Wie sind die verschiedenen Interpretationen der Bibel entstanden?

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33 Antworten

Warum so viel Angst vor den Fanatikern? Christliche Fanatiker sind so außerordentlich selten, daß es wohl kaum wegen der Interpretation eines Bibelwortes zur Schlägerei kommen wird. Man kommt nur manchmal nicht umhin, mit ihnen zu diskutieren. Und da steht es einem ja frei, den Ort der Debatte zu verlassen, wenn es einem zuviel wird. Im Großen und Ganzen sind sich die Christen ja einig darin, wie ein christliches Leben geführt werden muß und auf welchen Grundlagen das geschieht: Gottes- und Menschenliebe, Selbstachtung, der Minimalkonsens der 10 Gebote, und über allem das Leben, das Jesus uns vorlebte. Daran ändern auch verschiedene Interpretationsmöglichkeiten eines Abschnitts nichts. Aus meiner Perspektive z. B. sind Pfingstler ziemliche Fanatiker (nichts für ungut, falls da ein Pfingstler mitliest) und weil ich mich da sehr unwohl fühle, bin ich eben nicht bei ihnen, sondern Lutheraner. Pfingstler halten mich vielleicht für einen Häretiker oder gar nicht für einen Christen. Aber wo ist das Problem? Solange sie mich nicht schlagen, dürfen sie gerne eine andere Meinung haben als ich. ;-)) Wenn ich mit anderen Lutheranern die Bibel diskutiere, kommt durchaus auch mal jeder zu einem anderen Ergebnis, was aber nichts am grundsätzlichen Fazit ändert, wie Christentum auszusehen hat.

Du wirst nie wirklich eine völlig einheitliche Auslegung der Bibel finden und daran ist ja auch nichts schlecht, wenn man die Sache mal aus einer entfernteren Perspektive betrachtet. Und solltest Du wirklich mal an einen Haßprediger geraten, geh einfach woanders hin oder mach ein Bild von ihm für Dein persönliches Kuriositätenkabinett. Gruß, q.

Kommentar von Azizamasrya
29.07.2010, 07:18

Ich verwende die zehn Gebote, wie sie in der Bibel stehen: 2. Mose 20. Katholische und fast alle protestantische Richtungen verwenden die geänderte Version aus dem katholischen Katechismus, wo das 2. Gebot gestrichen wurde (dafür wurde das 10. geteilt, damit es wieder 10 sind) - und das Sabbat-Gebot abgeschafft wurde, und anstelle dessen die katholischen Feiertage, wie Ostern und der wöchentliche Sonntag eingeführt wurde. In meiner Bibel steht, dass man die Gebote Gottes nicht ändern darf! (In Daniel 7 wird sogar prophetisch vorhergesagt, welche Macht dies tun wird!)

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Kommentar von Kronprinz1
11.08.2011, 23:42

Der Grundirrtum der Christen ist, dass es so etwas wie eine "wahre Interpretation", oder einen "Wahren Geist" in der Bibel geben würde. Der noch schlimmere dahinter liegende Irrtum ist, dass Gottes Wort in geschriebener Form auf dieser Erde existieren würde. Kein anderer Glaube hat in den letzten 2000 Jahren mehr Leid auf diese Welt gebracht.

Schreiberlilli hat Recht, sie traut sich nur nicht die Konsequenzen zu ziehen. Sie glaubt nur die Fanatiker wäre im Unrecht, nein, Jeder, der sich als Christ bezeichnet und die Bibel als Grundlage seines Glaubens bezeichnet, wählt beim Lesen immer eine der drei Optionen: A) Das musst du wörtlich nehmen, schau, da steht es doch geschrieben. B) Das gilt nicht mehr, das musst du im Kontext der Zeit sehen C) Das sieht nur so aus, das ist anders gemeint, das musst du so und nicht anders interpretieren.

Sie erkennen nicht, dass man mit der Variation A) B) oder C) jedes, aber wirlich JEDES beliebige Verhalten aus der Bibel herauslesen kann. Das kann nicht Gottes Wort sein, sondern es ist immer nur das, was jeder dort sehen will. Für Jede Schandtat von H itler, für jedes Verbrechen könnte ich mit A) B) oder C) in der Bibel eine Legitimation heraus lesen. Tut mir leid, dass ich jetzt einige enttäuschen werde: Die Bibel ist als Richtschnur wertlos. Sie IST keine Richtschnur, sie kann auch keine sein. Sie ist wie ein 500 Seiten dickes Buch mit Fotos von Wolken. Und jemand behauptet: Aus diesen Wolkenfotos kann man mit Fantasie Figuren erkennen, und darin liegt Gottes Wahrheit. Das ist das, was jeder Christ tut. Es ist wahllos.

