Wie sieht es mit der Sozialversicherungspflicht aus - Abgaben und Ansprüche?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo,

als Handelsvertreter gilt man in der Sozialversicherung als Selbständiger:

  • In der Kranken- und Pflegeversicherung gilt ein Mindestbeitrag von 342 Euro monatlich (fiktive Mindesteinnahme von 2021 Euro monatlich). In bestimmten Fällen kann der Mindestbeitrag auf 228 Euro ermäßigt werden (fiktive Mindesteinnahme von 1348 Euro monatlich). Wenn man Krankengeld zusätzlich versichern möchte, steigt der Beitrag um 0,6% der Einnahmen.

  • Wenn man überwiegend für einen Auftraggeber tätig ist, besteht in der Rentenversicherung Versicherungspflicht (18,9% Beitrag).

  • In der Arbeitslosenversicherug kann bei Tätigkeitsbeginn freiwillig eine Versicherung abgeschlossen werden.

Ausführliche Beratungsgespräche bei der Krankenkasse, der Rentenversicherung und der Arbeitsagentur sind sehr sinnvoll.

Arbeitslose erhalten bei der Arbeitsagentur auf Antrag ggf. einen monatlichen Gründungszuschuss.

Gruß

RHW

Danke für den Stern!

0

Kommt darauf an, wie man Deine Tätigkeit sieht. Bist Du angestellt, tritt die Versicherung wie ein normaler Arbeitgeber auf- alle SV-Abgaben sind von der Versicherung einzubehalten und abzuführen. Wirst Du aber als freiberuflicher Handelsertreter gesehen, bist Du sozialversicherungsrechtlich selbständig: Die Beiträge zur KV und PV musst Du selbst abführen, dazu kannst Du Dich freiwillig in der GKV (Mindestbeitrag etwa 340€) oder auch in der PKV (Beitrag je nach versichertem Risiko, Alter, Tarif) versichern. Auch die RV (18,9%) kannst Du freiwillig an den RVT abführen. Bei der Abführung der AV weiß ich nicht, obs auf freiwilliger Basis möglich ist.

@Kunterbunt23

Nicht zu vergessen die BU-Absicherung! Gerade als Versicherungsvertreter sollte dies als Vorbild dienen, wo doch heutzutage jeder 4. inzwischen berufs- oder erwerbsunfähig ist od. wird!!!

Gruß siola

0
@siola55

Îst die BU ein Pflichtbeitrag der Sozialversicherung? Wäre mir neu. Aber wichtig könnte es schon sein.

1

Versicherungsvermittler die als Ausschließlichkeitsvermittler arbeiten sind "Selbständige mit einem Auftraggeber".

Selbständige mit einem Auftraggeber sind rentenversicherungspflichtig wenn

  • Sie im Rahmen ihrer selbst. Tätigkeit mehr als 450,- € Gewinn im Monat generieren.
  • Sie keinen versicherungspflichtigen Arbeitnehmer oder mehr als einen Minjobber dessen Gesamtverdienst 450,- € p.M. übersteigt beschäftigen.
  • Mind. 5/6 ihres Einkommens durch einen Auftraggeber generieren.
  • Die befristete Befreiung von 3 Jahren abgelaufen ist.

Auch zu beachten ist folgendes.

  • Keine Versicherungspflicht in der Arbeitslosenversicherung
  • Keine Versicherungspflicht in der Kranken- und Pflegeversicherung. Du hättest also die Wahl zwischen freiwillig gesetzlich oder privater Krankenvollversicherung.
  • Keine Beitragspflicht zur Berufsgenossenschaft, es sei denn du beschäftigst Arbeitnehmer.

Was möchtest Du wissen?