Wie soll ich mit meinem Freund umgehen und wie kann ich ihn verstehen?

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2 Antworten

Du musst dir vorstellen, dass er aus seinem gewohnten umfeld gerissen, seine Familie auseinander gerissen wurde und er in ein fremdes Land gesteckt, dessen sprache er nicht beherrschte und wo er keinen anhaltspunkt, außer seiner mutter hatte. Diese wurde dann noch krank und er hat einen sozialen abstieg miterlebt.
Er hat sich allein und verlassen gefühlt. Die, die eigentlich für ihn hätte sorgen sollen, konnte nicht mehr. Er musste sich um sich selbst kümmern. Und das viel zu früh. Er fühlte sich wahrscheinlich überfordert und wollte seiner mutter nicht zur last fallen und vielleicht noch für sie sorgen.
So kriminelle Banden, rechtsradikale Gruppen oder andere Randgruppen sorgen stark füreinander, kümmern sich um die anderen Mitglieder und imitieren ein familiengefühl. So werden viele gleichgesinnte zusammen gebracht und die haben meist wenig zu verlieren und sind leicht beeinflussbar.
So tun sie viel füreinander und wachsen immer mehr zusammen.
Diese Leute sind seine Familie. Sie waren für ihn da. Sie haben sich um ihn gekümmert. Haben füreinander die hand ins feuer gelegt.
Und jetzt wurde seinem Bruder leid angetan. Er möchte ihn schützen. Wie früher. Wie sie es alle füreinander getan früher.
Es ist für ihn so, wie wenn auf einmal deine Schwester in Schwierigkeiten gerät. Ihr würdest du doch auch helfen wollen.
Du bist in einem anderen umfeld aufgewachsen, kannst dir nicht vorstellen, wie es ist keine biologische Familie mehr zu haben und sich “ersatz“ zu suchen.
Und dass er so gereizt reagiert, ist in anbetracht seiner Vergangenheit auch verständlich, dass er da so empfindlich ist.
Versuch es nachzuvollziehen. Du musst es nicht unbedingt gutheißen, wie er gehandelt hat. Aber du solltest trotzdem versuchen deinen Freund bzu verstehen. Und vielleicht solltest du nochmal ganz in ruhe mit deinem Freund darüber reden. Ohne Vorwürfe. Ohne etwas vorzuschreiben zu wollen. Sag ihm deine Gedanken und deine Befürchtungen, dass du dich um ihn sorgst

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Also, ich bin nicht vollkommen gleich wie dein Freund, aber ich konnte mich in einigen Punkten identifizieren.. Kurz mal zu mir: Ich bin Türkin, 17 Jahre alt, meine Eltern hatten selten Verständnis für mich und ich war schon immer Fehl am Platz in der Familie. Meine Eltern sind seitdem ich denken kann, arbeitslos. Wir haben zwar eine Wohnung und Essen, aber wir schwimmen in Schulden.. Sie sind auch ständig am streiten, wenn mein Vater mal in Deutschland ist. 1x schlug er auch beinahe auf sie ein – Zum Glück kam meine Schwester dazwischen. Nun, ich z.B. habe eine einzige Freundin mit der ich seit fast 10 Jahren durch dick und dünn gegangen bin (fast immer). Doch eigentlich gab's auch oft Tage, wo sie mich ausgenutzt hat und auch mal mit in Sachen wie shishan, rauchen usw. "rein ziehen" wollte, obwohl ich Grunderkrankungen habe. Außerdem sagt sie z.B. in meinen depressiven Phasen nur Sachen wie "Denk nicht so viel nach", "Sei nicht so negativ" und sowas hilft mir 0. &Trotzdem ist sie mir verdammt wichtig und ich wäre zu jeder Zeit für sie erreichbar. Die Sache ist (falls ich das richtig aus deinem Text entnommen habe), dass dein Freund bei dieser Person sich wie "Zu Hause" fühlt. Egal, ob er kriminell oder sonst was ist. Sie kennen sich seit Jahren. Auch, wenn es kriminelle Sachen waren.. Sie waren eine Gemeinsamkeit. Diese kriminellen Freunde sind sowas wie eine Familie, wo er sich eben akzeptiert fühlt. So würde ich's zumindest vermuten.

Sorry, falls mein Text zu lange geworden ist, aber ich wollte eine passende Antwort zu so einem komplizierten Thema geben. Übrigens, du kannst mir auch privat schreiben, wenn dir das lieber ist :)

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