Wie soliert Ihr auf der Gitarre?

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4 Antworten

Ich kann keine einzige Scale, ich kann keine Licks, all das, was allgemein so empfohlen wird, kann ich nicht und interessierft mich auch nicht.

Wenn ich Soli improvisiere, dann spiele ich Melodien. Dieses ewige Widdeliwiddeliwii, das man von tausenden Gitarristen millionenfach hört, das eben genau das ist, was rauskommt, wenn Scales und Licks auswendig gelernt und runtergedudelt werden, geht mir aber auch sowas von auf die Eier (ja, das geht auch Mädels auf die Eier)!

Wenn ich über ein Thema oder wie auch immer zu einem Song improvisieren will, dann höre ich mir den Song an, bzw spiele ihn erst einmal ein, und höre dann, und wenn dann der Part fürs Solo kommt, dann spiele ich das Solo nicht auf der Gitarre. Dann summe, singe, pfeife ich! So entstehen dann Melodielinien, die in den Solopart passen. Und diese Melodielinien spiele ich dann nach. Was bedeutet, dass ich für die Songs, zu denen ich soliere, eine Auswahl an Melodien und Teilen von Melodien habe, die ich einsetzen kann. Ja sicher sind das Licks, weiß ich selbst. Nur hole ich mir die nicht aus Licksammlungen, sondern ich schaffe sie mir selbst, jeweils passend zum Song.

Aber auch bei Songs, die ich nicht erst gut einüben konnte, spiele ich Melodien. Ganz so, wie ich zu jedem Stück "Soli" auch pfeifen kann (kann jeder), kann ich das auch auf der Gitarre. Gibt dann halt ab und zu mal nen schiefen Ton, aber was soll's. Dann isses eben Jazz! :-)


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Kommentar von hoermirzu
03.08.2016, 10:40

"Radl noch Rio" Dr.Kurt Ostbahn, in der Liveversion "Pfeiferl is hin"

Ich bin da voll auf Deiner Seite! Wenn man, wie Flec anfängt, ist oft Unsicherheit, die Fragen aufwirft. Man kann auch nicht wegleugnen, dass Standardsoli auch etwas hermachen. - Band X, klingt wie Band Y.

Das muss nicht sein, wenn man etwas Neues findet.

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Komplett verschieden. Das wichtigste ist, dass du das Stück kennst, über das du solierst. Harmonische Akkordfolgen haben schließlich auch einen Spannungsverlauf. Wie stehen die Akkorde zueinander? Aus welchen Tönen bestehen diese Akkorde? Am besten alles hinterfragen, dann erst kannst du es wirklich verstehen und sinnvoll mit dem Material umgehen. Im Internet findest du wirklich alles, solltest du mal etwas nicht wissen. 

Oft wird garnicht darüber nachgedacht, was ich spiele. Dafür muss ich aber die Changes wirklich in- und auswendig können. Dann erfolgt alles im Automatismus. Ansonsten ist es auch gut sich an den Akkordtönen zu orientieren. 

Licks anlernen ist super! Allerdings wirds erst dann sinnvoll, wenn du die licks verstehst und auch in anderen Kontexten anwenden kannst.  

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Das wohl wichtigste ist das du deine Skalen, Tonleitern, Pentatoniken kennst. Du musst wissen wo auf deinem Griftbrett was ist. Dann spielst du die auf und ab, das du ein Gefühl bekommst welcher Ton wann passt. Welche dieser Noten musst du wie viel benden das es in die Abfolge passt. Wenn du dafür ein Gefühl entwickelt hast, kannst du beginnen licks zu "lernen". Ich hab das in Anführungszeichen gesetzt, weil du natürlich fertige licks lernen kannst, ich aber denke, dass es am meisten hilft Solos die du kennst und die dir gefallen zu lernen. Dadurch passiert folgendes. Wenn du ein Solo von Künstler x lernst und es mitspielst, speichert dein Unterbewusstsein automatisch die Abläufe dazu. Du wirst bemerken das du wenn du selbst rumprobierst auf einmal das gleiche lick wie in diesem solo verwendest. je mehr du das machst desto größer wird dein Repertoire. Und irgendwann kannst du soviele licks dass du diese von selbst zu komplexeren sachen verbindest. Zu dem ist es hilfreich Dinge wie streches und schnelle Hammer on/Pull off sachen einfach so zu üben. Grundlagentechnicken wie Tapping, Sweeppicking oder arpeggios solltest du seperat üben. Mit der Zeit ergibt sich daraus ein Bild für dich und du bekommst deinen ganz eigenen Stil. Versuche nichts zu vernachlässigen. Besonders nicht die Musiktheorie ganz am Anfang. 

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Das kommt ganz auf die Musikrichtung an. Im Rock-/Popbereich kannst du in der Regel eine einfache Pentatonik verwenden und musst dich nicht einmal um die Akkorde scheren. Mit einer "vollen" Dur- oder Mollskala schon eher, das ist aber schon etwas fortgeschritten. Dieses themenbasierte Solospiel, das du erwähnt hast, wird sehr gerne im Jazz verwendet, hier dann unter Verwendung der jeweiligen Skala und Konzentration auf die Akkorde.

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Kommentar von FlecTec
02.08.2016, 00:51

Also meinst du für Rocksolos würde es reichen die Tonika zu erkennen und dazu dann Licks zu spielen die man vom Grundton her daran anpasst?

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