Wie soll ich meinem Vater meine mentale Krankheit erklären?

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7 Antworten

Warum hast du dich nicht gleich von den Psychiater, der dir diese Krankheit diagnostiziert hat, überweisen lassen?

Zudem könntest du deine Eltern auch zur Therapie mitnehmen und es vom Fachmann erklären lassen (aus fremder Sicht hilft es immer, es sei denn die Menschen hassen dich und sind total verblendet). Das würde ich auch immer empfehlen, wenn man einen Partner hat und dieser diese Krankheit nicht versteht, bzw nicht weiß wie er reagieren soll.

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Ich vermute mal du bist ein schüchterner Mensch. Denn es sind meistens die schüchternen, die in Depressionen verfallen. Die Leute, die ihre Probleme nicht mit aller Welt teilen und vor allem nicht teilen wollen. Denn wen interessiert das schon? Dein Vater ist eventuell kein Mensch der schüchternen und ruhigen Sorte. Daher kann er es nicht verstehen, wie sich solche Probleme in einem aufstauen können. Er würde über Probleme vielleicht eher reden, anstatt sie zu verschlucken. Daher sein Unverständnis.

Sei mir nicht böse, aber das wird so bleiben. Es werden in dieser Gesellschaft immer die ruhigen sein, die Leiden. Es sind immer die ruhigen und schüchternen, die von den Draufgängern dominiert werden. Oft passiert das nur unterbewusst, auf beiden Seiten. Aber es passiert eben. Und als schüchterner schluckt und schluckt man. Irgendwann läuft das Fass über, überschwemmt einen und zieht einen mit in den tiefen Sumpf der Depression. Mühsam schafft man es wieder raus, das Fass ist jetzt erstmal leer. Doch man hat sich nicht geändert: man schluckt weiter und weiter, weil man sich nicht wehrt und im Hintergrund bleibt. Man weiß es ganz genau: Das Fass wird immer und immer wieder volllaufen.

Man muss sich an diesen Zyklus gewöhnen oder man muss den eigenen Charakter so weit ändern, dass man sich aktiv wehren kann und selbst zu einem dominanten Menschen wird.

Der Weg dahin ist hart.

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Du hast ihm schon vieles versucht zu erklären. Aber für viele Menschen sind Krankheiten die man nicht sieht und anfassen kann oder wogegen es direkt eine Pille gibt, nicht begreifbar.

Du gehst ja bald zu einem Psychologen. Bitte diesen , sich mit deinen Eltern , vor Allem mit deinem Vater , zu unterhalten. Der Psychologe kann ihm wahrscheinlich eher erklären, was eine Depression ist.

Sei deinem Vater nicht böse deswegen.

Und spare deine Kraft für die Therapie auf. Und bitte, mach die Therapie mit. Nur so kann dir wirklich geholfen werden.

Übrigens ist nicht immer der erste Psychologe oder Psychiater der richtige. Wenn du mit dem einen nicht klar kommst und dich nicht öffnen kannst, nimm einen anderen.

Viel Glück.

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Hallo Suki9,
ich habe deinen Beitrag aufmerksam gelesen. Wie immer tauchen bei mir zuerst Gegenfragen auf.
Vielleicht hast Du Lust, sie zu beantworten, das würde mir helfen, weiter an einer Lösung für dich zu tüfteln.
Ich fange vielleicht mit nur eine Frage an:
Du schreibst, dass dein Vater dich in diese Lebenslage, in der du momentan steckst, nicht auf die Art unterstützt, wie du es gern hättest.
Wie ist/war denn sein Verhalten dir gegenüber in anderen Lebenslagen, in denen du Unterstützung brauchtest?
Ich halte es für wichtig, dass zu klären, denn ich schließe nicht aus, dass dein Vater ansonsten ein verständnisvoller und hilfsbereiter Mann ist, der dich und Deine Bedürfnisse versteht und sich ansonsten gern unterstützt. Es das tatsächlich der Fall, dann wäre zu überlegen, was ihn dazu bringt, gerade in dieser Lebenslage praktisch abzuschalten, und statt dich zu unterstützen nach an den Haaren herbeigezogenen Erklärungen zu suchen.

