Wie soll ich mich verhalten gegenüber meinem Vater?

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9 Antworten

Dein Vater ist krank und will sich nicht helfen lassen. DU bist erwachsen und selbständig und kannst ihm nicht helfen.

Selbst wenn es Dir weh täte: mach es wie deine Mutter und brich den Kontakt ab. Sag ihm, Du meldest Dich erst wieder, wenn er professionelle Hilfe annimmt. Das muss er von sich auch machen! Telefon ausmachen, neue Handynummer....

Wenn Du die Möglickeit hast (wie groß ist die räumliche Trennung?), bitte einen nachbarn oder Freund/Freundin Deines Vaters, weiter nach ihm zu sehen und Dir Bescheid zu sagen, wenn ihm was passiert oder so. Damit Du Dir nicht möglicherweise Vorwürfe machen musst, Du hättest Dich nicht  gekümmert.

Er hat Dir die Hälfte Deines Lebens schwer gemacht, das reicht....

Rakete73 09.12.2015, 12:50

Ich danke Dir sehr! Das ist ein guter Tipp.

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Hallo Rakete73,

Wenn ich mir so durchlese wo du schon alles durch musstest kann ich mir deine Sorge sehr gut vorstellen. Du scheinst all die Jahre den Kontakt zu deinem Vater gehalten zu haben, weil du dir entweder eine 'heile Familie' wünschst (so heil sie eben sein kann), oder weil du nicht wolltest, dass dein Vater allein dahinsiecht.

Es ist dennoch vollkommen richtig, dass du den Kontakt abgebrochen hast. Auch wenn er krank ist, auch wenn er dein Vater ist,  auch wenn Familie doch Familie ist, er hat nicht das Recht dein Leben zu zerstören. Es ist natürlich traurig, dass du ihm nicht helfen kannst. Eine Therapie könnte ihm helfen, aber auch nur dann wenn er das will. Eine fehlende Krankheitseinsicht haben viele psychisch Kranke, daran kannst du dich vielleicht auch noch aus den Anfängen deiner Magersucht erinnern. Irgendwann erkennt man normalerweise, leider nicht immer, dass etwas nicht stimmt und versucht den Fehler zu finden.
Dein Vater hat den Fehler zwar nicht gefunden, aber er glaubt es. Für ihn ist es selbstverständlich, dass deine Mutter an der Scheidung schuld ist und dass du fett bist und dass du ihm jeden Montag eine SMS schreiben musst und es falsch ist das nicht zu tun. Es kommt ihm gar nicht in den Sinn, dass sein Weltbild falsch sein könnte und damit ist alles was du tun kannst dich selbst zu schützen. 

Ich rate dir den Kontakt nicht wieder aufzunehmen. Sollte dein Vater eines Tages eine Aussprache suchen, weil er anfängt zu verstehen dann kannst du ihm beistehen, wenn du es möchtest. Du musst nicht. Es ist allein deine Entscheidung. Und vollkommen egal wie er reagiert: Seine Krankheit ist nicht deine Schuld und nicht deine Verantwortung.
Fängt er an dich mit anrufen zu bombardieren kannst du seine Nummer sperren lassen, steht er vor deiner Tür und du willst nicht reden, dann mach einfach nicht auf oder wenn es ganz schlimm kommt: ruf die Polizei oder ziehe um ohne ihm deine Adresse zu geben. sollte er einen Anfall haben und zusammenbrechen bist du verpflichtet einen Krankenwagen zu rufen. Du musst ihn aber nicht ins Krankenhaus begleiten. Und selbst wenn das Allerschlimmste passiert und er sich etwas antut: Du bist nicht an seinem Unglück schuld!

Solltest du Probleme haben dich von ihm zu lösen, weil du um ihn besorgt bist, Albträume hast, versucht bist doch ans Telefon zu gehen,...: Nimm dir einen Psychologen. Die sind nicht nur da um 'die Verrückten zu behandeln' sondern auch um zu verhindern, das man erst verrückt wird. 

Ich wünsche dir viel Kraft und alle Gute!
Drea

Wie kann Dich Dein Vater zwingen, dass Du Dich zweimal in der Woche melden musst? Mach es doch einfach nicht. Melde Dich nur einmal in der Woche. Selbst wenn er grantig wird, so legst Du einfach auf. Er muss eben lernen, dass er nicht Dein Leben bestimmen kann.

Es war ganz bestimmt nicht einfach für Dich, aber Du musst Dich mehr um Dich selbst kümmern. Vielleicht wäre auch eine Therapie für Dich angebracht. Red doch mal mit Deinem Arzt darüber.

Rakete73 09.12.2015, 12:51

Das Schlimme ist, dass er die Therapie bräuchte. Ich hatte schon, aber kam trotzdem nicht los von ihm. Er machte mir so ein schlechtes Gewissen...

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Allexandra0809 09.12.2015, 16:01
@Rakete73

Kann ich gut verstehen. trotzdem musst Du versuchen, weniger Kontakt mit Deinem Vater zu haben. Es bringt Dir ja nichts, wenn er Dir ein schlechtes Gewissen einredet. Du musst auf Dich und Dein Leben achten. Dein Vater ist für sich selbst zuständig.

Ich bin zwar der Ansicht, dass Kinder nach ihren Eltern sehen sollen, wenn diese krank oder alt sind. Jedoch will sich Dein Vater ja von außen nicht helfen lassen. Vielleicht muss er erst mal so weit kommen, damit er sich dann auch helfen lässt.

