mehr Aufgaben machen. Das macht mich auch wütend und sehr traurig, sodass ich manchmal heulend im Bett lag. Mit den Aufgaben bestraft mein Lehrer mich :(
Das komplette Schuljahr (Mathe) habe ich im Voraus gelernt.
Außerdem interessiere ich mich für das Universum, Physik und Chemie. Heute habe ich mit meinem Lehrer über die Ausdehnung des Universums, kleinsten Teilchen und Nichts unterhalten. Er hat zwar mit mir darüber gesprochen, aber meinte am Ende es ist nichts für mich. Ich habe aber Bücher von Hawking und viele andere für Erwachsene darüber gelesen.
Nun Frage ich mich wie ich mich fördern soll. Soll ich wieder so tun als ob ich nichts verstehe und mit einem Nachhilfelehrer schon Inhalte aus der 10 durchgehen? Gibt es irgendwie Einrichtungen wo ich solche Leute ich mich treffe? Mit wem kann ich über solche Themen sprechen, der mich weiter bringt?
Danke

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