Wie seid ihr zum Reiten gekommen? Und wie alt wart ihr?

Das Ergebnis basiert auf 31 Abstimmungen

Eigenes Interesse 45%
Durch meine Eltern 29%
Anderes (bitte angeben) 19%
Durch freunde 6%

20 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Eigenes Interesse

Bei mir in der direkten Nachbarschaft wurden Pferde gezüchtet, teilweise grasten sie auf einem unbebauten Grundstück direkt angrenzend an unseres. Ich konnte von meinem Kinderzimmerfenster aus die Pferde sehen. Natürlich führte mein Heimweg vom Kindergarten schon dran vorbei und ich stand vor dem Zaun und beobachtete sie. Wenn der Besitzer grade am Hof zu tun hatte, durfte ich rein, sie bürsten - wo halt so ein Kindergartenkind hin kommt. Als ich in der Schule war mit 6 Jahren sagte er, wenn ich es schaffe, rauf zu klettern, hat er kein Problem damit, aber ich soll es meinen Eltern sagen, wo ich bin und was ich mache, er hat keine Zeit, mich zu beaufsichtigen. Eine gleichaltrige Freundin war auch dabei und bekam dieselbe Erlaubnis. Er erklärte uns noch, welche Pferde geritten wurden, weil ein Züchter hat ja auch immer wieder Jungtiere laufen und ob ein Kind das so sicher weiß? Am Ende beklettert dann ein Kind einen 2-jährigen. Ob das das Beste wäre? Also übten wir, die Pferde an den Zaun zu bugsieren, um von dort aus rüber steigen zu können.

Der Reitlehrer im nächst größeren Ort (es gab in der Gegend eigentlich nur Vereinsunterricht und die Vereine hatten auch ein paar wenige Schulpferde) nahm Schüler ab 8 Jahren. Natürlich wollten die Eltern damit nichts zu tun haben. Das gab es noch nicht, dass die stundenlang Kinder durch die Gegend fuhren und Geld in die Hobbys der Kinder investierten. Das Taschengeld von 50 Pfennigen in der Woche hätten wir 20 Wochen sparen müssen, um eine einzige Reitstunde zu nehmen und beim Taschengeld sagten sowohl meine Eltern als auch die meiner Freundin, das müsse gespart werden, wenn man erwachsen ist, braucht man Geld. Klar. Im Notfall, wenn man mit der Schule unterwegs ist und einem das belegte Brot runter fällt und nicht mehr essbar ist, sollte man es nutzen, um sich etwas beim Bäcker zu kaufen, aber man bekam zu essen und zu trinken von zuhause mit, also war es im Normalfall nicht nötig, Geld auszugeben.

Aber man hatte in der Zeit, es waren die 1980er Jahre, oft spendable Großeltern oder Tanten und Onkel, die einem zum Geburtstag was schenken wollten. Also hat man gerechnet: 52 Wochen hat das Jahr, ein paar davon ist man auch mit den Eltern im Urlaub. Bleiben noch 48 Wochen maximal. Wollte man einmal die Woche Reitunterricht, brauchte man 480 Mark. Zwei Feste im Jahr, wo man Geschenke bekommt, also je Fest 240 Mark. Jede Tante, die was schenkt, hat im Bereich von 25 Mark geschenkt. Ich hatte drei davon. 75 Mark. Muss ich also je Fest noch 160 auftreiben - und dann bin ich ganz kleinlaut noch zu den Großeltern geschlichen, ob die wohl auch Reitstunden schenken würden. Die haben dann glatt auf je 50 Mark erhöht und so habe ich es immerhin geschafft, für im Jahr 2 x 175 Mark, also für 350 Mark Reitstunden geschenkt zu bekommen. Machte 35 Stunden. Wow! Die Freundin hatte eine Tante mehr, dafür waren ihre Großeltern nicht so spendabel. Aber wir sind dann drauf gekommen, dass wenn wir so oft möglich mit dem Fahrrad in den Stall gefahren sind und mitgeholfen haben, der Reitlehrer unbelegte Stunden dann auch mal uns gegeben hatte. Ohne zahlen. Damit konnten wir dann so weit aufstocken, dass wir wirklich fast jede Woche reiten konnten.

War das früher so teuer?

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@Shiraunddati

Reiten ist ein Sport für reiche. Das ist zwar jetzt nicht mehr so extrem aber früher schon. Meine Mutter hätte auch liebend gern reiten gelernt aber sie dürfte nicht weil das geld nicht da war. Inzwischen erarbeite ich mir eine Menge auch selbst um reiten zu können. Ich habe ein Mal in der Woche Unterricht,den meine Eltern bezahlen. Den Rest muss ich selbst auftreiben.