Die Bibel IST nicht Gottes Wort. Darin liegt der Irrtum. Sie KANN es nicht sein. Die Anzahl der christlichen Organisationen, mit unerschiedlicher Ausrichtung auf dieser Welt beträgt: 200'000! Nocheinmal: Zwei-Hundert-Tausend! Alle lesen die Bibel, alle lesen etwas anderes. Das PRINZIP funktioniert nicht. Sieht das denn niemand?

Schreiberlilli, du bist reif für folgenden Text, den ich dir wärmstens empfehle. (Versöhnugsbrief an Christen)

http://www.rhetorik-seminar.ch/gratis-nutzen-fur-sie/Religionskritik/

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Wer den Stand der Textgeschichte des Neuen Testaments erfahren will, gebe bei Google "Textgeschichte des Neuen Testaments" ein und bei Wikipedia findet sich eine gut geordnete Darstellung. Diese ältesten Texte des NT sind allesamt griechisch. Vom NT gibt es keine Belege in Hebräisch oder Aramäisch.

Das NT ist Glaubensverkündigung der Gemeinden, die unterschiedlich strukturiert waren. Sie erheben keinen Anspruch auf historisch exakte Darstellung und haben auch keine ausgefeilte, umfassende Theologie. Das hat bereits in der frühen Kirche zu Meinungsverschiedenheiten in der Auslegung und in der Glaubenspraxis geführt. Um die Meinungsführerschaft gab es zwischen Bischöfen der frühen Kirche heftige Auseinandersetzungen. Es ist nicht nachprüfbar, wie weit die später in den Konzilien festgehaltene jeweilige Mehrheitsmeinung den Glaubensvorstellungen der 'Urkirche' entsprachen.

Das ist allerdings meiner Meinung nach heute nicht mehr von Belang. Heute geht es darum, was die Bibeltexte an Anregung für ein erfülltes Leben heute hergeben. Die wichtigste Frage heute ist, ob der Erlösungsgedanke ausschließlich dem Individuum gilt oder einem Individuum in Gemeinschaft. Denn der jüdische Messiasgedanke hat den neuen König für die Gemeinschaft im Blick. Paulus spricht immer von der Gemeinschaft der Heiligen. Die in den letzten Jahrzehnten zunehmende Individualbetonung kippt leicht in einen Erlösungsegoismus, während das zentrale Symbol, das Abendmahl die Gemeinschaft in den Mittelpunkt stellt.

Kommentar von Schreiberlilli
19.07.2010, 00:11

Danke für den Google Hinweis. Die "Textgeschichte des Neuen Testaments" sagt mir im Moment nichts. Das schaue ich mir morgen mal an.

Deine Aussage:"...Die Gemeinden erheben keinen Anspruch auf historisch exakte Darstellung..." kann ich so nicht bestätigen. Meine Erfahrungen sind die, dass jede Gemeinde ihre eigene Wahrheit hat und mit ihr den Anspruch auf die Richtigkeit DIESER Wahrheit. Und das hat mich im Laufe der Jahre dazu gebracht, hier Abstand zu nehmen.

Meiner Meinung nach kann man nicht die Urgemeinden mit denen der heutigen Zeit vergleichen. Heute gibt es liberale, konservative und fanatische Christen in verschiedenen Konfessionen.

Die Fanatiker kann ich nicht verstehen. Vieles wird von ihnen eins zu eins aus der Bibel in die heutige Welt übertragen. Aber auch nur das, was ihnen gerade passt.

Ich habe an anderer Stelle schon geschrieben:"Wenn man alles übernehmen würde, dann gäbe es heute noch Sklavenhaltung und Vielweiberei usw."

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Kommentar von franz3
19.07.2010, 15:25

@ berkersheim Liebe deinen Nächsten, wie dich SELBST. Egoismus im Sinn persönlicher Entwicklung und Reife ist Voraussetzung funktionierender Gemeinschaft, die ihrerseits wiederum die Reife und und Entwicklung des Individuums zulassen muss, sonst estickt sie durch das "Gesetz", die Norm.

