Wie soll ich meinem Hund klarmachen das er keine Kontrolle über mich hat?

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7 Antworten

Wenn das ein Problem für dich ist, würde ich einen Hundetrainer hinzuziehen bzw. in die Hundeschule mit ihm gehen. Alternativ: Lies dir verschiedene Ratgeber zum Thema Hundeerziehung durch (Internet, Bücherei) und fange langsam mit einer konsequenten (nicht harschen, gewalttätigen) Erziehung an. Konsequent heißt, dass es Regeln und keine Ausnahmen gibt und das so lange geübt wird (nicht an einem Tag, aber jeden Tag immer wieder), bis der Hund eine Sache begriffen hat. 

Bedenke, dass du die Ressourcen kontrollierst. Du hast das Futter, das Spielzeug, die Ausgehzeiten unter deiner Kontrolle. Mit Futter (Leckerli) oder Spiel/zeug kann man den Hund für gutes Verhalten belohnen. Der Hund lernt dabei auch, dass DU diese Ressourcen verwaltest. Das bedeutet NICHT, dass du sie ihm gewaltsam wegnimmst oder ihm weniger gibst, als er braucht.

Eine Trainerin sagte mal, dass sie das gesamte Futter ihrer neuen Welpen aus dem Tierheim beim Spaziergang verfütterte. Also die Hunde mussten immer Aufgaben machen - Sitz, Platz, Warte, Such - und bekamen dann eine kleine Portion Futter. Am Ende des Spaziergangs waren die satt, ausgepowert und hatten etwas gelernt. Unter anderem, dass Frauchen die Ressourcen verwaltet und es sich lohnt/ Spaß macht, ihr zu gehorchen. Wenn sie z.B. nicht liegen blieben, während sie - im fortgeschrittenen Stadium - das Futter versteckte, konnten die Hunde es nicht suchen und es machte weniger Spaß.

Fang mit kleinen Sachen an. Hund ist ruhig und wird kommentarlos belohnt (oder verbal gelobt und belohnt). Später kommt das Kommando hinzu. Hund liegt auf seiner Decke/ im Körbchen und wird gelobt und belohnt; später kommt "auf deinen Platz" etc. als Kommentar vor dem Belohnen hinzu. Noch später hört er dann auf das Kommando und wird erst dann belohnt. Klappt das gut, wird das Kommando mehrfach täglich gesagt, aber  nicht immer mit Futter, sondern manchmal nur verbal belohnt. Die Hofffnung, dass irgendwann Futter kommt (und das anfangs 90% der Gänge zur Decke der Fall ist, später nimmt diese Häufigkeit stark ab, bis es nur noch hin und wieder Belohnungen gibt) und die Routine führen dann zum Gehorchen.

Das wäre EIN denkbarer Weg des Trainings. Je nach Hund und Haltung und Erfahrung des Besitzers gibt es noch andere denkbare Wege.

Bedenke aber immer:

Für den Hund muss es sich lohnen, "brav" zu sein. Er muss einen Vorteil davon haben. Und du verwaltest die Ressourcen und bestimmst vor allem am Anfang die Zeiten, nicht er. Dann lernt er schon, dass er von dir abhängig ist und dass es Spaß macht, "brav" zu sein, die Regeln einzuhalten, weil es dann Futter, Leckerli, ein Spiel, Action etc. gibt.

Anfangen würde ich, indem es erst Futter gibt, wenn der Hund ruhig ist und dir Aufmerksamkeit schenkt. Warte einfach, bis das mal der Fall ist und füttere dann. Später kannst du das ausbauen und vor dem Füttern ein kleines Kommando wie Sitz etc. geben. Das wird dann nach und nach durch Routine eingeschliffen und mit dem Füttern belohnt. Mache es anfangs einfach, erwarte nicht zu viel, so dass du nicht ellenlang warten musst, bis der Hund das gewünschte Verhalten zeigt. Nie füttern, nachdem er etwas getan hat, das du nicht möchtest; dann erst mal warten, bis er wieder "brav" ist.

Wenn es ganz schlimm ist und der Hund ja mal so richtig nicht auf dich hört und macht was er will, versuch ihm klarzumachen, dass er nur überleben kann wenn er dir gehorcht.

Was du zb machen kannst: also sein tägliches Futter in ein Futterbeutel tun, und ihm erst davon zu fressen geben, wenn er zu dir kommt wenn du ihn rufst. Dabei darfst du ihn nicht anders füttern, nur aus dem Beutel ohne Ausnahme! Wenn ihn das nicht interessiert wird er es irgendwann zu spüren bekommen wenn er Hunger hat. Da muss er ja zu dir kommen und als Belohnung kann er was aus dem Beutel fressen. Wenn du das konsequent 2 Wochen durchziehst, dann wird er irgendwann kapieren wer der Boss ist.

Wo ist das Problem genau? Wo hat dein Hund dich unter Kontrolle? Von welchen Situationen redest du? 

mit Erziehung sollte man es gar nicht erst soweit kommen lassen.

Der Hund übernimmt die Kontrolle in einer Situation, wenn du es nicht tust. Also übernimm du die Situation, dann wird sich der Hund nach dir richten.

in dem du konsequent bei der Erziehung bist.

Indem Du ihn "kontrollierst". Wenn Dir was nicht passt, mußt Du Dich eben durchsetzen. Wie mit kleinen Kindern. Freundlich im Ton, fest in der Sache.

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