Wie soll ich mit der neuen Situation umgehen und sollte ich doch in die Psychiatrie gehen?

...komplette Frage anzeigen

3 Antworten

Hallo emptysoul,

kurz zu meiner Person: Ich bin 47, leide seit ich ca. 20 bin unter Depressionen, kann mich also ein wenig in deine Situation hinein denken. Dank Aufenthalt in der Psychiatrie und anschließender ambulanter Therapie geht es mir aber inzwischen wieder ganz gut.

Zu dir: Das deine Eltern und Großeltern nicht verstehen, was mit dir los ist, verwundert mich gar nicht. Für aussenstehende ist es schwer bis gar nicht zu begreifen, was mit einem depressiven Menschen los ist. Das du allerdings entschieden hast, erst mit deiner Therapeutin darüber zu reden, anstatt mit deiner Familie ist goldrichtig. Du, und nur du allein, kannst entscheiden, wem du wann was über deine inneren Gefühle preigeben willst/kannst. Das ist dein gutes Recht. Du hast ja schließlich nichts geklaut oder wurdest besoffem am Bahnhof aufgegriffen oder so'n Unsinn ;)

Haben deine Mutter oder dein Stiefvater wenigstens Hilfe angeboten, wenn's dir dreckig geht? Suizidgedanken sind ja kein harmloser Schnupfen.

Hast du irgendjemanden (Therapeutin, Arzt, Freunde, Lehrer, Mitschüler oder was auch immer) den du im absoluten Notfall erreichen könntest? Falls nein, erarbeite dir unbedingt so einen Notfallplan.

Was mich ein wenig verwundert ist deine Therapeutin. Hat sie dich wenigstens vorher gefragt, ob das ok für dich ist, dass sie die Mutter informiert oder dir erklärt, wozu das gut sein soll?

Letztendlich, wenn du schon selber sagts, du möchtst erst mal eine weile aus dem Schußfeld heraus, dann solltest du den Gang in die Psychiatrie ernsthaft in Erwägung ziehen. Du hast da zumindest für eine Weile deine Ruhe und psychiatrische Kliniken haben heute wenig mit den Irrenanstalten aus Großväterzeiten zu tun. Klar, dort ist oft auch viel Massenbetrieb und die Behandlung nicht immer zu 100% optimal, aber ich hab damals die Erfahrung gemacht, daß es mir gut tat, mich für eine zeit um nichts alltägliche Kümmern zu müssen. Das hat auch irgendwie gut getan. Weise aber unbedingt auf die bevor stehende Therapie in der Tagesklinik hin, damit es da kein termin-Chaos gibt am Ende.

Schau auch mal nach, ob es bei dir in der Nähe eine Beratungsstelle, z.B. vom paritätischen Wohlfahrtsverband, gibt, die dir vielleicht weiteren rat geben können.

Kopf hoch, du schaffst das!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Kannst du nicht einfach für ein oder zwei Nächte bei einer Freundin übernachten?
Ich persönlich würde nicht nur für ein oder zwei Tage in die Psychiatrie gehen. Mir wäre das definitiv zu viel Trubel. Erst dort Leute kennen lernen und dann mach kurzer Zeit das selbe Spiel in der Tagesklinik wieder. Das wäre nicht meins.
Einem Therapieerfolg kommst du dir davon natürlich auch nicht erhoffen. Dazu sind zwei Tage einfach viel zu wenig.

Außerdem solltest du mit deiner Mutter ein wenig nachsehen haben und dich freuen. Deine Mutter hat vermutlich deinen Stiefvater und deinen Opa informiert, weil sie schockiert war, vielleicht auch verunsichert und einfach jemanden zum reden brauchte.
Freuen solltest du dich, weil das zeigt, dass du deiner Mutter sehr viel bedeutest.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Finde einen Freund oder Freundin, aber die, die nicht die ganze Zeit mit der ganze Gruppe von Freunden unterhaltet und sich cool stellt, sondern Zeit nehmen genau für dich und möchte gern was über deinen Leben hören. In diesen Fall hast du dann eine große chance einen Tipp oder Hilfe zu bekommen. Es ist schwer so einen zu finden. Aber das Lohnt sich. Warum ich über Freunde rede? Jetzt ist die Situation eher unklar. Es ist schwierig aus Wien in der Gutefrage zu sehen was bei dir passiert. Und das letzte und das wichtigste. Wenn dir niemand Hilft wie ein Held, dann sei ein Held!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?