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Wenn ich Predigten vorbereite, dann lese ich verschiedene deutsche Bibelausgaben, habe Lexikas für die Begriffe, die dann auch die hebräische, aramäische oder griechische Bedeutungsmöglichkeit der Begriffe aufzeigt, lese verschiedene Kommentare und bete. Ich bitte Gott direkt, dass er mir zeigt, was er damit sagen will und wie Dinge zu verstehen sind. Ich bitte ihn, dass er mir hilft, selbstkritisch zu sein, damit ich ich keine Lieblingsgedanken in den Text hineininterpretiere. Exegese heißt für mich, dass ich meine Meinung über den Text hinterfrage und von Gott erwarte, dass er mir zeigt, was er meint und will. Dabei weiß ich aber auch, dass ich nicht perfekt bin. In Bibelgesprächen ist der Austausch über das Vorbereitete auch sehr hilfreich, den Gesprächsstoff aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten und sich so zu ergänzen und auch zu korrigieren. Aber wie schon erwähnt: Ich erwarte von Gott selbst, dass er mich seinen Liebesbrief an uns Menschen verstehen lässt.

Eine Diskussion über den wahren Glauben führt nur zum Krieg, weil es ums Recht haben geht. Ist das christlich? Sprache verändert sich, ebenso Sinngehalt. Daher muss es immer neue Übersetzungen geben, die wie in allen Bereichen zugleich Interpretationen sind.

Entscheidend ist die Frage: Was bedeutet "glauben"?

Bedeutet es "nicht wissen"? Dann bin ich uninformiert oder schlimmstenfalls nur dumm.

Bedeutet es, "Lehrmeinungen (Dogmen) für wahr halten"? Dann hätte ich meinen Verstand am Weihwasserbecken abgegeben.

Wenn ich die Berichte über Jesu Leben und Wirken lese, stelle ich fest, dass er kein Lehrgebäude erstellt hat, keinen Professorenstuhl eingerichtet hat, keine Priesterkaste geschaffen hat, sondern uns aufgefordert hat, wenn wir beten, sollten wir nicht viele Worte machen, sondern einfach unseren "Vater" im Himmel ansprechen: "Vater unser"… "Abba" nennt er ihn, das heißt auf deutsch soviel wie "Lieber Vater", oder "Väterchen".

Glauben bedeutet also für mich, dass derjenige, dem ich meine menschliche Existenz verdanke, mein letzter Urgrund, der mir zwar nicht an der Not vorbei hilft, jedoch durch sie hindurch, dass er also auch mein Ziel sein darf, soll und wird. Ich durfte im Leben (67 Jahre) oft erfahren, dass ich in Notlagen behütet und beschützt war. Das ist meine Deutung. Andere wären denkbar, sind aber für mein Leben, meine Person nicht stimmig.

"Glauben" heißt für mich also nur "vertrauen" auf Gottes Liebe.

Die eigentliche Schrift selbst interpretiert nicht, Menschen interpretiern die Bibel. Sie selbst ist ein heilige Buch fuer den glaeubigen Menschen und am Sinn der Schrift aendert sich auch nichts. Es ist klar, wir leben und unsere lebendige Sprache aendert sich, so wie auch die Mode sich aendert, doch der Sinn bleibt der gleiche, wie frueher auch. Luther uebersetzte die Bibel aus den Ur-Texten und heute past man Worte an, uebersetzt sie nur in das heutige Deutsch. Ich kann dir nur eines empfehlen : LESE DU DIE BIBEL , die Interpretationen anderer soll nicht dein Problem und Schaden sein,halte dich an die beiden wichtigsten Gebote, die Essemz, die letztlich alle Gebote, ja die Bibel selbst enthalten. Liebe Gott und deinen Naechsten, deinen Mitmenschen, wie dich selbst-und wenn du dich nicht sonderlich liebst, dann mehr als dich selbst. UND DER EINTRITT INS HIMMELREICH SEI DIR SICHER. und wenn dich dieses Thema intressiert, besuche ab und zu mal meinen Blog: Ist die Kirche Gott? http://gotteskirchen.blogspot.com

Der Inhalt der Bibel ist unverändert. Wenn du Vers für Vers vergleichst zwischen alten oder neueren Übersetzungen , dann gibt es minimale Unterschiede , die aber nicht den Sinn verändern.Daß es so viele Auslegungen gibt liegt daran , daß jeder sich seine eigenen Gedanken dazu macht und das sehr klug findet, anstatt es so zu verstehen , wie es geschrieben steht. DAS ist das Wort Gottes. Es steht, bezüglich Predigten: prüft , ob es sich so verhält! Also , lies selber in der Bibel. im Internet kann man gut die Übersetzungen vergleichen und sich überzeugen.

