Wie sicher hält eine Prothese im Unterkiefer?

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Hallo Demeterin,

ohne Frage ein großer Eingriff der dir da bevorsteht. Evtl. besteht bei deinem ZA, einem seiner Kollegen oder in einer Klinik ja die möglichkeit die Zähne unter Vollnarkose zu entfernen. Macht es dir evtl. etwas leichter.

Der totale Zahnersatz ist ein notwendiges Übel, um deinen Kieferknochen regenerieren zu lassen, bzw. evtl. Knochenaufbaumaterial in den Wunden zu plazieren, um einen stabilen Knochen für die Implantate zu erhalten. (Macht sonst keinen Sinn mit den Implantaten) Im UK bedeutet das eine Wartezeit von 4-6 Monaten, je nach Körperbeschaffenheit aber evtl. auch länger. Der "provosorische Zahnersatz" wird in dieser Zeit nicht gut halten, da der Knochen und damit auch das Zahnfleisch während der "Heilzeit" ständigen Veränderungen unterliegt. Der Zahnersatz behält aber seine ursprüngliche Form und sollte somit von Zeit zu Zeit dem Kiefer angepasst (unterfüttert) werden.

Es gibt aber auch die Möglichkeit den "provis. Zahnersatz" mit kleinen Nadelimplantaten besser zu fixieren. Auch diese Implantate sind vorrüberghend, bis der eigentliche Zahnersatz eingesetzt wird...aber auch eine Kostenfrage und es ist abzuklären ob dein Kieferknochen diese Möglichkeit hergibt und dein ZA das kann. (Frag ihn einfach danach!) Auch dieser Zahnersatz muß von Zeit zu Zeit angepasst werden, hält aber wesentlich besser.

Wenn du jetzt erst 40 Jahre alt bist und bereits all deine Zähne verlierst, gehe ich mal davon aus, dass du deine Zähne durch einen Unfall, Krankheit und/oder Medikamente verloren hast. Bei Krankheit und/oder Medikamenten solltest du unbedingt abklären wie sich dieses auf die haltbarkeit der Implantate auswirkt.

Solltest du deine Zähne durch mangelde Hygiene verloren haben ist jetzt der Zeitpunkt, um dieses radikal zu ändern. Implantate benötigen eine intensive, möglichst tägliche Pflege. Auch sie müssen gereinigt werden, besonders im Bereich des Zahnfleisches, um Entzündungen durch Plaque und damit verbundene Bakteriellen Infekten entgegen zu wirken.

Sonst wird das ein sehr teurer, aber relativ kurzer Spaß. Und für mangelde Hygiene ist niemand ausser man selber haftbar zu machen, egal wie lange etwaige Garantien laufen.

Wenn du dieses angehen willst und mehrere Implantate (mehr als 2) geplant sind, empfehle ich dir einen Zahnersatz, der teleskopgetragen ist. Sollte dir ein Implantat verloren gehen, aus welchen Gründen auch immer, wird das entsprechende Teleskop geschlossen und der Zahnersatz ist weiterhin funktionsfähig. Bei einer steggetragenen Kostruktion gestaltet sich das gegebenenfalls schwieriger. Evtl. ist der ganze Zahnersatz für die Tonne. Ist lediglich eine Ankerkonstruktion mit 2 Implantaten geplant, erübrigt sich diese Überlegung...aber unbedingt mit dem ZA absprechen.

Ich hoffe dir geholfen zu haben und wünsche viel Glück, Mut, Gedult und Ausdauer.

Gruß Hauni

Sofern die Abformungen gut sind, der Zahntechniker erkennen kann, wo die Grenze von dem festen zu der beweglichen Schleimhaut liegt und mit der Gestaltung der Prothesenränder sich daran hält, kann eine solche Unterkieferprothese auch erstaunlich gute Schleimhauthaftung aufbauen, und sehr gut halten. Das aber erst, wenn die Rückbildung der Zahnfächer, des Alveolarkammes und der Zahnfleischwucherung abgeschlossen ist. Ist leider so, dennoch viel Mut und Durchhaltevermögen. LG Nx

Hallo Demeterin, die Entscheidung, warum der Zahnarzt Dir alle verbliebenen Zähne ziehen will, obliegt alleine ihm, deine Krankheitsgeschichte kennen wir nicht, aber das wird schon seinen Sinn haben. Es gibt Zahnärzte, die soetwas unter Sedierung, Vollnarkose tun, Vorteil des Verfahrens ist, daß du nichts spürst, gut Spätfolgen sind nicht ausgeschloßen. Die dann herzustellende Prothese wird zunächst gar nicht gut halten, die Zahnfächer müßen sich zurückbauen, die Schwellung des Zahnfleisches legt sich, es wird wackeln und nicht halten, Haftstreifen können abhilfe schaffen. Später wird der ZE unterfüttert werden, danach wird wohl besser halten. Implantate, sofern die Indikation da ist, sind eine feine Sache, mind. 2, aber 4 machen schon Sinn. Versorgung mit Nyloncaps, Geschiebeblöcke, Stege sind möglich, das kann der Zahnarzt entscheiden, auf Implantatgetragene Teleskope würde ich nicht setzen, die Handhabung ist nicht einwandfrei. Wünsche Dir Alles Gute, es ist nicht leicht mit 40 alle Zähne zu verlieren, doch bei einer guten Nachbehandlung kann das Ergebniss besser sein als deine eigene Zähne jemals waren. Das können 3 meiner letztwöchigen Patienten bestätigen. Viel Mut, Glück, LG, Nx

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