Wie sieht die Unterhaltszahlung für meine 19-jährige Tochter aus?

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4 Antworten

Wenn du den Unterhalt nach der Düsseldorfer Tabelle bezahlst und auch sonst deinen Pflichten (z.B. Auskunft) nachgekommen bist dann lass sie klagen. Wenn du die Klage bekommst dann solltes du aber auch einen Anwalt um Rat fragen. Die Kosten des Rechtsstreites zahlt ja der/die Verlierer.

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Mit dem 18. Geburtstag der Tochter fiel die Sorgepflicht für sie weg - und somit der bis dahin durch die Mutter erbrachte "Naturalunterhalt". 

Du bist seitdem also nicht mehr allein "barunterhaltspflichtig" für die Tochter, sondern auch ihre Mutter selbst.

  • Jeder von euch beiden müsste nun einen Anteil am gesamten Barunterhalt erbringen. 
  • Die jeweilige Höhe eurer Anteile ist abhängig von euren jeweiligen Einkommen...
  • Zwar könnte die Mutter ihren Anteil in Form von Verpflegung und Unterkunft statt Bargeld gewähren, solange die Tochter noch bei ihr wohnt, aber dennoch müsste der "Geldwert" ihres Anteils auch erst einmal berechnet werden....

Der Unterhalt hätte also mit dem 18. Geburtstag der Tochter neu berechnet werden müssen.

Wenn du bis dahin Unterhalt entsprechend der "Düsseldorfer Tabelle" gezahlt hast, so kannst du davon ausgehen, dass dessen Höhe ab dem 18. Geburtstag der Tochter nicht steigt:

  • Zwar erhöht sich ihr "unterhaltsrechtlicher Bedarf" - vor allem, weil als "Einkommensstufe" das Gesamteinkommen beider Eltern zugrunde gelegt wird - aber nun wird das Kindergeld in voller Höhe auf den "Bedarf" angerechnet - und der sich dann ergebende "Zahlbetrag" wird auf beide Eltern aufgeteilt (anteilig im Verhältnis ihrer Einkommen zueinander...)
  • Sollte die Mutter "nicht leistungsfähig" sein (ihr Einkommen unter ihrem Selbstbehalt liegen), so würde sich der Unterhalt des Vaters nur nach seinem eigenen Einkommen (seiner bisherigen "Einkommensstufe") berechnen.  - Durch die Anrechnung des vollen Kindergeldbetrages würde der tatsächliche Zahlbetrag dann geringer ausfallen als vor dem 18. Geburtstag der Tochter.
  • Hätte die Tochter bereits ein eigenes Einkommen, würde das ebenfalls auf ihren "Bedarf" angerechnet...

Da die Tochter ihren Unterhalt ab Volljährigkeit selbst einfordern muss, braucht ihr tatsächlich nur noch Unterhalt gezahlt zu werden, wenn sie das auch selbst getan hat.

  • Um diesen Unterhalt ggf. einklagen zu können, müsste sie ihn erst titulieren lassen...
  • Bestand ein bis zur Volljährigkeit geltender (befristeter) Titel, kann dessen Herausgabe gefordert werden, ein "unbefristeter" müsste entsprechend "abgeändert" werden...

Momentan gilt die Tochter noch als "privilegiertes" volljähriges Kind, ist minderjährigen Kindern (egal aus welcher Beziehung" also noch gleichgestellt.

Sobald sie aber die Schule beendet oder 21 ist oder bei der Mutter auszieht, gilt sie nicht mehr als privilegiert, was bedeuten würde:

  • Ihr Unterhalt wäre dann "nachrangig". 
  • Ihr müsste dann nur noch Unterhalt gezahlt werden, wenn den Elternteilen nach Zahlung aller vorrangigen Unterhalte (minderjährige Kinder, Ehepartner...) noch mehr als der dann erhöhte Selbstbehalt zur Verfügung stünde
  • Dieser läge (derzeit) bei 1300 Euro...

Nach Beendigung der Schulzeit hat die Tochter auch noch einen Unterhaltsanspruch während der Ausbildung/Studium - aber nur, wenn ihr Einkommen dann "zu gering" ist. 

  • Denn dieses würde dann wie das Kindergeld ebenfalls (bis auf einen Freibetrag...) auf ihren "Bedarf" angerechnet... 
  • bei entsprechend hohem Einkommen hätte sie dann also ggf. gar keinen Anspruch mehr

Sollten die Eltern in der Summe nicht ausreichend "leistungsfähig" sein zur Unterhaltsgewährung, könnte die Tochter ggf. staatliche Unterstützung beanspruchen.

Als Schüler oder Student kämen BaföG-Leistungen infrage, als Azubi ggf. BAB.

  • Vom "Schüler-BAföG" müsste nichts zurück gezahlt werden.
  • Das Studenten-BAföG wird zur Hälfte als Zuschuss und zur anderen Hälfte als Darlehen gewährt - die Hälfte müsste später also zurück gezahlt werden. 
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Die Frage ist ob es sinnvoll ist dass deine Tochter Bafög beansprucht wenn sie es rein theoretisch nicht braucht da sie sich ja in unnötige Schulden begibt. Setz dich mit ihr und ihrerMutter zusammen und besprecht das genau, zB was von dem Unterhalt alles bezahlt wird und was bezahlt werden muss. Je nachdem wie die finanzielle Situation der Familie ist in der sie lebt kann der Betrag variieren. Nehmt euch für dieses Gespräch genug Zeit und bereite dich darauf vor. Du kannst eine Liste fertigen auf der steht was deines Erachtens nach vom Unterhalt bezahlt werden soll.
Ich denke mal nicht dass du ihr Schaden möchtest weswegen ich wirklich von Bafög abraten würde wenn es nicht anders geht. Außerdem verdient man in der Ausbildung auch Geld.

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Kommentar von Claudia4711
19.12.2015, 14:40

wenn , dann wäre es ein Schüler-BaFög

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Kommentar von Haena
20.12.2015, 11:49

Aber zurückgezahlt werden muss es trotzdem oder nicht ? Erkundige dich einfach nochmal welcher Betrag angemessen ist und welcher auch vorgeschrieben wird. Wenn ihr das Geld nicht reicht muss sie halt besser damit haushalten. Davon soll ja auch nicht ihr Partyleben finanzieren und ich denke die Düsseldorfer Tabelle ist nicht grade knapp kalkuliert. Wenn sie dich verklagen will oder sonst was brauchst du nichts zu befürchten wenn du regelmäßig und vollständig zahlst.

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laß sie meinen. die begründung, weshalb du mehr zahlen solltest, wäre interessant.

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Kommentar von Claudia4711
17.12.2015, 03:28

Weil sie guten Glaubens ist, dass sie zu Wenig bekommt. Ich zahle für drei Kinder insges. fast 1000,- € , 480 € für diese volljährige Tochter und 650 für die beiden Jungs, das Kindergeld ist anteilmässig angerechnet.Sie pflegt keinen Kontakt zu mir, sie schrieb mir das über eine SMS , und wünschte mir viel Spass beim Klagen ...

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