Wie soll ich das Sprichwort "Ich weiß, dass ich nichts weiß" verstehen?

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7 Antworten

Dieses "Sprichwort" sagt im Grunde nur, dass das Einzige, was man als gesicherte Erkenntnis annehmen kann, ist, dass man nicht weiß, sondern nur glaubt

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Tatsächlich ist dieses Sprichwort eine Abwandlung eines Zitats von Sokrates "Ich weiß, dass ich nicht weiß." (Achte auf das fehlende "s" am "nicht"!) Das ändert den Inhalt des Zitats grundlegend; weil es einen wesentlichen inhaltlichen Unterschied zwischen "nichts" und "nicht" gibt.

Sokrates benutzte diese Erkenntnis vor Gericht, wo er erklärte, dass er, der weiß, dass er nur glaubt (also "nicht weiß"), klüger ist, als der Weise, der glaubt, dass er weiß.

Denn es mag wohl eben keiner von uns beiden etwas tüchtiges oder sonderliches wissen; allein dieser doch meint zu wissen, da er nicht weiß, ich aber, wie ich eben nicht weiß, so meine ich es auch nicht. Ich scheine also um dieses wenige doch weiser zu sein als er, dass ich, was ich nicht weiß, auch nicht glaube zu wissen. (Quelle: Platon)

Das ist ein philosophischer Ansatz, mit dem man versucht, die Welt zu erklären. Hier geht man davon aus, dass es kein "gesichertes Wissen" gibt. Alles, was den Menschen ausmacht - also seine gesamte Erkenntnis - ist nur Scheinwissen; also Glaube. 

Jeder neue Gedanke, jede neue Erkenntnis kann diesen Glauben über den Haufen werfen und etwas völlig Neues entstehen lassen. Das funktioniert aber nach Ansicht dieser Philosophie nur, wenn man bereit ist, vom "alten Wissen" abzulassen; es notfalls auch wirklich komplett zu verwerfen.

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Ganz einfach gesagt: Dieses Zitat sagt, dass Weisheit mit der Erkenntnis, dass man sich selbst mit "Scheinwissen" umgibt, beginnt. Wer sich also selbst eingesteht, dass alles, was er zu wissen glaubt, in Wirklichkeit nur GLAUBE - und NICHT WISSEN - ist, erst der kann wirklich weise werden.

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Zusammengefasst: "Wer weiß, dass er nur glaubt, ist klüger als der, der glaubt, dass er weiß."

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Kommentar von PurpurSound
11.07.2016, 14:44

Daher auch sokrates'  leidenschaft, möchtegern-wisser wie sein feindbild, die sophisten, durch geschickte fragen ihres beschämenden nichtwissens zu überführen :-)

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Mir ist zwar bewusst, dass ich letztlich kein wahres wissen erlangen kann, aber ich höre dennoch nicht auf danach zu suchen! :-)

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Der Spruch stimmt: Du kannst nichts wirklich wissen, ausser das du bist, das ist das Sein deines Bewusstseins, das ist das Einzige was existiert. Alles andere sind nur Illusionen, vorruebergehende Kreationen deines Gewahrseins.

Da jeder Moment neu ist, immer verschieden von anderen Momenten, nuetzt dir das  Wissen auch gar nichts, natuerlich um Brot zu bachen und den Bus zu kriegen ist klar, das sind praktische Dinge, aber darueber hinaus musst du nichts wissen, das Leben geschieht sowieso.

Da aber der Verstand, nichts nicht wissen will, versucht er immer alles zu katalogisieren, um die Zukunft vorauszusagen, wobei er denn meistens klaeglich scheitert.

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Der Author will sagen, dass er versteht, dass es sehr viel gibt was man nicht versteht und dass der Mensch längst nicht alles weiß

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Du allein weißt es, das Du zu Vielen Fragen zum Beispiel, keine Antwort weißt, also nichts weißt, keine Ahnung hast.

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Sokrates pflegte zu sagen:" ich weiß, dass ich nichts weiß: du weißt aber nicht einmal ,dass du was weißt."

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