Wie sieht das Christentum/ Judentum Leihmutterschaften?

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7 Antworten

Hinweis zu "Leihmutterschaften"...........http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Infoservice/FAQ/GeburtAusland/06-Leihmutterschaft.html?nn=383016

„Leihmutterschaftsverträge“, in denen sich eine Frau bereit erklärt, sich einer künstlichen oder natürlichen Befruchtung zu unterziehen oder einen nicht von ihr stammenden Embryo auf sich übertragen zu lassen oder sonst auszutragen, sind in Deutschland sittenwidrig und damit nichtig.

wie andere Länder das handhaben kannst Du google/n und dann Rückschlüsse auf die Meinung der dort mehrheitlichen Meinung folgern.

Ich glaube nicht, dass es um die Leihmutterschaft in der Bibel geht. Ansonsten würde das ausgestrichen, vernichtet, gelöscht. Die Religion unterstützt keine Leihmutterschaft und alles, was dem ähnlich ist. Das ist auch einer der Hauptgründen, warum sie in Deutschland immer nocht verboten ist. Hier ist die Wissenschaft der Medizin gegen die Religion. Dies wird auch so bleiben. Deshalb findet man keine Hinweise in der Bibel an die LM.

Bei Abraham handelt es sich nicht um eine Leihmutterschaft, da Sara an dem Kind leiblich keinen Anteil hatte.. Das Kind wurde von Abraham mit einer Magd gezeugt und von dieser auch ausgetragen. Sara war nicht mehr als eine soziologische Pflegemutter. Unter einer Leihmutter versteht man aber, dass entweder der Embryo implantiert wird und somit die Gene beider Eltern trägt oder aber, dass die Leihmutter mit dem Samen des Vaters inseminiert wird und sozusagen nur ihre Gebärmutter zur Verfügung stellt. Rechtlich gesehen gilt als Mutter die Frau, die das Kind geboren hat und nicht jene, die es in "Auftrag gegeben hat".

Mit Abraham beginnt der Heilweg Gottes mit den Menschen, aber nicht das Christentum! Die 10 Gebote gab es zu dieser Zeit noch nicht, ansonsten wäre das Tun Abrahams Ehebruch gewesen. Nach Gottes Willen dürfen Mann und Frau am Schöpfungswerk Gottes teilnehmen. Techniken, die durch das Einschalten einer dritten Person (Ei- oder Samenspende, Leihmutterschaft) die Gemeinsamkeit der Elternschaft auflösen, werden nicht gebilligt und gelten zumindest in der kath. Kirche als moralisch unannehmbar. Sie trennen den Geschlechtsakt vom Zeugungsakt. Der Akt, der die Existenz des Kindes begründet, ist dann kein Akt mehr, bei dem sich zwei Personen einander hingeben und fruchtbar werden. Die protestantischen Kirchen haben hier unterschiedliche Meinungen.

Das Kind ist aus christlicher Sicht nicht etwas Geschuldetes, sondern ein Geschenk. Das Kind darf nicht als Eigentum angesehen werden, so als könnte man ein „Recht auf das Kind" beanspruchen. Auch hier gilt: Der Mensch darf nicht alles, was er kann !

Im Gegensatz zur christlichen Sicht sieht das Judentum es schon fast als göttliches Gebot, Kinder zu haben. Deshalb ist alles erlaubt, was dazu verhilft, sofern es nicht Treue zum Ehepartner verletzt.

Abendsonne43 17.03.2013, 13:27

@Raubkatze, ich denke ganz genau so....!

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Das Christentum sieht die Leihmutterschaften sehr negativ. Ansonsten wäre es komisch gewesen. Dies sind auch Gegensätze.

Ich kann nur aus Sicht meiner Kirche etwas sagen: Da es eine Art der Empfängnis ist, die nicht natürlich möglich wäre, ist sie per se eigentlich auch nicht erlaubt. Rein sittlich ist es m.E. auch fragwürdig, da der Leidtragende stets das Kind ist, welches eigentlich von zwei Müttern stammt.

Richtig, unser gnädige Gott ließ es zu, obwohl Er Abraham einen eigenen Sohn versprach.

Aber wie die Menschen nun mal ungehorsam sind, wollte er seiner Frau gehorchen (1,Mose 21,12) und schwängerte ihre Magd (1.Mose 17,20).

Gott versprach aber Abraham einen Sohn und erfüllte seine Zusage (1.Mose 17,19; 21,2).

Die einzige von Gott gelenkte "Leih-Mutterschaft" der Bibel finde ich nur in Apg.8,21, als Mose eine Leihmutter bekam.

Abraham war Polygam. D.h. man hatte kein Problem damit, dass ein Mann mehrere Frauen hatte, aber eine Frau konnte nicht mehrere Männer haben.

Insofern wäre Samenspende nicht OK (bei einer verheirateten Frau, deren Mann keine Kinder kriegen kann), aber gegen Leihmutterschaft a priori nichts einzuwenden.

Allerdings kennt man im judentum das Konzept der Adoption nicht, d.h. in allen jüdisch-rechtlichen Belangen gilt das Kind als das Kind der Leihmutter (wie es ist, wenn die andere Frau das Ei spendet, weiss ich nicht so genau).

Bei Leihmutterschaft stellt sich aber eine ethische Frage, die man damals eindeutig beantwortet hat: Was ist, wenn die Leihmutter ihr Kind behalten will? hagar in der Bibel war einedeutig die Mutter von Ismael, Sara konnte ihn ihr nicht wegnehmen.

Die andere Frage, die sich im Judentum stellt, hat damit zu tun, dass die Zugehörigkeit zum jüdischen Volk über die Mutter übertragen wird. Das stellt sich dann die Frage: welche Mutter? Die ei-spenderin oder die Austragerin? (Soviel ich weiss ist die Antwort bis jetzt: die, die das Kind gebiert, also die Leihmutter)

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