Wie sieht der Philosoph Hobbes den Menschen im Naturzustand & wie ist sein Menschenbild?

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3 Antworten

Für Hobbes ist generell der Mensch weder gut noch schlecht. Der Mensch ist kein Einzelwesen sondern auf Gemeinschaft angewiesen, um gemeinsam zu überleben. In Gemeinschaft geben sich Menschen eine Ordnung. Zerbricht diese Ordnung in allgemeine Gesetzlosigkeit, beginnt der Kampf um Vorherrschaft und einer wird zu des anderen Feind. Das ist eine Widerspiegelung der realen historischen Situation, die Hobbes im englischen Religionskrieg erlebt hat. Zu etwa gleicher Zeit tobte in Deutschland der 30jährige Krieg, in dem ebenfalls mehr als die Hälfte der Menschen brutalst umkamen. In Frankreich wüteten die Hugenottenkriege. Zusammen mit dem allgemein verbreiteten Hexenwahn herrschten Denuziation, die niedrigsten Beweggründe, sich anderer Eigentum anzueignen. Die Schrecken dieser Zeit finden sich in der zeitgleich in London spielenden "Beggars Opera", dem Vorbild für Bert Brechts "Dreigroschen-Oper".

siehe Wikipedia "englischer Bürgerkrieg"

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@berkersheim

Nachtrag zum Thema "Naturzustand": Der stammt von Rousseau als Idealzustand eines einsamen Wilden, der vor allem durch die gesellschaftliche Entwicklung "verdorben" wird. Diese Betrachtungsweise hat Hobbes nicht. Der Vergleich hinkt, weil der Begriff "Naturzustand" auf Hobbes nicht übertragbar ist. Hobbes Einstellung zum Menschen ist, dass er ein gesellschaftliches Wesen ist, also der einsame Wilde kommt bei ihm nicht vor. Menschen geraten für Hobbes in "Wolfsverhalten", wenn die gesellschaftliche Ordnung gestört wird. Das entsprach exakt seiner Zeiterfahrung.

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Hobbes sieht den Menschen NICHT als von natur aus böse.
In seinem Naturzustand hat jeder ein Recht auf alles
Also habe ich auch ein Recht auf dein (!) Leben. Du musst also immer damit rechnen, dass ich dir etwas antue. Um das zu verhindern und dich zu schützen erschlägst du mich.
Das war paranoid abdr ohne böse Absicht. Es war bloß Angst.

Du hast ja schon alles zusammengefasst. Nach Hobbes würde der Mensch jeden anderen umbringen zu seinem eigenen Vorteil, gäbe es den Gesellschaftsvertrag nicht, der das Böse im Menschen unterdrückt.

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