Wie sicher ist der Süssstoff Aspartam?

8 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hi,

lass mich dir zwei Dinge antworten:

  1. Die Dosis macht das Gift. Es sind sogar Todesfälle durch den übermäßigen Verzehr von Wasser oder Salz nachgewiesen. Und nein, ich rede nicht von Ertrunkenen. :) Was ich dir sagen will: Ja, jeder Stoff (incl. Aspartam) ist ungesund. Die Frage ist nur, ab welcher Menge.
  2. Im Netz steht viel Müll und jeder muss selbst bewerten, welcher Quelle er vertraut. Ich habe Chemie studiert und bin aber trotzdem nicht Experte genug, um die Frage aus eigenen Erfahrungen zu bewerten. Man braucht externe Experten. Ich persönlich halte das Bundesinstitut für Risikobewertung für die vertrauenswürdigste deutschsprachige Experten-Seite in solchen Fragen. Und da findest du die folgenden beiden Seiten:

http://www.bermibs.de/fileadmin/pdf/gifte_in_medizin_und_industrienahrung/suessstoff_aspartam/bfr-bewertung_von_suessstoffen.pdf

http://www.bfr.bund.de/cm/343/bewertung_von_suessstoffen.pdf

Da steht knapp zusammengefasst, dass in Tierversuchen herausgefunden wurde, dass die tägliche Aufnahme von 4g Aspartam pro Kilo Körpergewicht auch über einen langen Zeitraum keine negativen Auswirkungen hatte (NOAEL-Wert). Diesen Wert hat man dann sicherheitshalber noch einmal durch 100 geteilt und ist so zu der Einschätzung gekommen, dass die tägliche Aufnahme von 0,04g Aspartam pro Kilogramm Körpergewicht für Menschen mit Sicherheit unbedenklich ist (ADI-Wert).

=> Wenn du 100kg wiegst, kannst du also nach dem BfR locker 4g Aspartam täglich bedenkenlos zu dir nehmen und darfst diesen Wert auch ab und zu überschreiten. Ich weiß jetzt nicht genau, wieviel eine Aspartam-Tablette wiegt, aber bis du auf 4g kommst, musst du schon einige verputzen. Das wird bald eklig! :)

LG

MCX

PS: Das gilt natürlich nur, wenn du keine Unverträglichkeiten (Phenylalanin) hast. ;) Aber wenn du Diabetes hast, solltest du auch kein Zucker futtern. Das darf man dem Aspartam nicht negativ anrechnen. ;)

11

Alles klar auch dir danke ich für die Ausführliche Antort mit Quellen. :) Einschränkungen was Essen betrifft habe ich zum Glück keine, aber Aspartam ist eines dieser negativ-behafteten Begriffe für mich gewesen.

Man liest es und man bekommt gleich ein unwohles Gefühl dabei. Da spielen die Medien sicher eine große Rolle, die das Thema immer mal wieder aufkochen. Jedenfalls danke.

1
34
@Marcelinux

Bei den Medien ist auch das Problem, dass negative Schlagzeilen besonders "prominent" veröffentlicht werden, stellen sich diese dann im Nachhinein als teilweise oder gar komplett falsch heraus, werden die Richtigstellungen medial oft nur stiefmütterlich behandelt. Dazu fehlt es vielen Journalisten in allgemeinen Medien oft an naturwissenschaftlichem Hintergrund um Studienergebnisse richtig zu deuten, so werden dann gern mal Hinweise als Beweise dargestellt und die Methodik der Studie meist komplett vernachlässigt.

Gerade im Bereich Gesundheit und Ernährung muss man sehr behutsam mit Studienergebnisse umgehen, da sie häufig nicht eindeutig sind und man daraus keine allgemeinen Grundregeln ableiten kann.

Gutes Beispiel wäre da auch die Studie von Seralini et al. zur Kanzerogenität von GM-Mais und Glyphosat. Seine Ergebnisse waren lange sehr präsent in den Medien, als dann aber bekannt wurde, dass die Methodik der Studie unzureichend war und keine objektiven Schlüsse möglich machte, hat man kaum etwas dazu gehört. Diese falschen Schlussfolgerungen der Autoren halten sich deshalb leider noch bis heute.

0

Es werden immer wieder vereinzelte Fälle berichtet, dass Menschen, die ohnehin unter psychischen Befindlichkeitsstörungen leiden (z. B. Depression), mit Aspartam Probleme bekommen haben sollen. Umgekehrt berichten vereinzelt Menschen, dass Aspartam bei ihnen als leichter Stimmungsaufheller wirke. Zu beiden Thesen/Beobachtungen gibt es aber keine fundierten wissenschaftlichen Studien, sondern eben nur diese Einzelfall-Schilderungen.

Dann gibt es weiterhin - und das ist bestätigt - Menschen, die Aspartam nicht vertragen. Und zwar gibt es gelegentlich eine (angeborene) Stoffwechselerkrankung, die es dem Organismus nicht ermöglicht, Phenylalanine abzubauen. Das ist tatsächlich auch belegt und klar biochemisch nachvollziehbar, was da schief geht. (Hint: solche Menschen vertragen übrigens auch etliche natürliche Nahrungsmittel nicht, z. B. Milch).

