Wie sieht ein Hellseher "hell" und sagt ein Wahrsager "wahr"?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Also wenn man davon ausgeht, daß es Hellsehen wirklich gibt, ist dafür erst einmal eine Gabe notwendig.

Dann benutzen manche Hellseher Taro karten, Kaffeesatz, Pendel, Handlesen oder Astrologie usw. um wahr zusagen.

Und es gibt Mediums die Stimmen hören oder Bilder sehen.

Das ist glaube ich von Hellseher zu Hellseher unterschiedlich.

LG Wolpertinger

Danke!

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Teil 1:

Diese Frage ist älter, aber ich habe nicht den Eindruck, dass hier ausreichend brauchbare und sachliche Informationen gegeben wurden, noch dass hier auch nur gelungen wäre, zumindest die ganz groben Vorurteile einmal beiseite zu lassen, z.B. der Trugschluß, "Hellwahrnehmung" würde dem Prinzip des cold readings entsprechen und sei demnach lediglich eine "esoterische Erfindung" - etwas, das Betrüger vortäuschen und Naive und Dumme glauben.

Cold reading beschreibt nicht die Vorgänge bei echten medialen Fähigkeiten in Aktion, das ist ein grober Denkfehler bzw. eine Lüge, um Medien zu diffamieren und ein enges persönliches Weltbild zu schützen bzw. die eigene Vorstellungskraft nicht zu sehr "strapazieren" zu müssen. Viele sind hier sehr früh bereits überfordert und es fehlt ihnen aufgrund von Vorurteilen und sachlicher Information auch die neutrale Aufgeschlossenheit für das Thema.

Es wäre hilfreich, sich hier wesentlich besser und sachlicher zu informieren. In der wissenschaftlichen Bewusstseinsforschung unterscheidet man zwischen einer vorgetäuschten Hellwahrnehmung, bei der sich jemand lediglich einen cold reading Prozess zunutze macht - und einer Fähigkeit zu echter Hellwahrnehmung. Bei dieser müssen die "subtilen Informationen", die für cold reading zwingend nötig wären, nämlich absolut nicht gegeben sein - im Gegenteil: Hinweise, wie sie für ein cold reading nötig wären, würden Medialität ablenken. In einem Test jedoch, der den gültigen wissenschaftlichen Standard erfüllen soll, DARF cold reading gar nicht möglich sein, es muss bereits durch den Versuchsaufbau ausgeschlossen werden können, sonst gilt das Ergebnis als "interpretierbar" und wäre nicht aussagekräftig bezüglich medialer Prozesse.

Das Störende und in mediale Prozesse Eingreifende am cold reading ist der Grund, warum es Medien gibt, die besser am Telefon oder schriftlich beraten, die ihre Klienten nicht sehen, keine Daten über sie erhalten möchten und auch keine weiteren anwesenden Bekannten der zu "lesenden" Person im Raum haben möchten: Weil sie durch jeden Hinweis, jeden subtilen Eindruck ablenkbar wären und die Hellwahrnehmung sozusagen "reine", unbeeinflusste Kanäle braucht. Aus diesem Grund nehmen manche Medien auch Terminanfragen von Klinenten ausschließlich mündlich oder aussschließlich schriftlich an.

Wenn jemand ein Kleidungstück, einen Namen, ein Geburtsdazum benötigt, dann ist dies jedoch NICHT als der Versuch einer Installation eines cold readings zu verstehen, sondern diese Dinge werden als Trigger benötigt, auf die die Hellwahrnehmung des Mediums anspringt.

Diese Trigger sind bei jedem Hellwahrnehmenden wieder andere - manche können dies sowohl mit als auch ohne, manche verwenden gar keine Trigger - oder es verhält sich unterschiedlich, je nach spezifischer Situation und Person. Meine Trigger sind z.B. Namen, spezielle gedachte oder gesprochene Worte (diese sollten NICHTS mit der eigenentlichen Frage, dem Thema zu tun haben!), die Stimme selbst oder (schrägerweise!) ein Blick auf das Bett des Klienten - aber ich brauche keine Inhalte, aus denen ich konkrete Infos filtern könnte (im Gegenteil, diese blockieren), ich brauche nur die Stimme selbst, um "andocken" zu können, darum rede ich zu Beginn kurz mit den Leuten. Sie könnten mir auch einen Shakespeare-Text oder ein Nikolausgedicht aufsagen oder mit mir auf Altisländisch sprechen, der Inhalt wäre egal, da es tatsächlich nur um die Stimme geht.

Teil 2:

Auch eine Bandaufnahme von ihnen aus dem Jahr 2007 wäre brauchbar, auf der sie gar nichts über sich selbst preisgeben, sondern jemandem zum Geburtstag gratulieren. Ich suche dabei nicht nach "verräterischen Sach-Inhalten", sondern erhalte über die Stimme Zugang zu tiefer liegenden "Teppichen" des Bewusstseins der Person. Die eigentlichen "Informationen" kommen dann von selbst entgegen, ich muss sie nur sortieren, zuordnen, aussprechen.

Die "klassischen" Filmszenen, in denen ein Medium durch das verlassene Zimmer eines jugendlichen Vermissten läuft, dort herumsteht, auf Wände schaut, einen Schuh berührt oder sich ein Kinderfoto ansieht und dann plötzlich Eindrücke über den jetztigen Aufenthalt der vermissen Person erhält - dies sind also keine albernen Klischeebilder, sondern sie beschreiben durchaus ganz realistisch, was Medien tun und wie sie mit Triggern arbeiten. Hier werden tiefliegende innere Strukturen, Bilder, Zusammenhänge verfolgt und "abgeklopft". Es fühlt sich an wie eine Art Scan-Vorgang", bei dem die eigenen Emotionen eine Art "Detector" sind, der auf Wesentliches und Wichtiges hinweist und diesem zusätzliche Färbungen gibt, die die emotionalen Haltungen der Person spiegeln, die diese zu bestimmten Punkten hat.