Sprache entwickelt sich immer weiter. Worte die früher eine bestimmte bedeutung hatten haben heute ein volkommen andere. z.B Wenn wir heute sagen " Ich drück dir die Daumen" meinen wir ich wünsch dir viel Glück. Früher hingegen hies " Ich drück dir die daumen " Ich finde die Warheit herraus" indem man jemanden wirklich die Daumen gedrückt hat. Ein großes Problem der Sprchwandlung hat z.B der Koran. der ist zwar ( so sagen die Muslime ) Wort genau überliefert, hat aber über die zweitausend Jahre eine völlig andere Wortdeutung bekommen. Daher auch die vielen Muslimischenglaubensrichtungen. Es geht bei denen im wesentlich nur um die interpretation des Korans. und so ist es auch mit der Bibel.

Kommentar von Schreiberlilli
18.07.2010, 22:13

Wenn wir die Bibel wörtlich nehmen würden, dann wäre Sklavenhaltung und "Vielweiberei" erlaubt! Das Problem ist doch der ewig alte Inhalt der Bibel, von dem nur ein Teil, der gerade passt, zitiert und verwendet wird. Das eröffnet fanatischen Idealisten unsinnige Möglichkeiten.

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Für mich ist die Bibel eine Anleitung zur Selbsterfahrung. Damit erledigt sich für mich die leidige Auseinandersetzung, Gott beweisen zu müssen. Das, was wir Gott nennen, ist per defintion (allmächtig)die Voraussetzung allen Seins, der Ursprung. Den Ursprung kann keiner beweisen, der selbst ein Geschöpf desselben ist, wohl aber kann er ihn in sich selbst erfahren. Die unterschiedlichen Interpretationen sind durch die Unterschiede in der Erfahrungswahrnehmung und -verarbeitung (z. B. Kultur- und Zeitabhängigkeit, Sprachentwicklung) zu erklären.

Egal, welche Übersetzung du liest. Lerne, dich vom Heiligen Geist führen und ansprechen zu lassen."LERNE" Dabei darfst du Fehler machen. Wir sind und bleiben Menschen.

Einen Teil der Frage hast du ja schon beantwortet. Viele Übersetzen ließen bzw. lassen ihre persönliche Meinung in die Übersetzung einfließen und waren außerdem von ihrem kulturellen Umfeld beeinflusst. Sie deuteten die biblischen Inhalte subjektiv auf Basis ihrer Erfahrungen und persönlichen Umstände, was in einer seriösen Übersetzung nichts zu suchen hat. Außerdem wird oft versucht, erst den möglichen Sinn von Bibelstellen zu finden und dann wird der Text dementsprechend interpretiert. Das kann natürlich nicht zu objektiven Ergebnissen führen, denn die Reihenfolge ist total verkehrt. Manchmal wurden auch Übersetzungen übersetzt, beispielsweise wurde das "Himmelsgewölbe" aus dem lateinischen "firmamentum" übersetzt, ohne einen Blick auf das hebräische Wort zu werfen, obwohl man immer von der Originalsprache ausgehen muss beim Übersetzen. So kam die Vorstellung auf, die Bibel stelle sich den Himmel über der Erdscheibe eine harte Kuppel vor.

Auf ähnliche Weise wurden nämlich auch die flache Erde und das geozentrische Weltbild in die Bibel hineingelesen, die Übersetzer konnten sich wohl nicht vorstellen, dass die Menschen damals auch hier schon viel weiter waren als gedacht, und schoben ihnen ein veraltetes Weltbild unter, obwohl die Bibelverfasser auch hier was ganz anderes sagen. Vielmehr muss man den Text, egal ein biblischer oder ein anderer, den man übersetzt, für sich selbst sprechen lassen. Die Bibel behauptet übrigens an keiner Stelle, das "Wort Gottes" zu sein. Hier wurde direkt aus dem Griechischen übersetzt, im Hebräischen heißt es aber "Sache, Angelegenheit" Gottes.