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Kommentar von Suki9
25.05.2016, 12:43

Normalerweise unterstützt er meine Geschwister und mich voll und ganz, außer eben wir machen Mist. 🤔 Mich wundert es wieso er sich so verhält, er ist eigentlich ein sehr einsichtiger Mensch und versucht normalerweise alles zu verstehen

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Kommentar von Stieglitz74
25.05.2016, 12:52

Ok, dann habe ich irgendwie den Eindruck, dass er mit dieser Situation überfordert zu sein scheint. Ich werde ihn ja nicht rechtfertigen, aber ich kann mich in ihn gut hineinversetzen: ich stelle mir gerade vor, ich bin Familienvater, und habe immer alles im Griff, war bisher immer in der Lage, meine Kinder zu unterstützen. Jetzt kommt eines meiner Kinder auf mich zu und schildert, es befindet sich in einer Lebenslage, mit der ich keinerlei Erfahrung habe.
Wenn ich jetzt ein Vater wäre, würde ich vermutlich auch versuchen, das Ganze runter zu spielen, einfach nur um nicht zu geben zu müssen, dass ich ratlos bin.
Denn als Familienvater darf ich sowas ja nicht zugeben, sonst habe ich keine Autorität mehr und meine Kinder lieben mich nicht mehr, weil ich ein Schwächling bin.

Na ja, das ist nur so ein Gedanke. Muss ja nicht stimmen. Du kennst deinen Vater am besten.
Falls aber an den Gedanken doch was dran ist, dann kann man die Sache auf jeden Fall angehen. Ich hätte da schon sogar eine Idee.

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Kommentar von Stieglitz74
25.05.2016, 13:04

Und zwar, würde ich die Sache anders angehen und erst mal alle Versuche lassen, ihm die Krankheit zu erklären. Überhaupt würde ich mit ihm gar nicht groß über die Krankheit als solcher sprechen. Stattdessen würde ich ihn gezielt um Unterstützung bei kleinen Schritten bitten. Z.B. Wenn du dich alleine fühlst kannst du ihn bitten oder fragen, etwas gemeinsam zu unternehmen, oder wenn du eine Arzttermin hast, kannst du ihn bitten mitzukommen und es so begründen, dass du dich besser und sicherer  fühlst, wenn er dabei ist. Das sind nur Beispiele. Was ich meine ist, es ist wichtig, deinem Vater das Gefühl zu geben, dass er dir helfen kann. Sei es nur bei Kleinigkeiten.
Dann verliert er langsam seine Angst vor der großen unbekannten Krankheit, denn er merkt, auch wenn er sich mit der Krankheit als seolcher nicht auskennt und sie nicht versteht, so gibt es darin trotzdem Bereiche, wo er dir durchaus helfen kann.
Und diese Sicherheit kann wiederum dazu führen, dass er nach und nach von selbst begreifen wird, wie die Krankheit funktioniert und was du durchmachst.
Der Unterschied ist nur, er wir es selbst erfahren und begreifen. Das ist noch etwas anderes, als wenn jemand versucht, es ihm einfach nur zu erklären.

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Wenn ich dich richtig verstehe, hast du bisher keine Diagnose über Depressionen von einem Psychologen. Es ist also nur eine Vermutung von dir. Eigendiagnosen kann man nicht erstellen.

Warte ab, was der Termin nächste Woche bei der Kinderpsychologin bringt. Wenn sie tatsächlich Depressionen diagnostiziert, kannst du mit deinem Vater darüber sprechen. Dann wird er es sicherlich glauben und dich ernst nehmen. Es ist doch klar, dass dein Vater die Eigendiagnose eines Kindes nicht ernst nimmt.

Gute Besserung!

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Nehm ihn einfach mit zu deinem Arzttermin. Da kann dein Vater selber mit dem Arzt kurz reden.

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Erzähle deinem Vater genau das, was du uns hier geschrieben hast...

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