Wie sieht das Verhältnis zwischen ausgestorben und Lebenden Tierarten aus?

...komplette Frage anzeigen

8 Antworten

Ist 90% ausgestorben Arten und 10% lebene Arten eine gute Schätzung?

Das geht auf jeden Fall in die richtige Richtung, ist aber wahrscheinlich noch viel viel drastischer (>>99% aller Arten ausgestorben). Genau kann man es natürlich nicht wissen, aber man kann anhand des Fossilberichts Schätzungen anstellen. Es zeigt sich, dass es in der Erdgeschichte allein schon einmal mehrere globale Massenaussterbekatastrophen gegeben hat, zu den drastischsten gehören:

  • Massenausterbeereignis Grenze Ordovizium/Silur vor ca. 450 Ma (Ma = Millionen Jahre): Fast 30% aller Familien(!) und fast 60% aller Gattungen (!) starben aus.

  • Massenaussterbeereignis Ende Devon vor ca. 370 Ma: Ca. 20% aller Familien und 50% aller Gattungen starben aus.

  • Perm-Trias-Massenaussterbeereignis vor ca. 250 Ma: Fast 30% aller Familien, 80% aller Gattungen, 96%(!) aller marinen Arten und 70% aller Landspezies starben aus. Schlimmstes Aussterbeereignis der Erdgeschichte.

  • Trias-Jura-Massenaussterbeereignis vor ca. 205 Ma: 23% aller Familien und 48% aller Gattungen starben aus. Auf dem Land starben beinahe alle "Nicht-Dinosaurier"-Archosaurier, Therapsiden und Amphibien aus, was die Dinosaurier in der Folgezeit zu den "Herrschern der Welt" werden ließ.

  • Kreide-Paläogen-Grenze vor 65,5 Ma: Ca. 17% der Familien, 50% der Gattungen and 75% aller Arten starben aus, inklusive aller Dinosaurier außer den Vögeln. Das Zeitalter der Säugetiere und Vögel ("vogelartige Dinosaurier") brach an.

Wenn man sich das so anschaut, dann ja, das "Aussterben ist in der Natur die Regel". "Regel" heißt aber nicht, dass das gut ist oder gerechtfertigt, es heißt lediglich, dass in so enormen Zeitspannen wie sie unsere Erdgeschichte umfasst desöfteren Katastrophen auftreten, die die über Jahrmillionen entstandene Artenvielfalt drastisch reduzieren und etliche der Tier- und Pflanzenarten (welche zum Teil mehrere Hundert(!) Millionen Jahre lang existierten und gedeihten) zum unwiederbringlichen Aussterben brachten. Die aktuellste solche Katastrophe ist die Evolution des modernen Menschen.

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/artenschutz/12895.html

Der Mensch ist für die unwiederbringliche Ausrottung zahlreicher Tier- und Pflanzenarten verantwortlich. Durch Lebensraumzerstörung, Landnutzungswandel, Umweltverschmutzung, Klimaänderung und Verbreitung invasiver Arten trägt er direkt und indirekt dazu bei, dass die Aussterberate heute bis zu 1.000 Mal höher ist als natürlicherweise.

https://www.welt.de/print/die_welt/wissen/article13562004/8-7-Millionen-Arten-gibt-es-auf-der-Erde.html

Man kann das leider nich so genau sagen da ständig neue Arten durch Mutation entstehen, aber immer mehr aussterben, viele sterben bevor der Mensch sie überhaupt entdeckt ( zum Glück -.-) 

Es gibt unzählig viele Regionen indenen Tiere noch nicht entdeckt wurde wie zb die tiefsten Tiefen der Ozeane, Vulkangebiete, Antarktis usw. 

All dort wo der Mensch ohne Technik nicht überleben würde;) DEnnoch kann man sagen das deine 10% Warscheinlichkeit leiderrrrrrrrrrrr falsch ist.

Bedenke die Welt gibt es Milliarden Jahre, :) Den mensch nicht, davor starben die Tiere aus durch Naturkastastrophen noch bevor wir sie entdecken konnten.

Bleibt also Milliarden Jahre Zeit für Tiere zu sterben und nur Tausende Jahre um entdeckt zu werden :) 

ich würde selbst 1% für Großzügig behaupten, der noch lebenden Tiere.

http://www.naturkundemuseum-kassel.de/kinderseite/sehen/fragen.php?id=39

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/artensterben-jaehrlich-verschwinden-58-000-tierarten-a-982906.html

Hier kannst noch ein wenig nachlesen

Große Artensterben gab es fünf Mal in den vergangenen 540 Millionen Jahren - und ein weiteres sei in vollem Gange, warnen Forscher. Fünf bis neun Millionen Tierarten gebe es derzeit weltweit, und jedes Jahr verschwänden Tausende von ihnen.

Jährlich gehen 11.000 bis 58.000 Arten verloren

und gehn wir von den 9 Million derzeit anerkannten Arten aus : 
sind in spätestens 155 Jahren alle Tiere ausgestorben die Jetzt existieren .