Dazu kommen noch andere Übersetzungsfehler, die dann zu "frommen Traditionen" erhoben wurden.

http://www.konkordant.de/

Auf dieser Seite wird nicht nur die natürliche, wissenschaftliche Übersetzungsmethodik aufgezeigt, sondern auch das Problem herkömmlicher Bibelübersetzungen und das Zustandekommen von Übersetzungsfehlern und frommen Bibelmärchen ausführlich erläutert.

wie frajohannes (so wie ich ihn verstehe), schon angedeutet hat, kann ich mir vorstellen, dass man Gott auch ohne dieses ganze "Übersetzunsgzeug" verstehen kann, ich meine, ohne unter vielen Übersetzungen eine herauszusuchen, die Bibel auf Hebräisch zu lesen oder alle Übersetzungen zu kennen. Gott lässt sich auch im alltäglichen Leben erkennen. Wenn ich in Problemen immer wieder merke, wie er bemüht ist, mir zu helfen...wenn ich beim Beten oder Bibellesen oder einfach so fühle, dass er mich beschützt (das hatte ich einmal, so als hätte er es mir geagt)...wenn ich auf meinem Weg Erlebnisse mit ihm habe...das sind Erfahrungen...die müssen nicht übersetzt werden, die versteht man mit dem Herzen...auf diesen Wegen lernt man ihn kennen, ohne sich über die richtige Übersetzung streiten zu müssen... und fühlt vielleicht selbst, was er einem sagen will, sodass es weniger Interpretationssache ist. Gott ist nicht nur in der Bibel, sondern im ganzen Leben drin. Ich will aber nicht die Rolle der Bibel herabsetzen...auch zu wissen, was darin steht ist wichtig.

Nachdem ich viele deiner Beiträge gelesen habe, weiß ich, daß du vom christlichen Glauben nichts hälst.

Ganz offensichtlich verwechselst du Interpretation und Übersetzung.

Theologen müssen nicht ohne Grund Hebräisch und Griechisch lernen, um die Bibeltexte im Original lesen zu können. Sie, und wer diese Sprachen nicht kann, verwenden die Interlinearübersetzung:

Endlich eine Möglichkeit, die biblische Botschaft aus der Originalquelle zu schöpfen! Der hebräische Grundtext (auch in Lautschrift) bzw. der griechische Grundtext und die deutsche Übersetzung stehen direkt untereinander. So können Sie selbst nachprüfen, was im Urtext steht - und das ohne Sprachkenntnisse!

http://www.weltbild.de/3/14205322-1/buch/bibelausgaben-das-neue-testament-interlinearuebersetzung.html#produktbeschreibung

Kommentar von Schreiberlilli
27.07.2010, 12:06

Du WEISST gar nichts!!!

Angebliches "Wissen", vorgeschobene "offensichtliche" Vermutungen und Behauptungen sind fehl am Platz!

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A. Orientierung am Grundtext

Wie bereits erklärt wurde orientiert sich jede Übersetzung an dem anerkannten hebräischen und griechischen Grundtext.

Bei jeder Übersetzung gibt es immer einen kleinen Spielraum der Wortwahl(Begriffswahl) und natürlich auch des Satzaufbaues.

Doch beim Vergleichen der unterschiedlichen Bibel wird man feststellen können, dass die Grundaussagen eines Textes übereinstimmen.

Etwas anders sieht das bei jenen sehr frei übersetzten Bibel aus, die versuchen den Text unserer heutigen Denkweise anzupassen. Das geht dann meisten auf Kosten der Genauigkeit. Deshalb ist es auch ratsam zusätzlich eine sehr Textgenaue Übersetzung (z.B. die Elberfelder) zu verwenden.

B. Für Studienzwecken den Grundtext verwenden

Zu persönlichen Studienzwecken wäre es natürlich von Vorteil den Grundtext zu verwenden. Wo das aber nicht möglich ist empfehle ich eine gute und wortgetreue Übersetzung.

C. Kontext beachten

Um zu einer soliden Bibelerklärung zu gelangen ist es notwendig den Kontext zw. dem AT und NT zu beachten. Denn das NT ist die Erklärung des AT.