Anhand dieser Eindrücke kommt ein Medium z.B. auch zu dem Schluß, jemand sei bereits tot, weit entfernt, in einem bedrohlichen, angstvollen oder auch entspannten, sicheren Zustand. Für einen passiven, nicht mit Medialität befassten Zuschauer wirkt dies alles sehr seltsam, womöglich sogar albern und unsinnig - weil er die "Traces" nicht wahrnimmt, die für ein Medium nachvollziehbar sind und die voller mehr oder weniger deutlicher Informationen stecken. Diese sind sachlicher sowie auch emotionaler Art.

Nicht anders verläuft ein Reading mit einem Klienten, der lediglich etwas über konkrete Lebensthemen wissen möchte, die ihn persönlich betreffen und beschäftigen.Es gibt Studien, Forschung zu Medialität - bei diesen Versuchsverläufen muss bereits durch die Vorplanung und spezielle Art der Durchführung AUSGESCHLOSSEN WERDEN, dass hier statt Hellwahrnehmung lediglich cold reading stattfinden könnte. Sogar Telepathie muss bei wissenschaftlichen Versuchen zu Medialität sauber ausgeschlossen werden, denn auch diese wurde bereits in Hunderten Studien wissenschaftlich belegt und ist ebenfalls NICHT = Medialität. Die Hürden zum wissenschaftlichen Beleg für die Fähigkeiten von Medien liegen immens hoch - und sie wurden 2008 in einem bisher nicht zu widerlegenden Experiment bereits klar nachgewiesen. Inzwischen gibt es weitere Experimente mit erstaunlichen Ergebnissen und Hinweisen.

Vielleicht hilft diese Information, sich offener und sachlicher zu interessieren: Hellwahrnehmung für möglich zu halten macht NIEMANDEN automatisch zum Esoteriker. Ich habe eine Hellwahrnehmung seit Kindheit und lege professionell Karten, bin aber KEINE Esoterikerin, noch glaube ich irgend etwas, ordne mich konkreten Weltbildern oder religiösen Haltungen zu. Im Gegenteil: Ich gehe nur mit dem um, was ich weiß und sehe, aber ich halte mich aus guten Gründen seit 40 Jahren gezielt von jedem Glauben, jedem esoterischen Weltbild und jeder Religion fern. Aber ich bin was ich bin und mache, was ich mache. Diese Dinge haben nichts mit Glauben, Göttern, Einhörnern, Himmeln oder Höllen zu tun, sie sind Eigenschaft des normalen, gesunden menschlichen Bewusstseins. Manche haben mehr Zugang dazu, viele eher gar nicht - was aber an ihnen selbst liegt, nicht an der Sache. Und erst Recht weist die Verneinung des Vorhandenseins medialer Fähigkeiten NICHT auf herausragende Sachlichkeit oder gar Intelligenz hin.

Dies ist keine Gabe, die von irgendwelchen "Himmeln" fällt oder aus "göttlichen" Händen an Auserwählte verteilt wird, sondern Medialität ist allgemein menschlich und natürlich. Wer ihr Vorhandensein vehement und pauschal verleugnet und sie mit religiösem Denken und Glauben in Verbindung bringt, ist schlecht informiert, gläubig oder ängstlich - oft auch von allem etwas. Nicht Glaube wäre hier das Thema, sondern Bildung, Information und der Wille zu ernsthafter Auseinandersetzung mit dem Thema Medialität - und immer ist auch die ganz persönliche Bewusstheit oder Unbewusstheit ein Faktor. Und "Bewusstheit" meine ich hier gänzlich unesoterisch.


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@MissMarplesGown

Teil 3:

Das Bewusstsein hat viele Schichtungen, die zusammen arbeiten und miteinander kommunizieren. Ohne Bewusstsein wären wir stumpf vor uns hin dümpelnde, wahrnehmungsbehinderte Wesen, unfähig zu brauchbarer Orientierung oder gezielter Handlung. Und doch gibt es auf GF User, die ernsthaft behaupten, das Vorhandensein eines Bewusstseins sei eine Art "religiöser" Gedanke einfältiger Personen - eine esoterische Marotte, die nicht ernst zu nehmen sei.

Diese Haltung ist auch rein intellektuell und menschlich bedenklich - vor allem, was den Vorurteilsbehafteten ganz persönlich betrifft. Diese Menschen sind vollständig unbeleckt von jedem Wissen über tiefenpsychologische Bereiche, die aber Bestandteil ihrer eigenen menschlichen "Funktionen" sind. Ich spreche hier vielen weitaus mehr Bewusstsein zu, als sie an sich selbst wahrzunehmen in der Lage sind.

Sorrya für so viel Text - aber über dieses Thema sind Bücher geschrieben worden (nein, keine esoterischen!) - und ich bin es nach Jahren auf GF ziemlich leid, es immer nur derart oberflächlich und unzusammenhängend abgehandelt zu sehen.

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Zum Beispiel mit verschiedenen Kartendecks oder mit einem Pendel? Manche lesen aus der Hand. Es gibt aber auch welche, die ohne jegliche Werkzeuge arbeiten und einfach so "Dinge" sehen.

Danke!

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