Wie sichert man sein Haus vor möglicherweise anderen Erbberechtigten?

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5 Antworten

1.) Was passiert A) beim Tod des Ehemannes (ich) und B) beim Tod der Ehefrau?

Der jeweils Längstlebende beerbt die Hälfte des Vermögens/Hauseigentums des Erstversterebenden zu 1/2, die andere Hälfte teilen sich die Kinder des Erblassers.

Kann man verhindern, dass die Kinder einen Pflichtanteil beim Tod ihres Elternteiles erhalten,

Nein. Selbst wan man seine Kinder zu einem notariellen Erb- und damit Pflichtteisverzicht bewegen könnte, dürften sie den nur gegen eine Abstandszahlung, der ihrem erwartbaren Pflichtteil entspricht, zustimmen. Der Mindestanspruch in Geld an dem Nachlass seines Elternteils besteht immer.

so dass der verbliebene Partner um die Kinder auszahlen - das Haus verkaufen muss?

Man könnte es ihm (zur Hälfte) schenken und hoffen, das 10 Jahre zu überleben. Dummerweise hätte man selbst auch nichts mehr von dem Haus, wenn die Beschenkte es (ihren Kindern?) verkauft, etwa weil sie sich trennt.

Und ein Vermächtnis zugunsten der Witwe wäre unerfüllbar, wenn es den wesentlichen Vermögenswert darstellt.

Erben alle 4 Kinder zu gleichen Teilen was an Vermögen vorhanden ist, oder erben jeweils nur die "bluteigenen" Kinder, also das Haus nur die Kinder des Ehemannes und das Geld nur die Kinder der Ehefrau?

Auch in ein er Ehe bleiben die Vermögen der Eheleute getrennt voneinanden. Wie bereits gesagt, deine Kinder und die Witwe beerben dich, ihre Kinder und du ihren Reinnachlass; also das, was nach Abzug der Schulden und Bestattungskosten von Vermögen der/s Erblasser/in verbliebe.

Ist eine Eintragung der Ehefrau im Grundbuch zwingend erforderlich, oder würde es möglicherweise Nachteile für diese bringen?

Eine Schenkung häte eher für dich Nachteile: Was man verschnekt, gehört einem selbst nicht mehr. Und da ärgert man sich als Pflegebedürftiger, wenn  man zum Sozialfall mit Taschengelanspruch würde, weil man alles freigibig anderen herschenkte.
Und gerade als Geschiedener solltest du wie erwähnt die Möglichkiet erwägen, selbst auf der Strasse stehen zu können, wenn auch diese Beziehung nicht hält.

Auch eine Begünstigung durch Erbe sehen deine (damit enterbten) Kinder eher nicht so sportlich: Es kann einsam werden, wenn Kinder oder Enkel einen nie mehr besuchen.

Die Lösung, deine offenbar weniger vermögende Ehefrau abzusichern, liegt daher nicht in lebzeitiger Schenkung oder bevorzugter Erbeinsetzung.

Sondern -. je nach Gesundheitszustand - im Abschluss einer Risiko-Lebensversicherung oder Pflegerente, an deren Prämien man sich beteiligen kann und die ihren Lebensstandard sichert  und Eintrgung eines Wohnungsrechts für deine Gattin, dass Rückauflassungsvormerkungen für den Fall eurer Trennung beinhalten sollte und den erbenden Kindern ein Verkauf ihres Erbes am Haus mit Eigenbedarfskündigung des Käufers wirksam verhindert. Allerdings nicht ausschliesst: Wie auch beim Erbe und dazu hälftigem Pflichtteilsanspruch gilt, dass man als Erbe mit Teilungsversteigerung einen Mindestanspruch heirbeiführen könnte. Nur kann man den wie eine Pflichtteilsforderung seiner eigenen Kinder eben nicht ausschliessen.

Damit können alle Beteiligten aber wohl gut leben.

G imager761

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Bei mir und meiner zweiten (jetzigen) Frau gibt es die gleiche Situation. Wir haben uns ausführlich informiert und uns zum Berliner Testament entschieden. Wir haben uns das ganze von zwei Anwaltskanzleien erklären lassen und waren dann beim Notar. Nur wenn das Berliner Testament bei einem Notar abgefasst und hinterlegt wird ist es wasserdicht. So haben es alle drei (2x Anwalt und 1x Notar ) gesagt.