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@Shiraunddati

Wieso teuer? Heute zahle ich für meinen Unterricht mit meinem eigenen Pferd, dafür mit Anfahrt der Trainerin 45 Euro, seinerzeit 10 Mark bei Einzelkauf der Reitstunden. Das Schulpferd und der Reitlehrer mussten davon bezahlt werden, da sind 10 Mark auch in den 1980er Jahren gar nichts dafür, zumal es guter Unterricht war und auf 4 Reiter für eine 60-min-Einheit begrenzt, sodass jeder Reiter 15 min Einzelunterricht bekam und die restliche Zeit üben konnte. Als Vereinsmitglied hätte ich Ermäßigung bekommen, aber den Betritt haben die Eltern erst später unterschrieben, als klar war, das ist mir ernst. Und ich habe schon auch zugesehen, dass ich Zehnerkarten kaufen konnte, denn damit habe ich nochmal Ermäßigung bekommen.

Und als "Sport für Reiche", wie Gyzmomolito935 schreibt, hätte ich es zu der Zeit nicht mehr bezeichnet, wer ein bisschen gearbeitet hat, hatte eigentlich immer ein Pferd gefunden, wie ich durch Mitarbeit beim Nachbarn. Trainerstunden kosten in jeder Sportart. Klar, wenn der Skiclub Skigymnastik macht, dafür eine Halle mieten muss, aber dann mit einem Trainer 100 Leute anleiten kann, kann das je Einheit günstiger sein. Aber viel günstiger ist das auch nicht und war es früher auch schon nicht. Joggingschuhe kaufen und durch den Wald laufen wäre jetzt noch ein günstigerer Sport oder Radfahren, wenn das Rad erst mal abbezahlt ist.

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Anderes (bitte angeben)

Hallo,

ich bin durch meine zwei Geschwister zum reiten gekommen. Beide haben mal geritten, meine Schwester und mein Bruder. Ich bin jetzt aber nur noch die einzige die noch reitet.

Ich bin mit 6 Jahren angefangen zu reiten. Meine beiden Geschwister auch so. Beide haben mit 11 oder 12 aufgehört. Jetzt bin ich noch die einzige die noch reitet. Ich reite einmal in der Woche 1 Stunde in der Reitstunde mit. Gerade bin ich aber dabei mir eine Reitbeteiligung zu suchen. (Schon seit 5 Monaten :/). Leider finde ich keine die zu mir passt. Trotzdem suche ich weiter.

lg

Anderes (bitte angeben)

übers voltigieren.

und genetisch bedingt. ;))

aber nicht nur das reiten. fahren ist auch sehr cool. und alles rund ums pferd und pony mag ich ebenfalls - von trainieren der ganz kleinen bis hin zum arbeiten mit ganz grossen.

im herzen sind es aber die ponys und ich muss nicht unbedingt reiten oder fahren. ich finde es auch total schön, wenn ponys, pferde und esel gerne zeit mit mir verbringen.

Stimmt da war reiten ungeschickt geschrieben. Das drum herum ist mir auch wichtiger.

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@Gyzmomolito935

jedem das, was er mag. vielen geht es tatsächlich in erster linie ums reiten. was ja im endeffekt ein erheblicher grund ist, anatomisch korrekte pferde zu züchten.

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@ponyfliege

In der Jugend hatte ich auch viel mehr Freude am „Drumherum“. Aber mit zunehmenden „Zipperlein“ bin ich inzwischen doch mehr daran interessiert, mich herumtragen zu lassen und einen Sport zu haben, bei dem ich „sitzend tanzen“ kann 😆

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Durch meine Eltern

Mein Vater hat mich in einem Freizeitpark mit 7 Jahren auf ein Pferd gesetzt. Also theoretisch ist mein Vater schuld, aber den "Pferdevirus" vererbt hat mir mein Opa, der mit Pferden aufgewachsen ist, gearbeitet hat und in einem Gestüt gearbeitet hat.

Keiner sonst in meiner Familie hat was mir Pferden am Hut.

Eigenes Interesse

Ich war seit ich denken kann, begeistert von Pferden. Aber meine Familie war nicht wohlhabend und zu meiner Zeit war halt das Reiten doch eher der Sport der Wohlhabenden. Ich war also nicht auf die Idee gekommen, selbst das Reiten zu erlernen. Bis dann eine Klassenkameradin, die selbst ebenfalls nicht aus reichem Hause stammte, damit anfing. Da dachte ich: Was die kann, kann ich auch.

Da war ich 15 Jahre alt. Zuerst blieb es bei einmal in der Woche, mehr hätte ich von meinen Eltern nicht verlangen können, aber ich fing dann relativ bald an, mir etwas eigenes Geld zu verdienen - Zeitungen austragen und Nachhilfe - und steckte das in Reitstunden, bzw. Ausritte. Am Schluss war ich dann bei 3 oder 4 Stunden in der Woche gelandet.

Reitbeteiligungen waren zu meiner Zeit nicht üblich. Die Pferdebesitzer waren halt wirklich Leute mit Geld und wenn sie nicht selbst reiten konnten, bezahlten sie einen Bereiter. Gut, es gab immer wieder Mädels, die kostenlos reiten durften. Die Pferde gehörten ausnahmslos älteren Herren und die Mädels waren alle blond, langhaarig und langbeinig. Alles das war ich nicht, von daher bekam ich nie ein RB Pferd. Was die Mädels, die die Pferde der älteren Herren ritten, dafür tun mussten....äh habe ich nie gefragt. Ich war auch zu harmlos dafür.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

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