Das heist nicht das es dann keine Tiere mehr gibt, sondern das die Tiere die jetzt um ihr Überleben kämpfen verschwinden und neue entstehen/auftauchen, welche wir bis dahin noch nicht kannten.

in 150 Jahren können wir locker in die untersten Schichten der Ozeane schwimmen usw , und entdecken dann sicher auch Nessies Fossilien :) 
Ob die Erde die 150 Jahre noch mitmacht is dann eine ganz andere Sache, da die Klimawandlung ja auch nich ohne ist

155 Jahre ...............und die Natur hat Millionen Jahre gebraucht um sie zu erschaffen. 

https://de.wikipedia.org/wiki/Aussterben

http://www.planet-wissen.de/natur/umwelt/artensterben/index.html

https://www.welt.de/wissenschaft/article6004624/Die-Wahrheit-ueber-das-grosse-Artensterben.html

Ich glaube Deine Schätzung ist ganz gut. Habe das ungefähr mal so, in einer Tiersendung gesehen. Es ging eigentlich um die Pandabären, die ja auch vom Aussterben bedroht sind. Wie die meisten Tierarten, wegen mangelnder Anpassungsfähigkeit. Er ernährt sich ja von Bambus, aber von über 200 Bambusarten, isst er gerade mal 3.

Ich weis nicht, ob Aussterben die Regel ist, aber es überleben nun mal nur die stärksten und anpassungsfähigsten. Die Natur bringt ja auch immer wieder neue Arten hervor.

Auf die ganze entstehnungsgeschichte gesehen? Wie soll man das denn sonst eingrenzen? Um das wirklich zu beantworten müsste man ja erst mal alle lebenden arten wissen, denn es werden ja immernoch immer neue arten entdeckt und dann müsste man auch alle schon ausgestorbenen Arten kennen. Das ist ein ding der Unmöglichkeit.

Und wenn du die letzten hundert jahre nur hernimmst, wirds auch schwierig, denn wie gesagt, es kommen ständig neu entdeckte arten dazu. Aber abgesehen davon wäre die Zahl dann wohl eher umgekehrt. Sonst wäre es mittlerweile recht einsam auf unserem Planeten.

Aussterben ist vielleicht nicht die Regel in der natur, denn es gibt tatsächlich arten, die seit mehreren millionen jahren nahezu unverändert hier vorkommen, aber es passiert andauernd. Durch natürliche Änderungen im Lebensraum und zuletzt eben auch vermehrt durch den Menschen. Aber ein MUSS ist es sicherlich nicht.

Alles reine Spekulation. Was auch immer an Arten ausgestorben ist, es sind immer genug Überlebende da gewesen. Arten sind wie Blätter am Stammbaum des Lebens. Sie haben nur eine gewisse Lebensdauer. Meistens sterben sie dadurch aus, dass sie durch neue Arten der selben Abstammungslinie ersetzt werden.

Wie viele Arten ausgestorben sind können wir gar nicht genau sagen. Viele Arten, wie Knorpelfische, hinterlassen kaum Fossilien.

das kann man nicht schätzen.

denn erstens sind noch lange nicht alle lebenden arten bekannt und zweitens kennt man auch noch lange nicht alle ausgestorbenen tierarten

definiere aussterben. grundsätzlich funktioniert die evolution ja nur wenn die unangepassten aussterben, aber dass muss ja nicht gleich eine ganze art sein

TomBombadil2010 10.12.2011, 16:59

Da muss ich widersprechen: Evolution "funktioniert" immer, und zwar unabhängig davon, wie "angepasst" oder "unangepasst" eine Spezies ist. Wenn z.B. durch eine Katastrophe - bspw. Meteoriteneinschlag - die Hälfte aller Spezies ausstirbt, dann geht die Evolution halt mit den Überlebenden weiter.

Aber nicht nur solche drastischen Katastrophen müssen schuld am Aussterben sein. Google einmal nach folgendem Begriff: Ökosystemzerfall (auf deutsch wie ich gerade sehe leider noch kaum Treffer, der englishe Fachbegriff ist "ecosystem decay" und liefert umso mehr). Wie so oft muss ich an dieser Stelle wieder das grandiose Buch von David Quammen: "Der Gesang des Dodo" empfehlen. Ich glaube es ist eines der besten populärwissenschaftlichen (eigentlich schon fast wissenschaftlichen) Bücher über Evolution, Inselbiogeographie und Artenschutz, das es gibt. Tatsächlich steht es sogar in den Regalen vieler meiner Biologieprofessoren (wo ich es auch zum ersten Mal sah). Wirklich, lies das Buch! Auch für dein angehendes Biologiestudium wird dir das viel bringen.

Aussterben definiert sich übrigens durch das vollständige, unwiederbringliche Verschwinden einer Biospezies (oder einer Population mit vorangeschrittener genetischer Divergenz im Vergleich zu anderen Populationen) vom Angesicht der Erde, sodass die dieser Spezies oder Population eigenen genetischen Merkmale aus dem weltweiten Genpool der biologischen Vielfalt verschwinden.

0

Was möchtest Du wissen?