Wie soll ich das Medikament in den Mund bekommen?

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9 Antworten

Notfallmedikamente bei Epilepsie gibt man eigentlich in der Regel nicht in den Mund, weil die Kräfte des Krampfenden so stark sind, dass er Dir mühelos die Finger abbeißen könnte. Deshalb bitte "Finger weg vom Mund".

Normal ist es so, dass Notfallmedikamente bei Epilepsie rektal oder per subcutaner (unter die Haut) Spritze gegeben werden. Könnte es sein, dass Dein Freund meinte, dass Du ihm den Inhalt der Spritze in die Haut spritzen sollst?

Für den Laien ist es immer besser, wenn er lediglich dafür sorgt, dass sich der Krampfende nirgendwo verletzten kann. Eine Seitenlage wäre zwar ratsam, ist aber in den wenigsten Fällen während des Krampfens möglich.

Also ... hier der Ablauf, wenn jemand krampft:

  1. Sorge dafür, dass Gegenstände, an denen sich der Patient während des Krampfens verletzen könnte, beiseite geschafft werden. Bitte nicht den Patienten von den Gegenständen wegziehen, sondern die Gegenstände vom Patienten wegziehen. Liegt derjenige an Gegenständen, welche nicht beseitigt werden können, dann versuche vorsichtig, denjenigen davon wegzuziehen. Am besten geht das, wenn man am Hosenbund zieht.
  2. Bitte den Patienten nicht festhalten oder einen Keil zwischen die Zähne schieben (wird häufig genannt, sollte man aber auf keinen Fall machen). Gerade die Zähne haben während eines Krampfanfalls eine immense Kraft und bei einer falschen Bewegung wären die Finger des Helfers ab.
  3. Hier steht die stabile Seitenlage, welche aber meistens erst dann möglich ist, wenn der Krampf aufgehört hat.
  4. Ist der Patient ein bekannter Epileptiker, muss man nicht direkt einen Notarzt rufen. Den Notarzt sollte man dann rufen, wenn der Anfall länger als 3-5 Minuten dauert. Ist jedoch der Patient kein bekannter Epileptiker, sollte man SOFORT einen Notruf absetzen. Da kann jede Sekunde lebensrettend sein.

Sprich nochmal mit Deinem Freund. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass der Arzt ihm eine Spritze verordnet hat, welche in den Mund gegeben wird. Sollte es tatsächlich so sein, dann lehne diese Maßnahme bitte ab. Du musst auf Dich selber achten, auch wenn es für Deinen Freund natürlich doof ist. Er würde aber mit Sicherheit auch nicht wollen, dass Du nach einem Krampfanfall von ihm weniger Finger an den Händen hättest.

Ich wünsche Dir und Deinem Freund alles Gute

PflegerKrank 29.06.2017, 11:29

Natürlich können Notfallmedikamente über den Mund gegeben werden: Hierfür dient die lange dünne Spritze. Die man dem Betroffenen in den Mund geben kann, ohne seine Finger in die Nähe der Zähne zu bringen.


Ich zitiere mal von der Seite www.epilepsie-vereinigung.de

"Midazolam kann von Laien über die Wangenschleimhaut gegeben
werden. Auch die intramuskuläre Gabe beim Status (nur durch ausgebildete
Pflegekräfte) ist möglich. Derzeit kann die Verabreichung von Midazolam
über die Wangenschleimhaut als die einfachste und gut belegte
Notfallmedikation angesehen werden. Das dazu derzeit im Handel
erhältliche Präparat (Buccolam®) ist bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren verordnungsfähig, bei Erwachsenen nur als off-label Verordnung verfügbar."


ISt zwar nicht mehr so gängig, aber wird durchaus noch angewandt.

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Sternenmami 29.06.2017, 12:49
@PflegerKrank

Was man kann und was man machen sollte, sind zwei Paar Schuhe.

Wenn das mit der mündlichen Arzneimittelgabe bei einem epileptischen Anfall ein Fachmann macht ... okay! Ein Laie aber sollte bitte die Finger davon lassen, bei einem epileptischen Anfall Medikamente über den Mund zu geben. Das kann ganz gewaltig schief gehen.