Ansonsten wurden die Auswirkungen von Aspartam auf Tiere und Menschen ausgiebig untersucht, insbesondere bezogen auf die immer wieder vorgebrachte Befürchtung, die Substanz könne Krebs verursachen. Ergebnis der Studien: keine Anhaltspunkte für krebserzeugende Wirkung.

Insofern wird insgesamt Aspartam als sicher erachtet, auch wenn es einen Tagesgrenzwert für die Aufnahme gibt. (Um diesen Grenzwert zu erreichen, müsstest Du aber mehr als eine Packung Süßstofftabletten an einem Tag wegfuttern.)

11

Vielen dank für die ausfürliche Antwort! :)

0
24

Diese Studien wurden von Auftragswissenschaftlern durchgeführt. Teilweise waren sie sogar bei den Herstellerfirmen angestellt.

Hälst Du eine von Herstellern durchgeführte Studie, die auf Biegen und Brechen ihren Abfall vermarkten wollen, für glaubhaft?

0
40
@RhoMalV

Es hat auch Studien gegeben, die im Auftrag der US-Behörden auf den Weg gebracht wurden. Und die sind bei Lebensmittelsicherheit normalerweise nicht sonderlich zimperlich, wenn es insbesonderere um Verdacht krebserzeugender Wirkung geht.

1

Grundsätzlich sind Süßstoffe chemische Stoffe, die unangenehme Nebenwirkungen haben können.

Bei mir lösen diese künstlichen Süßstoffe heftige Magen-Darm-Beschwerden aus. Bei großen Mengen ist das eine normale Nebenwirkung, auf die auch hingewiesen wird. Bei mir reichen dazu allerdings kleine Mengen.

Es gibt bessere Alternativen zum Süßen. Außerdem ist Zucker nicht per se ungesund - die Dosis macht das Gift. Statt Cola Wasser oder Schorlen trinken, spart viel Zucker und ist sogar noch gesünder. Tee kann man mit Honig süßen. Außerdem gibt es noch Stevia und Agavendicksaft als Süßungsmöglichkeiten.

11

Erstmal danke für die Antwort. Es geht mir nicht wirklich darum, Zucker zu sparen oder so...Ich war einfach nur neugierig, was/ob der Stoff irgendwelche langhaltigen schäden verursacht.

0
39

Agavendicksaft... da kannst Du viel Geld sparen und einfach Zuckersirup nehmen. Aber generell stimme ich zu, man kann auch mit Zucker süßen und seinen Gaumen einfach an wenig Zucker gewöhnen.

1

Ist Aspartam (E951) ein Nervengift?

"Aspartam, der Süssstoff mit vielen Nebenwirkungen, ist nicht halb so unbedenklich, wie die Studien der Hersteller behaupten. Bei seiner Verstoffwechselung entstehen gefährliche Nervengifte. Gedächtnisverlust, Depressionen, Blindheit und Verlust des Hörvermögens sind nur einige ihrer Wirkungen auf den menschlichen Organismus."

Stimmt es dass Aspartam sowas auslösen kann wenn man es vermehrt konsumiert? Oder macht die Dosis das gift? Wie ungefährlich ist Aspartam?

...zur Frage

LaFeCoSi - Klimawandel, nie!?

Wird uns diese Verbindung alle vor dem drohenden Klimawandel retten?

Ist "energy-harvesting" die Zukunft?

Was würdet ihr mit "unendlich viel Strom" machen, wenn ihr wüsstet das, umso mehr man harvestet, umso mehr davon der "Klimawandel umkehrt" wird?

...zur Frage

Interessante Dokus die man gesehen haben muss?

Was sind denn so interessante Dokus, wo bei der Verfilmung auch ordentlich Arbeit steckt, die man einfach gesehen haben muss?

...zur Frage

Was meint ihr zum Studienfach ,,Materialwissenschaft und Werkstofftechnik"?

Ist ,,Materialwissenschaft und Werkstofftechnik" ein Studium mit Zukunft? Was wird mir versprochen? Reicht ein Bachelor aus? oder brauche ich eher ein Master ? Wie sind meine Berufschancen ? Was gibt es noch für Studienfächer die vielversprechend sind? Eigentlich war es mein Wunsch etwas mit Bio/Molekularbiologie/ Medizin/ Sport / Sportwissenschaften zu machen? Was haltet ihr davon? Oder kennt ihr Ausbildungen die einiges garantieren?

...zur Frage

Warum ist der Mensch so verblendet?

Er verehrt einen unsichtbaren Gott und tötet die sichtbare Natur, ohne zu wissen, dass die Natur, die er vernichtet, der unsichtbare Gott ist, den er verehrt.

...zur Frage

Handelsüblichen Süßstoff als "Globuli" verkaufen?

Ist es theoretisch möglich billigst größere Packungen von handelsüblichen Süßstoff einzukaufen, neu zu verpacken und dann um den 100fachen Preis als "Globuli" weiter zu verkaufen? (Mit Gewerbeschein) Eine Wirkung der "Medikamente" muss ja nicht nachgewiesen sein und vielleicht bin ich selbst davon total überzeugt, dass die Dinger beispielsweise bei Kopfschmerzen helfen. Die Inhaltsstoffe würde ich natürlich wahrheitsgetreu angeben. Ginge das wohl?

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?