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So hat nun jeder seinen Rucksack im Leben zu tragen. Ich bin 20 Jahre meines Lebens mit Prügel groß geworden und habe heute zu meinen Eltern dennoch ein normales Verhältnis. Ganz gleich ob man es selbst lernt oder auch mit Hilfe eines Therapeuten kann man im Erwachsenenalter gut lernen sich von Altlasten zu distanzieren und diese zu verarbeiten. Wenn ich mir deinen Text durchlese, finde ich, dass du für dich selbst viel zu wenig einstehst und keine Grenzen setzt. Du bist nicht das kleine Kind sondern ein eigenständiger, erwachsener Mensch.

Du "musst" deinen Vater nicht kontaktieren zu festgelegten Zeiten sondern machst das offenbar aus Angst und Pflichtbewusstsein. Die Probleme deines Vaters sind seine Probleme, nicht deine. Ich würde ihm das auch sagen und eine klare Grenze setzen. Wenn du nicht aktiv wirst wirst du aus diesem Kreislauf nie raus kommen und kannst dein Leben ewig fremdbestimmen lassen. Bleibt nur die Frage ob du das möchtest und wenn nicht, was du dann vor hast, aktiv dagegen zu tun. Von alleine klärt sich das nicht.

Mit einer Zwangsneurose (vor allem wenn sie stark ausgepraegt ist) ist das natuerlich immer schwieirg, diese Menschen lieben Muster und es muss alles nach diesem Muster ablaufen, ansonsten passt es ihnen nicht, du kannst dir ueberlegen deinen Vater von anderen Mustern zu ueberzeugen, die ihm eventuell sogar den Alltag erleichtern (zB Anrufe an jedem 7. Tag +1, etc etc).

Da dein Vater dir immer noch Kuscheltiere schenkt und dich kleines Maedchen nennt haengt er erinnerungstechnisch bestimmt noch in der Zeit fest als du wirklich ein kleines Maedchen warst und er wahrscheinlich auch viel gleucklicher war da du ja sein ein und alles bist/warst.

Vielleicht kannst du ihm anhand eines fotoalbums dass du mit ihm zusammen anschaust veranschaulichen dass du jetzt eine erwachsene Frau bist die mitten im Leben steht (eventuell mit deinem Partner zusammen).

Ich wuerde dir aber auf jeden Fall empfehlen dir professionelle Ratschlaege bei einem Psychologen zu holen.

Viel Erfolg und LG

Rakete73 09.12.2015, 12:47

Genau, als kleines Mädchen, das ich aber nicht mehr bin. Danke :-)

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Puh das ist eine total schwere Situation und es tut mir unendlich Leid für dich! Ich kann das wahrscheinlich echt nicht nachvollziehen. Aber das du den Kontakt abgebrochen hast war bestimmt super schwer, da er ja immer noch dein Papa ist. So wie es sich aber anhört, ist diese Entscheidung die Richtige für dich, da du ja darunter schon mehr als einmal gelitten hast. Dein Vater will sich ja auch nicht helfen lassen, aber vielleicht sieht er durch deine Entscheidung und diesen Schritt ein, dass es Zeit wird etwas zu ändern. Mit ihm reden wird wahrscheinlich nichts bringen, so wie ich das verstanden habe.
Ganz viel Kraft, du schaffst das!

Rakete73 09.12.2015, 12:48

Reden hatte ich nochmal versucht, aber er wurde gleich wieder laut und sah nichts ein. Bringt nichts. Okay, danke Dir!

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also ich kenne das eine zwangsneurose zu haben das ist nicht einfach und ich glaube das er für manche Sachen zwar nichts kann aber sein verhalten gegenüber dir und deiner mutter ist nicht in Ordnung! vielleicht solltest du ihm zum Psychologen schicken und der wird ihm sicherlich weiter helfen aber wenn du auch kein kontakt mehr mit ihm haben möchtest solltest du es dann auch dabei belassen aber rede einfach mal mit ihm darüber mehr kann ich nun auch nicht sagen ich hoffe ich konnte dir etwas helfen

Ostsee1982 10.12.2015, 11:20

Man kann keinen erwachsenen Menschen zum Psychotherapeuten schicken der es nicht freiwillig, von sich aus, will.

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Wenn dir der Kontakt so weh tut, dann unterbinde diesen. Er ist zwar dein Vater, aber wie du schon selber schreibst... Er will sich nicht helfen lassen. Du bist 42 Jahre alt und bist auf so einen Vater nicht angewiesen. Niemand muss sich schlecht behandeln lassen. Vllt muss er ganz unten ankommen um Hilfe zu wollen.

Rakete73 09.12.2015, 12:46

Danke! Das habe ich mir nämlich auch gedacht... :-(

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Also irgendwie ist es sehr schade wie dein leben so verlaufen ist (so was du hier jetzt geschrieben hast)

Es ist nicht immer leicht ein scheidungskind zu sein man hat viel mehr Ballast mit sich rum zu tragen als Kinder aus einer Familie in deren die eltern glücklich verheiratet sind.

Meiner Meinung nach hatte deine Mutter damals den Fehler gemacht und dich so zu sagen " weg geschoben" um mit ihrem neuen partner die zweisamkeit zu genießen ..Riesen Fehler von deiner mutter!

Dein vater so hart es auch klingt braucht dringend Hilfe ...ich kenne das mein Vater ist auch mal ausgerastet. ..aber das ist keine Entschuldigung ...du kannst nichts für seine Krankheit ...er sollte sich helfen lassen! Und wenn er das nicht mag ...dann trenne einfach mal für ein zwei Monate den Kontakt ab ...und melde dich mal nicht bei ihm ...mal sehen ob er sich bei seiner Tochter meldet.

Fakt ist du bist 42 und du kannst nicht dein Leben lang nach deinem vater tanzen ...klingt zwar hart ist aber so ...du hast auch ein eigenes leben ...indem du es dir erlauben darfst glücklich zu sein!

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