Wie sind die zeugen jehovas im Gespräch?

10 Antworten

Hallo Burger21,

wenn man jemanden kennenlernen will, ist es am besten, den persönlichen Kontakt zu ihm zu suchen! Sich allein auf die Aussagen Dritter zu verlassen, ist nicht sehr hilfreich. Das trifft natürlich auch auf das Kennenlernen einer Glaubensgemeinschaft wie den Zeugen Jehovas zu! Dennoch möchte ich an dieser Stelle einiges dazu sagen, was ich (als Zeuge Jehovas) aus eigener Erfahrung weiß.

Jehovas Zeugen sind eigentlich Menschen wie du und ich, doch was sie von vielen unterscheidet, ist ihre Überzeugung, dass die Bibel von Anfang bis Ende Gottes Wort ist. Aus dieser Überzeugung heraus bemühen sie sich, das, was sie aus der Bibel gelernt haben, im täglichen Leben umzusetzen. Sie wollen sich damit nicht hervortun oder meinen sie seien etwas Besseres. Sie sind sich durchaus ihrer eigenen Unzulänglichkeit und Fehlerhaftigkeit bewusst und müssen täglich hart an sich arbeiten.

Manche sehen die Zeugen daher als etwas sonderbar und weltfremd an, vor allem, da sie nicht bei allem mitmachen (z.B. Weihnachten und Geburtstag). Diese Andersartigkeit führt bei einigen zu Ablehnung und sie reden schlecht über uns. Auch wird in den Medien nicht immer sehr sachlich über uns berichtet, was zu vielen falschen Vorstellungen über uns und unsere Tätigkeit beigetragen hat.

Was macht die Zeugen Jehovas noch aus? Zum Beispiel legen sie neben Beruf und Familie auch großen Wert auf die Verkündigung des Wortes Gottes. Dass sie mit ihrem Glauben an die Öffentlichkeit herantreten, gefällt nicht allen und ruft bei einigen Unmut hervor. Dabei ahmen sie ja nur Jesus Christus nach, der selbst viel mit anderen über Gottes Wort gesprochen hat und seinen Jüngern geboten hat, das Gleiche zu tun.

Auch wenn man die Zeugen Jehovas vielfach beim Predigen von Haus-zu-Haus oder anderswo sieht, heißt das nicht, dass in ihrem Leben Spaß und Spiel keine Rolle spielen würde. Ebenso wie die meisten anderen, versuchen sie auch die schönen Seiten des Lebens wahrzunehmen und machen in ihrer Freizeit viel mit ihrer Familie und Freunden.

Vieles, was bei den Zeugen abläuft, findet eine Parallele zu den ersten Christen. Sie treffen sich zum Beispiel regelmäßig zu ihren Zusammenkünften in ihren Versammlungsstätten (oder Königreichssälen). um etwas aus der Bibel zu lernen, Lieder zu singen und Gemeinschaft zu haben. Die Zusammenkünfte sind öffentlich und somit für jedermann zugänglich.

Die einzelnen Versammlung (oder Gemeinden) werden von sog. "Ältesten" geleitet. Diese sind aber keine Gruppe von Geistlichen, sondern üben so wie alle anderen ihren Beruf aus und haben in der Regel eine Familie. Sie organisieren die Zusammenkünfte, sind am Programm beteiligt und fungieren als geistige Hirten der Versammlung. So kümmern sie sich um die Bedürfnisse jedes Einzelnen und helfen wo immer nötig.

Jehovas zeugen bemühen sich auch um ein gutes Verhältnis untereinander und zu allen ihren Mitmenschen. Sie versuchen, jedem gegenüber freundlich, mitfühlend und hilfsbereit zu sein. Weltweit bilden sie eine große Familie, deren hervorstechendstes Merkmal die Nächstenliebe ist. Wenn es z.B. zu Naturkatastrophen oder ähnlichem kommt, dann organisieren sie schnell und unbürokratisch Hilfsmaßnahmen und sie sind oft unter den Ersten, die vor Ort Hilfe leisten. Und auch sonst helfen sie sich sehr viel untereinander.

Sie bemühen sich, im praktischen Leben das umzusetzen, was Jesus Christus einmal als Hauptkennzeichen eines Christen benannte, als er seinen Jüngern sagte: "Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe unter euch habt" (Johannes 13:35). Dieser Grundsatz hält sie auch davon ab, sich an irgendwelchen kriegerischen Auseinandersetzungen oder Konflikten zu beteiligen. Auch in politischen Angelegenheiten sind sie strikt neutral.

Das sind nur einige wenige Punkte, die deutlich machen sollten, was für Menschen Zeugen Jehovas eigentlich sind. Es gibt leider vieles, was im Umlauf über uns ist, das aber einfach nicht den Tatsachen entspricht oder aus Halbwahrheiten besteht. Daher ist es immer gut, wenn man sich aus erster Hand informiert oder noch besser, einen Zeugen Jehovas persönlich kennenlernt.

LG Philipp

Ich habe fast zwei Jahre lang jede Woche mit den ZJ über ihre Religion diskutiert.
Danach haben sie dann "aufgegeben", weil sie mich nicht überzeugen konnten.

Ich sage eindeutig:
Eine Diskussion mit ihnen über ihren Glauben ist SEHR interessant und aufschlussreich. Gerade für überzeugte Christen eröffnen sich neue "Dimensionen".
Auch wenn ich kein Zeuge geworden bin, stehe ich ihnen mit sehr viel Respekt und Wohlwollen gegenüber. Ihre Bibel ("Neue Welt Übersetzung der Heiligen Schriften) ist für mich die mit Abstand beste Quelle zum Christentum ( dem ich inzwischen nicht mehr anhänge).
Im Gespräch sind sie - meine Erfahrung - sehr eindrücklich, aber nicht penetrant. Man kann "mit ihnen reden" und wird nicht "überfahren".
Die Leute, mit denen ich diskutiert habe, waren mir SEHR sympathisch und ich würde sie inzwischen als Freunde bezeichnen, auch wenn unsere religiösen Ansichten weit auseinander liegen.

Du kannst sie ruhig ansprechen, sie sind in der Regel sehr nett und freuen sich auch darüber. Ich habe auch privat Kontakt zu ZJ und werde keineswegs von ihnen bedrängt, obwohl ich an Wiedergeburt glaube und nicht religiös bin.

Die Literatur von ihnen ist kostenfrei und es bleibt alles unverbindlich. Ein ZJ zu werden ist nämlich ein langer Prozess, von wegen du bist da sofort drin und kommst nie wieder raus. Bei meiner Bekannten hat das 2 Jahre gedauert, bis sie zur Taufe zugelassen wurde, in dieser Zeit studierte sie die Bibel und deren Literatur.

Es sind normale Leute, die ihre Hobbies haben und ihrem Beruf nachgehen wie wir auch.

Was möchtest Du wissen?