Wie Du schon geschrieben hast ... die orale Medikation ist nicht mehr gängig. Also ich kenne keinen Arzt, der das noch anwendet.

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Ich habe einen Sohn, der an Epilepsie erkrankt ist.

Es kommt auf das Notfallmedikament darauf an wie es verabreicht wird. Bei meinen Sohn wird es rektal verabreicht.

In den Mund kenne ich es eigentlich nicht. Da auch beim Anfall der Schluckreflex nicht vorhanden ist. 

Aber das wird Dir Dein Freund ausführlich erklären müssen, wenn er Dir nur vertraut und Du das verabreichen sollst.

hallo erst mal :)
ich habe selbst epileptische anfälle so wie dein freund... mir wollte der arzt auch sowas verschreiben nur ich wollte das nicht da es mir unangenehm ist.. zu mir sagten sie wenn ich dieses notfall medikament bekommen solle dann bekomme ich das in den po... das wollte ich nicht und sagte ich kann auch ohne dem leben denn ich muss schon genug zeug nehmen... wenn du dir nicht sicher bist was tun in so einem fall... würde ich zu mein hausarzt gehen und fragen denn der müsse das auch kennen ... und wissen wie so was abläuft.. wenn dein freund einen anfall bekommen sollte wenn du noch nicht bei einem arzt nachgefragt hast... dann lass es lieber denn wenn du nicht weißt wie könntest du was falsch machen und das wäre für dich und deinem freund nicht gut... und schau dass keine gegenstände um ihn herum liegen an denen er sich verletzen könnte und tu ja nix i in seinen mund stecken das ist sehr gefährlich!!! rufe anschließend die Rettungskräfte....
hoffe ich konnte dir ein wenig weiter helfen

Ist schwer zu sagen. Wenn er den Mund natürlich offen hat, kann man das "unter die Zunge" tun. Aber nicht zu schnell. Da er sich sonst verschlucken könnte. Aber persönlich, wenn du so sehr Angst hat, was falsch zu machen, lass es lieber oder lass es dir von deinem Freund mmal zeigen, wie du es machen sollst.

("es könnte das Medikament ("Tavor") in flüssig sein, denn das hab ich, aber in Tablettenform.")

Aber eigentlich, ist es viel zu spät, ihm das im Anfall zu geben. Besser währe es, wenn er spürt, das 1 Anfall im Anmarsch ist, es im Dann zu geben, bevor der Anfall da ist, denn dann kann sogar der Anfall, garnicht erst kommen.

Weder bei einem Krampfanfall noch bei Bewusstlosigkeit darf man Medikamente oral verabreichen!

Die Erstickungsgefahr ist einfach zu hoch.

Medikamente gegen einen andauernden Krampfanfall werden rektal verabreicht, weil so die Verletzungsgefahr am geringsten ist.


Schau dir den Beipackzettel vom Medikament an. Kopiere ihn dir. Da steht drauf wie du was genau machen musst. Gut , wenn du das vorher weißt. 

Vergiss den Schwachsinn, den dein Freund dir erzählt hat !

Oftmals dauert ein epileptischer Anfall ein paar Sekunden.

Die Mehrzahl aller epileptischen Anfälle dauert nicht länger als 3 Minuten.

Bis das Medikament anfängt zu wirken ist der Anfall längst vorbei.

Dauert er länger als 3 Minuten, dann einfach den Notarzt rufen.

Mit einer Spritze am Mund herumwerkeln, während er wild umher zuckt ist Schwachsinn.

Karolciaaaaa 29.06.2017, 05:31

Dann hat ihm das Krankenhaus nur Schwachsinn erzählt. Ich hab ja schon einwenig gemunkelt, da ich diese Situation schon kenne. Ich rede am besten nochmal mit ihm.. 

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ich glaube nicht das man das in den Mund gibt, da hat er vermutlich was falsch verstanden

er soll noch mal beim Arzt nachfragen

Am besten Du fragst ihn nochmal, wie er das genau gemeint hat.

Kann mir da grade garnichts drunter vorstellen. hab nur mal gehört dass man einem, der krampf nicht den Finger in den Mund stecken soll, sonst ist der Finger vielleicht ab...

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