Wie soll ich mit einem Kind umgehen dass Autist ist?

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4 Antworten

Wichtig ist, dass du dich speziell über dieses Kind auch informierst, denn jeder Autist ist anders.
Wichtige Stichworte zur allgemeinen Information sind sicherlich Overload und Stimming.
Warum wird er in diesen Stuhl gesetzt? Es scheint mir ja nicht so, als säße er gern darin. Solche "Festhalte"-Geschichten sind für Autisten ganz schrecklich!

Beißen und schlagen wird er möglichweise in Situationen von Reizüberflutungen/Overloads. Dann ist die Ursache zu suchen und nach Möglichkeit zu beseitigen. Alle Sinne dabei beachten und auch an Dinge denken, die Nicht-Autisten nicht stören würden. Geräusche, viduelle Eindrücke, Berührungen ... Das kann alle Sinne betreffen.
Auch könnten ihn Veränderungen stressen. Veränderungen im Tagesablauf oder auch ganz simple Dinge, wie die Änderung der Sitzordnung, Löffel links statt rechts neben dem Teller, ein neues Bild an der Wand ...

Sprich klar und deutlich mit ihm, also nicht zwischen den Zeilen. Es kann sein, dass er wesentlich mehr versteht als er spricht.

Ich empfehle dir, dich an anderer Stelle zu informieren. In Boards zum Beispiel, wo sich Eltern von Autisten austauschen, aber auch, und das finde ich sehr wichtig, wo sich erwachsene Autisten austauschen. Experten in eigener Sache fragen.
Google dazu mal nach aspies.de und rehakids.de.

skyskraper1994 30.01.2013, 18:40

Das Problem ist aber dass ein Autist nicht mit Änderungen im Tagesablauf klarkommt und wenn er auf dem normalen Stuhl sitzen würde dann geht er vielleicht auf die anderen loss und die anderen Kinder dürfen ja auch nicht beim Essen gestört werden

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Rechercheur 30.01.2013, 19:03
@skyskraper1994

Das trifft einerseits nicht auf jeden Autisten so zu und andererseits vor allem auch nicht auf jede Änderung.
Gewollte Änderungen stören nicht zwingend.

Wenn er nicht am Tisch sitzen bleiben möchte, solltet ihr lieber herausfinden, warum das so ist, und die Usache abstellen, als ihn mit so einem Stuhl dazu zu zwingen.

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Ich las gerade deine vorherige Frage zu dem Thema:
http://www.gutefrage.net/frage/wie-soll-ich-mit-diesem-kind-umgehen

Ich bitte dich hier noch mal eindringlich, dass ihr diese Methode, das Kind am Stuhl zu fixieren, dringend unterlasst!
Das kann auch ein 3-jähriges Kind bereits als demütigend empfinden. Zudem ist das Kind Autist. Festhaltetherapien haben schon vielen Autisten das Erwachsenenleben versaut!
Das Kind wird in der Gruppensituation massiv reizgeflutet sein. Statt es zu zwingen, am Tisch zu bleiben, lasst ihn essen, wenn die anderen fertig sind. Dreht die Reize runter!
Gebt dem Kind Rückzugsmöglichkeiten!

Diese massive Einschränkung wird die Reizüberflutung massiv erhöhen. Da wundert es mich nicht, dass das Kind um sich schlägt und beißt! Wie soll er sich denn anders dazu äußern, dass es ihm in der Situation mehr als beschissen geht?

Ich bin erwachsener Asperger-Autist. Für mich geht es heute noch gar nicht, wenn man mich berührt oder gar in meiner Bewegung einschränkt, wenn ich gerade im Overload stecke. Das ist grausam! Sehr grausam!
Und das Kind kann sich verbal nicht wehren!

Es wird um sich schlagen und beißen, weil es mit den ganzen Kindern überfordert ist.

Mit 3 Jahren haben schon nicht-autistische Kinder ihre Schwierigkeiten mit der Interaktion von anderen (gleichaltrigen) Kindern. Umso schwieriger ist es für Autisten.

Das betroffene Kind bräuchte einen Integrationshelfer sowie eine kleiner Gruppe.

Du könntest es aus der Situation raus holen und unterstützen: den Kindern sagen, dass das Buch sehr wichtig ist.

Ich sage nur Geduld haben.

skyskraper1994 30.01.2013, 18:21

danke das werde ich auf jeden Fall so machen

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