Der Hauptfehler, der immer wieder gemacht wird, besteht darin, dass dieser Kontext nicht beachtet wird. Erklärungen werden auf einzelne Texte aufgebaut, die aber bei der Beachtung des Kontextes nicht möglich sind.

D. Christozentrische Interpretation

Der Hauptbegriff wird als "christozentrische Interpretation" bezeichnet. Denn genau das machen alle neutestamentlichen Schreiber, indem sie prophetische Hinweise oder fundamentale Lehren christologisch erklären.

Wenn Dich das näher interessieren sollte, kannst Du mich gerne anschreiben.

Hier noch ein Zusatz, der mir erst aus der ganzen Diskussion deutlicher wird: Luther hat einen "Kanon im Kanon" eingeführt, und damit hat er uns einen großen Dienst erwiesen. Es gibt ein Kriterium für alle biblischen Wahrheiten, und an diesem werden sie gemessen. Sein Kriterium lautet "Jesus Christus", mit seinen Worten: "Was Christum treibet", also wodurch Christus zur Sprache kommt. (Auf diese Weise lehnt er allerdings den Jakobus-Brief ab, leider.)

Ich denke, dieser "Kanon im Kanon" ist entscheidend. Darauf können wir uns verständigen, von vornherein. Dadurch entsteht dann eine Hierarchie der Wahrheiten, und nicht jede Wahrheit ist der anderen gleich. Die Vereinerleiung entsteht nur, wenn wir kein Hauptkriterium haben. Wenn jemand ein anderes hat als Christus, dann soll er das sagen und sich seine Parteigänger dafür suchen.

Zum Thema der Sklaverei: Die Frage war für die damalige Gemeinde entschärft, weil man mit der Naherwartung des wiederkommenden Herrn rechnete. Aber noch wichtiger ist der Galaterbrief: Da sagt Paulus, dass "in Christus" alle eins sind, "Sklaven und Freie". Ein politischer Satz, der die gesellschaftliche Trennung von innen her torpediert. - Die christliche Urgemeinde hat ja auch viele Sklaven freigekauft. Weil Christus die Hauptwahrheit ist, werden von daher alle anderen Gegebenheiten qualifiziert.

der hauptinnhalt der bibel (das herz) ist immer der selbe. die bibel kann in zwei versidenen arten gelesen werden. 1. mit den augen des menschen (daher die verschiedenen auslegungen). 2. mit den augen des geistes gottes(der geist der die autoren inspirierte was sie und wie sie schreiben sollen). man kann die bibel lesen wie ein normales buch, oder wie das wort gottes! das wort gottes kann nur mit seinem geiste verstanden werden! will heissen, lesen in harmonie mit dem geiste gottes

Jede Übersetzung ist zugleich Interpretation. So entstehen, je nach dem, wie der Übersetzer den Satz versteht, unterschiedliche Übersetzungen, manchmal nur in Nuancen, manchmal mit deutlicheren Unterschieden. Bisweilen ist eine Stelle auch unklar oder kann auf verschiedene Arten übersetzt werden.

Und schließlich gibt es noch die ganz Schlauen, die eine bestimmte Glaubensauffassung haben und dann die Bibel so hinbiegen, dass die Bibel zu ihrer schon vorher gefassten Ansicht passt.

Nach Deinen Kommentaren ist mir etwas klarer geworden, was Du meinst. Anscheinend fragst Du Dich, welche Bibelübersetzungen vertrauenswürdig sind. Das Problem existiert, weil die Bibel z.B. etwas grundsätzlich anderes ist als der Koran, den man nur auf arabisch "richtig" verstehen kann. Wir als Christen übersetzen demgegenüber hemmungslos, weil es keine heilige Sprache für uns gibt. Die Probleme, die dadurch entstehen, daß ja nicht nur Worte, sondern auch Bedeutungen übersetzt werden müssen, wurden hier ja schon genannt.

Also. Es gibt eindeutig tendenziöse Übersetzungen, z.B. die "Neue Welt Übersetzung" der Zeugen Jehovas, die "Bibel in gerechter Sprache" (feministisch), die "Volxbibel" (echt abgefahren) und die "Hoffnung für alle" (evangelikal). Die sind mit Vorsicht zu genießen.