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Kommentar von imager761
28.10.2015, 07:51

Dummerweise können die in einem BT als Nacherben bestimmten Kinder gleichwohl 3 Jahre lang ihren zur Erbquote hälftigen Pflichtteilsanspruch in Geld innerhalb von 30 Tagen beanspruchen. Zumal dann, wenn sich die Witwe neu verpartnert oder verheiratet und absehbar ist, dass das ihnen zugedachte Nacherbe mit vollen Händen ausgegeben denn für sie verfügungsgemäß bewahrt wird.

Nehmen wir an, das Haus wäre 250.000 EUR Wert und die Witwe könnte mangels Einkünften keine 62.500 EUR aus eigenem Vermögen oder als Hypothek aufbringen, um beide Stiefkinder auszubezahlen, dann sind eben auch Pflichtteilsansprüche geeignet, einen Hausverkauf zu erzwingen.

Das BT ist hier tatsächlich auch die denkbar beungünstigendste Form der Nacherbregelung, zumal damit auch die nicht erbberechtigten Stiefkinder zur Nacherfolge gelangen: Beim Tod des Längstlebenden teilen sich plötzlich 4 erbberechtigte Nachkömmlimnge das, was an Gesamtnachlass von Mutter und Stiefvater noch vorhanden wäre - für die Kinder des vermögenderen Vaters eine grobe Ungerechtigkeit, sich das Elternhaus plötzlich mit Stiefgeschwistern teilen, es gar bei entsprechendem Forderungsanspruch verkaufen, gar zwangsversteigern zu müssen, die daran andernfalls garkein Erbrecht gehabt hätten :-O

Dies muss man als Vater erst einmal verstehen und dann bewusst auch so wollen - mit allen (lebzeitigen) Konsequenzen :-)

Fairer wäre es da, dem Fragesteller zu raten, durch eigenes Testament den Kindern zwar alleiniges Erbe (auch) am Elternhaus zuzusprechen, sie zu einem Geldvermächtniss an die Witwe zu verpflichten und  zu einem grundbuchlich einzutragendem Wohnungsrecht der Ehegattin. Damit seinen Kindern zunächst nur ein Haus als "Sparbuch" zu vererben, an dass sie eben erst dann herankommen, wenn die Witwe verstirbt oder das Wohnungsrecht aufgibt, etwa bei Neuverheiratung oder als Bewohnerin einer Pflegeeinrichtung.

So dürften das die weitaus meisten (geschiedenen) Väter machen wollen: Blut ist dicker als Wasser. Eineserseits soll die Witwe durch Geldvermächtnis oder (zusätzlich) aufgebauter Versicherungsleistung finanziell unabhängig und mit lebenslangem Wohnrecht ihren Lebensabend in gewohnter Umgebung sorglos verbringen können. Andererseits die eigenen Kinder zu Erben seiner eigenen Lebensleistung werden, wenn diese Absicherung entfällt.

Suum cuique - niemand wird damit enterbt, entreichert, bevorzugt oder brüskiert :-)

Aus langjähriger Erfahrung waren ich davor, nicht durchdachte Entscheidungen zu treffen oder lebzeitig sein Vermögen aus der Hand zu geben, auf das man durchaus einmal angewiesen sein kann :-O

G imager761

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Hallo, wer im Grundbuch steht ist definitiv Eigner des Hauses! Erben sind in erster Linie der Ehegatte zur Hälfte des Vermögens und die leiblichen Kinder die zweite Hälfte des Vermögens. Nun kann der Erblasser auch bestimmen, dass ein Erbe halt nur sein Pflichtteil erhält, und alles Andere den anderen Erben zusteht. Dies alles kann beim Notar hinterlegt werden.

Hoffe geholfen zu8 haben  hardty

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Kommentar von habakuk63
27.10.2015, 21:32

Die Auszahlung des Pflichtteil soll ja verzögert werden, bis zum Tod des zweiten Ehepartners, sonst muss mit hoher Wahrscheinlichkeit die Immobilie verkauft werden. Denn der Pflichtteil wird in Geld ausgezahlt.

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Egal was für ein Testament man macht, die leiblichen Kinder können nach dem Tod des Elternteils immer sofort den Pflichtteil fordern! Das lässt sich auch durch ein Berliner Testament nicht verhindern!

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Danke erst mal, also muß meine Frau nicht unbedingt im Grundbuch eingetragen sein, ich muß aber ein "Berliner Testament" abschließen, so habe ich es bis jetzt verstanden.

Danke und Gruß.

rene

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Kommentar von SaVer79
27.10.2015, 23:10

Lasst euch auf jedem Fall von einem Anwalt oder Notar beraten!

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