Wie soll ich mit Alzheimer erkrankten Oma umgehen?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Jeder Mensch sammelt im Laufe seines Lebens Geheimnisse. Dass du nicht ihre ganze Lebensgeschichte kennst, davon kannst du ausgehen. Somit ist auch nicht klar, ob sie fantasiert oder sich Blitz-erinnert.

Diese Frau und ihre Persönlichkeit sind schon lange nicht mehr deine Original-Oma. Trotzdem solltest du deine Familienpflicht erfüllen. Du machst dir sonst dein ganzes Leben Vorwürfe.

Ich habe mal gehört, dass Alzheimer Patienten gute und schlechte Tageszeiten haben. Morgens sind sie weniger stark eingeschränkt, wie z.B. abends. Es ist auch egal, ob sie dich erkennt oder nicht. Man drückt sich nicht vor seinen Pflichten.

Versuche doch mal was ganz anderes. Bring mal alte Musik mit, aus ihrer Jugendzeit oder ihre Lieblingsmusik. Singt ein wenig zusammen. Keine Angst vor der Blamage. Alles ist besser als das Jetzige. Muß sie im Zimmer bleiben? Kann man nicht ein paar Schritte ums Haus gehen (oder mit dem Rollstuhl fahren)? Mochte sie Tiere? Dann leih dir mal einen Hund. Bring mal alte Fotos mit. Experimentiere mal was noch geht und was eine Alternative sein könnte. Laß dich auch vom Personal beraten. Sie kennen vielleicht auch Möglichkeiten für den leichteren Umgang.

Ich kann Dir folgende Bücher zu dem Thema sehr ans Herz legen:

"Das Herz wird nicht dement"

und

"100 Fehler im Umgang mit Menschen mit Demenz: und was Sie dagegen tun können"

Die beide Bücher waren für mich extrem hilfreich für den Umgang mit meiner schwer dementen (mittlerweile verstrobenen) Oma.

Bitte wende dich nicht von ihr ab! Sie braucht jetzt deine Nähe mehr als sonst. Fang keinen Streit mit ihr an! Sei einfach da, halte ihre Hand und hör ihr zu. Auch wenn es schlimm für dich ist, wenn sie dich nicht mehr erkennt, vielleicht fühlt sie dich ja in ihrem Herzen, wer kann das schon sagen. Alles Gute für euch.

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