Sehr brauchbar sind Luther, Die kath. "Einheitsübersetzung", die Basis Bibel, die Elberfelder und die Neue Genfer. Sie unterscheiden sich in erster Linie in verschiedenen Stufen sprachlicher Modernität.

Soweit die Übersetzungen. Wenn "fanatische" Mitchristen ihre Deutung als die einzig mögliche verkünden, ist die richtige Methode, sich in den Inhalten gut auszukennen und einen eigenen Standpunkt zu haben. Diese Aufgabe nimmt Dir aber keine Übersetzung ab, denn es gibt nichts, das vor Mißbrauch sicher wäre.

Kommentar von Schreiberlilli
19.07.2010, 00:16

Genau das mache ich ja hier. Ich kenne die verschiedensten Bibelübersetzungen und diverse Bibeldeutungen. Auch kenne ich die verschiedenen christlichen Konfessionen und verschiedene Gemeinden. Ich befasse mich schon zig Jahre mit den Inhalten der Bibel und deren verschiedenen Auslegungen. Kenne genügend Hauskreise und Bibellesekurse und was weiß ich noch alles. Und genau deshalb habe ich mir meine Meinung gebildet. Und genau deshalb stelle ich die Fragen, die ich stelle. Um endlich einmal zu verstehen, warum es heute immer noch Menschen gibt, die ihre Wahrheit als die einzig Richtige betrachten.

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Die Bibeln unterscheiden sich nicht, wenn man mal das Buch der Zeugen Jehovas ausnimmt. Ansonsten gibt es modernere Sprachwahl wie man leicht erkennt wenn man die Lutherbibel mit neueren Bibeln vergleicht. Ich vergleiche auch die King James Bibel (englisch) mit der Lutherbibel und auch da fallen mir keine Unterschiede auf. Was die Auslegung angeht, ist es eine theologische Frage, die eventuell von einigen Randgruppen ganz anders 'ausgelegt' wird wie von den grossen Kirchen. Zwischen der Auslegung evangelischer, anglikanischer oder katholischer Theologen besteht kaum ein nennenswerter Unterschied, nur was man selber herausliest oder was einem dieses Buch ganz persoenlich vermittelt ist sicher nicht anders als bei Sachbuechern oder Romanen, da gibt es Lieblingsstellen, Sachen die man nicht so toll findet und bereits bei den Taufspruechen zeigt sich wie unterschiedlich die Geschmaecker der Christen sind...

Was mit dem Wort gemeint ist, wirst Du nach unzaehligem Lesen und den Erklaerungen eines Theologen (es gibt auch hervorragende Buecher die das erklaeren) verstehen. Auch hier gibt es sicher Raum fuer Interpretationen nur aendert das am Grundgedanken dieses Buches nichts...

Kommentar von Schreiberlilli
18.07.2010, 23:15

Ja, was IST denn der Grundgedanke dieses Buches?

Welches sind den die "Randgruppen"?

Was sind überhaupt "Randgruppen"?

Zwischen den Auslegungen....besteht kaum ein NENENSWERTER Unterschied. Was ist denn nennenswert?

"Was man selber herausliest...", IST doch genau das, was ich meine. Interpretationssache. Und da kann es mitunter auch sehr große Unterschiede sehen.

Darum geht es hier. Zum Teil um die Unterschiede der einzelnen Konfessionen, aber auch die der einzelnen Bibelleser.

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Es gibt einen Unterschied zwischen Interpretationen und Übersetzungen. Wenn Du Dir die Mühe machst, und eine Bibel kaufst, die jedes griechische und hebräische Wort mit einer Nummer versehen, und Dir sagen, wo das Wort noch alles vorkommt, dann kannst Du selbst - ohne die Sprache zu können - sehr viel vom Urtext verstehen- vergleichen usw. Interpretationen kommen, wenn Menschen ihre eigenen Gedanken in den Text hineinpressen oder deuteln.

Ist auch besser so, denn wenn einige sagen, nur wir haben die richtige Auslegung, führt das zu Ausgrenzung und Terrorismus, etc. Jeder soll glauben, was ihm gefällt!

Kommentar von Schreiberlilli
18.07.2010, 22:02

Wer sind den "wir"?

Wir Christen?

Wir Katholische?

Wir Evangelische?

Wir Deutsche?

Wir Europäer?

Wir...?

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